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27.11.2014 | Wertpapiergeschäft | Im Fokus | Onlineartikel

Die USA werden wieder zur Konjunkturlokomotive

Autor:
Stefanie Burgmaier
2 Min. Lesedauer

Seit der Finanzkrise verläuft der Wachstumspfad der Weltwirtschaft deutlich flacher. Für das kommende Jahr gehen Bankvolkswirte von einer globalen Steigerungsrate von rund 3,5 Prozent aus.

Die Prognostiker der Deutschen Bank und der Schweizer Bank Julius Bär sind sich einig. Beide Institute erwarten ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,6 Prozent im Jahr 2015. Etwas vorsichtiger sind die Analysten der Helaba. Sie rechnen mit einer Steigerung der globalen Wirtschaftsleistung von 3,3 Prozent. „Der Wachstumspfad hat sich weltweit gegenüber früheren Konjunkturzyklen abgeflacht“, sagte Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba, vor Journalisten in Frankfurt. Die Ausschläge fielen deutlich geringer aus als in den Zeiten vor der Finanzkrise.

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Die Rolle der Konjunkturlokomotive werden im kommenden Jahr wieder die USA übernehmen. Die Helaba erwartet ein Wachstum von drei Prozent in den USA, die Deutsche Bank rechnet hingegen mit 3,5 Prozent. In Europa wird die Entwicklung nach Ansicht der Bankvolkswirte unterschiedlich verlaufen. Die Analysten von Julius Bär sehen Spanien, die Niederlande, Schweden und die Schweiz auf Wachstumskurs. Insgesamt wird nach Ansicht der Schweizer und der Deutschen Bank die Eurozone nur um 0,8 Prozent wachsen. Die Helaba ist etwas optimistischer und rechnet mit einem Wachstum von 1,1 Prozent in Euroland.

Deutschland profitiert vom schwachen Euro

Für Deutschland erwarten die Volkswirte der Deutschen Bank wie in Europa ein Wachstum von 0,8 Prozent, die der Helaba hingegen von 1,3 Prozent. Grund für den Optimismus der Landesbanker ist der Euro-Dollar-Kurs. Die Helaba rechnet damit, dass der Euro im Laufe des Jahres 2015 nur 1,15 Dollar wert sein wird. Ein schwacher Euro begünstigt die europäischen Exporte. Die Kollegen von der Deutschen Bank erwarten gar, dass der Euro bis Jahresende 2015 so schwach bleiben wird.

Helaba-Chefvolkswirtin Traud erwartet bereits im ersten Quartal die erste Zinserhöhung durch die amerikanische Notenbank. In Europa sollten die Zinsen hingegen auf dem niedrigen Niveau verharren. „Vor 2017 wird es keine Zinserhöhung in Europa geben“, meinte Traud. Damit schließt sie sich dem ehemaligen EZB-Chefökonom Jürgen Stark an, der davon ausgeht, dass die Niedrigzinsphase in der Eurozone bis zum Ende der Amtszeit von EZB-Präsident Mario Draghi im Oktober 2019 andauert.

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