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17.01.2020 | Immobilienwirtschaft | Im Fokus | Onlineartikel

Immobilien bleiben für Investoren alternativlos

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
3:30 Min. Lesedauer

Der deutsche Immobilienmarkt hat in den vergangenen Jahren mehr als einen Höhenflug erlebt. Das Jahrzehnt beendete er mit einem neuen Rekord. Und die Zeichen stehen gut, dass Großanleger weiterhin in diese Assetklasse investieren.

Im vergangenen Jahr floss Kapital in Höhe von rund 73,4 Milliarden Euro in deutsche Gewerbeimmobilien. Das ist ein Plus von 19 Prozent gegenüber 2018. Große Wohnimmobilien ab 30 Einheiten hinzuaddiert, erhöht sich dieser Wert sogar auf fast 93 Milliarden Euro. Dies zeigt eine Analyse von BNP Paribas Real Estate zum deutschen Immobilienmarkt 2019. Gefördert hat diese Entwicklung laut Piotr Bienkowski, CEO von BNP Paribas Real Estate Deutschland, das unverändert gute Finanzierungsumfeld. Auch bei niedrigen Renditen bestehe "ein erheblicher Spread zu Staatsanleihen und gleichzeitig ist eine im Vergleich zu anderen Assetklassen auskömmliche Eigenkapitalverzinsung gegeben". Das zeige sich vor allem im Rendite-Risiko-Profil.

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Interesse der Investoren an deutschen Immobilien bleibt groß

"Darüber hinaus spielen die weiterhin guten Perspektiven der Nutzermärkte eine entscheidende Rolle, wie der 2019 noch einmal gestiegene Büroflächenumsatz in Deutschland belegt. Dieser hat erneut die Vier-Millionen-Quadratmeter-Schwelle übertroffen und damit das zweitbeste jemals registrierte Resultat erreicht", so Bienkowski.

"Auf Basis des manifestierten Niedrigzinsniveaus erscheint die Immobilie als Anlageprodukt für institutionelle Investoren nahezu alternativlos. Und immer mehr Anleger aus dem In- und Ausland schichten sukzessive ihre Bestände um und erhöhen ihre Immobilienquoten", betont auch Timo Tschammler, CEO bei Jones Lang LaSalle (JLL) Deutschland.

Immobilien sind Teil der strategischen Asset Allocation

Diesen Trend bestätigen auch Markus Königstein und Lukas Franke im Buchkapitel "Strategische Asset Allocation unter Berücksichtigung von Immobilienanlagen aus der Sicht institutioneller Investoren". Auf Seite 35 schreiben die Springer-Autoren:

Immobilien nehmen in den Portfolios institutioneller Investoren eine immer bedeutendere Rolle ein. Die traditionelle Kapitalanlage in Aktien und Anleihen wird zunehmend durch alternative Assetklassen, insbesondere Immobilien, ergänzt, um die Verbindlichkeiten durch ausreichende Renditen erfüllen zu können."

Neben den vergleichsweise hohen Renditen steige der Immobilienanteil in der strategischen Asset Allocation aufgrund der geringen Korrelationen der Immobilienmarktzyklen zum Aktienmarkt, um das Portfoliorisiko zu reduzieren und stabile Einkünfte zu erwirtschaften, so Königstein und Franke. "Gleichzeitig gelten Immobilien als wertstabil und inflationsresistent, da die Wertentwicklung in der Vergangenheit meistens über der Inflationsrate lag beziehungsweise die Wertentwicklungen positiv korrelieren."

Deutschland hat sieben Hotspots für Immobilieninvestoren

Vor allem die großen sieben Metropolen in Deutschland profitieren vom Kapital der institutionellen Investoren. "Die deutschen A-Standorte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart haben ihre Rekordjagd fortgesetzt und legen um gut 20 Prozent zu, sodass mit 46,56 Milliarden Euro 2019 eine neue Bestmarke aufgestellt wurde", erläutert Marcus Zorn, stellvertretender CEO von BNP Paribas Real Estate Deutschland.

Und für Immobilieninvestoren, insbesondere aus Europa, bleibt Deutschland weiterhin ein wichtiger Zielmarkt. "Deutschland hat aufgrund seiner föderalen Struktur und der nach wie vor vorhandenen wirtschaftlichen und politischen Stabilität gute Voraussetzungen, um auch in diesem Jahr weit oben auf der Einkaufsliste internationaler und einheimischer Investoren zu stehen", betont auch JLL-Fachmann Tschammler. 

2020 wird erneut ein Immobilienjahr

"Auch wenn nicht jedes Jahr ein neuer Rekord aufgestellt werden kann, spricht vieles für ein erneut überdurchschnittliches Transaktionsvolumen im Jahr 2020", sagt auch der BNP Paribas- Immobilienmarktexperte Bienkowski. Als Gründe führt er unter anderem an:

  • die verbesserten Aussichten für eine wieder anziehende Konjunktur, insbesondere im Dienstleistungsbereich,
  • eine weiterhin stabile bis positive Arbeitsmarktsituation,
  • eine Entspannung beim Handelsstreit zwischen den USA und China sowie dem Brexit
  • und weiter ansteigendes Kapital durch auslaufende deutsche Staatsanleihen.

Und letztere umfassen laut Jones Lang LaSalle in den kommenden fünf Jahren ein Volumen von mehr als 800 Milliarden Euro. Von denen werde ein Teil in Immobilien angelegt. Aufgrund der bereits hohen Preise in den Top-Metropolen, "dürfte es künftig zu einem moderaten Anstieg des Investitionsvolumens in B-Städten kommen". 

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