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Auch Wasser braucht eine funktionierende Kreislaufwirtschaft

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Wasser wird auch in Europa zu einem knappen Gut. Die Gründe dafür sind vielfältig. Helfen könnte eine Kreislaufwirtschaft, die Verbräuche, Leckagen und Potenziale digital erkennt und optimiert – und die die Wasserkunden auf diesem Weg mitnimmt.

Wiederaufbereiten und Wiederverwenden von Wasser, hier im Klärwerk Rosental in Leipzig ist ein Schritt hin zu einer Kreislaufwirtschaft für das kostbare Nass.


Die Wasserknappheit in Europa nimmt zu. Grund dafür sind die globale Erwärmung, höhere Verbräuche durch moderne Lebensgewohnheiten sowie eine wachsende Bevölkerung.

Eine Studie von BSI und Waterwise untersuchte die Möglichkeit einer Kreislaufwirtschaft für einen effizienteren Umgang mit Wasser und untersuchte dabei unter anderem Best-Practice-Lösungen aus anderen Ländern. Denn: 2050 könnten bis zu 75 Prozent der Menschen Dürren ausgesetzt sein, so Daten der UNO.

Wassermangel droht besonders in Ländern wie USA, China und Indien, wobei Deutschland ein mittleres Risiko aufweist. Und: zehn Prozent der weltweiten Kohlenstoffemissionen gehen auf Wasserbehandlung und -nutzung zurück.

Wassersparen wird wichtig

Wasserknappheit und Klimawandel sind dem Report nach eng miteinander verknüpft. Daraus ergeben sich der Studie nach bestimmte Notwendigkeiten, die für eine Wasser-Kreislaufwirtschaft unentbehrlich sind. Deswegen gibt die Studie folgende Empfehlungen:

  1. Wasserverschwendung ernst nehmen und Leckagen reduzieren.
  2. Wassersparende Produkte zugänglich machen und entsprechend kennzeichnen.
  3. Intelligente Wasserzähler und Daten besser nutzen.
  4. Eine wassersparende Kultur fördern.
  5. Wasserrecycling und Wiederverwendung stärken.
  6. Globale Partnerschaften für effektive Wassermanagementlösungen bilden.

In Deutschland ist die Nutzung alternativer Wasserversorgungssysteme, wie Regenwassersammlung und Grauwasserrecycling, weit verbreitet. Ein Drittel aller deutschen Neubauten war 2017 mit Regenwasserrückgewinnungssystemen ausgerüstet – 95 Prozent davon jedoch in Ein- und Zweifamilienhäusern. Die Hauptmotivation scheint der Umweltschutz zu sein, wobei es auch wirtschaftliche Vorteile gibt.

Doch nicht alles funktioniert überall. "Lösungen wie Schwammstädte sind nicht überall anwendbar. Alle Beteiligten müssten über Wasserverfügbarkeit informiert werden, um ressourcenschonende Lösungen zu implementieren", erklärt Federica Pagnuzzato, Sustainability Director, Continental Europe bei BSI. In Australien etwa hat ein Kennzeichnungssystem erhebliche Wassereinsparungen und CO2-Reduzierungen erzielt. In Singapur wurde erfolgreich ein Wassereffizienz-Label eingeführt, wodurch der Wasserverbrauch erheblich reduziert wurde.

Sensoren und intelligente Zähler helfen

"Intelligente Wasserzähler und Sensoren können helfen, Wasserverschwendung zu reduzieren. Und klare Kennzeichnungen des Wasserverbrauchs unterstützen Kunden", so Nathan Richardson, Head of Strategy and Policy bei Waterwise. Durch verringerten Wasserverbrauch könnten mehr Menschen versorgt werden. Eine Halbierung des Verlustes in der öffentlichen Wasserversorgung könne den Anteil verfügbaren Wassers um 20 Prozent erhöhen.

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    Bildnachweise
    Studie Wasserknappheit Bild/© L-Gruppe / Leipziger Wasserwerke