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06.02.2019 | Immobilienwirtschaft | Im Fokus | Onlineartikel

Der Strukturwandel und die Immobilienwirtschaft

Autor:
Christoph Berger

Die Immobilienwirtschaft muss sich neu erfinden. Zumindest in Teilen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, in der die Einflüsse der Megatrends auf die Immobilienwirtschaft untersucht wurden.


Auch wenn der digitale Wandel derzeit in aller Munde ist: Laut der von OFB Projektentwicklung gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt herausgegebenen Studie "Transformation der Immobilienwirtschaft" üben vor allem die Urbanisierung sowie der sozio-demografische Wandel den stärksten Einfluss auf die Immobilienwirtschaft aus. Erst an dritter Stelle, mit einigem Abstand, taucht die Digitalisierung auf. Es folgen eine "außenpolitisch motivierte Geld und Wirtschaftspolitik" sowie die Megatrends Globalisierung und Nachhaltigkeit.

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Demnach nennen auch die nach ihrer persönlichen Einschätzung gefragten Entscheider die Flächennachfrage in Ballungsgebieten als größten Treiber für ihre Arbeit. Hier folgen auf den Plätzen 2 bis 5 die Niedrigzinsphase, der Fachkräftemangel, neue Arbeitswelten und die branchenübergreifende digitale Vernetzung. Ähnlich wie bei der Nachfrage nach den entscheidenden Trends tauchen die Themen Internet der Dinge, Plattformen oder Big Data erst im oberen Mittelfeld auf.

Neue Geschäftsmodelle? Oft Fehlanzeige.

So befasst sich auch Stavros Efremidis im Kapitel "Trends und Herausforderungen in der Wohnungswirtschaft" des Springer-Fachbuchs "Wohnimmobilien" mit der Entwicklung. Er schreibt darin unter anderem: "Heute finden die Menschen die Städte wieder zunehmend attraktiv, da sie ihnen viele Vorzüge bieten. Der Zugang zu Arbeitskräften und die Bandbreite am Arbeitsmarkt, die verfügbare Infrastruktur und Kapazitäten, die vielfältigen Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung und Optionen, den individuellen Lebensstil auszuleben, die sozialen Freiräume und begünstigte Chancengleichheit lassen die Attraktivität der Städte zunehmen." Gleichzeitig finde eine Haushaltsveränderung in Deutschland statt, es gebe eine Entwicklung zu immer mehr Einzelhaushalten. Der aktuelle Wohnungsbestand könne dies nur in begrenztem Maße leisten und entsprechend ausreichend geeignete kleine Wohneinheiten bereitstellen. Dies führe zu einer Wohnungsknappheit, obwohl die Bevölkerung in Deutschland insgesamt sinkt. Hinzu kommen noch weitere Gründe für die Wohnungsknappheit, die Efremidis in dem Kapitel auflistet.

Gefragt nach dem Einfluss des durch die Megatrends verursachten Strukturwandels auf das eigene Unternehmen, geht die Mehrheit der Befragten davon aus, dass dieser in den kommenden fünf Jahren massiv ansteigen wird. Nichtsdestotrotz erachten die die Befragten eine Hinterfragung des eigenen Geschäftsmodells aufgrund des Strukturwandels als weniger notwendig. Eher sehen sie einen Einfluss auf die unternehmerischen Prozesse. Da wundert es nicht, dass die Studienautoren monieren, "dass die Unternehmen die Risiken durch neue Marktteilnehmer oder veränderte Nutzeranforderungen infolge des Strukturwandels für ihr bestehendes Geschäftsmodell unterschätzen." Auch wenn es an Zeit und Personal zu fehlen scheint, Anpassungsstrategien zu entwickeln.

Projektentwickler als Zugpferde des Strukturwandels

Forderungen nach einem Strukturwandel, auch nach Veränderungen in den Organisationsstrukturen und nach Geschäftsmodellen geben. Diese würden immer stärker nach flexiblen Gebäuden fragen – und noch stärker nach einer Effizienzsteigerung bei der Flächenbereitstellung.

Den größten Einfluss auf ihr Geschäftsmodell durch den Strukturwandel erwarten schließlich die Projektentwickler. Multifunktionale Immobilien, Revitalisierungen im Bestand und intelligente Gebäude mit Gebäudeautomation würde für diese Gruppe an Bedeutung gewinnen. Hinzu kommen für sie ganzheitliche Dienstleistungen rund um das Gebäude.

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