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Über dieses Buch

Dieses Buch befasst sich mit den Zusammenhängen zwischen emotionaler Mitarbeiterbindung, Gesundheit der Arbeitnehmer und dem Betriebsergebnis von Organisationen. Es zeigt, welche Bedeutung die Gesundheit für die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit in der künftigen Kopfarbeitergesellschaft hat, und beleuchtet den Strukturwandel der Arbeitswelt mit seinen Konsequenzen für Führung, Unternehmenskultur und Wohlbefinden. Darüber hinaus befassen sich die Autoren mit möglichen praktischen Konsequenzen, mit Fragen der Gestaltung von Strukturen, Prozessen sowie mit Prinzipien und Standards Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Erkenntnisse aus über 50 Unternehmen, Verwaltungen und Dienstleistungseinrichtungen werden im ersten Teil theoretisch begründet und zusammenfassend dargestellt. Im zweiten Teil werden zentrale Themen wieder aufgegriffen und vertiefend behandelt, u.a. Präsentismus, Burn-out, Work-Life-Balance und emotionale Mitarbeiterbindung.Ein wichtiges Fachbuch für alle, die sich mit den Fragen von Arbeit und Gesundheit beschäftigen, insbesondere wenn sie im Rahmen eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements gestellt werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Arbeit und Gesundheit im 21. Jahrhundert

Zusammenfassung
Die Analyse von Arbeit und Gesundheit im 21. Jahrhundert ist ein ambitioniertes Projekt. Um die Last der damit geweckten Erwartungen zu mildern, stützt sich das Folgende auf ein von Lord Dahrendorf kurz nach seinem Tod 2009 veröffentlichtes Manuskript. Die Ursachen der am Beginn des 21. Jahrhunderts ausgebrochenen Finanzkrise, schreibt Dahrendorf, lägen nicht nur in einem politischen Klima der Deregulierung von Märkten, sondern auch in bestimmten Werten und Bestrebungen der Wirtschaftseliten: in dem Glauben an eine Wertschöpfung ohne Werte, in vorherrschenden Einstellungen und Mentalitäten, in der verlorenen Ehre des „ehrbaren Kaufmanns“ (Dahrendorf 2009, S. 23).
Bernhard Badura

2. Zur aktuellen Situation

Zusammenfassung
Gesundheit ist dabei, zu einem Leitmotiv moderner Gesellschaftspolitik zu werden. Das belegt das zunehmende öffentliche Interesse. Und das belegt auch das zunehmende Interesse der Wirtschaft. Gleichwohl besteht eine sich weiter öffnende Schere zwischen dem Bedarf an Schutz und Förderung insbesondere der psychischen Gesundheit der Erwerbsbevölkerung und dem Angebot an Aktivitäten zu seiner Befriedigung. Es besteht ein vermeidbar hohes Risiko vorzeitiger gesundheitlicher Schäden mit entsprechenden Einbußen an Humanpotenzial. Personal- und Organisationsentwicklung müssen neu gedacht, und unsere Konzepte zur Erforschung, zum Schutz und zur Förderung von Gesundheit und Leistungsbereitschaft müssen weiterentwickelt werden. Der Sozialkapitalansatz und das Verständnis von Gesundheit als Handlungspotenzial sind u. E. dafür wegweisend.
Bernhard Badura

3. Sozialkapital und Gesundheit

Zusammenfassung
Das „Bielefelder Unternehmensmodell“ belegt mit seinen Ergebnissen die These von der Bedeutung des sozialen Systems einer Organisation für die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit ihrer Mitglieder sowie für die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Insbesondere die Kultur einer Organisation, verstanden als der Vorrat verbindender Überzeugungen, Werte und Regeln, übt erheblichen Einfluss aus.
Bernhard Badura

4. Sozialkapital und Betriebsergebnisse

Zusammenfassung
Das vorangegangene Kapitel befasste sich mit dem Zusammenhang zwischen Sozialkapital und Gesundheit. Das zentrale Erkenntnisinteresse war ein gesundheitswissenschaftliches. Es ging um die Beantwortung der Frage: Wovon hängt die Gesundheit des Menschen ab? Nach Antworten wurde im Bereich der Arbeitswelt gesucht.
Bernhard Badura

5. Auf dem Weg zur nachhaltigen Unternehmensführung

Zusammenfassung
Nachhaltig handelt eine Unternehmensführung, die neben dem kurzfristigen wirtschaftlichen Erfolg auch die längerfristige Entwicklung im Blick behält. Nachhaltig handelt eine Unternehmensführung, die sich dabei nicht nur auf betriebswirtschaftliche Kennzahlen verlässt, sondern auch das gesellschaftliche Umfeld im Blick behält sowie das wichtigste Potenzial ihres längerfristigen Erfolgs: die von ihr abhängigen Menschen. Entscheidend für die Transformation der Mitglieder einer Organisation in leistungsbereite und qualitätsbewusste Mitarbeiter ist die Qualität der sozialen Organisation. Sie verdient deshalb mehr Beachtung, was sich auch im Berichtswesen niederschlagen sollte. Organisationen einer gewissen Größe werden mit Kennzahlen geführt, weil der Augenschein, anekdotische Eindrücke und bloße Meinungen nicht mehr ausreichen. Informationen, die im Routineberichtswesen an den Vorstand in Form von evidenzbasierten Kennzahlen enthalten sind, haben Chancen, bei Unternehmensentscheidungen berücksichtigt zu werden. Kennzahlen beeinflussen das Verhalten von Investoren, der Öffentlichkeit und der Politik. Kennzahlen beeinflussen das Verhalten innerhalb und außerhalb von Organisationen. Auswahl und Aussagekraft dieser Kennzahlen haben deshalb erhebliche Bedeutung
Bernhard Badura

6. Qualitätsstandards im BGM

Zusammenfassung
In einer wissensintensiven Kopfarbeitergesellschaft besteht ein steigender Bedarf an Investitionen in Gesundheit und Wohlbefinden – aus Verantwortung für die Beschäftigten und für mehr Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Die Implementierung eines evidenzbasierten, qualitätsgesicherten Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) kann hierfür ein zentraler „Motor“ sein (Badura und Walter 2014).
Uta Walter

7. Präsentismus: Zum Zusammenhang von Gesundheit und Produktivität

Zusammenfassung
Seit seinem Auftreten um die Jahrtausendwende findet das Thema Präsentismus steigendes Interesse in der Fachwelt. So erzielt der Begriff „presenteeism“ (englisch für Präsentismus) in der Suchoberfläche PubMed beispielsweise insgesamt 658 Treffer (Zugriff am 28.06.16). Auch in der Praxis ist der Begriff mittlerweile vielen Akteuren geläufig.
Mika Steinke, David Lampe

8. Burn-out und Sozialkapital – Konzepte und Ergebnisse vergleichender Organisationsforschung

Zusammenfassung
Sind Mitarbeiter in einigen Organisationen stärker „ausgebrannt“ als in anderen? Und wenn ja, warum? Mit diesen Fragestellungen wird im vorliegende Beitrag das Phänomen Burn-out aus einer organisationsbezogenen Perspektive beleuchtet: Burn-out hängt mit der Zugehörigkeit zu einem sozialen System zusammen. Je stärker sich dieses soziale System durch Gemeinsamkeiten in Werten, Überzeugungen und Regeln auszeichnet, je stärker der Zusammenhalt der Mitglieder untereinander, je besser die Mitarbeiterführung, mit anderen Worten je besser eine Organisation mit Sozialkapital ausgestattet ist, desto geringer ist das Burn-out-Ausmaß ihrer Mitglieder. Diese These wird im Folgenden am Beispiel von 21 medizinischen Rehabilitationskliniken, auf Basis von 1980 Mitarbeiterdaten, empirisch fundiert. Das Ergebnis bildet eine Ergänzung zur bislang in der Burn-out-Forschung vorherrschenden Auffassung, dass Burn-out in erster Linie die Folge von chronischen arbeitsbezogenen Stressoren ist. Nicht nur auf Arbeitsbelastungen und ihre Vermeidung, sondern auch auf die Bindung an Menschen und Werte einer Organisation kommt es an.
Cona Ehresmann

9. Sozialkapital und Work-Life-Balance

Zusammenfassung
In den vergangenen Jahrzehnten hat die Vereinbarkeit von beruflichen und außerberuflichen Lebensbereichen, die sogenannte Work-Life-Balance (WLB) immer stärker an Bedeutung gewonnen. Die folgende Untersuchung zeigt, dass nicht nur die Arbeitszeit, sondern auch die Unternehmenskultureine wichtige Rolle für die WLB von Beschäftigten spielt.
Katharina Köhler

10. Unternehmenskultur, Mitarbeiterbindung und Gesundheit

Zusammenfassung
Aufrufe zum Kulturwandel häufen sich gegenwärtig in Wirtschaft und Politik. Was genau damit gemeint ist, bleibt dabei oft unklar. Vernachlässigung der Unternehmenskultur gilt aber auch als einer der häufigsten Gründe, warum der Wandel von Organisationen misslingt. Im folgenden Beitrag wird ein Vorschlag unterbreitet, wie Unternehmenskultur gemessen und gestaltet werden kann. Unter Kultur werden gemeinsame Überzeugungen, Werte und Regeln verstanden, die in mehr oder weniger tief empfundenen Gefühlen der Billigung oder Missbilligung verankert sind. Behandelt werden Beiträge zur Konzeptualisierung von Kultur, wie sie in den Sozialwissenschaften und der Neuroforschung diskutiert werden. Ihre „soziale Natur“ motiviert Menschen, nach Bindung und Anerkennung durch Mitglieder ihrer Spezies zu streben. Kultur prägt dieses Bedürfnis, allerdings auf sehr vielfältige Weise. Je besser die Kultur einer Organisation mit den erworbenen Überzeugungen, Werten und Regeln ihrer Mitglieder übereinstimmt oder zumindest mit ihnen vereinbar ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie die emotionale Bindung fördert, die Gesundheit und das Betriebsergebnis. Diese These wird auf Basis einer Stichprobe aus 17 Organisationen (6750 Fälle) überprüft.
Bernhard Badura, Cona Ehresmann
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