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14.03.2024 | Nachhaltigkeit | Im Fokus | Online-Artikel

Nachhaltigkeit braucht mehr Tempo und Investitionen

verfasst von: Annette Speck

2:30 Min. Lesedauer

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Den unternehmerischen Nutzen von Nachhaltigkeit haben weltweit inzwischen fast zwei Drittel der Führungskräfte erkannt. Eine erhebliche Steigerung gegenüber 2022. Bei den Investitionen in Nachhaltigkeitsmaßnahmen hakt es jedoch.

Bis zum Jahr 2050 werden die weltweiten Kosten für Klimaschäden auf 1,7 bis 3,1 Billionen Dollar pro Jahr steigen, prognostiziert eine im September 2023 veröffentlichte Studie. Angesichts solcher Summen ist Nachhaltigkeit schon aus wirtschaftlichen Gründen das Gebot der Stunde.

Das sehen immer mehr Führungskräfte ebenfalls so, wie die internationale Studie "A World in Balance 2023" des Capgemini Research Institutes belegt. Hierfür wurden 2.151 Führungskräfte in 13 Ländern in Europa, dem asiatisch-pazifischen Raum sowie Nordamerika im Spätsommer 2023 befragt.

Nutzen von Nachhaltigkeit höher als die Kosten

Demnach hat sich innerhalb eines Jahres der Anteil der Führungskräfte, die einen geschäftlichen Nutzen von Nachhaltigkeit erkennen, verdreifacht. Er stieg weltweit von 21 auf 63 Prozent (in Deutschland von 18 auf 67 Prozent). Gleichzeitig sank der Anteil derjenigen, die meinen, die Kosten von Nachhaltigkeitsinitiativen seien höher als der Nutzen, auf 24 Prozent.

ROI und gesetzliche Vorgaben sind entscheidend

Ausschlaggebend für die Einführung von ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsstrategien sind der Studie zufolge primär harte Fakten, wie der erwartete Return on Investment (74 Prozent) und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben (64 Prozent). "Das Umsetzungstempo allerdings ist noch nicht hoch genug", erklärt Julia Müller, Head of Sustainable Futures bei Capgemini Invent in Deutschland.

Investitionen in Nachhaltigkeit stagnieren

Vor allem machen die Unternehmen für die Nachhaltigkeitstransformation kaum mehr Geld locker: Laut der Studie sind die Investitionen in ökologische Nachhaltigkeitsmaßnahmen 2023 gegenüber dem Vorjahr branchenübergreifend lediglich um 0,01 Prozentpunkte des Gesamtumsatzes gestiegen. Bei der Berichterstattungstätigkeit, vor allem beim Messen und Erfassen von Scope-3-Emissionen, seien die Unternehmen weiterhin im Rückstand. Und auch im Bereich der Entwicklung nachhaltiger Produkte gebe es wenig Fortschritte.

Mit den Konzepten geht es voran

Immerhin arbeiten die Unternehmen eifrig an ihren Nachhaltigkeitskonzepten. So gaben 61 Prozent der Befragten an, ihre Firmen verfügten über Prioritätenlisten, welche Nachhaltigkeitsinitiativen sie in den kommenden drei Jahren umsetzen wollen (2022: 49 Prozent). Und 57 Prozent berichteten, das Geschäfts- oder Betriebsmodell werde aktuell auf Nachhaltigkeit ausgerichtet (2022: 37 Prozent).

Fokus liegt zunehmend auf sozialen Aspekten

Wie die Befragung belegt, konzentrieren sich 56 Prozent der Firmen derzeit verstärkt auf die soziale Dimension des ESG-Bereichs (Environmental Social Governance). Davon profitierten jedoch in erster Linie die eigenen Mitarbeiter, Beschäftigte in der Lieferkette interessieren offensichtlich weniger: Im Schnitt arbeiten nur 38 Prozent der Befragten ausschließlich mit Lieferanten zusammen, die existenzsichernde Löhne zahlen.

Große Erwartungen an generative KI

Auch das Trendthema Künstliche Intelligenz findet sich in der Studie wieder: Mehr als die Hälfte (59 Prozent) der Führungskräfte weltweit glaubt, dass generative KI eine Schlüsselrolle bei der Transformation ihrer Unternehmen in Richtung Nachhaltigkeit spielen wird.

Nachhaltigkeit muss Priorität haben

Ausgehend von den Befragungsergebnissen raten die Studienautoren Organisationen folgendes, um ihre Nachhaltigkeitsinitiativen zu beschleunigen:

  • Sicherstellen, dass Nachhaltigkeit im Vorstand Priorität hat
  • Verankern der sozialen Nachhaltigkeit in der Nachhaltigkeitsstrategie
  • Konzentration auf die genaue Quantifizierung von Scope-3-Emissionen
  • Kreislauforientiertes und integratives Design einführen
  • Schließen der Lücke zwischen Absicht und Handeln
  • Erforschen des Potenzials von Technologien zur Erreichung von Klimazielen

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