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17.01.2017 | Finanzbranche | Im Fokus | Onlineartikel

Wie die Interne Revision die Zukunft der Unternehmen lenkt

Autor:
Barbara Bocks

Die Interne Revision hat eine große Bedeutung in der Unternehmensorganisation. Wie der Bereich in kleineren Firmen der Finanzbranche organisiert ist.

Wesentliche Risiken werden durch die Prüfung der Internen Revision abgedeckt, weil die Abteilung eine "angemessene Einschätzung der Risikosituation" liefere. Dieser Meinung sind 90 Prozent der Befragten einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft App-Audit. Die Studie hatte das Ziel, Erkenntnisse über die Organisation, Arbeitsweise und Weiterentwicklung der Internen Revision in der Finanzbranche zu gewinnen. Für die Untersuchung wurden im September 2016 25 überwiegend kleinere, ausschließlich durch das Kreditwesengesetz (KWG) regulierte Institute, unter anderem Auslands- und Privatbanken sowie Finanzdienstleistungsinstitute mit bis zu 50 Mitarbeitern, befragt.

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Um die Interne Revision durchzuführen, nutzen 52 Prozent der Institute laut App-Audit externe Dienstleister, mit denen sie langjährig zusammenarbeiten. Jedes vierte von zehn befragten Finanzhäusern greift auf sie zurück. Knapp zwölf Prozent der Firmen arbeiten auch durch Co-Sourcing zusammen. Als Gründe dafür nannten die Befragten unter anderem, dass 

  • interne Spezialkompetenz nicht vollständig vorhanden ist und 
  • externe Dienstleister zusätzliche Beratungshinweise geben. 

Allerdings seien die Institute damit nicht voll zufrieden. 70 Prozent sehen Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Internen Revision vor. Optimierungsbedarf sehen knapp ein Drittel der Befragten vor allem bei internen Fortbildungen, 28 Prozent plädieren außerdem für organisatorische Optimierungen. Allerdings sagen auch drei von zehn Befragten, dass sie derzeit keine Maßnahmen für erforderlich halten.

Bedeutung der Internen Revision nimmt zu

56 Prozent der Befragten Unternehmen in der Finanzbranche verfügen über eine organisatorisch eigenständige Revisionseinheit. Mit der gestiegenen Komplexität der unternehmerischen Umfeldbedingungen und der daraus resultierenden Vielschichtigkeit habe auch die Bedeutung der Internen Revision zugenommen, argumentiert Stefan Otremba, Senior Manager Group Compliance bei der Daimler AG, im Kapitel "Interne Revision, Risikomanagement & Compliance - Bestandsaufnahme" (Seite 92)  des Springer-Buchs "GRC-Management als interdisziplinäre Corporate Governance". „Die unabhängige Überwachung der Unternehmensprozesse wurde durch die Forderung nach einer zukunftsgerichteten, effizienzorientierten Optimierung des Unternehmens ergänzt", erklärt der Experte. Damit wird aus seiner Sicht deutlich, dass die Interne Revision auch im Hinblick auf Effizienzbestrebungen moderner Unternehmen in Zeiten der Globalisierung notwendig wird.

88 Prozent der Befragten aus der App-Audit-Studie grenzen die Interne Revision deutlich von der Compliance-Einheit ab. Sie sei unter anderem zuständig dafür, alle wesentlichen betrieblichen Funktionen einschließlich der Support-Funktionen, wie Rechnungslegung und Finanzen, zu prüfen. Diese Abteilung bestehe laut Angaben von App-Audit mehrheitlich bei 44 Prozent aus einer, beziehungsweise bei jedem dritten Unternehmen aus zwei Personen. 70 Prozent sehen die Interne Revision vor allem als Prüferfunktion an. 30 Prozent räumen der Abteilung auch eine beratende Tätigkeit zu. Gerade bei Sonderthemen, etwa dem Risikomanagement in Finanzinstituten, sagen drei Viertel der Befragten, dass die Interne Revision dort involviert sei. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Zusammenarbeit immer erfolgversprechend verläuft.

Der Springer-Autor Professor Edgar Tritschler hinterfragt dazu im Buch "Bankenrating" kritisch, ob die Institution Interne Revision eigentlich in der Aufbau- und Prozessorganisation in Geldinstituten richtig angesiedelt ist, ob Mitarbeiter der zu revidierenden Bank den optimalen Rechtsstatus besitzen und ihre Informations-, Prüfungs- und Einwirkungsrechte ausreichend sind.

Zusammenarbeit mit CFOs verläuft nicht immer erfolgreich

So wünschen sich beispielsweise 57 Prozent der Studienteilnehmer einer gemeinsamen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und Forbes, die im April 2016 durchgeführt wurde, Unterstützung bei der Bewertung von Risiken und Risikomanagementprozessen durch die Interne Revision. Doch nur 22 Prozent sind mit den Resultaten zufrieden. Außerdem möchten 36 Prozent der befragten CFOs und Geschäftsführer Informationen zu neu entstehenden Risiken erhalten. Doch lediglich fünf Prozent können mit entsprechenden Auswertungen arbeiten.

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