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Über dieses Buch

Das Buch begründet professionelle Gesprächsarbeit als Kernmethode der Sozialen Arbeit. Es führt theoretisch und methodisch – spezifisch für die Soziale Arbeit – in die Grundlagen der professionellen Gesprächsführung ein. Es beschreibt die bedeutendsten Gesprächsformen der Praxis Sozialer Arbeit und gibt konkrete Hilfen zur Analyse, Planung und Gestaltung von Gesprächen. So macht es professionelle, adressaten- und anlassgerechte Gesprächsführung lehr- und lernbar.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Grundbegriffe

Zusammenfassung
Kap. 1 beschreibt die Rolle des Gesprächs im menschlichen Leben und im beruflichen Kontext der Sozialen Arbeit. Es definiert, was ein Gespräch und was seine konstitutiven Eigenschaften sind. Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit ist eine Universalmethode professionellen Handelns, dies wird theoretisch verortet und begründet. Die Bedingungen von Gesprächsführung werden an den Strukturmerkmalen professionellen Handelns präzisiert. Gesprächsführung wird von Beratung und Psychotherapie als spezifischen psychosozialen Interventionsformen abgegrenzt und es werden Beispiele für die Vielfalt von Gesprächsformaten in der Sozialen Arbeit gegeben. Den Schluss bilden Überlegungen und kritische Gedanken zu „guter Gesprächsführung“ und Gesprächskompetenz. Das einleitende Video erläutert die Grundlegung von Gesprächsführung als professioneller Methode mit einem Orientierungsmodell.
Wolfgang Widulle

Kapitel 2. Menschenbild, Handlungstheorie und Grundhaltungen

Zusammenfassung
Das persönliche und berufliche Menschenbild gibt Fachkräften auf eine sehr grundlegende, meist unbewusste Art Orientierung in der Kommunikation. Konkret werden Menschenbilder einerseits in den Vorannahmen über menschliches Handeln (Handlungstheorien), andererseits in grundlegenden Haltungen gegenüber Gesprächspartnern. Das Kapitel führt in die Funktion von Menschenbildern im kommunikativen Handeln ein, es regt zur Reflexion über subjektive Handlungstheorien und grundlegende Haltungen gegenüber Mitmenschen an und macht Vorschläge zu Menschenbildannahmen und Grundhaltungen, die gute Voraussetzungen für konstruktive Gespräche schaffen.
Wolfgang Widulle

Chapter 3. Gesprächsstruktur – Situationsbedingungen und Anforderungen von Gesprächen verstehen

Zusammenfassung
Das folgende Kapitel beschreibt das Gespräch als ein soziales System. Der Kontext und die Komponenten des sozialen Systems „Gespräch“ schaffen bestimmte, ggf. sehr gegensätzliche Situationsbedingungen und Anforderungen. Um diese analysieren und hinreichend gut verstehen zu können, wird das Modell der Gesprächsstruktur vorgestellt. Es bezieht den Kontext, die Vorgeschichte und den Anlass eines Gesprächs, die Themen und Ziele, die beteiligten Personen und deren Beziehungen systematisch aufeinander und ermöglicht so ein Verständnis bedeutsamer Faktoren, die auf ein Gespräch wirken.
Wolfgang Widulle

Chapter 4. Der Gesprächsprozess – Gesprächsphasen gestalten

Zusammenfassung
Gespräche bedeuten Arbeit im Prozess und Interaktionsprozesse sind nur teilweise vorhersehbar und begrenzt planbar. Eine professionelle Klärung und Bearbeitung von Anliegen, Themen und Problemen erfordert jedoch ein systematisches Vorgehen (Prozess als „Prozedere“). Gespräche werden dazu in Phasen oder Arbeitsschritte gegliedert. Mit dem Gesprächsprozess wird dieser systematische Aufbau eines Gesprächs in Phasen verstanden. Das Kapitel beschreibt ein offenformatiges, universelles Gesprächsphasenkonzept. Mit dem Klärungsgespräch nach Thomann (2014) schlägt es ein breit verwendbares Basismodell für die Gesprächsführung vor und führt in zwei Modelle der Rollengestaltung in Gesprächen ein.
Wolfgang Widulle

Kapitel 5. Die Vor- und Nachbereitung von Gesprächen

Zusammenfassung
Gespräche vorzubereiten, zu dokumentieren und zu evaluieren gilt als Standard professionellen Handelns, ist jedoch nicht selten eine Herausforderung im beruflichen Alltag: Komplexe Ausgangssituationen, diffuse Aufträge, Zeitprobleme, aber auch die Spannung zwischen Planung und Nichtplanbarem, konzeptueller Festlegung und flexibler Offenheit stellen nur einige der Herausforderungen von Gesprächsvorbereitung dar. Das Kapitel stellt Grundüberlegungen zum Verhältnis von Planung und Offenheit an und es denkt über Antizipation, Ungewissheitsreduktion und das Hinterfragen vermeintlicher Gewissheiten nach. Ein Modell differenzierter Gesprächsvorbereitung wird aufwandsärmeren Varianten gegenübergestellt und Hilfen zur Dokumentation von Gesprächen werden vorgeschlagen. Zuletzt wird die Evaluation von Gesprächen angeleitet.
Wolfgang Widulle

Kapitel 6. Methodische Ansätze zur Gesprächsführung

Zusammenfassung
Kapitel 6 stellt vier methodische Ansätze zur Gesprächsführung vor. Die kooperative Gesprächsführung fungiert als Basismodell der Verständigung und Problemlösung und für die Arbeit mit freiwilligen, handlungsfähigen und problembewussten Gesprächspartnern. Zwölf kommunikative Basistechniken zu einfühlendem Verstehen, aktiver Einflussnahme und konstruktiver Beziehungsgestaltung werden vorgestellt. Die lösungsorientierte Gesprächsführung wird für Klienten mit Problemtrance und wenig aktivierten Ressourcen empfohlen, motivierende Gesprächsführung als Arbeitsmodell für Menschen mit wenig Problembewusstsein und geringer Motivation oder Ambivalenz gegenüber Veränderung. Der Ansatz der systemischen Arbeit in Zwangskontexten schließlich instruiert zur Gesprächsführung mit unfreiwilligen Klienten. Entlang der wachsenden Herausforderungen der Gesprächssituation und Klientel entfaltet jeder Ansatz sein je spezifisches Potenzial.
Wolfgang Widulle

Kapitel 7. Gespräche im Hilfeprozess

Zusammenfassung
Kap. 7 folgt der Systematik professionellen Handelns und Problemlösens in Hilfeprozessen in der direkten Klientenarbeit. Es stellt dazu vier Gesprächsformen zur Eingangs-, Arbeits- und Abschlussphase von Interventionen vor. Erstgespräche und Gespräche zur Auftrags- und Zielklärung dienen der Ermittlung von Problemen und Ressourcen, Anliegen, Auftrag und Kontrakt für Hilfeprozesse. Für die Arbeitsphase wird das Beratungs- und das Angehörigengespräch beschrieben. Den Abschluss von Hilfeprozessen unterstützen Gespräche in der Ablösungsphase, die wegen deren sensibler emotionaler Dynamik eine besondere Sorgfalt verdienen.
Wolfgang Widulle

Kapitel 8. Gespräche im Kontext der Organisation

Zusammenfassung
Das Kapitel führt in vier für den beruflichen Alltag grundlegende Gesprächsformen zur Kooperation von Fachkräften ein. Regelmäßige Teamsitzungen leisten den Austausch über Klienten-, Team- und organisationsbezogene Themen, sie organisieren und reflektieren die Arbeit im Team. Außerordentliche Arbeitsbesprechungen klären und koordinieren eher organisations- oder projektbezogene Aufgaben. Die kooperative Beratung als eine Form von Intervision ermöglicht die Selbstberatung von Fachkräften zu Fallsituationen oder persönlichen Themen im Beruf. Am Ende des Kapitels stehen das informierende Gespräch und Anregungen zur verständlichen Vermittlung von Informationen in helfenden oder kollegialen Gesprächen.
Wolfgang Widulle

Kapitel 9. Herausfordernde Gesprächsformen

Zusammenfassung
Das letzte Kapitel stellt vier Gesprächsformen vor, die unter besonders herausfordernden Situationsbedingungen stattfinden und in denen die gängigen Regeln der Gesprächsführung nur bedingt oder gar nicht gelten. Konfliktgespräche bearbeiten tief greifende, sowohl Personen als auch Beziehungen belastende Gegensätze. Konfrontierende bzw. Kritikgespräche fordern Verhaltensänderung bei nicht akzeptablen Verhaltensweisen ein. Krisengespräche stützen Menschen, um die Destabilisierung in Lebenskrisen bewältigbar zu machen. Und Schlechte-Nachrichten-Gespräche übermitteln belastende Informationen auf eine Weise, dass sie leichter verarbeitbar werden. Zu allen vier Gesprächsformen werden wiederum prototypische Situationsbedingungen, Gesprächsverläufe und Arbeitsregeln vorgestellt.
Wolfgang Widulle

Backmatter

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