Zum Inhalt

Die Digitalisierung der Rechtsprechung kommt

Aktivieren Sie unsere intelligente Suche, um passende Fachinhalte oder Patente zu finden.

search-config
loading …

Künftig sollen Rechner mit künstlicher Intelligenz Recht sprechen.


Der Einsatz künstlicher Intelligenz soll nach Einschätzung von Experten künftig die Rechtsfindung vereinfachen. Während dies im angloamerikanischen Raum bereits möglich ist, hadert Europa noch. Aus gutem Grund.

"Wir irren uns nie!“, erklärt HAL 9000, der fiktive Computer des Raumschiffs Discovery. Erdacht hat sich die Szene Arthur C. Clarke und sie beschreibt, wie moderne Computersysteme eines Tages unfehlbare Entscheidungen treffen werden. Doch im Film "2001: Odyssee im Weltraum“, in dem Stanley Kubrick Regie führte, eskaliert die Situation. Es endet mit einem Desaster. Das alles aber ist Fiktion und - selbst Jahrzehnte nach dem Erscheinen des Films - kann noch keiner die Folgen künstlicher Intelligenz abschätzen. Alle aber hoffen auf wesentliche Erleichterungen für die Gesellschaft. Unter ihnen ist auch Professor Frank Kargl. 

Empfehlung der Redaktion

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Von der natürlichen über die künstliche zur Superintelligenz?

Die klassische KI‐Forschung orientiert sich an den Leistungsmöglichkeiten eines programmgesteuerten Computers, der nach der Churchschen These im Prinzip mit einer Turingmaschine äquivalent ist. Nach dem Mooreschen Gesetz wurden damit bis heute gigantische Rechen‐ und Speicherkapazitäten erreicht, die erst die KI‐Leistungen z. B. des Supercomputers WATSON ermöglichten.


Der Direktor des Instituts für Verteilte Systeme an der Uni Ulm sieht den Einsatz intelligenter Rechenmaschinen sogar in der Rechtsprechung für hilfreich. "Seit einiger Zeit ermöglichen es Data Science, neuronale Netzwerke und maschinelles Lernen, neue Ansätze für computergestützte Methoden zu entwickeln. Diese können den Prozess der Rechtsanwendung wesentlich unterstützen“, erklärt er. Als Beispiele nennt er sogenannte ‚Smart Contracts‘, "bei denen Verträge mit technischer Hilfe abgeschlossen werden können“. Sieht der juristische Alltag also so aus, dass Verträge aufsetzen, abschließen oder beispielsweise sich scheiden lassen alles vollautomatisch am PC stattfindet?

Vollautomatisierte Streitschlichtungsverfahren

Laut Kargl ist dies im angloamerikanischen Raum in Teilen bereits möglich. Dort hat sich mittlerweile eine entsprechende "Legal Tech"-Szene entwickelt und die nutzt diverse Technologien wie vollautomatisierte Streitschlichtungs- und Vollstreckungsverfahren. Im europäischen Rechtsraum allerdings stoßen diese Vorhaben auf eine eher geringe Resonanz. "Bislang fristen derartige Technologien in Europa allerdings ein Schattendasein“. Auch weil die technologischen Voraussetzungen computergestützter Methoden und der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Rechtsfindung noch zahlreiche Fragen aufwerfen.

In Betracht kommen aber auch Unterschiede in den Rechtskulturen. So sehen es zumindest Professor Heribert Anzinger von der Uni Ulm und Professor Ekkehart Reimer (Universität Heidelberg). Auch deshalb muss unter anderem auch der Frage nachgegangen werden, wie sich eine Digitalisierung des Rechts sowohl auf die juristische Methodologie als auch auf die konstitutionelle Demokratie auswirkt. Denn noch fehlt es selbst hochmodernen Rechnersystemen an der Fähigkeit zu Kognition, Emotion und Bewusstsein. Einer Grundvoraussetzung für komplexe Informationssysteme auf der Grundlage neuronaler Informationsverarbeitung wie es der Springer-Autor Klaus Mainzer in "Künstliche Intelligenz – Wann übernehmen die Maschinen“, Kapitel "Neuronale Netze simulieren Gehirne“ erklärt.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Neuronale Netze

Neuronale Netze sind Netzwerke aus Nervenzellen im Gehirn von Menschen und Tieren. Etwa 10 bis 100 Milliarden Nervenzellen besitzt das menschliche Gehirn. Der komplexen Verschaltung und der Adaptivität verdanken wir Menschen unsere Intelligenz und …

Die menschliche Persönlichkeit

Psychologie muss auch auf den biologischen, chemischen und letztlich physikalischen Grundlagen der Psyche basieren. Dies geschieht mit der Erkenntnis, dass die Psyche mit Bewusstsein und Unbewussten eine spezielle Form von Quanteninformation, der …

    Bildnachweise
    Digitale Rechtsprechung/© Andreas Burkert, AvePoint Deutschland GmbH/© AvePoint Deutschland GmbH, ams.solutions GmbH/© ams.solutions GmbH, Wildix/© Wildix, arvato Systems GmbH/© arvato Systems GmbH, Ninox Software GmbH/© Ninox Software GmbH, Nagarro GmbH/© Nagarro GmbH, GWS mbH/© GWS mbH, CELONIS Labs GmbH, USU GmbH/© USU GmbH, G Data CyberDefense/© G Data CyberDefense, Vendosoft/© Vendosoft, Kumavision/© Kumavision, Noriis Network AG/© Noriis Network AG, tts GmbH/© tts GmbH, Asseco Solutions AG/© Asseco Solutions AG, AFB Gemeinnützige GmbH/© AFB Gemeinnützige GmbH, Ferrari electronic AG/© Ferrari electronic AG, Doxee AT GmbH/© Doxee AT GmbH , Haufe Group SE/© Haufe Group SE, NTT Data/© NTT Data, Bild 1 Verspätete Verkaufsaufträge (Sage-Advertorial 3/2026)/© Sage, IT-Director und IT-Mittelstand: Ihre Webinar-Matineen in 2025 und 2026/© amgun | Getty Images