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07.01.2016 | Energie | Kommentar | Onlineartikel

Versorgungswerke werden zu Utility 4.0

Angesichts erheblicher Veränderungen im Energiesektor wäre nichts zu tun für heutige Versorger keine Option. Den althergebrachten Kurs zu halten wäre fatal. Springer-Autor Oliver D. Doleski skizziert die Idee Utility 4.0.

Spätestens seit der Energiewende des Jahres 2011 befindet sich die traditionelle Energieversorgung in einer Zäsur. Angestammte Geschäftsmodelle der Energiewirtschaft sind in ihrer Existenz bedroht. Schließlich sind die Zeiten geschützter Gebietsmonopole als regionale Versorgungsbiotope, in denen zwangsloyale Letztverbraucher den Energieunternehmen jahrzehntelang stabile Erträge bescherten, unwiderruflich vorbei. Margendruck, Dezentralisierung und digitale Transformation dominieren mehr und mehr den Energiesektor.

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Transformation – die Energiebranche verändert ihr Gesicht

Nichts zu tun ist angesichts der vorgenannten Rahmenbedingungen keine Option! Einfach den althergebrachten Kurs zu halten wäre fatal. Die traditionelle unidirektionale Versorgung mit Strom, Gas und Wärme befindet sich in einer Zäsur. 


Energieversorgungsunternehmen erfinden sich neu

Zahlreiche Unternehmen der Energiewirtschaft vollziehen derzeit einen umfassenden Veränderungs- oder Transformationsprozess. So setzt aufseiten vormals monopolistisch strukturierter Unternehmen – für die noch vor Jahren echter Wettbewerb nahezu unbekannt war – ein Umdenken in Richtung verstärkter Dienstleistungs- und Kundenorientierung ein.

Moderne Energieversorgungsunternehmen entdecken den Letztverbraucher als Kunden, dem sie innovative Versorgungsprodukte samt Zusatznutzen anbieten können. Gleichzeitig schwindet branchenweit die Bedeutung der traditionellen Energieverteilung. Augenscheinlich wird das Erscheinungsbild der Energiebranche zunehmend von Akteuren mit erweitertem Dienstleistungsangeboten geprägt.

Transformation vom Versorgungswerk zum digitalen Energiedienstleister

Der Energiesektor hat seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts drei Entwicklungsstufen durchlaufen und steht mittlerweile am Beginn seiner bislang letzten, vierten Phase. Alles begann zunächst mit Energieverteilungsunternehmen, den Utilities 1.0, die via Kabel Strom über weite Strecken zu den Verbrauchern transportierten. Mit der in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts einsetzenden Liberalisierung und Deregulierung begann eine neue Epoche. Während im entstehenden liberalisierten Markt die Letztverbraucher vom reinen Abnehmer zum mündigen Kunden mutierten, erfolgte auf der Anbieterseite eine Trennung von Netzbewirtschaftung und Energievertrieb. An die Stelle der Energieverteilungsunternehmen traten Energieversorgungsunternehmen (EVU) oder Utilities 2.0. Seit etwa 2011 zeichnete sich die Tendenz ab, dass diese EVU nicht mehr ausschließlich Energie verkaufen, sondern als Energiedienstleistungsunternehmen (EDU) oder Utilities 3.0 umfassende Services und erweiterte Produkte ihren Kunden anbieten. Inzwischen stehen diese EDU am Beginn der digitalen Transformation, bei der Energiemarkt und Informationstechnologie miteinander verschmelzen. Perspektivisch entstehen dabei digitale Energiedienstleistungsunternehmen (eEDU) oder Utilities 4.0, deren Leistungsangebote vorzugsweise vernetzt, flexibel, digital und dienstleistungsorientiert sein werden.

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