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21.11.2019 | Bankstrategie | Nachricht | Onlineartikel

Helaba will trotz Scope auf Kurs bleiben

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2:30 Min. Lesedauer

Obwohl die Rahmenbedingungen für die Bankbranche alles andere als günstig sind und das Sparprogramm "Scope" zusätzlich belastet, rechnet die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) mit einem Vorsteuerergebnis auf Vorjahresniveau.

"Trotz intensiven Wettbewerbs und herausfordernden Rahmenbedingungen konnten wir uns am Markt gut behaupten und sind mit der Entwicklung im operativen Geschäft zufrieden", sagte Helaba-Chef Herbert Hans Grüntker bei Vorlage der Neun-Monats-Zahlen seines Instituts. Sowohl das Neugeschäftsvolumen sowie den Zins- und Provisionsüberschuss habe die Bank gegenüber dem Vorjahr steigern können. Grüntker sieht die Strategie und das Geschäftsmodell seines Hauses in den aktuellen Zahlen bestätigt.

Die Helaba erwirtschaftete in den ersten drei Quartalen 2019 ein Konzernergebnis vor Steuern von 349 Millionen Euro, dass leicht unter dem Vorjahresergebnis von 364 Millionen Euro lag. Nach Steuern stieg das Konzernergebnis um 17 Millionen auf 272 Millionen Euro (Vorjahr: 255 Millionen Euro).

Interessenausgleich soll 2019 abgeschlossen werden

Doch obgleich die Zahlen des Geldhauses bislang kaum Anlass gaben, an der Personalschraube zu drehen, hatte der Vorstandsvorsitzende im September ein umfassendes Sparprogramm angekündigt, das auch im anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld weiteres Wachstum ermöglichen soll, ohne das Geschäftsmodell des Instituts anzufassen. Mit dem Scope-Projekt will die Bank nicht nur ihre internen Strukturen und Geschäftsbereiche auf den Prüfstand stellen und fit für kommende Herausforderungen machen, sondern auch einen "spürbaren Personalabbau" forcieren. Das sagte Grüntker im Septemer gegenüber Wirtschafsmedien, ohne dabei konkrete Zahlen zu Stellenstreichungen zu nennen.

Zur Umsetzung dieser Agenda führte er nun aus: "Mit unseren angestoßenen Initiativen kommen wir gut und zügig voran. Ziel unseres Projektes Scope ist es, einerseits den Kostenanstieg zu bremsen und andererseits die dadurch geschaffenen Freiräume zu nutzen, um unsere Wachstumsinitiativen gezielt umsetzen zu können. Wir gehen davon aus, dass wir noch in diesem Jahr einen Interessensausgleich zu den Ergebnissen des Projekts Scope abschließen und damit im Ergebnis des Jahres 2019 berücksichtigen werden." Doch trotz dieser Belastung erwarte er ein Vorsteuerergebnis auf Vorjahresniveau.

Künftige Rolle der Helaba bei Plänen zur Sparkassenzentralbank unklar

Ob Scope auch dabei helfen soll, die Helaba fit zu machen, um als mögliches Kerninstitut einer künftigen Sparkassenzentralbank zu fungieren, dazu äußerte sich Grüntker nicht. Das Institut befindet sich mehrheitlich in Sparkassenhand. Erst im Oktober haben die Präsidenten der regionalen Sparkassenverbände und die Obleute der Sparkassenvorstände in Berlin entschieden, die Vision eines Zentralinstituts in die Realität zu überführen. Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), wurde laut Verbandsangaben beauftragt, "an diesem Ziel zu arbeiten und die dazu notwendigen Schritte zu unternehmen". 

Zunächst solle eine engere Zusammenarbeit der Deka Bank und der Helaba geprüft werden, hieß es. Der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thürigen (SGVHT) betonte damals zwar die Selbstständigkeit der Landesbank, ließ jedoch verlauten, dass diese durchaus "ein wichtiger Teil neuer Strukturen" sein könne.

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