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29.11.2023 | Investition | Infografik | Online-Artikel

KI und Nachhaltigkeit spielen für Investoren zentrale Rolle

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

2:30 Min. Lesedauer

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Investoren fürchten in Deutschland vor allem die Inflation, eine hohe wirtschaftliche Volatilität sowie den Klimawandel. Laut dem Global Investor Survey 2023 von Pwc erwarten sie hingegen positive Effekte vom Einsatz Künstlicher Intelligenz.

Die Teuerung (49 Prozent), eine starke Volatilität (46 Prozent) und der Klimawandel (41 Prozent) bereiten Investoren, die in Deutschland aktiv sind, derzeit die größten Sorgen. Allerdings sieht mehr als die Hälfte (54 Prozent) im Thema Nachhaltigkeit in den kommenden zwölf Monaten zugleich große Chancen für neue Wertschöpfung. Hierfür müssen die Unternehmen beim Nachhaltigkeitsreporting aber noch kräftig nachlegen. Denn das halten viele Beteiligungsgesellschaften für zumindest teilweise unzuverlässig, wie der aktuelle Global Investor Survey 2023 des Beratungshauses Pricewaterhouse Coopers (Pwc) von November ergibt.

Für die dritte Ausgabe der internationalen Studie haben 345 Investoren und Analysten aus verschiedenen Regionen und mit Schwerpunkten in unterschiedlichen Anlageklassen Rede und Antwort gestanden. Gut 100 investieren auch oder ausschließlich in Unternehmen mit Sitz in Deutschland. 

Schnelle Wertschöpfung mittels KI

Für 90 Prozent der professionellen Kapitalgeber führt eine schnelle Wertschöpfung vor allem über den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). Gleichzeitig bergen ihnen zufolge unzureichende Governance-Prozesse und Kontrollen sowie die Datensicherheit (jeweils 92 Prozent) das größte Risikopotenzial dieser Technologie. Dann folgt die Gefahr falscher Informationen.

"Es ist klar erkennbar, dass die großen globalen Veränderungen, allen voran der Klimawandel und die Digitalisierung, auch die Entscheidungen der Investoren immer stärker prägen", konstatiert Nadja Picard, Global Reporting Leader bei Pwc Deutschland. So sei für 86 Prozent der Befragten mit Blick auf ihre Investmententscheidungen zumindest teilweise wichtig, wie Unternehmen nachhaltigkeitsbezogene Risiken und Chancen managen. 

Nachhaltiges Engagement gefordert

Für 44 Prozent stellt die Adressierung des Klimawandels sogar einen der wichtigsten Bewertungsfaktoren hinter der Unternehmensführung (45 Prozent) dar. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten haben in der Vergangenheit bereits Investmentanteile abgestoßen, wenn ihnen das Portfoliounternehmen in Bezug auf ökologische, soziale und Governance-Aspekte nicht aktiv genug war. Fast drei Viertel (71 Prozent) erwägen, künftig so vorzugehen.

Kritik kommt allerdings mit Blick auf die Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen. Fast alle Kapitalgeber (98 Prozent) fürchten das sogenannte Greenwashing zumindest in einem gewissen Umfang. 17 Prozent der Investoren gehen sogar davon aus, dass dies in sehr großem Ausmaß stattfindet.

Als unzuverlässig in einem mittelren Ausmaß betrachten die Befragten vor allem

  • Angaben mit Blick auf Umwelt- und Sozialbelange (85 Prozent), 
  • andere verbalen Formen der Berichterstattung (82 Prozent) sowie 
  • Informationen zur Wesentlichkeitseinschätzung (81 Prozent).

Investoren wollen unabhängige Prüfung

"Die Unternehmen bemühen sich erkennbar um eine konsistente Nachhaltigkeitsberichterstattung", sagt Pwc-Expertin Picard. Doch offenbar werden die Verantwortlichen wie bereits in den Vorjahren den Anforderungen der Investoren an Informationen im Bereich ESG (Environment, Social, Governance) nicht gerecht. 

Als wichtigste vertrauensbildende Maßnahmen nennen 62 Prozent der Befragten die unabhängige Prüfung mit hinreichender Sicherheit, die sogenannte Reasonable Assurance. Entsprechende Prüfer sollten unbedingt über das erforderliche Fachwissen (90 Prozent) und Prüfungserfahrung zu komplexen Organisationen (86 Prozent) mitbringen. 

71 Prozent befürworten zudem, dass der Prüfer bestätigt, dass die Gesellschaft auch tatsächlich das getan hat, was sie im Bericht angegeben hat. Damit erhielte der Nachhaltigkeitsbericht ein ähnliches Anforderungsniveau wie ein Jahresabschluss und dem Prüfer fiele somit eine zentrale Rolle zu.

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