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18.11.2016 | Fintechs | Im Fokus | Onlineartikel

"Keine Angst vor Fintechs"

Autor:
Eva-Susanne Krah

Die Euro Finance Tech in Frankfurt am Main zeigt einmal mehr, dass disruptive Technologien das Bankgeschäft mit hoher Geschwindigkeit verändern. Doch für neue Ideen und Innovationen ist immer noch Raum.

Die Evolution der Finanzindustrie durch Fintechs ist bereits weit fortgeschritten. Dabei ist es aus Sicht von Florian Bliesch, Head of Mobile bei der Direktbank ING-Diba, gar nicht die Fintech-Szene selbst, die den Markt verändert, sondern die disruptive Kraft im gesamten Sektor. "Wir sollten keine Zeit verschwenden, Angst vor Fintechs zu haben, wir sollten auf die Kunden hören", fordert Bliesch auf der Euro Finance Tech in Frankfurt. 

Welche Veränderungen in den einzelnen Kundengruppen der etablierten Geldhäuser bevorstehen, machte Raza Perez, Vorstandsmitglied und Product Officer bei der Social-Trading-Plattform Ayondo, deutlich:

  • Die Mittelklasse als Verbraucherzielgruppe explodiert,
  • die Millennials übernehmen,
  • der Bedarf an Personalisierung und Convenience im Markt wächst.

Perez glaubt, dass in der Beratung dieser Zielgruppen eine Lücke klafft. So beschäftigten sich beispielsweise nur 30 Prozent der Finanzberater mit Kunden unter 40 Jahren. 

Fintechs suchen sich profitable Nischen

Arne Pache, Head of Digital Payments & Labs Central Europe beim Kreditkartenunternehmen Mastercard, weiß, warum Fintechs mit ihren Geschäftsmodellen so schnell Fuß fassen konnten. "Sie haben Cherry Picking bei profitablen Bankprodukten betrieben", erklärt er. Der Schlüssel für den Erfolg innovativer Finanzlösungen sei die Sicherheit, die Skalierbarkeit der Angebote, beispielsweise im Zahlungsverkehr und die Anwenderfreundlichkeit. 

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Banken haben laut Pache keine Wahl: Entweder sie imitieren die Modelle von Fintechs oder sie kooperieren mit ihnen. Das wurde auch auf der 2. Konferenz für Finanztechnologie von Bankmagazin und dem Center for Financial Studies (CFS) der Goethe-Universität Frankfurt am Main Mitte September deutlich. Matthias Ullrich, Autor des Beitrags "Fintech und digitales Banking - what's next", sieht im Springer-Buch "Digitale Bankenwelt" von Andreas Pfingsten (Hrsg.), dass Fintechs Banken brauchen. Denn aus Risikogesichtspunkten würden Kunden nicht ein Fintech zu ihrer Bank des Vertrauens machen. Aber bei Kooperationen, sobald eine große Marke dahinter stehe, würden die Angebote "deutlich besser fliegen", ist er überzeugt. Dies sei auch am Markt sichtbar.

Für Kreditinstitute ist es nach Meinung von Jonathan Prince, Mitgründer von Digicash Payments, wichtig, eine Vision zu haben und Chancen zu erkennen. Darüber hinaus müssten Geldhäuser auch andere Services anbieten, etwa Versicherungen. Prince warnt die Institute davor, sich im Zahlungsverkehr auf Partner wie Apple Pay zu verlassen. Anderer Meinung ist Stephan Schambach, CEO und Gründer von New Store. "Der Fehler deutscher Banken, nicht Apple Pay zu unterstützen, weil sie Giropay haben, schadet dem deutschen Handel".

Neue Finanztechnologie-Lösungen  

In einigen Nischen können jedenfalls immer noch neue Fintechs mit ihren Ideen das Bankgeschäft aufmischen. Das zeigten die Pitch-Runden auf der Euro Finance Tech, unter anderem mit:

  • Alyne, die als B2B-Regtech-Unternehmen Lösungen für Cybersecurity sowie Governance und Risk Management Services anbieten;
  • Ndigit, dem laut eigenen Angaben erste API-Marktplatz für Banken und Versicherer;
  • Diversifikator, Anbieter von ETF-Portfolios für kritische Berater und Anleger sowie Robo-Advisor-Module;
  • Fonmoney, ein B2C-Geldtransferdienstleister;
  • Blockchain Helix, mit Blockchain as-a-service; und
  • dem israelischen Big-Data-Start-up Bee Eye Technologies, das Scores und Predictive-Analysen für Banken und Kreditkartenunternehmen auf Basis von Verbraucherdaten bereitstellt.

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