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19.05.2020 | Bankstrategie | Nachricht | Onlineartikel

China ist besonders attraktiv für Finanzdienstleister

Autor:
Jan F. Wagner
2 Min. Lesedauer

Für europäische Finanzdienstleister waren die Perspektiven in China noch nie so günstig wie heute. Warum, das erläuterte Werner Steinmüller, Chef des Asien-Pazifik-Geschäfts bei der Deutschen Bank, auf einer virtuellen Konferenz.

Für seine Haltung nannte Werner Steinmüller zwei Gründe: Dies seien zum einen Chinas dynamische Wirtschaft und zum anderen die komplette Öffnung des Finanzmarktes für ausländische Investoren. "Eine Bank wie HSBC darf neuerdings eine chinesische Wertpapierfirma oder eine Fondsgesellschaft zu hundert Prozent übernehmen", sagte der Asien-Experte in der digitalen Gesprächsrunde, die von der Frankfurt School of Finance and Management organisiert wurde. Bislang galten Grenzen für die Beteiligungen an chinesischen Finanzdienstleistern durch ausländische Firmen.

Steinmüller gab zugleich zu bedenken: "Finanzdienstleister, die in China aktiv sein wollen, sollten sich bewusst sein, dass es nicht immer einfach ist, Finanztransaktionen vom Regulator genehmigt zu bekommen. Außerdem müssen sich die Finanzdienstleister auf einen harten lokalen Wettbewerb gefasst machen." Gleichwohl zeige die jüngste Liberalisierung des Finanzmarktes, dass das Land auf dem richtigen Weg sei.

Deutsche Bank rechnet mit anziehender Konjunktur in China

Mit Blick auf die chinesische Konjunktur waren sich die Experten einig, dass die Corona-Krise vor Ort weitgehend ausgestanden ist. Nach einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 6,8 Prozent im ersten Quartal erholt sich die Konjunktur wieder. "Bis 2021 wird die chinesische Wirtschaft wieder Momentum bekommen. Allerdings dürften die Wachstumsraten etwas geringer ausfallen als bisher", so Steinmüller. Bereits für 2020 erwartet die britische Großbank HSBC, die in Hong Kong stark verankert ist, ein kleines Plus bei der chinesischen Wirtschaftsleistung. Florence Lee, Vertriebsleiterin bei HSBC Securities Services, sprach von mindestens 1,7 Prozent.

Auf die Frage, welche Geschäfte die Deutsche Bank in China macht, nannte Steinmüller die Bereiche Firmenkundengeschäft, Wertpapierhandel sowie Vermögensverwaltung. "Unser Geschäft in China ähnelt sehr dem der HSBC. Wir sind allerdings wesentlich kleiner. Um Ihnen ein Beispiel zu geben: Meine Hauptaufgabe als Chef besteht darin, mich um die zahlreiche Mandate für Börsengänge und für Übernahmen zu gewinnen", so Deutsche-Bank-Manager. Im chinesischen Retail-Geschäft sind die Frankfurter dagegen nicht unterwegs.

Ende April wurde bekannt, dass Werner Steinmüller zum 31. Juli 2020 in den Ruhestand geht. Er war fast 30 Jahre lang für die Frankfurter Großbank tätig. Sein Nachfolger ist Alexander von zur Mühlen.

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