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02.10.2017 | Aufsatz | Ausgabe 4/2017

Publizistik 4/2017

Journalismus in Deutschland

Aktuelle Befunde zu Kontinuität und Wandel im deutschen Journalismus

Zeitschrift:
Publizistik > Ausgabe 4/2017
Autoren:
M.A. Mag. Nina Steindl, M.A. Corinna Lauerer, Prof. Dr. Thomas Hanitzsch

Zusammenfassung

Der vorliegende Aufsatz enthält Kernergebnisse einer repräsentativen Befragung von 775 Journalisten, die zu einer Bestandsaufnahme des Journalismus in Deutschland verdichtet werden. Im Vordergrund stehen soziodemographische Merkmale, Anstellungsverhältnisse, die Verteilung auf verschiedene Mediengattungen und Tätigkeitsbereiche sowie die wahrgenommene Autonomie und das berufliche Rollenverständnis. Die Ergebnisse zeigen, dass die Zahl der Journalisten weiter geschrumpft ist, wovon insbesondere hauptberufliche freie Journalisten betroffen sind. Zudem steigt das Durchschnittsalter deutscher Journalisten weiter an. Politisch stehen sie weiterhin eher im linksliberalen Spektrum. Die Daten deuten auch darauf hin, dass die Akademisierung des Berufs weiter fortschreitet. Der Anteil von Journalistinnen ist im Zeitvergleich weiter angestiegen, wobei in höheren Positionen immer noch weniger Frauen anzutreffen sind. Die Vergütungssituation ist für Journalistinnen und freie Journalisten besonders problematisch. Journalistinnen sind häufig bei Zeitschriften und im Rundfunk tätig, wohingegen Zeitungen, Nachrichtenagenturen sowie Mediendienste eher männlich dominiert sind. Zudem ist mehr als ein Viertel der Journalisten multimedial tätig. Die Mehrheit der Journalisten ist ressortgebunden und arbeitet zu speziellen Themen; die professionelle Autonomie ist in der Selbstwahrnehmung weiterhin sehr hoch. Nach wie vor ist das berufliche Selbstverständnis dominiert von einer neutralen Vermittlerrolle; diese Sicht hat während der vergangenen 20 Jahre sogar an Bedeutung gewonnen. Wichtiger geworden sind in den Augen der Journalisten auch die Bedürfnisse des Publikums sowie die Unterhaltungsrolle.

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