Skip to main content
main-content

24.05.2022 | Immobilienfinanzierung | Nachricht | Online-Artikel

Inflation bremst Neugeschäft in der Baufinanzierung

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

2 Min. Lesedauer
share
TEILEN
print
DRUCKEN
insite
SUCHEN

Ein langer Zeitraum niedriger Zinsen hat zu einem Bau- und Immobilienboom in Deutschland geführt. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Institute auch 2022 mit einem Anstieg bei neuen Baukrediten rechnen, inflationsbedingt aber mit weniger Schwung.

Das Volumen neuer Finanzierungen im vergangenen Jahr beziffert die aktuelle Studie "Baufi-Boom trotz Covid-19" des Beratungshauses Pricewaterhouse Coopers (Pwc) mit 284 Milliarden Euron nach 273 Milliarden Euro im Jahr 2020. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 2003. Einen Schub habe die Nachfrage nach Baufinanzierungen im vierten Quartal 2021 durch positive Entwicklungen am Wohnungsmarkt und die Rückkehr des Verbrauchervertrauens erhalten.

Für das laufende Jahr geht die Mehrzahl der befragten Banken und Sparkassen von einem weiteren Wachstums bei neuen Immobilienkrediten aus. Allerdings werde laut Studie die durch steigende Energiepreise und globale Krisen getriebene Inflation Bau- und Immobilienpreise nach oben treiben. Das verteuere auch ensprechende Darlehen. "Diese Entwicklung dürfte dazu führen, dass immer mehr Kunden an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stoßen", glaubt Tomas Rederer, Partner und Head of Financial Services Operations Consulting bei PwC Deutschland. Das dürfte den Schwung bei der Nachfrage nach Baufinanzierungen 2022 "etwas abschwächen". 

Risikodruck in der Baufinanzierung steigt

Mit steigendem Risikodruck und möglicher Kreditausfälle agierten die Banken künftig vorsichtiger in diesem Segement. "Durch den Zinsaufschlag des Regulators werden alternative Anlagen etwa in Form von Wertpapieren wieder attraktiver", so Rederer. Im vergangenen Jahr entwickelten sich die Kreditmargen aufgrund des steigenden Wettbewerbs um risikoarme Finanzierungen noch weiter rückläufig: Die Netto-Marge nach Refinanzierungskosten sank 2021 im Durchschnitt auf 1,04 Prozent per anno. Das ist ein Rückgang um rund 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

VR-Banken und Bausparkassen gewinnen Marktanteile

Vom Run der Verbraucher auf Baufinanzierungen haben der Erhebung zufolge 2021 vor allem die Genossenschaftsbanken und Bausparkassen profitiert und konnten ihre Marktanteile ausbauen. Die Anteile der Privatbanken und Sparkassen seien nahezu unverändert geblieben. Die Hypothekenbanken profitierten zwar mit 11,5 Prozent pro Jahr überproportional vom Wachstum bei Baufinanzierungen, haben ihre Marktanteile aber nicht halten können.

Im regionalen Vergleich erzielten Berlin und Bayern im Jahresendquartal 2021 mit mehr als 10 Prozent das höchste Wachstum aller Bundesländer. Das niedrigste Wachstum im Kreditbestand zeigte Schleswig-Holstein mit 4,4 Prozent.

share
TEILEN
print
DRUCKEN

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner