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Über dieses Buch

Transformationen und Dynamisierung von Raum und Zeit können als Signum von Modernisierungsprozessen gelten – als Motor, als Problemfeld und als Gegenstand der Reflexion. Medien haben in verschiedenen Ausprägungen daran erheblichen Anteil, indem sie mit Raum und Zeit arbeiten, kulturelle und soziale Raum- und Zeitverhältnisse verändern und diese Veränderungen auch immer wieder selbst reflexiv zugänglich machen. Die Beiträge des Sammelbandes fragen danach, was diese medialen Transformationen und Reflexionen für Bildung bedeuten, wie sie Subjektivierungs- oder Vergesellschaftungsweisen verändern und welche neuen Orientierungspotenziale und -anforderungen durch sie erzeugt werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Mediale Transformationen unseres Verhältnisses zu Raum und Zeit

Mediale Transformationen unseres Verhältnisses zu Raum und Zeit

Die Beiträge im vorliegenden Sammelband gehen aus von der Annahme, dass unsere Erfahrungen mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien den Umgang mit, aber auch unsere Vorstellungen von Raum und Zeit transformieren bzw. transformiert haben. Der Band präsentiert eine aktuelle Auswahl von Diagnosen aus der deutschsprachigen Forschung zur Frage, wie Medien, Mediennutzung und aktuelle Bedingungen und Formen der Medialität das Verhältnis des Menschen zu Raum und Zeit verändern und wie diese Veränderungen theoretisch bestimmt und eingeordnet werden können.
Gerhard Chr. Bukow, Johannes Fromme, Benjamin Jörissen

Veränderungen unseres Verhältnisses zur Zeit

Frontmatter

Das Zittern des Körpers Medien als Zeitmaschinen der Sinne

Menschen sind Zeitmaschinen. Die Beschleunigung ihrer Sinne gerät an Grenzen, die von Medien weit überboten werden. Deshalb nehmen gerade Massenmedien, die immer noch den Menschen als Schnittstelle, das sog. Publikum, benötigen, Rücksicht auf humane Verarbeitungslimits. Sie erzeugen ausgleichend regelmäßig mantraartige, sinnfreie Programme, in denen geradezu nichts passiert. Das pure Rauschen in der Zeit, die Vernichtung von Information wird geradezu Bestandteil moderner Massenmedien. Das gilt auch und gerade für die erfolgreichste Emission der Fernsehgeschichte. Das globale Medienereignis der königlichen Hochzeit von Catherine Middleton und Prinz William am 29. April 2011 durfte oder musste, gerade damit es zum totalen Event werden sollte, dramaturgiefrei mehrere Stunden den automobilen Transport und das Eintreffen des höfischen Publikums zeigen. Kommentatoren der ARD blendeten sich in großen Teilen stumm aus, da sie in diesen Stunden schlicht nichts zu sagen wussten.
Thorsten Lorenz

Bildungsprozesse unter den Bedingungen medialer Beschleunigung

Gesellschaftliche Beschleunigungsprozesse beeinflussen die Art und Weise der Wahrnehmung und Erfahrung von Wirklichkeit. Der folgende Beitrag setzt sich mit Dimensionen medialer Beschleunigung im Hinblick auf Fähigkeiten zu Distanzierung und Reflexion auseinander. Ausgehend von der Annahme, dass Bildungsprozesse als Erfahrungs- und Lernprozesse Zeit benötigen, stellt sich die Frage, wie unter Bedingungen gesellschaftlicher und medialer Beschleunigung Distanzierungs- und Reflexionsfähigkeit entwickelt werden können. Am Beispiel der beiden medialen Phänomenfelder Television und digitale Medien werden Bildungs- und Reflexionspotentiale kritisch erörtert und Schlussfolgerungen für medienpädagogisches Handeln skizziert.
Horst Niesyto

Memento – Zur Zeitlichkeit des Films und seiner bildenden Erfahrung

Christopher Nolans Memento (USA 2001) konfrontiert seine Zuschauer von Beginn an mit einer zum Zeitpunkt seines Erscheinens äußerst ungewöhnlichen Zeitinszenierung: die Handlung des Films wird, vereinfacht ausgedrückt, rückwärts erzählt. Aber die Bestimmung des Films als eine „Rückwärtserzählung“ wird der Komplexität der Zeitbilder von Memento nicht gerecht, und es ist daher mein Vorhaben mich der Zeitstruktur von Memento schreibend anzunähern und sie hinsichtlich ihres Reflexionspotentials für die Zeitlichkeit des Films und seiner bildenden Erfahrung zu befragen.
Manuel Zahn

Phänomen Zeit – Medien als Zeittreiber Medieninduzierte Moralvorstellungen und Erwartungshaltungen im Bezug auf die Zeit

Ähnlich einem modernen – in der und mit der Zeit lebenden – Menschen formulierte im 14. Jahrhundert ein Leiter eines Handelshauses: „mir fehlt die Zeit, es ist die einundzwanzigste Stunde, und ich habe weder gegessen noch getrunken“ (Dohrn-van Rossum, zit. in Borscheid 2004: 41).
Karin-Gratiana Wurm

Veränderungen unseres Verhältnisses zum Raum

Frontmatter

Innerhalb von Außerhalb Soziologische Bemerkungen zur Medialität gesellschaftlicher Exklusionsräume

Wer die Beiträge in diesem Band verfolgt, wird sich vielleicht über das Interesse an Raum und Zeit, aber auch über deren Verbindung zur Medialität wundern. Warum, so könnte man zunächst fragen, interessieren wir uns überhaupt noch für Raum und Zeit, erscheinen beide doch invariante, d.h. vernachlässigbare Größen zu sein?
Udo Thiedeke

Game Modding Die soziokulturelle Aneignung digitaler Spielräume

Der Raum, in dem ich mich befand, war komplett verlassen. Nicht ungewöhnlich um drei Uhr morgens. Auch nicht für die „Casa di Angelo“, ein italienisches Restaurant im Süden Manhattans. Nicht ungewöhnlich, hätte ich nicht dort, um genau diese Zeit eine Verabredung mit Informanten gehabt.
Alexander Knorr

Lernen findet Stadt Der urbane Raum als transmedialer Spielplatz

Am 7. Februar 2005 präsentierten 24 Schüler im Alter von 11 bis 13 Jahren in Amsterdam ihre Kenntnisse über die Mittelalterliche Geschichte der Stadt – doch nicht in Form eines Vortrags oder einer Klausur. Mit GPS-Technologie und internetfähigen Handys ausgestattet begaben sich die Schüler in den Stadtraum von Amsterdam, um eine Geschichtsstunde der anderen Art zu erleben: interaktiv, zeitgemäß, mobil.
Corinna Pape

Der Weg als Ziel Virtuelle Umgebungen und räumlicher Wissenserwerb

Ein Leben ohne Computer, Internet und virtuellen Realitäten ist heute nur noch schwer vorstellbar. Mobiltelefone und Navigationsgeräte gehören zur Standardausrüstung jedes Menschen, und wir machen uns von der modernen Technik zunehmend abhängig. Dennoch ist es dem Menschen noch nicht gelungen, etwas Komplexeres oder gar Leistungsfähigeres zu erschaffen, als das menschliche Gehirn. Wenn unser Gehirn aber doch so leistungsfähig ist und sich unter anderem vor dem evolutionären Hintergrund des ständigen Navigieren-Müssens entwickelt hat: Wieso vertrauen wir mittlerweile so häufig auf die Leistung von Navigationssystemen? Externe Medien wie Navigationssysteme können uns nicht das Denken bzw. Navigieren komplett abnehmen, sondern es nur auf bestimmte Weise ergänzen.
Kai Hamburger, Florian Röser, Gerhard Chr. Bukow, Markus Knauff

Spiel-Räume Was die Faszination von Computer- und Online- Spielen über die Lebens- und Zukunftswünsche der Jugend sagt

Während in öffentlichen Diskursen zumeist die Konsequenzen bzw. Wirkungen des Spielens in virtuellen Spielszenarien im Mittelpunkt des Interesses stehen, soll es in diesem Beitrag um die Frage gehen, was diese Spiele für Heranwachsende so attraktiv macht. Ausgehend von der Überlegung, dass Spiele und Spielräume Entwicklungschancen eröffnen, und der These, dass diese Sichtweise auch auf digitale Spielräume übertragen werden kann, werden die digitalen Spielaktivitäten Jugendlicher und junger Erwachsener sowie die diesen Spielaktivitäten zugrunde liegenden Bedürfnisse, Vorlieben, Ängste und Sehnsüchte untersucht. Die Analyse umfasst vier Schritte und betrachtet digitale Spiel-Räume als Gemeinschaftsräume, als Erfahrungsräume für (dokumentierte) Handlungswirksamkeit, als Verwandlungsräume im Kontext von Identitätsbildung sowie als Humor- und Spaßräume. Es wird nicht nur die subjektive Seite, sondern auch der gesellschaftliche Wandel berücksichtigt, soweit er als Erklärungsfolie für das Spielverhalten von Bedeutung ist.
Christina Schachtner

Mediale Raum-Zeit-Modulationen

Frontmatter

Feeds & Tweets Überlegungen zu Zeit-Raum-Modulationen in Film und Online-Medien

Nicht nur prägen Fragen der Lokalität und Lokalisierung, wie auch des Dazwischen, unsere biographische Zeiterfahrung, mit dem spatial turn haben wir in den Kulturwissenschaften bereits längere Zeit fachdisziplinärer Debatten über Zeit, Ort, Raum und die damit verbundenen Praktiken hinter wie auch vermutlich vor uns. Neben divergenten und miteinander interagierenden Zeitdiskursen, Zeitmodellen und Zeitvokabularien der Wissenschaften und der Alltagskultur kennzeichnen „technologische Zeitsimulakren“ (Sandbothe 1998: 2) in zunehmendem Maße die Mediennutzungen der Gegenwart. In dieses komplexe theoretische Feld möchte ich meine Überlegungen zu Modulationen der Zeit und des Raumes sowie der medialen Verschränkung beider Kategorien stellen. Ausgehend vom Film, aber am Beispiel jener medialen Großstruktur, die metaphorisch gern als ‚virtueller Raum‘ bezeichnet und als ‚unendliche Weite‘ beschrieben wird, werde ich Fragen der Unterscheidbarkeit und Ununterscheidbarkeit zeitund netzbasierter Medien und Formate untersuchen und auf den Komplex temporaler Ordnung und zeitlicher Erfahrung anwenden.
Karin Bruns

The Message in the Music Produktive Konsumenten und mediale Artikulation

Diese Textzeile der Band Biohazard aus ihrem Song Business spiegelt eine zentrale Tendenz der neueren Entwicklung im Medienbereich wider. Besonders im Bereich der digital-vernetzen Technologien stehen zunehmend Anwendungen zur Verfügung, mit denen potentiell jeder User kulturelle Güter manipulieren und kombinieren sowie diese wieder in den „Media Flow“ einspeisen kann.
Alexander Unger

Data – Dating – Datamining Der Computer als Medium zwischen Mann und Frau – innerhalb und außerhalb von Fiktionen

Stefan Höltgen

Backmatter

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