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13.12.2018 | Tiefbau | Im Fokus | Onlineartikel

Gebäudeanhebungen als Hochwasserschutz

Autor:
Christoph Berger

Um den alten Ortskern von Brockwitz zukünftig vor Hochwasser zu schützen, wurde in einem Forschungsverbundprojekt untersucht, ob Haushebungen eine geeignete Hochwasservorsorgemaßnahme sind.

Brockwitz ist ein Ortsteil von Coswig im sächsischen Landkreis Meißen. Die Elbe befindet sich in unmittelbarerer Nähe des bis zu 1.000-jährigen Ortskerns mit denkmalgeschützten Gebäuden, rund 24 Haushalte auf 40 Grundstücken befinden sich in der Gefahrenzone für Elbehochwasser. Bei den Jahrhunderthochwassern 2002 und 2013 wurden diese Gebäude erheblich beschädigt.

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Um die Gebäude zukünftig zu erhalten und zu schützen, untersucht ein Forscherteam der TH Nürnberg gemeinsam mit Kooperations- und Verbundpartnern im Projekt "Haushebungen in Ueberschwemmungsgebieten am Beispiel des Elbe Dorfes Brockwitz", abgekürzt HUeBro, seit Mai 2017, ob die Anhebung von Gebäuden eine geeignete Hochwasserschutzmaßnahme ist. Ein anderes System wird im Kapitel "Flexibles Hochwasserschutzsystem für Gebäude" des Springer-Fachbuchs "Vorsorgender und nachsorgender Hochwasserschutz" beschrieben.

Ein bis zwei Meter über Ausgangsniveau

In HUeBro, koordiniert wird das Projekt vom Leiter des Instituts für Wasserbau und Wasserwirtschaft der TH Nürnberg, Prof. Dr.-Ing. habil. Dirk Carstensen, konnte das Niveau der Gebäude um etwa ein bis zwei Meter durch eine Haushebung erhöht werden. Der dadurch entstehende Hohlraum wird mit verschiedenen Nutzungen oder Materialien aufgefüllt. In den Kellerräumen der Häuser bohren die Baufirmen Pfähle durch die Bodenplatten in die Erde und befestigen daran Zugstangen. Diese werden mit den Bodenplatten verschraubt. Die Zugstangen heben das Haus hydraulisch Millimeter für Millimeter an. Nach drei bis vier Tagen, so die Wissenschaftler, liegt das Gebäude dann bis zu zwei Meter höher. Die Hausbewohner brauchen für diesen Vorgang das Haus nicht verlassen.

Doch die Hochwasserschutzmaßnahme ist nicht die einzige Herausforderung, die in dem bis Frühjahr laufenden Verbundprojekt zu lösen ist. So darf sich beispielsweise das Gesamtbild des Ortskerns trotz der Anhebung nicht verändern, damit das Projekt mit Genehmigung umgesetzt werden kann. Ebenso sind die Biotop- und Artenvielfalt zu schützen und zu erhalten. Und je nach Bauart ergeben sich für jedes Gebäude unterschiedliche technische Möglichkeiten für die Hebung.

Ob und in welchem Umfang die Ergebnisse dieser Machbarkeitsstudie umgesetzt werden, wird dann im Frühjahr 2019 mit Projektabschluss entschieden. Die Forschungsergebnisse leisten nach Aussage der Forscher aber schon heute einen wertvollen Beitrag zum Maßnahmenkatalog für die Folgen des Klimawandels, von dem die immer häufiger auftretenden Hochwasserereignisse eine Folge sind.

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