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E-Commerce treibt 2021 Zahlungstechnologien voran

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Händler, die ihr Geschäft in die Online-Welt verlagert haben, überleben. Wettbewerbsvorteile entstehen laut einer Studie aber erst durch die Anpassung an neue Technologien für den Zahlungsverkehr.

Covid-19 lässt den Online-Handel boomen und rückt in dessen Kielwasser den Blick auf die Zahlungsmethoden.


Mit der Corona-Pandemie haben sich die Zahlungsgewohnheiten der Verbraucher deutlich verändert. Im Zuge von Lockdowns und der vorübergehenden Pausierung im stationären Handel sowie Gastrogewerbe haben sich viele Offline-Geschäfte in die Online-Welt verlagert. Aber auch die Payment-Gewohnheiten an den Ladenkassen sind von der Verwerfung betroffen. Und was sich abzeichnet ist, dass Einzelhändler, die schon jetzt zukunftssichere, technisch fortschrittliche Zahlungslösungen integrieren, dem Trend über Jahre voraus sein werden, sofern sie jetzt investieren.

Tendenzen im E-Commerce

Wie der Payment-Service-Dienstleister Mollie prognostiziert, steht das Jahr 2021 unter dem Einfluss von fünf E-Commerce-Trends:

  • Kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) haben ihre lokalen Stärken gegenüber Big Playern wie Amazon identifiziert und setzen diese bewusst um. Dabei punkten sie mit fundierten Produktkenntnissen und persönlichem Zugang zu den Kunden. Online-Offline-Lösungen wie Click & Collect oder Gastronomie-Betriebe, die Ihre Angebote während des Lockdowns auf Liefer- und Imbissdienst umstellen, binden die Konsumenten auch weiterhin an ihre lokalen Versorger. Gleichzeitig werden KMU das Online-Erlebnis für ihre Kunden weiter verbessern, während sie ihre Angebote über tiefere Einblicke in ihren Kundenstamm genauer zuschneiden.
  • Während der Pandemie haben sich tausende Offline-Kunden an den digitalen Einkauf gewöhnt und werden diese Alternative auch nicht wieder gänzlich aufgeben. Erfolgreiche Einzelhändler werden ihre Online-Präsenz weiter verbessern und dafür sorgen, dass auch 2021 kein Kunde physisch Geschäfte betreten muss. Darüber hinaus werden sich weitere Einzelhändler auf Online-Handel und Lieferungen einlassen. KMU-Händler werden die Kaufabwicklung vereinfachen, um unabgeschlossene Bestellungen zu vermeiden, die Conversion-Rate zu steigern, Hindernisse zu beseitigen und Ihre E-Commerce-Angebote noch innovativer gestalten.
  • Software-Plattformlösungen werden die Effizienz von KMU fördern. Komplizierte Elemente des Geschäfts lassen sich KMU von Business-as-a-Service-Plattformanbietern (Baas) abnehmen, beispielsweise Versand, Marketing und Kundenservice. Durch diese Umverlagerung der zusätzlich anfallenden Aufgaben können sich kleinere Händler auf ihre Kernkompetenz und ihr Wachstum konzentrieren.
  • Zahlungsmethoden, die den Verbrauchern in finanziell unsicheren Zeiten einen größeren zeitlichen Spielraum einräumen, steigen in der Gunst der Online-Shopper. Fintechs wie Klarna dürften Online-Händler ermutigen, Später-Zahlen-Lösungen standardmäßig anzubieten.
  • Mit der neuen Heterogenität der Online-Kunden ist eine größere Vielfalt an angebotenen Zahlungslösungen und -methoden für Transaktionen zu erwarten. Sichere Zahlungsmethoden wie Kreditkarten werden Kunden für größere Transaktionen bevorzugen, für kleinere Beträge kommen mobile Zahlungsmethoden oder Fintech-Produkte zum Einsatz, für Abos das Lastschriftverfahren. KMU werden demzufolge ihre Zahlungsinfrastruktur an mehrere gängige Methoden anpassen.

Zahlungstechnologien im Fokus

Um diesen Trends zu begegnen, investieren viele Unternehmen derzeit in die Verbesserung ihrer Zahlungstechnologien. Das Ziel dieser Investitionen hat eine Studie von Forrester Consulting im Auftrag von Stripe unter 495 Entscheidungsträgern aus Einzelhandelsunternehmen, davon 221 aus dem europäischen Raum, sondiert. Demnach steht das Implementieren neuer Zahlungsmethoden mit 36 Prozent Zustimmung auf der Priorisierungsliste, die Diversifizierung der angebotenen Zahlungsanbieter folgt mit 29 Prozent und die Erfassung von mehr Kundendaten und Erkenntnissen aus Zahlungsvorgängen mit 27 Prozent.

Bei der Technologie für den Zahlungsverkehr sind die Händler darauf angewiesen, mit den Verbrauchertrends mit zu reifen. Daher erwarten sie von ihren Zahlungsanbietern erweiterte Funktionen. Mit 55 Prozent wünschten sich Einzelhändler am häufigsten Programme zur Kundenbindung. Mehr Einblicke zu Buchhaltung und Finanzen sind für 49 Prozent der Befragten ein Punkt, an dem die Zahlungsanbieter sich verbessern könnten. 47 Prozent wollen mit Karten verknüpfte Angebote, für weitere 44 Prozent wären Whitelabel-Softwareprodukte zur Kreditvergabe an Konsumenten wünschenswert.

Wachsende Herausforderungen an Zahlungsanbieter

In der direkten Zusammenarbeit mit den Zahlungsanbietern sehen Einzelhändler laut Studie ebenfalls Handlungsbedarf. Als nicht anwenderfreundlich beurteilen 45 Prozent die Anbieterdokumentation, 44 Prozent reichen die Reporting-Funktionen nicht aus. Support ohne ausreichende Erfahrung und mangelhafte Entwickler-Tools während der Integration bemängeln 43 Prozent.

Mit dem Online-Handel stoßen viele Händler erstmals das Fenster zum globalen Markt auf. Jedoch gaben 44 Prozent an, ihr Unternehmen verfüge nicht über das Verständnis länderspezifischer Richtlinien und Vorschriften, die hinsichtlich des Zahlungsverkehr erforderlich wären. Die größten Herausforderungen bei der Annahme grenzüberschreitender Zahlungen sehen 48 Prozent in der fehlenden internen Expertise zu Trends und der Zukunft von Zahlungsvorgängen. Jeweils auf 39 Prozent Zustimmung belaufen sich die Unsicherheiten beim Beziehungsaufbau zu lokalen Kartenzahlungen einlösenden Banken sowie die Annahme lokaler Zahlungsmethoden. Fehlende Unterstützung beim Devisenwechsel steht 34 Prozent der Studienteilnehmer einer internationalen Expansion entgegen.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Zahlungsvorgänge als Tool für mehr Wachstum verstanden werden und dabei veraltete Zahlungsinfrastrukturen, die wichtigen geschäftlichen Prioritäten wie einer internationalen Expansion oder neuen Einnahmequellen im Weg stehen, abgelöst werden sollten.

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