Die unsichtbaren Folgen des Extraktivismus
Ein Blick hinter die slow violence der chilenischen Bergbauindustrie
- Open Access
- 2024
- Open Access
- Buch
- Verfasst von
- Anna Landherr
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Dieses Open-Access-Buch beschäftigt sich mit Umweltproblemen, die selbst im Kontext der heutigen globalen ökologischen Krise weitgehend gesellschaftlich unsichtbar bleiben, da sie ihre oftmals schwerwiegenden sozial-ökologischen Auswirkungen allmählich, schleichend und über längere Zeiträume hinweg in Form einer slow violence (Rob Nixon) entfalten. Am Beispiel der toxischen Industrieabfälle (Tailings) der chilenischen Bergbauindustrie werden in der Untersuchung anhand von drei Fallstudien die zentralen Gründe und Dimensionen dieser Unsichtbarkeit dargestellt und ihr Zusammenspiel analysiert.
Inhaltsverzeichnis
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Kapitel 1. Einleitung
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PDF-Version jetzt herunterladenDas Kapitel untersucht die Umweltverschmutzung durch Tailings im chilenischen Bergbau und die damit verbundene 'slow violence', die sich in Form von langsam wirkenden, aber schwerwiegenden ökologischen und gesundheitlichen Schäden äußert. Es wird analysiert, wie diese Schäden trotz ihrer Bedeutung oft unsichtbar bleiben und welche strukturellen und gesellschaftlichen Mechanismen dahinterstehen. Besondere Aufmerksamkeit wird den Fallstudien in Pabellón, Chañaral und Tierra Amarilla geschenkt, die exemplarisch die Unsichtbarkeit und die damit verbundenen Probleme aufzeigen. Die Forschung zielt darauf ab, ein Gesamtbild der (Un-)Sichtbarkeit zu erstellen und mögliche Lösungsansätze zu identifizieren, um die ökologischen und sozialen Kosten der Tailings zu minimieren.KI-Generiert
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ZusammenfassungAm 31. Dezember 2003 strahlen alle nationalen chilenischen Nachrichtensender die gleichen Bilder aus: der damalige Präsident Ricardo Lagos läuft in Badehose über einen weißen Sandstrand in ein türkisfarbenes Meer und badet vor den Augen lokaler PolitikerInnen, AnwohnerInnen und gefolgt von mehreren Kameramännern ausgelassen in der Bucht von Chañaral. Nach einem erfolgreichen Dekontaminierungsplan sei einer der größten Umweltskandale des Landes nun behoben und der Sandstrand offiziell wieder zum Baden freigegeben, wodurch die Region eine neue Tourismusattraktion dazugewinnen würde, kommentieren die NachrichtensprecherInnen die Bilder. Sie berichten, es handle sich dabei um ein öffentliches Zeichen des Präsidenten, das sein Engagement für die Umwelt unterstreiche. -
Kapitel 2. Theoretischer Rahmen, zentrale Begriffe und Forschungsstand
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PDF-Version jetzt herunterladenDas Konzept der slow violence, geprägt von Rob Nixon, beschreibt Formen der Gewalt, die langsam und graduell über lange Zeiträume hinweg wirken und oft in sozial-ökologischen Problemen auftreten. Im Fokus steht der Bergbau in Chile, wo die Auswirkungen der slow violence durch die Unsichtbarkeit der Schäden und die räumliche und zeitliche Distanz zwischen Verursachern und Betroffenen verstärkt werden. Nixon erweitert das Konzept der strukturellen Gewalt von Johan Galtung und Frantz Fanon, indem er die zeitliche Dimension und die räumliche Distanz als zentrale Faktoren einbezieht. Die globalen Macht- und Herrschaftsverhältnisse, insbesondere die Weltsystemtheorie von Immanuel Wallerstein, werden als Rahmen für die Analyse herangezogen. Die Unsichtbarkeit der slow violence-Phänomene wird durch die dekoloniale Perspektive und die Kritik an der Eurozentrik und dem Anthropozentrismus der westlichen Wissenschaft beleuchtet. Besonders relevant sind die Themen der Kolonialität der Macht, der globalen Arbeitsteilung und der Umweltgerechtigkeit. Der Text bietet eine umfassende theoretische Grundlage und empirische Fallstudien, die das Verständnis der slow violence-Phänomene vertiefen und deren Bedeutung für die Umwelt- und Sozialwissenschaften hervorheben.KI-Generiert
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ZusammenfassungIn diesem Kapitel wird zunächst slow violence als zentrales Konzept innerhalb dieser Arbeit dargestellt, um den Forschungsgegenstand einzugrenzen und seine zentralen Elemente herauszuarbeiten. Von ihm ausgehend wird die bestehende Literatur und Forschung zu verschiedenen Mechanismen und Strukturen, die zur gesellschaftlichen Unsichtbarkeit dieser Form sozial-ökologischer Probleme führen, herausgearbeitet und dargestellt. Auf diese Weise wird einerseits die bestehende Forschungslücke, die anschließend empirisch bearbeitet wird, dargestellt und gleichzeitig werden jene Erklärungsansätze aufgeführt, die für meine Forschung relevant sind und später erneut aufgegriffen werden. -
Kapitel 3. Fragestellung und Forschungsheuristik
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PDF-Version jetzt herunterladenDer Fachbeitrag untersucht die Fragestellung und Suchthese im Kontext der Forschung zu Tailings im chilenischen Bergbau. Die Untersuchung basiert auf den Erkenntnissen aus zwei Teilprojekten, die im Rahmen des Fondecyt-Projekts von Sebastián Ureta durchgeführt wurden. Ein Projekt untersuchte die Diskurse und Praktiken der betroffenen Bevölkerung, während das andere die Hindernisse bei der Umweltregulierung analysierte. Die Forschung zeigt, dass Tailings trotz ihrer Belastung für Mensch und Umwelt weitgehend unsichtbar bleiben. Dies liegt an der Tatenlosigkeit der beteiligten Akteure, insbesondere der staatlichen Institutionen und der Bevölkerung. Die Unsichtbarkeit der Tailings wird durch die Unsichtbarkeit der Chemikalien und die Problematik der Langzeitwirkungen verstärkt. Die Forschung hebt hervor, dass die Handlungsmöglichkeiten der Akteure direkt von den Wechselwirkungen zwischen Wissen, Nichtwissen und Handlungsmöglichkeiten abhängen. Die zentrale These der Arbeit ist, dass diese drei Kategorien in enger Wechselwirkung stehen und die Handlungsmöglichkeiten der Akteure bestimmen. Die empirische Forschung berücksichtigt die sozialen und ökologischen Gegebenheiten sowie die Materialität der chemischen Stoffe und die nationalen und globalen Strukturen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Sichtbarkeit der Tailings durch Machtasymmetrien und die Externalisierung der Problematik beeinflusst wird. Die Arbeit setzt sich zum Ziel, die spezifischen Mechanismen zu untersuchen, die dazu führen, dass das Problem der Tailings trotz seiner Belastung kaum öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Die Forschung ist ein wichtiger Beitrag zur Verständnis der sozialen und ökologischen Dynamiken im Umgang mit Tailings und bietet wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Mechanismen der Unsichtbarkeit und Nichtwissen in diesem Kontext.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie unterschiedlichen, oben dargestellten Forschungslücken und im Besonderen die Arbeiten von und mit Sebastián Ureta stellen den Ausgangpunkt des Forschungsinteresses dar, das dieser Arbeit zugrunde liegt. Die Fragestellung dieses Vorhabens entspringt zudem vorwiegend aus eigenen Erkenntnissen und selbst erhobenen Daten zweier vorangegangener Untersuchungen. Zwischen 2014 und 2015 habe ich im Rahmen des Fondecyt-Projekts El desecho de Chile: Un análisis sociotécnico de las prácticas y políticas respecto del manejo de relaves mineros en el país, das von Sebastián Ureta geleitet wurde, zwei Teilprojekte durchgeführt. -
Kapitel 4. Methodische Grundlagen und Forschungsdesign
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PDF-Version jetzt herunterladenDer Fachtext behandelt die methodische Vorgehensweise einer empirischen Forschung, die sich an der Grounded Theory orientiert. Es wird detailliert erläutert, wie qualitative Methoden wie die Grounded Theory angewendet werden, um Daten zu erheben, zu analysieren und zu interpretieren. Die Forschung konzentriert sich auf drei Fallstudien in Chile, die durch die Grounded Theory untersucht werden. Die Grounded Theory ermöglicht es, Theorien zu entdecken und zu erweitern, indem sie eine offene und flexible Vorgehensweise verfolgt. Die Forschung umfasst verschiedene Erhebungsmethoden wie teilnehmende Beobachtung, leitfadengestützte Interviews und die Analyse von Sekundärliteratur. Besonders hervorhebenswert ist die detaillierte Darstellung der Grounded Theory und die Offenheit gegenüber neuen und unvorhergesehenen Phänomenen. Die Forschungsstrategie ermöglicht es, Theorien zu entdecken und zu erweitern, was den Text von anderen, weniger offenen Ansätzen unterscheidet. Die Forschung zielt darauf ab, ein möglichst breites Bild der untersuchten Phänomene zu rekonstruieren und die Vielzahl an möglichen Mechanismen, die zur Unsichtbarkeit des untersuchten Phänomens führen, aufzuzeigen.KI-Generiert
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ZusammenfassungIn diesem Kapitel wird das methodische Vorgehen meiner empirischen Forschung detailliert beschrieben, um sowohl die Erhebung als auch die Analyse der Daten sowie deren Aussagekraft und Reichweite für den/die LeserIn nachvollziehbar zu machen. Nach einer kurzen einleitenden Vorstellung der Forschung wird im Abschnitt 4.1 die qualitative Methode der Grounded Theory kurz dargestellt und die eigene Positionierung innerhalb der Methodologie beschrieben. Anschließend erfolgt im Abschnitt 4.2 die Darlegung der Datenerhebung, des Feldzugangs, der Fallauswahl sowie der Kriterien und Dimensionen der Fallauswahl. -
Kapitel 5. Forschungsgegenstand: Der chilenische Bergbau und die schleichende Gewalt seiner Hinterlassenschaften
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PDF-Version jetzt herunterladenDer Fachtext behandelt das chilenische Wirtschaftsmodell, das durch eine neoliberale und extraktivistische Ausrichtung gekennzeichnet ist. Es wird die Geschichte und Entwicklung dieses Modells untersucht, beginnend mit der Militärdiktatur und der Einführung des neoliberalen Experiments. Besondere Aufmerksamkeit wird dem Bergbau und seinen sozialen, ökonomischen und ökologischen Kosten und Grenzen geschenkt. Der Text analysiert die Produktion großer Mengen industrieller Abfälle, sogenannter Tailings, und deren gesundheitliche und ökologische Folgen. Es wird auch auf die sozial-ökologischen Konflikte und den Widerstand gegen das Modell eingegangen, der sich in den letzten Jahren verstärkt hat. Die Untersuchung zeigt die komplexen Wechselwirkungen zwischen wirtschaftlichem Wachstum, sozialer Ungleichheit und Umweltzerstörung auf und hebt die Herausforderungen hervor, denen das Land gegenübersteht.KI-Generiert
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ZusammenfassungIm Folgenden werden zuerst das chilenische Wirtschaftsmodell, seine neoliberale und extraktivistische Ausrichtung sowie seine sozial-ökologischen Konsequenzen dargestellt. Anschließend wird ausführlich die Rolle des Bergbaus in diesem Kontext dargelegt und auf die, durch diesen bedingte, Produktion großer Mengen an Tailings eingegangen, die die in dieser Forschung untersuchten slow violence Phänomene verursachen, um mit einem ersten Zwischenfazit zu enden. Anschließend werden kurz die Region Atacama, sowie die drei dieser Arbeit zugrundeliegenden Fallstudien vorgestellt. -
Kapitel 6. Schleichende Gewalt – der Fall Pabellón
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PDF-Version jetzt herunterladenDer Beitrag 'Schleichende Gewalt – der Fall Pabellón' untersucht die Umweltverschmutzung durch Bergbauabfälle im Dorf Pabellón in der Region Atacama, Chile. Pabellón ist ein kleines Dorf, das trotz seiner idyllischen Lage eine der giftigsten historischen Tailingdeponien Chiles beherbergt. Die Bevölkerung lebt unter ärmlichen Bedingungen und ist stark von der Bergbauindustrie betroffen. Der Text beleuchtet die Geschichte des Ortes, die Gesundheitsrisiken durch die Abfälle und die kollektive Vergessenheit der Bevölkerung. Besonders hervorgehoben wird die materielle Unsichtbarkeit der Abfälle und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken. Der Beitrag analysiert auch die sozialen und ökonomischen Ungleichheiten, die die Bevölkerung betreffen, und die Rolle der Wissenschaft bei der Aufklärung und Bekämpfung der Umweltprobleme. Die Untersuchung zeigt auf, wie die betroffenen Menschen mit den Herausforderungen umgehen und welche Hindernisse sie dabei erfahren. Der Text bietet somit einen tiefgehenden Einblick in die komplexen Zusammenhänge zwischen Umweltverschmutzung, sozialer Gerechtigkeit und der Rolle der Wissenschaft.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie kleine Ortschaft Pabellón liegt im Tal von Copiapó, im Herzen der nördlichen Region Atacama, nur 37 Kilometer von der gleichnamigen Regionalhauptstadt Copiapó entfernt und ist Teil der Gemeinde von Tierra Amarilla (zur Lage siehe Abbildung 4.1 in Kapitel 4). Auf den ersten Blick deutet nichts darauf hin, dass dieses Dorf eines der giftigsten historischen Tailingdeponien Chiles beherbergt (siehe auch Ureta 2016b). In Pabellón leben laut offiziellen Zahlen der Gemeinde von Tierra Amarilla 49 Personen (33 Männer und 16 Frauen). -
Kapitel 7. Die Macht der Bergbauunternehmen – der Fall Tierra Amarilla
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PDF-Version jetzt herunterladenDer Fachbeitrag untersucht die Macht und den Einfluss von Bergbauunternehmen am Beispiel der Stadt Tierra Amarilla in Chile. Tierra Amarilla ist eine Kleinstadt, die von Bergbauaktivitäten stark geprägt ist und deren Einwohner unter den Umwelt- und Gesundheitsfolgen dieser Aktivitäten leiden. Der Beitrag beleuchtet die historische Entwicklung der Stadt, die wirtschaftliche Abhängigkeit von Bergbauunternehmen und die sozialen und ökologischen Kosten, die mit dem Bergbau verbunden sind. Besonders hervorgehoben wird die territoriale Macht der Bergbauunternehmen, die die ökologischen Ressourcen und die lokale Wirtschaft kontrollieren. Die Bewohner von Tierra Amarilla fühlen sich vom Staat im Stich gelassen und sind oft auf die Unterstützung der Bergbauunternehmen angewiesen, die jedoch nur begrenzt und selektiv erfolgt. Der Beitrag analysiert auch die Strategien der Unternehmen, um Widerstand und Proteste zu unterdrücken, und die Rolle der Korruption in diesem Kontext. Die detaillierte Darstellung der sozialen und ökologischen Auswirkungen des Bergbaus und die umfassende Analyse der territorialen Macht von Bergbauunternehmen machen den Beitrag besonders interessant für Leser, die sich mit den komplexen Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft auseinandersetzen.KI-Generiert
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ZusammenfassungVon Pabellón aus liegt Tierra Amarilla etwas über 20 Kilometer flussabwärts im selben Tal und befindet sich fast genau zwischen Pabellón und der Regionalhauptstadt Copiapó. Die Kleinstadt ist zudem die Hauptstadt der gleichnamigen Gemeinde zu der auch Pabellón gehört. Anders als Pabellón und Chañaral liegt Tierra Amarilla inmitten eines derzeit noch aktiven Abbaugebietes. -
Kapitel 8. Die Unsichtbarkeit des Offensichtlichen– der Fall Chañaral
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PDF-Version jetzt herunterladenDie Unsichtbarkeit des Offensichtlichen – der Fall Chañaral. Der Beitrag untersucht die Umweltverschmutzung in Chañaral, einer Stadt im Nordwesten der Region Atacama, Chile, und die daraus resultierenden sozial-ökologischen Konflikte. Die Geschichte der Tailings und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung und Umwelt werden in drei historischen Phasen dargestellt. Chañaral ist eine Stadt mit etwa 13.500 Einwohnern, durch die die wichtigste Schnellstraße Chiles, die Ruta 5, führt. Die Stadt ist stark von der Umweltverschmutzung durch Bergbauabfälle betroffen, die jahrzehntelang in den Fluss Río Salado abgeleitet wurden und schließlich im Meer endeten. Diese Verschmutzung hat schwerwiegende wirtschaftliche und gesundheitliche Auswirkungen auf die Bewohner der Stadt. Der Beitrag analysiert die verschiedenen Phasen der Sichtbarkeit und Unsichtbarmachung der Umweltverschmutzung, die Rolle der beteiligten Akteure und die Herausforderungen bei der Dekontamination. Besondere Aufmerksamkeit wird den wissenschaftlichen Studien und den gesundheitlichen Auswirkungen der Verschmutzung geschenkt. Der Text zeichnet sich durch seine detaillierte historische Analyse und die tiefgehende Untersuchung der sozial-ökologischen Konflikte aus, die in Chañaral entstanden sind.KI-Generiert
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ZusammenfassungChañaral ist eine Stadt im Nordwesten der Region Atacama, in der derzeit 13.543 Menschen leben. Die wichtigste Schnellstraße Chiles – die Ruta 5 –, welche das Land einmal von Norden bis Süden durchquert, führt mitten durch Chañaral. Von den durchreisenden Fahrzeugen hält allerdings, außer einigen LKW, kaum eines an. -
Kapitel 9. Zusammenfassung und Auswertung der Forschungsergebnisse
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PDF-Version jetzt herunterladenDer Fachbeitrag untersucht die zentralen Erkenntnisinteressen der Forschung zur Anerkennung der Tailings des chilenischen Bergbaus als Umweltproblem. Die Forschungsheuristik konzentriert sich auf die Kernkategorie der (Un-)Sichtbarkeit und deren Zusammenhang mit Wissen, Handlung und den beteiligten Akteuren. Die Forschung wird durch mehrere Forschungsfragen geleitet, die die Unsichtbarkeit der Tailings trotz ihrer Belastung für Mensch und Umwelt, die Rolle von Wissen und Nichtwissen sowie die Mechanismen und Akteure hinter der Unsichtbarkeit und Sichtbarkeit untersuchen. Eine (Un-)Sichtbarkeitspyramide wurde entwickelt, um die unterschiedlichen Stufen der Sichtbarkeit der Tailings zu ordnen und die Prozesse und Übergänge zu analysieren. Die Fallstudien aus Pabellón, Tierra Amarilla und Chañaral zeigen, wie verschiedene Akteure und Mechanismen die Sichtbarkeit der Tailings beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Tailings in Chile weitgehend unsichtbar sind, aber durch verschiedene Ereignisse und Konflikte sichtbar werden können. Der Fachbeitrag zielt darauf ab, ein Gesamtbild der gesellschaftlichen (Un-)Sichtbarkeit der Tailings zu erstellen und ein Modell zu entwickeln, das als Wegweiser und Grundlage zur Untersuchung von sozial-ökologischen slow violence-Phänomenen dienen kann.KI-Generiert
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ZusammenfassungDas zentrale Erkenntnissinteresse dieser Forschung besteht darin, die Gegebenheiten, Mechanismen und Strukturen sowie die Akteure und ihre (in)actions zu identifizieren, die dazu beitragen oder die verhindern, dass die Tailings des chilenischen Bergbaus in der öffentlichen Wahrnehmung und unter den beteiligten Akteuren als zu lösendes Umweltproblem anerkannt werden. Zu diesem Zweck wurde eine Forschungsheuristik erstellt, die die Kernkategorie der (Un-)Sichtbarkeit, mit denen der (in-)action und des (Nicht-)Wissens in Verbindung setzt. Die vorliegende Forschung wird zudem von folgenden Forschungsfragen geleitet: Warum bleiben Tailings trotz ihrer enormen Belastung für Mensch und Umwelt weitgehend „unsichtbar“? In welcher Beziehung stehen Wissen/Nichtwissen und action/inaction der Akteure zur Sichtbarkeit/Unsichtbarkeit des Phänomens? Wie, warum und durch wen wird das slow violence-Phänomen unsichtbar gehalten oder sichtbar gemacht? Welche sozialen Mechanismen, Interessen und Strukturen stecken hinter dem Phänomen der Unsichtbarkeit und führen zu ihrer konkreten aktuellen Ausprägung? Welche Strukturen, Mechanismen und Akteure verhindern die Sichtbarkeit? Wann kommt es zu latenten und wann zu manifesten Konflikten in Bezug auf Tailings? Unter welchen Umständen wird dieses slow violence-Phänomen sichtbar? Die zentrale These dieser Arbeit besteht darin, dass alle drei Kategorien – (Un-)Sichtbarkeit, (Nicht-)Wissen und (in-)action – in ihren jeweiligen positiven oder negativen Ausprägungsformen miteinander korrelieren und sich wechselseitig verstärken, wobei die Handlungsmöglichkeiten der jeweiligen Akteure gegenüber der Problematik direkt von den Wechselwirkungen abhängen. -
Kapitel 10. Fazit: Die Hürden auf dem Weg zur gesamtgesellschaftlichen Sichtbarkeit der Tailings
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PDF-Version jetzt herunterladenDas Fazit des Forschungsbeitrags konzentriert sich auf die gesellschaftliche Unsichtbarkeit von Tailings in Chile und die multidimensionalen und multiskalaren Prozesse, die dazu führen. Die Unsichtbarkeit wird durch eine Vielzahl von Gegebenheiten, sozialen Mechanismen und (in)actions der beteiligten Akteure hergestellt oder begünstigt. Ein zentrales Ergebnis ist die Notwendigkeit, die spezifischen Faktoren und Akteure auf verschiedenen Ebenen zu berücksichtigen, um die gesamte Ausprägung der Unsichtbarkeit zu verstehen. Ein Stufenmodell der (Un-)Sichtbarkeitspyramide wurde entwickelt, das die verschiedenen Stufen der Unsichtbarkeit und die darin involvierten Faktoren und Akteure identifiziert. Dieses Modell zeigt, wie die Unsichtbarkeit von der vollständigen sozialen Unsichtbarkeit bis hin zur gesellschaftlichen Anerkennung als Umweltproblem variiert. Die Forschung hebt hervor, dass die Unsichtbarkeit durch eine Kombination aus materiellen und sozialen Gegebenheiten, nichtintendierten und intendierten Faktoren sowie Macht- und Herrschaftsverhältnissen bedingt wird. Die Erkenntnisse der Studie sind besonders relevant für die Entwicklung von Strategien zur Sichtbarmachung und Bewältigung von Umweltproblemen, die durch Tailings verursacht werden.KI-Generiert
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ZusammenfassungDas zentrale Ergebnis dieser Forschung ist, dass die gesellschaftliche Unsichtbarkeit der Tailings in Chile Resultat eines multidimensionalen multiskalaren Prozesses ist, durch den die Unsichtbarkeit der Tailings nicht nur in ihrer derzeitigen Ausprägung besteht, sondern auch immer wieder durch verschiedene Gegebenheiten, soziale Mechanismen und (in)actions der jeweils beteiligten Akteure hergestellt oder zumindest begünstigt wird. Die Betrachtung einzelner Faktoren, Akteure oder Ebenen erklärt zwar zum Teil die Unsichtbarkeit eines bestimmten Tailings oder Untersuchungsfalls, allerdings nicht die derzeitige Ausprägung der gesamtgesellschaftlichen Unsichtbarkeit der Tailings, als zu lösendes Umweltproblem in Chile. Daraus ist die Notwendigkeit entstanden durch die Berücksichtigung der jeweils spezifischen Faktoren und Akteure auf den unterschiedlichen Ebenen, ein Gesamtbild zu erstellen, das es ermöglicht, die Faktoren und Akteure einzeln zu identifizieren und darauffolgend deren Zusammenspiel, Überlappungen und Wechselwirkungen zu untersuchen.
- Titel
- Die unsichtbaren Folgen des Extraktivismus
- Verfasst von
-
Anna Landherr
- Copyright-Jahr
- 2024
- Electronic ISBN
- 978-3-658-43288-1
- Print ISBN
- 978-3-658-43287-4
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-43288-1
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