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05.09.2018 | Konsumentenkredit | Im Fokus | Onlineartikel

Ratenkredit-Anbieter setzt auf digitale und persönliche Beratung

Autor:
Barbara Bocks

In einem Klima des allgemeinen Filialsterbens eröffnet ausgerechnet ein Online-Ratenkredit-Spezialist seine erste eigene Filiale. Was die Gründe dafür waren und wie die Niederlassung bei den Kunden ankommt.

Ratenkredite bleiben beliebt bei deutschen Verbrauchern. Insgesamt verzeichnete die Schufa im vergangenen Jahr 17,9 Millionen Ratenkredite. Das entspricht einem Plus von 3,5 Prozent im Vergleich zu 2016. Das ist eines der Ergebnisse des aktuellen Schufa-Kreditkompass, der im Juli veröffentlicht wurde. Mit 97,8 Prozent wurden 2017 laut der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) nahezu alle dort gelisteten Konsumentenkredite zurückgezahlt. Diese Zahlen geben nicht nur stationären Kreditinstituten wie etwa der Targobank, Anlass zur Freude, sondern auch zahlreichen digitalen Wettbewerbern.

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"Die Büchse der Pandora ist geöff­net", beschreibt Stefan Graß von der Unternehmensberatung Cofinpro die Situation in der Branche. Der Kampf um die Kunden wird ihm zufolge immer intensiver. Dabei können sich die Banken im klassischen Ratenkreditgeschäft nicht mehr allein auf ihre Marke verlassen. "So genannte White-Label-Produkte haben weitgehend die gleiche Stellung wie der Kredit einer etablierten Bank erreicht", erklärt Graß im Artikel "Der eine kann nicht ohne den anderen", der in der Juli-August-Ausgabe des Bankmagazins erschienen ist. Oft böten die vermeintlichen "No Names" sogar bessere Leistungen – nämlich günstigere Konditionen und eine schnellere Auszahlung. Das belegen die Zahlen einer Untersuchung des digitalen Kreditportals Smava, die auf Daten der Bundesbank und der Schufa basieren. Wer seinen Ratenkredit im zweiten Quartal im Internet abschloss, zahlte im Schnitt 2,11 Prozentpunkte weniger Zinsen als im Bundesdurchschnitt, heißt es in der Auswertung. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist der Zinsunterschied im Schnitt um 0,44 Prozentpunkte gestiegen.

Filiale ergänzt digitales Angebot

Um sich im harten Wettbewerb von digitalen und stationären Konkurrenten abzuheben, ergänzt das Hamburger Fintech-Unternehmen Finanzcheck, ein Online-Vergleichsportal für Ratenkredite und private Finanzprodukte, seine digitalen Aktivitäten seit Mitte April mit einer stationären Filiale. "Wir haben uns dazu entschieden eine Filiale in der Hamburger Innenstadt zu eröffnen, nachdem Kunden immer wieder in unserem Firmensitz in Hamburg-Altona vorbei schauten, um ihren Kreditspezialisten persönlich zu sprechen", sagt Thorsten Smeets, Vertriebsleiter von Finanzcheck, gegenüber Springer Professional. "Die Filiale ist damit neben der telefonischen Beratung eine weitere Option für unsere Kunden mit uns in Kontakt zu treten", so Smeets weiter. Sie könne und solle die Online-Kanäle nicht ersetzen, sondern ergänzen.

"Entweder startet man seinen Kreditvergleich von zu Hause aus und vereinbart dann einen Termin in der Filiale oder man kommt direkt vorbei und vergleicht eigenständig vor Ort am internetbasierten Terminal", erklärt der Vertriebsleiter. Das Hamburger Fintech-Unternehmen baut sein Geschäft aber nicht auf Laufkundschaft auf, sondern versteht sich laut Smeets weiterhin als Technologie-Plattform für Konsumfinanzierung. Einen typischen Kunden hat Finanzcheck dabei nicht im Visier. "Unsere Kunden kommen aus sämtlichen Schichten der Bevölkerung, aus allen Branchen", sagt Smeets. Manche hätten einen Wunsch nach einem Auto, einer Renovierung oder auch mal nach einem Segelflugzeug. Andere nutzen Smeets zufolge die günstigen Zinskonditionen zum Umschulden alter Kredite.

Kreditspezialisten beraten vor Ort oder am Telefon

Je nach Terminlage ist die Finanzcheck-Filiale mit zwei bis drei Kreditspezialisten besetzt. Diese beraten die Kunden auch aktiv am Telefon, wenn gerade keine Beratung vor Ort stattfindet. Die Filiale werde von den Kunden so gut angenommen, dass das Unternehmen "die Idee in Betracht zieht, weitere Standorte in Großstädten zu eröffnen", heißt es. Auf ein ähnliches Mischmodell setzt auch die Lübecker Fintech-Gruppe Hypoport. Die knapp 550 Experten der hundertprozentigen Tochtergesellschaft Dr. Klein Privatkunden beraten laut eigenen Angaben bundesweit vor Ort zu Themen wie Baufinanzierung, Versicherung, Ratenkredit und Geldanlage.

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