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08.02.2018 | Tragwerksplanung | Im Fokus | Onlineartikel

Freiformen aus Beton ohne Schalung

Autor:
Christoph Berger

Ein österreichisches Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, mit der nach Eigenaussage erstmals Unikate in Betonform ohne Schalung gefertigt werden können. Kostengünstig soll die Lösung auch sein.

Bei der neuen Methode werden thermoplastische Kunststoffe von einer voll automatisierten Anlage, einem Fertigungsroboter, gebogen und als formgebende Struktur gesetzt. Diese dient dann für die Aufbringung von handelsüblichen Spritzbeton. "Zugfestigkeit kann derzeit beispielsweise über Carbonmatten in Kombination mit Stahl aufgenommen werden. Wir arbeiten daran, bald ganz ohne Stahlarmierung auszukommen", sagt Sigurd Reiss, technischer Leiter von Clever Contour, dem Unternehmen, das die Technologie mit dem Namen i-Contour entwickelt hat.

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Die Formen werden im Vorfeld vom Computer geplant und berechnet und sind von einem speziell entwickelten Fertigungsroboter später interpretier- und reproduzierbar. Als planerisches Werkzeug dient CC-Tools, ein eigens entwickeltes, auf Grasshopper basierendes Plug-In für die Modellierungssoftware Rhinoceros 3D.

Kreative und individuelle Objekte

Auf diese Weise entstehen schließlich Bauteile mit einer Stärke von etwa neun Zentimetern. Da die Kunststoffteile für die spätere Struktur vorproduziert werden, klein und leicht sind, soll der Transport an die jeweiligen Zielorte unkompliziert vonstattengehen können. Dort werden die Einzelteile dann zusammengesetzt und in die endgültige Form gebracht. Der Zement wird im Schlauch an den Ort der Verarbeitung geblasen, wo Wasser hinzukommt und die Mischung auf die zusammengesetzten Kunststoffgerüste aufgetragen wird.

Mit der Technologie sollen nach Aussage des Unternehmens Freiformen kostengünstig umsetzbar sein, die bisher nur in großen Serien finanzierbar gewesen seien – in Abhängig von der Objektgröße könnten Kostenreduktionen um bis zu 90 Prozent erreicht werden. Damit sei die Umsetzung kreativer und individuell zu planender Projekte leichter realisierbar: Fassadenteile, Trennwände, Außenmöblierungen oder beliebige Raumelemente, aber auch Stadtmöbel und großformatige Pflanzenbehältnisse könnten mit der Technologie umgesetzt werden. Um das Freiformen geht es auch im Kapitel "Die freien Formen der Geometrie" des Springer-Fachbuchs "Die Basis der Vielfalt".

Als weiteren Vorteil ihrer Technologie nennen die Entwickler, dass diese durch den Einsatz von Sonderputzen auch der Akustik und dem Brandschutz gerecht werden können. Durch entsprechende Armierung seien die erstellten Objekte außerdem selbsttragend. Und die Kunststoffstruktur habe im Vergleich zu Stahl den Vorteil, nicht korrodieren zu können, der Einsatz von Carbonmatten reduziere ebenfalls die Gefahr der Korrosion. Dies trage zu einer erhöhten Lebensdauer der Bauobjekte bei.

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