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09.05.2016 | Personalmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Deutsche fühlen sich im Job diskriminiert

Autor:
Andrea Amerland

Jeder Dritte hat hierzulande bereits Erfahrungen mit Diskriminerung gemacht. Besonders schlecht behandelt fühlen sich die Deutschen allerdings im Berufsleben.

Diskriminierung ist in Deutschland allgegenwärtig und alles andere als ein Nischenthema. Das geht aus einer wissenschaftlichen Erhebung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hervor, für die das Bielefelder Institut für Sozialforschung und Kommunikation (SOKO) rund 1.000 Personen ab 14 Jahren bundesweit telefonisch befragt hat. In einer schriftlichen Betroffenenbefragung beschrieben zudem mehr als 18.000 Menschen ab 14 Jahren ihre persönlichen Diskriminierungserfahrungen. 

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Besonders am Arbeitsplatz fühlen sich die Deutschen häufig schlecht behandelt. Fast 49 Prozent aller Diskriminierungsereignisse widerfahren Menschen im Job. Vor allem Alter und Geschlecht erleben Menschen, die in den vergangenen zwei Jahren Diskriminierung wahrgenommen haben, als Benachteiligungsgrund. 

Ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) rund zehn Jahre nach dessen Einführung gescheitert? Nach Ansicht von Christine Lüders, Leiterin Antidiskriminierungsstelle des Bundes, wird das Thema nicht bagatellisiert. Denn knapp 60 Prozent der Betroffenen haben versucht, auf ihre Herabwürdigung öffentlich aufmerksam zu machen oder Beratungsangebote zu nutzen. "Die Menschen sind nicht gewillt, Diskriminierung einfach zu erdulden", sagte Lüders. Aber nur rund sechs Prozent der Betroffenen haben geklagt und somit das getan, was Unternehmen bei Inkrafttreten des AGG im August 2006 am meisten fürchteten. 

Mit Diversity Management mehr Toleranz schaffen

Doch welche Maßnahmen können Unternehmen ergreifen, um Benachteiligungen im Beruf zu reduzieren? Sie sollten versuchen ein tolerantes Arbeitsklima zu schaffen, indem Diversity-Maßnahmen gezielt umgesetzt werden. Das Bekenntnis zur Vielfalt in der Belegschaft, führt im Idealfall zum Abbau von unbewussten sozialen Denkmustern und verbessert den Umgang mit sozio-kultureller Vielfalt, etwa bei internationaler Teamarbeit. So beschreibt Springer-Autor Peter Kinne Diversity 4.0. am Beispiel der Telekom, wie Vielfalt zum Thema einer internen Kampagne gemacht werden kann.

Mit Postern, Videos und einem Special in der Mitarbeiterzeitung soll ein Umdenken gefördert werden, ebenso durch Führungskräfte-Entwicklungsprogramme und Mitarbeitergespräche. Alle Maßnahmen zielen darauf ab, ein Bewusstsein für die Auswirkungen von Vorurteilen, dem unconscious bias, zu schaffen, so Kinne. 

So wirken Unternehmen der Diskriminierung entgegen, sorgen für ein besseres Arbeitsklima und werden als Arbeitgeber attraktiver — alles Gute Gründe, um verstärkt in das Diversity Management zu investieren.

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