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12.02.2018 | Bank-IT | Im Fokus | Onlineartikel

Wie Volks- und Raiffeisenbanken digitale Innovationen vorantreiben

Autor:
Barbara Bocks

 

Innovation Labs werden inzwischen von Kreditinstituten aller Säulen betrieben. In der DZ Bank-Gruppe spielt das zentrale Innovationsmanagement eine wichtige Rolle. Auch Fintechs sind dabei Kooperationspartner. Teil 2 der Serie zu Innovation Labs deutscher Banken und Sparkassen.

Im genossenschaftlichen Bankenbereich ist das im Herbst 2016 gestartete zentrale Innovation Lab der DZ Bank in den gesamten Innovationsprozess der Gruppe eingebettet. Dieser hat in der DZ-Bank-Gruppe laut Franz Welter, Abteilungsdirektor Innovation & Digitalisierung bei der DZ Bank, drei Stränge:

  • das Trendscouting: Es untersucht beispielsweise, inwiefern sich Kundenbedürfnisse verändern oder neue Technologien relevant für interne Prozesse der Bank sind
  • die Ideation-Phase: Hier werden Ideen weiterentwickelt, die das Zentralinstitut in der ersten Phase entdeckt hat. Sie werden dann bis zu einem gewissen Reifegrad weiterentwickelt.
  • das Prototyping: Eines dieser Formate ist das Innovation Lab. Dort entstehen innerhalb von drei Monaten neue Produktideen. Am Ende entscheidet der Konzernvorstand, ob die Idee in der Fläche umgesetzt wird.

"Alle drei Phasen sind ganz wesentlich, bevor die Bank in die Umsetzung einsteigen kann", erklärt Welter gegenüber Springer Professional. Ohne das Trendscouting wäre es unwahrscheinlich, relevante Technologien und sich verändernde Kundenbedürfnisse systematisch zu entdecken, zu bewerten und zu priorisieren. Dieser Prozess ist laut Welter wiederum Grundlage für die effektive Entwicklung von Ideen. "Und last but not least, müssen die Ideen dann auch auf die Straße gebracht werden“, so Welter weiter. Der Einstieg in diesen Prozess könne ein interner Accelerator wie das Innovation Lab der DZ Bank-Gruppe sein.

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Wie Kunden im Innovationsprozess mitwirken

Grundsätzlich könne der Kunde im Innovationsprozess verschiedene Rollen einnehmen, beschreiben die Springer-Autoren Meike Knöchel und Professor Klaus North von der Wiesbaden Business School, Hochschule RheinMain, im sechsten Kapitel ihres Buchs "Kundeneinbindung im Innovationsprozess – Konzepte" (Seite 25).

  1. Kundendaten werden analysiert
  2. Kundenverhalten wird beobachtet
  3. Kunden werden nach Bedarf und Problemen gefragt
  4. Kunden werden in Lösungsansätze einbezogen
  5. Kunden kommunizieren Produktlösungen
  6. Kunden entwickeln eigenständig Produktlösungen

"Bei der indirekten Kundeneinbindung werden die Bedürfnisse, Probleme und Präferenzen analysiert, ohne den Kunden direkt nach einer Lösung zu fragen (Stufe 1–3)“, erklären Knöchel und North. "Bei der direkten Kundeneinbindung werden nicht nur Kundenbedürfnisse, Probleme und Präferenzen analysiert, sondern der Kunde ebenfalls direkt nach einer Lösung gefragt (Stufe 4–6)".

Eines der Produkte, die den Innvovation Lab-Prozess der DZ Bank unter anderem mit Kundenfeedback erfolgreich durchlaufen hat, ist "VR ExtraPlus". Hierbei handelt es sich um ein Mehrwertprogramm für Privatkunden, bei dem diese Geldeingänge in höherwertige Gutscheine eintauschen können. Das Produkt wurde laut Angaben der DZ Bank in Zusammenarbeit mit dem Fintech-Unternehmen Optiopay entwickelt, das eine Auszahlungsplattform für Unternehmen zur Verfügung stellt. Auch die Fiducia & GAD hat mittlerweile bereits "eine Reihe an Produkten rund um die VR-BankingApp im Einsatz", erklärt Bernhard von Canstein, Leiter Innovationsmanagement bei der Fiducia & GAD, gegenüber Springer Professional. Dazu zähle zum Beispiel der P2P-Dienst "Geld senden und anfordern".

Hackathons mit Teilnehmern aus anderen Säulen

Um auf frische Ideen zu kommen, setzen Fiducia & GAD und DZ Bank unter anderem auf Hackathons, gerne auch mit säulenübergreifenden Teilnehmern. "Die KfW war als Teilnehmer bei unserem letzten Hackathon mit einer Idee zur Abwicklung von Prozessen im Fördermittelgeschäft über die Blockchain vertreten“, berichtet Welter. Bei dem Hackathon haben die KfW, Schwäbisch Hall und Experten der Volks- und Raiffeisenbanken zweieinhalb Tage lang an einem Prototypen gearbeitet. Das Team war Welter zufolge einer der Sieger des Hackathons und das Thema wird derzeit weiter verifiziert.

Neben dem Hackathon fördert die Fiducia & GAD Innovationen durch einen eigenen Innovationsprozess, unter anderem mit Intrapreneurship-Projekten und "Programmen, mit denen Mitarbeiter bei der Umsetzung von  Innovationen aktiv gefördert werden". Aktuell arbeitet der IT-Dienstleister der mit den IT-Dienstleistern Atos und Cisco zusammen an digitalen Plattformen für die Volks- und Raiffeisenbanken. Von Canstein berichtet: "Im Fokus der digitalen Plattformentwicklung stehen Geschäftsmodelle, die für jeden der Partner einen Mehrwert generieren und zugleich gemeinschaftlichen Nutzen stiften."

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