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02.09.2016 | Wissensmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Warum Erfahrungswissen so wertvoll ist

Autor:
Andrea Amerland
2 Min. Lesedauer

Wissen ist die wertvollste Ressource. Das haben auch viele Manager erkannt. Systematisches Wissensmanagement betreiben sie jedoch nicht. Das könnte fatale Folgen haben.

"In den vergangenen Jahren fand das Thema Erfahrung große Beachtung, da Unternehmen um den Verlust von Wissen (durch Stellenabbau oder infolge eines frühzeitigen Ruhestands) fürchteten", schreibt Springer-Autor Philipp Pirmanschegg über "Generationenübergreifendes Erfahrungslernen und Erfahrungswissen". Jetzt, da der demografische Wandel im Personalbestand vieler Unternehmen deutlich spürbar ist und in vielen Branchen Fachkräfte fehlen, analysiert erstmals eine Studie, wie Führungskräfte mit dem Erfahrungswissen ihrer Mitarbeiter umgehen.

Denn der bewusste Umgang mit der Ressource Erfahrung im Unternehmen spielt eine wichtige Rolle im globalen Wettbewerb, heißt es in der Zusammenfassung der Onlineumfrage "Erfahrung – der unsichtbare Erfolgsfaktor in Wirtschaftsunternehmen". 600 Führungskräfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden dafür von der FH Burgenland, der Rheinischen Fachhochschule in Köln und der FHS St. Gallen gemeinsam mit der Schweizer Kader Organisation (SKO), dem deutschen Verband "Die Führungskräfte“ und der österreichischen Zeitung "Die Presse" befragt.

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Die meisten Führungskräfte erkennen demnach, wie wichtig die Erfahrung für die Produktivität in der Wissensgesellschaft und für effiziente Abläufe ist. Aber nur ein Viertel gibt an, dass der Erfahrungsaustausch uneingeschränkt unterstützt wird, wobei große Unternehmen dabei systematischer vorgehen als kleinere und mittlere Unternehmen. Erstaunlicherweise hält die Mehrheit der befragten Führungskräfte Tools wie Intranets, Social Media-Plattformen, Experten-Netzwerke, Communities of Practice oder Methoden zum moderierten Wissens- und Erfahrungsaustausch wie World Cafés oder Storytelling für umwirksam. Stattdessen setzen Manager lieber auf herkömmliche Kommunikationsmodelle wie informelle Gespräche und Sitzungen.

Tools zum Wissensmanagement schneiden schlecht ab

Tools können beim Know-how-Transfer zwar unterstützen, aber ein erfolgreiches Wissensmanagement ist vor allem von der menschlichen Ebene abhängig, so die Springer-Autoren Werner Sauter und Christiana Scholz zur "Implementierung von kompetenzorientiertem Wissensmanagement" (Seite 31).

Deshalb ist ein grundlegender Kulturwandel im Bereich der Wissensteilung, Wissensnutzung und des Lernens im Unternehmen erforderlich. Dabei ist es notwendig, durch das Management die nötigen Voraussetzungen für die Implementierung der innovativen Wissensmanagementkonzeption zu schaffen. Die Autoren verdeutlichen in einer Grafik, wie die Rahmenbedingungen für ein kompetenzorientiertes Wissensmanagement idealerweise aussehen. 


Wollen Unternehmen den Erfolgsfaktor Erfahrungswissen systematisch fördern, spielt die intrinsische Motivation aller Mitarbeiter eine entscheidende Rolle. Das Wissensmanagement müsse also um Motivationsmanagement ergänzt werden, urteilen die Autoren. Persönliche Beziehungen, Entscheidungspartizipation, Tätigkeitsinteresse, Leistungsgerechtigkeit, Fairness und motivationszentrierte Mitarbeitergespräche sind demnach die Mittel der ersten Wahl, um die Kompetenzentwicklung zu fördern. Aber auch Anreizsystemen für den Austausch von Erfahrungswissen komme eine zentrale Bedeutung zu.

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