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12.10.2016 | Bürobau | Im Fokus | Onlineartikel

Erstmals "DGNB Diamant" vergeben

Autor:
Christoph Berger

 

Das 50Hertz Netzquartier in Berlin hat als erstes Gebäude weltweit die ergänzende Auszeichnung "DGNB Diamant" erhalten – neben dem DGNB Zertifikat in Gold. Damit überzeugt das Gebäude nicht nur im Hinblick auf nachhaltiges Bauen, sondern auch mit gestalterischer und baukultureller Qualität.

Am 1. September 2016 begann der Umzug für rund 650 Mitarbeiter des Stromübertragungsnetzbetreibers 50Hertz in die neue Unternehmenszentrale in Berlins Europacity Berlin im Zentrum der Hauptstadt. Fünf Jahre hatten Planung und Bau gedauert, Spatenstich und Grundsteinlegung erfolgte 2014, Richtfest war im Jahr 2015.

Das Gebäude umfasst 13 oberirdische und ein unterirdisches Geschoss. Es verfügt über eine Bruttogeschossfläche von etwa 24.000 Quadratmetern. Dabei wurde auf eine ökologische und nachhaltige Bauweise geachtet.

Die wichtigsten Nachhaltigkeitsaspekte sind laut dem Factsheet:

  • Abwärme-, Solarenergie- und Windenergienutzung,
  • ein hocheffizienter Wärmeschutz der hochtransparenten Gebäudehülle mit hoher Tageslichtverfügbarkeit und höchstem Außenraumbezug,
  • eine Unterschreitung der EnEV-Anforderungen: Wärmebedarf um 86 Prozent, Strombedarf um 21 Prozent, Primärenergiebedarf um 49 Prozent,
  • ein Raumklimakonzept: Heiz-/Kühldecken und thermisch aktive Betondecken auf niedrigem Temperaturniveau, Lüftung mit impulsarmer Quellluft über dem Fußboden,
  • eine Nutzungsvielfalt durch Dachterrassen, Balkone, eine Kindertagesstätte, ein Mitarbeiterrestaurant, Konferenzräume, einsehbares Stromnetz-Kontrollzentrum
  • eine erhöhte Barrierefreiheit,
  • die verwendeten Materialien erfüllen die höchste DGNB-Ökologie-Qualitätsstufe 4 und
  • 80 Prozent der verbauten Holzprodukte kommen aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Partizipatives Verfahren für den Innenausbau

Den Zuschlag für die Gestaltung der Zentrale hatte das Grazer Architekturbüro "Love architecture and urbanism" im Rahmen eines Architektenwettbewerbs im Jahr 2013 erhalten. Die Planung der Innenausstattung kommt von Kinzo Berlin. Als Generalunternehmer zeichnete das Bauunternehmen Züblin verantwortlich und für die Baugrube Porr / Stump Spezialtiefbau.

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Im Inneren des Gebäudes setzte man auf ein offenes, transparentes und kommunikatives Bürokonzept. Dieses wurde in einem partizipativen Verfahren entwickelt: Seit Planungsbeginn wurden die Mitarbeiter in Workshops und zahlreichen Dialogformaten an der konkreten Planung und Ausstattung beteiligt. So sei sichergestellt worden, dass eine Arbeitsumgebung entsteht, die den Anforderungen an den Arbeitsalltag sowie an Offenheit und Kooperation bestmöglich entspricht.

Teil der neuen Unternehmenszentrale ist außerdem auch die Ersatz-Leitwarte, das sogenannte Reserve Control Center (RCC) des Unternehmens. In Planung und Umsetzung wurde daher mit dem RCC ein anspruchsvolles Sicherheitskonzept berücksichtigt. Die Gesamtkosten des Baus belaufen sich auf 75 Millionen Euro – davon entfallen 60 Millionen Euro auf die reinen Bauleistungen, 15 Millionen Euro auf die Baunebenkosten und auf den Bau des RCC.

Handlungsempfehlungen für Architekten und Bauherren

Die neue, das DGNB Zertifikat ergänzende Auszeichnung "Diamant" ist das Ergebnis einer Pilotphase, die die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Bundesarchitektenkammer (BAK) unter fachlicher Begleitung des Bundes Deutscher Architekten (BDA) gestartet hatte. Daraus entstanden zwei Varianten. Bei der ersten Variante handelt es sich um Handlungsempfehlungen für Architekten und Bauherren. Diese werden in einer frühen Planungsphase der Projekte durch eine Kommission für Gestaltungsqualität projektindividuell zusammengestellt. Ziel der Empfehlung ist es, die gestalterische und baukulturelle Qualität positiv zu beeinflussen. In den "Kommentar: Vorbemerkungen" des Springer-Fachbuchs "HOAI-Kommentar" wird dazu die Bundesregierung zitiert: " Eine hohe Planungsqualität imBauwesen dient dem Schutz der Interessen von Bauherrn, Nutzern und Eigentümern von Gebäuden aller Art wie auch dem Schutz der Umwelt und der städtischen Umwelt einschließlich ihrerbaukulturellen Qualität und ihren erheblichen Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger."Die zweite Variante ist die Bewertung der umgesetzten Gestaltungsqualität bei fertig gestellten Gebäuden.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Trends bei Gebäuden und Prozessen

Quelle:
Projektmanagement im Hochbau

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Kommentar: Vorbemerkungen

Quelle:
HOAI-Kommentar

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