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21.11.2017 | Bankenaufsicht | Nachricht | Onlineartikel

Europäische Bankenaufsicht zieht nach Paris

Autor:
Eva-Susanne Krah

Den Zuschlag für den neuen Sitz der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) hat Paris erhalten. Frankfurt geht überraschend leer aus.

In der letzten Abstimmungsrunde zum neuen Sitz der EU-Bankenaufsicht am 20. November 2017 in Brüssel gab es ein Patt zwischen Paris und Dublin, das die Seine-Metropole für sich entschied. Frankfurt am Main war schon in der zweiten Abstimmungsphase aus dem Rennen um die neue Heimat der EBA, die ihren Londoner Sitz wegen des Brexits verlagern muss. Paris erhielt allerdings den Zuschlag durch Los. Dem französischen Präsident Emmanuel Macron dürfte das wegen der europäischen Bankenunion in die Hände spielen.

Für Frankfurt ist die Entscheidung enttäuschend. Denn wegen der beiden Aufsichts-Schwergewichte Europäische Zentralbank (EZB) und Eiopa, die in Frankfurt ansässig sind, rechneten sich Branchenexperten gute Chancen dafür aus, dass auch die EBA an den Main kommt. Frankfurt galt als einer der Favoriten, neben Paris, Wien und Dublin. Insgesamt gab es acht Bewerberstädte für die EBA. 

Starke Finanzmetropole

Hans-Walter Peters, Präsident des Bankenverbandes, ist trotz der Entscheidung überzeugt, dass Frankfurt "schon heute als Standort zahlreicher internationaler Banken sowie der EZB zu den führenden internationalen Finanzzentren zählt." Durch den Brexit werde die Stadt als Finanzplatz noch weiter an Bedeutung gewinnen, ganz unabhängig von der heutigen Entscheidung, so Peters. Gerhard Hofmann, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), zeigte sich enttäuscht über den Ausgang der Abstimmung kontra Frankfurt: "Mit der Entscheidung für Paris vergibt die EU eine Chance, die EBA räumlich näher an die Aufsichtsfunktion der Europäischen Zentralbank SSM (Single Supervisory Mechanism) zu bringen. Angesichts zahlreicher Überschneidungen zwischen den Mandaten beider Institutionen sowie der Bedeutung von Frankfurt als Banken- und Finanzplatz in Europa wäre Frankfurt sehr gut geeignet gewesen", so Hofmann in einer Stellungnahme des BVR.

Auch bei der europäischen Arzneimittelaufsicht Ema war deutsche Bewerber Bonn nicht erfolgreich. In der Endabstimmungsrunde machte Amsterdam das Rennen.

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