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Handbuch Soziale Medien

  • 2022
  • Buch

Über dieses Buch

Soziale Medien erleichtern es Menschen, Informationen aller Art zu teilen und soziale Beziehungen zu pflegen. Sie sind in den letzten Jahren und Jahrzehnten zu einem wesentlichen Bestandteil der digitalen Kommunikation geworden und verändern die Strukturen gesellschaftlicher Öffentlichkeit, aber auch den alltäglichen Austausch über privat-persönliche Themen. Ihre kommunikative Architektur nährt Hoffnungen auf verbesserte gesellschaftliche Partizipation genauso wie Befürchtungen, immer mehr Bereiche des Lebens würden kommerzialisiert und überwacht. Das Handbuch bereitet den aktuellen Forschungs- und Diskussionsstand zu Nutzung, gesellschaftlicher Einbettung und Folgen der sozialen Medien aus der Kommunikationswissenschaft und den angrenzenden Sozialwissenschaften auf. Für die zweite Auflage wurden die Beiträge überarbeitet und aktualisiert sowie das Handbuch um neue Beiträge ergänzt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Grundlagen sozialer Medien

    1. Frontmatter

    2. Entwicklung und Verbreitung sozialer Medien

      Monika Taddicken, Jan-Hinrik Schmidt
      Der Beitrag untersucht die Entwicklung und Verbreitung sozialer Medien, die sich in den letzten Jahrzehnten rasant gewandelt haben. Soziale Medien umfassen verschiedene Gattungen wie Netzwerkplattformen, Diskussionsplattformen und Kreativ-Plattformen. Der Begriff 'soziale Medien' wird kritisch hinterfragt und die Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede der verschiedenen Gattungen beleuchtet. Besondere Aufmerksamkeit wird der Verbreitung und Nutzung sozialer Medien in Deutschland geschenkt, wobei empirische Studien und aktuelle Zahlen zur Nutzungsfrequenz und -dynamik herangezogen werden. Der Beitrag schließt mit einem Überblick über wesentliche Studien und Befunde zur Verbreitung sozialer Medien und deren gesellschaftlichen Auswirkungen.
    3. Soziale Medien: Funktionen, Praktiken, Formationen

      Jan-Hinrik Schmidt, Monika Taddicken
      Das Kapitel untersucht die vielfältigen Funktionen von sozialen Medien, wie das Erstellen und Veröffentlichen von Inhalten, Kommentieren und Annotieren. Es betont die Bedeutung der technischen Gestaltung und der sozialen Praktiken, die das Verhalten in sozialen Medien strukturieren. Besonders interessant ist die Analyse der sozialen Formationen, die in und durch soziale Medien entstehen, wie egozentrierte Netzwerke, Communities und soziale Bewegungen. Diese Formationen werden als zentrale Elemente der sozialen Interaktion und Kommunikation in der digitalen Welt hervorgehoben.
    4. Soziale Medien und Öffentlichkeit(en)

      Monika Taddicken, Jan-Hinrik Schmidt
      Das Kapitel untersucht die Veränderungen von Öffentlichkeit durch soziale Medien und deren Einfluss auf klassische Öffentlichkeitstheorien. Es wird festgestellt, dass die digitalen Medien die Strukturen von Öffentlichkeit grundlegend verändern und dass traditionelle Theorien, wie die von Luhmann und Habermas, nicht mehr ausreichen, um diese neuen Formen der Öffentlichkeit zu erklären. Das Kapitel stellt verschiedene Konzepte vor, die den Wandel von Öffentlichkeit in der digitalen Ära beschreiben, wie die 'Networked Public Sphere' von Yochai Benkler und die 'dynamische und integrierte Netzwerköffentlichkeit' von Christoph Neuberger. Es wird auch auf das 'agonistische Pluralismus' von Mouffe und das 'partizipative Paradigma' eingegangen, die neue Perspektiven auf die Rolle sozialer Medien in der Öffentlichkeit bieten. Das Kapitel schließt mit der Feststellung, dass die Digitalisierung und das Zusammenspiel von Technologien und gesellschaftlichen Akteuren die laufende Transformation von Öffentlichkeit gestalten. Es wird auch auf die Herausforderungen und Chancen dieser Entwicklung eingegangen, insbesondere im Hinblick auf die Rolle von Plattformen und die Notwendigkeit einer neuen Theoriebildung in der Kommunikationswissenschaft.
  3. Einsatzbereiche und Anwendungsfelder sozialer Medien

    1. Frontmatter

    2. Soziale Medien in der politischen Kommunikation

      Martin Emmer
      Der Fachtext beleuchtet die vielfältigen Auswirkungen der Digitalisierung und der Entwicklung sozialer Medien auf die politische Kommunikation. Seit den frühen Tagen des Internets hat sich die Kommunikation von physischen Fesseln befreit und neue Angebotsformen sowie Kommunikationsmodi entwickelt. Soziale Medien haben diese Entwicklung weiter vorangetrieben, indem sie es auch normalen Nutzer*innen und Akteuren mit begrenzten Ressourcen ermöglichten, aktiv an politischen Online-Debatten teilzunehmen. Der Beitrag untersucht verschiedene Forschungsbereiche, die zur Beschreibung und Erklärung von Kommunikation in sozialen Medien beitragen, und zeigt, wie sich die Medienentwicklung und der Forschungsstand dynamisch weiterentwickeln. Besondere Aufmerksamkeit wird der Rolle von Akteuren wie Parteien, Politiker*innen, staatlichen Akteuren und Bürger*innen sowie den verschiedenen Mediengattungen und Plattformen geschenkt. Der Text hebt auch die Herausforderungen hervor, die durch die Nutzung sozialer Medien in der politischen Kommunikation entstehen, wie die Verbreitung von Desinformation und Hassrede, und diskutiert Regulierungsversuche auf nationaler und übernationaler Ebene. Insgesamt bietet der Beitrag einen umfassenden Überblick über die komplexen Dynamiken und Potenziale sozialer Medien in der politischen Kommunikation und zeigt, wie diese die traditionellen Strukturen und Prozesse der Demokratie herausfordern und verändern.
    3. Soziale Medien und Journalismus

      Christoph Neuberger
      Das Kapitel beleuchtet die Transformation des Journalismus durch soziale Medien seit Mitte der 1990er-Jahre. Es beschreibt den Übergang vom Gatekeeper- zum Netzwerkparadigma, bei dem soziale Medien die Rolle des professionellen Journalismus in traditionellen Massenmedien herausfordern. Die Integration sozialer Medien in den journalistischen Alltag wird untersucht, wobei drei Beziehungsarten zwischen sozialen Medien und Journalismus hervorgehoben werden: Konkurrenz, Komplementarität und Integration. Redaktionen stehen vor der Herausforderung, den parallelen Umgang mit verschiedenen Kanälen zu lernen und die journalistische Qualität in der öffentlichen Kommunikation zu gewährleisten. Das Kapitel schließt mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und einer Diskussion über die zukünftigen Herausforderungen für den professionellen Journalismus in der digitalen Welt.
    4. Marketing und PR mit sozialen Medien

      Thomas Pleil, Matthias Bastian
      Das Kapitel untersucht die Rolle sozialer Medien in der externen Kommunikation von Organisationen und deren Einfluss auf die Kommunikationsstrategien. Es wird diskutiert, wie soziale Medien in den Medienalltag integriert werden und welche Wechselwirkungen mit anderen Kommunikationskanälen bestehen. Besondere Aufmerksamkeit wird der Herausforderung gewidmet, wie Organisationen ihre Kommunikationsziele in der digitalen Welt erreichen können. Dabei wird auch auf die Bedeutung von Content-Strategien und die Rolle von Influencern eingegangen. Das Kapitel schließt mit einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und die damit verbundenen Herausforderungen für Organisationen.
    5. Soziale Medien in der internen Organisationskommunikation

      Christian Herzog, Alexander Richter, Janine Hacker
      Der Beitrag untersucht die Einführung und Nutzung von Enterprise Social Software (ESS) in der internen Organisationskommunikation. ESS bietet neue Formen der Interaktion und Vernetzung innerhalb von Unternehmen, was zu flacheren Hierarchien und einer offeneren Unternehmenskultur führt. Die Potenziale von ESS umfassen effizientere Kommunikation, effektiven Wissenstransfer und die Entstehung von Expertennetzwerken. Allerdings gibt es auch Herausforderungen wie Datenschutzbedenken und die Notwendigkeit, die Unternehmenskultur an die neuen Kommunikationsformen anzupassen. Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der erfolgreichen Implementierung von ESS, indem sie als Vorbilder agieren und die Nutzung der Plattform fördern. Die Erfolgsmessung von ESS stellt eine weitere Herausforderung dar, da die Nutzungsoffenheit der Software eine präzise Evaluierung erschwert. Dennoch bietet ESS großes Potenzial für die Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft von Unternehmen, wenn die genannten Herausforderungen erfolgreich gemeistert werden.
    6. Bildung und Lernen mit sozialen Medien

      Franco Rau, Petra Grell
      Das Kapitel beleuchtet die tiefgreifenden Veränderungen, die soziale Medien in Bildungs- und Lernkontexten bewirken. Es untersucht, wie soziale Medien als Werkzeuge zur Unterstützung von Lern- und Lehrprozessen eingesetzt werden können, sei es durch Blogs, Wikis oder soziale Netzwerke. Darüber hinaus wird die Rolle sozialer Medien als Inhalte und Rahmenbedingungen des Lernens analysiert, wobei besonders die kollaborativen und partizipativen Potenziale hervorgehoben werden. Das Kapitel betont auch die Herausforderungen und Chancen, die sich durch die Integration sozialer Medien in Bildungsinstitutionen ergeben, und fordert eine reflexive Auseinandersetzung mit den neuen Bildungspotenzialen und -chancen.
    7. Soziale Medien in der empirischen Forschung

      Frauke Zeller
      Der Beitrag beleuchtet die vielfältigen Methoden der empirischen Forschung in sozialen Medien, wobei sowohl quantitative als auch qualitative Ansätze berücksichtigt werden. Es wird die Nutzung sozialer Medien als Forschungsinstrument diskutiert, einschließlich der Herausforderungen und Vorteile von Big Data und automatisierten Textanalysen. Besondere Aufmerksamkeit wird den ethischen und rechtlichen Aspekten der Forschung gewidmet, sowie den neuen Trends und Technologien, die die Forschungsmethoden revolutionieren.
  4. Übergreifende Fragestellungen und Entwicklungen sozialer Medien

    1. Frontmatter

    2. Identitätsbildung in sozialen Medien

      Bernadette Kneidinger-Müller
      Das Kapitel untersucht die Identitätsbildung in sozialen Medien und wie verschiedene soziologische Theorien diese Prozesse erklären. Es wird gezeigt, wie Nutzer*innen ihre Identität in sozialen Netzwerken gestalten und welche Potenziale und Risiken damit verbunden sind. Dabei werden traditionelle soziologische Ansätze wie der symbolische Interaktionismus und die Social Identity Theory angewendet, um zu verstehen, wie Identitäten in der Online-Welt konstruiert werden. Besonders interessant ist die Diskussion über die Rolle des sozialen Feedbacks und die Herausforderungen der Identitätskontrolle in einer vernetzten Welt. Zudem werden die sozialen und psychologischen Auswirkungen der Selbstdarstellung in sozialen Medien beleuchtet, einschließlich der Risiken von Datenschutzverletzungen und der potenziellen negativen Effekte auf das Wohlbefinden der Nutzer*innen.
    3. Meinungsbildung in und mit sozialen Medien

      Birgit Stark, Melanie Magin, Stefan Geiß
      Das Kapitel untersucht die Veränderungen der Meinungsbildung durch soziale Medien und deren Einfluss auf die Demokratie. Es wird diskutiert, wie soziale Medien die Meinungsbildungsprozesse beeinflussen und welche Risiken, wie Filterblasen und Echokammern, damit verbunden sind. Besonders hervorgehoben werden die personalisierte Informationsauswahl und die daraus resultierenden möglichen Gefahren für die öffentliche Meinung. Zudem wird die Rolle der Nachrichtenmedien in diesem Kontext beleuchtet und wie sie durch die neuen Informationsplattformen ergänzt oder ersetzt werden. Das Kapitel bietet eine umfassende Analyse der Herausforderungen und Chancen, die soziale Medien für die Meinungsbildung und die Demokratie darstellen.
    4. Soziale Medien, Emotionen und Affekte

      Margreth Lünenborg
      Das Kapitel untersucht die Rolle von Emotionen und Affekten in sozialen Medien und deren Einfluss auf die Gesellschaft. Es beginnt mit Beispielen für Emotionen und Affekte in sozialen Medien, wie Hass, Aggression und Freude, und diskutiert, wie diese in der Öffentlichkeit wahrgenommen und bewertet werden. Die Architektur digitaler Plattformen wird als strukturierend für Emotionen und Affekte betrachtet, was anhand von Beispielen wie dem Twitter-Account von Robert Habeck verdeutlicht wird. Der Text enthält eine grundlegende Einführung in die Emotionssoziologie und Affektforschung und diskutiert, wie diese Konzepte auf Medienpraktiken in sozialen Medien angewendet werden können. Besondere Aufmerksamkeit wird den Phänomenen der Empörungskaskaden und ‚hate speech‘ geschenkt, aber auch den positiven Aspekten wie Solidarität und Empathie. Der Text schließt mit einer Diskussion über die Bedeutung von Emotionen für die Konstituierung von Öffentlichkeiten und die Rolle von Affekten in der digitalen Kommunikation. Die Analyse zeigt, dass Emotionen und Affekte zentrale Bausteine sozialer Ordnung sind und in der Interaktion mit digitalen Medien eine neue Dynamik entfalten.
    5. Soziale Medien und Partizipation

      Caja Thimm
      Das Kapitel 'Soziale Medien und Partizipation' untersucht die tiefgreifenden Veränderungen, die das Internet und insbesondere soziale Medien auf individuelle, soziale und politische Kommunikationsformen haben. Es wird beleuchtet, wie Plattformen wie Facebook und Twitter politische Prozesse und Bürgerbeteiligung beeinflussen, sei es durch Vernetzung und Echtzeitkommunikation oder durch die Schaffung neuer Partizipationskulturen. Besondere Aufmerksamkeit wird der Rolle von Partizipation als grundlegendes Prinzip der Sozialen Medien geschenkt, wobei die Herausforderungen und Chancen dieser Entwicklungen kritisch analysiert werden. Das Kapitel bietet eine umfassende Perspektive auf die normativen und ethischen Implikationen der digitalen Partizipation und hebt die Bedeutung von Partizipation als Formativ der Sozialen Medien hervor. Es wird auch auf die zunehmende Technisierung und Automatisierung von Partizipation eingegangen, die sowohl neue Möglichkeiten als auch Risiken mit sich bringt. Insgesamt bietet das Kapitel eine tiefgehende Analyse der dynamischen und komplexen Wechselwirkungen zwischen sozialen Medien und politischer Partizipation, die sowohl Forscher als auch Praktiker gleichermaßen ansprechen wird.
    6. Kompetenzen für soziale Medien

      Ulrike Wagner
      Das Kapitel 'Kompetenzen für soziale Medien' untersucht die notwendigen Fähigkeiten, die im Umgang mit sozialen Medien entwickelt werden sollten. Es argumentiert, dass diese Kompetenzen sukzessive vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter erworben werden und für ein souveränes und selbstbestimmtes Leben notwendig sind. Besondere Aufmerksamkeit wird den Heranwachsenden geschenkt, da sie diese Fähigkeiten erst im Laufe ihres Aufwachsens entwickeln. Das Kapitel beleuchtet die Herausforderungen und Notwendigkeiten der Medienkompetenzentwicklung, insbesondere im Kontext der sozialen Medien, und untersucht die verschiedenen Dimensionen von Medienkompetenz. Es wird diskutiert, wie sich die alltägliche Lebensführung durch den Umgang mit sozialen Medien verändert und welche Anforderungen an die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Nutzer gestellt werden. Abschließend werden die Herausforderungen für Familien, pädagogische Fachkräfte und erzieherische Bezugspersonen sowie Bildungs- und Sozialpolitik beleuchtet.
    7. Soziale Medien als Technologien der Überwachung und Kontrolle

      Oliver Leistert
      Das Kapitel beleuchtet die Rolle kommerzieller sozialer Medien als Technologien der Überwachung und Kontrolle. Es wird erläutert, wie diese Plattformen sowohl Profile als auch Relationen von Profilen berechnen und speichern. Zudem werden Datensammelskripte wie der 'Like'-Button von Facebook und der 'Heart'-Button von Instagram untersucht, die die Überwachung auch jenseits der Plattformen ermöglichen. Die Überwachung wird als ökonomisches Motiv der Plattformen dargestellt, das eng mit den Interessen staatlicher Verfolgungsbehörden verknüpft ist. Besonders hervorgehoben wird die 'Surveillant Assemblage' als Modell zur Beschreibung zeitgenössischer Überwachung, das die dynamische und vernetzte Natur der Überwachung betont. Weitere Themen sind die Peer Surveillance, die Überwachung durch Polizei und Behörden sowie die Auswirkungen der mobilen Nutzung sozialer Medien auf die Überwachung. Das Kapitel schließt mit einem Fazit, das die systemische Bedeutung der Überwachung durch kommerzielle Plattformen hervorhebt und die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit diesem Thema betont.
    8. Die Ökonomie sozialer Medien

      Castulus Kolo
      Das Kapitel untersucht die Ökonomie sozialer Medien und deren Einfluss auf verschiedene wirtschaftliche Bereiche. Soziale Medien haben sich zu zentralen Akteuren in der Wirtschaft entwickelt und beeinflussen das Verhalten von Individuen und Unternehmen auf vielfältige Weise. Das Kapitel analysiert, wie soziale Medien Innovationsprozesse, Produktion, Distribution und Konsumverhalten verändern und welche ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen dies hat. Besonders interessant ist die Einordnung der Plattformen als neue ökonomische Akteure und die Diskussion über deren Regulierung und Machtstellung. Das Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Zusammenhang mit sozialen Medien und der Wirtschaft.
    9. Die Governance sozialer Medien

      Christian Katzenbach
      Das Kapitel 'Die Governance sozialer Medien' untersucht die tiefgreifenden Veränderungen in der Kommunikation durch soziale Medien und die damit verbundenen Herausforderungen und Kontroversen. Es wird die Rolle von sozialen Medien als Vermittler und ihre Verantwortung für die Inhalte und Kommunikation analysiert. Der Beitrag beleuchtet die Regulierung und Selbstregulierung durch soziale Medien, einschließlich der technischen und normativen Mechanismen, die zur Ordnung und Überwachung von Inhalten eingesetzt werden. Besondere Aufmerksamkeit wird der zunehmenden Verantwortung der Anbieter für Hassrede, Falschmeldungen und die Wahrung der Privatsphäre geschenkt. Der Text betont die Notwendigkeit einer klaren Governance und die Herausforderungen, die mit der Regulierung sozialer Medien verbunden sind, und schließt mit einem Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen und Lösungsansätze.
    10. Rechtliche Aspekte sozialer Medien

      Jan Dirk Roggenkamp, Henning Krieg
      Das Kapitel 'Rechtliche Aspekte sozialer Medien' untersucht die juristischen Konflikte und Regulierungen im digitalen Raum. Soziale Medien spiegeln alltägliche Konflikte wider und potenzieren sie durch die globale Sichtbarkeit. Es gibt keine einheitliche Rechtsregelung, aber eine Vielzahl von Gesetzen und Rechtsvorschriften, die angewendet werden müssen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Datenschutzrecht, das durch die DSGVO strenger reguliert wird. Plattformbetreiber und Nutzer haben jeweils spezifische Verantwortlichkeiten und Haftungsrisiken. Das Kapitel beleuchtet auch die Impressumspflicht, das Urheberrecht und die Äußerungsrechte in sozialen Medien. Es wird deutlich, dass die rechtliche Landschaft komplex und dynamisch ist, und dass professionelle juristische Begleitung notwendig ist, um den rechtskonformen Betrieb von Social-Media-Plattformen zu gewährleisten.
    11. Soziale Medien, Raum und Zeit

      Maren Hartmann
      Das Kapitel beleuchtet die Raum-Zeit-Strukturen sozialer Medien und deren Einfluss auf die Nutzer*innen. Es beginnt mit einer theoretischen Annäherung an die Komponenten Raum und Zeit, sowohl einzeln als auch in Kombination, und in Bezug auf ihre Relevanz für die Konstituierung von Raum und Zeit durch Medien. Diese theoretischen Erkenntnisse werden anschließend auf soziale Medien zugespitzt und anhand konkreter Anwendungen wie Timelines, Snapchat und LBSN diskutiert. Dabei werden drei unterschiedliche Modi von Raum-Zeit-Bezügen innerhalb der sozialen Medien unterschieden: das Stabile, das Ephemere und das Situative. Die Relevanz und Passung der theoretischen Ansätze auf diese Modi wird reflektiert, wobei insbesondere das Stabile als Wieder-Einbettungs-Prozess gegenüber den Tendenzen der Entbettung und Entgrenzung betont wird. Das Kapitel schließt mit der Aussage, dass soziale Medien neue Einbettungsmöglichkeiten bieten, gleichzeitig aber auch neue Formen der Entbettung aufzeigen.
Titel
Handbuch Soziale Medien
Herausgegeben von
Jan-Hinrik Schmidt
Monika Taddicken
Copyright-Jahr
2022
Electronic ISBN
978-3-658-25995-2
Print ISBN
978-3-658-25994-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-25995-2

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