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22.05.2020 | Mobilitätskonzepte | Infografik | Onlineartikel

Autobesitzer unterschätzen stark die Gesamtkosten ihres Pkw

Autor:
Christiane Köllner
1:30 Min. Lesedauer

Nur wenige Autobesitzer kennen laut einer aktuellen Studie die tatsächlichen Kosten ihres Fahrzeuges. Alternative Angebote wie der ÖPNV oder ein Elektroauto erscheinen daher weniger attraktiv. 

Autobesitzer in Deutschland unterschätzen die Gesamtkosten ihres eigenen Pkw systematisch um bis zu 50 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Stiftung Mercator geförderte Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, der Universität Mannheim und der Yale University. Die Forschungsarbeit ist im Fachjournal "Nature" erschienen.

Demnach bewerten Befragte die Gesamtkosten des Autobesitzes um durchschnittlich 221 Euro pro Monat zu niedrig, das seien nur 52 Prozent der eigentlichen Kosten, so die Studienautoren. Diejenigen, die sämtliche Kostenfaktoren berücksichtigten, schätzen diese immer noch um durchschnittlich 161 Euro beziehungsweise 35 Prozent zu niedrig ein. Neben dem Wertverlust werden vor allem Fixkosten wie Steuern und Versicherungen sowie Reparaturkosten unterbewertet. Einzig die Kosten von Diesel oder Benzin werden von den Verbrauchern im Durchschnitt korrekt bewertet.

Mehr Kostentransparenz beschleunigt nachhaltige Verkehrswende 

Die Tatsache, dass deutsche Autobesitzer die Gesamtkosten ihres privaten Pkw unterschätzen, führe laut den Forschern dazu, dass alternative Angebote wie der öffentliche Personennahverkehr und nicht-fossil betriebene Fahrzeuge weniger attraktiv erschienen.

Eine Hochrechnung der Forscher basierend auf vorhandenen Daten aus der Literatur habe ergeben, dass eine höhere Transparenz über die wahren Kosten des Autobesitzes im Optimalfall den Pkw-Besitz in Deutschland um bis zu 37 Prozent senken könnte. Auf diese Weise würden 17,6 Millionen Autos von den Straßen verschwinden. CO2-Emissionen von 37 Millionen Tonnen pro Jahr könnten auf diesem Wege eingespart werden – das entspräche 4,3 Prozent der deutschen Gesamtemissionen beziehungsweise 23 Prozent der Emissionen aus dem Transportsektor. Gleichzeitig könnte die Nachfrage nach E-Autos um bis zu 73 Prozent steigen. Die Nachfrage nach Bus- und Bahnverkehr könnte sich gleichzeitig um acht beziehungsweise zwölf Prozent erhöhen.

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