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Hoffnung auf Impfstoff gibt Substanzwerten Auftrieb

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Die Nachrichten zu bald verfügbaren Corona-Impfstoffen haben die Börsen beflügelt. Zugpferde sind die klassischen, konjunkturabhängigen Branchen. Damit könnten so genannte Value-Aktien vor einem Comeback stehen.

Mit den Nachrichten zu möglichen Corona-Impfstoffen hat sich der Wind an der Börse gedreht. Zyklische Papiere rücken wieder verstärkt in den Fokus der Anleger.


Die großen Gewinner der Corona-Krise waren bislang die Internet- und Technologiewerte. Ob Internet-Händler oder Anbieter von Software für Online-Konferenzsysteme, nach dem Ausverkauf im März machten ihre Aktien rasch Boden gut und erreichten vielfach neue Hochs. Dass die Bewertung dieser Wachstumswerte luftige Höhen erreichte, interessierte die Anleger nicht. 

Während Amazon & Co immer weiter stiegen, verlief die Erholung klassischer Substanzwerte weit zäher. Kein Wunder, waren Aktien aus traditionellen, konjunkturabhängigen Branchen wie Auto, Chemie oder Öl die großen Verlierer der Lockdown-Maßnahmen und des folgenden Konjunktureinbruchs.

Zyklische Titel rücken wieder in den Fokus der Investoren

Doch mit den Nachrichten zu möglichen Corona-Impfstoffen hat sich der Wind gedreht. Seit mehrere Biotechnologie- und Pharmafirmen positive Studienergebnisse gemeldet und die baldige Zulassung in Aussicht gestellt haben, feiern die Konjunkturzykliker eine Renaissance. "Zyklische Titel und werthaltige Klassiker rücken wieder verstärkt in den Fokus der Investoren", merkt Patrick Linden, Geschäftsführer Deutschland beim französischen Vermögensverwalter Clartan Associés, dazu in einer Markteinschätzung an.

Von ihren Allzeithochs sind die meisten Werte aber noch weit entfernt. Denn so positiv die Börsen die Nachricht zu Impfstoffen auch sind: Die Maßnahmen vieler Staaten gegen die noch immer hohen Zahlen positiver Corona-Tests bedeuten für die Konjunktur einen erneuten Härtetest. Selbst wenn der zweite Lockdown nicht so stark ausfällt wie im Frühjahr, bedeutet er für viele Branchen und Arbeitnehmer doch eine erhebliche Belastung. Die Folge: Investitionen und Konsumausgaben werden zurückgestellt. Bis der Zustand vor der Krise erreicht ist, wird es also noch einige Zeit brauchen.

Börsen stellen die Weichen früher

An der Börsen werden die Weichen aber schon früher gestellt. Bis die erhoffte Konjunkturerholung in den Quartalszahlen widerspiegelt, dürften die Kurse die Entwicklung schon vorweg genommen haben. Nicht unterschätzt werden sollte dabei der Effekt der Hilfspakete für die Wirtschaft und die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Beides zusammen könnte sich als Inflationscocktail erweisen, wenn die Wirtschaft wieder anspringt. Das wäre eine Steilvorlage für Substanzaktien, denn "historisch gesehen hat Value in inflationären Zeiten Growth übertroffen", wie Marco Pirondini, Leiter Aktien und US-Portfoliomanager bei Amundi, in einer Einschätzung betont.

Niedrige Bewertungen und eine solide Entwicklung stehen für künftige Renditen

Damit könnte sich die Geschichte wiederholen. Vor rund 20 Jahren erlebten Wachstumswerte schon einmal einen Boom. Die Kurse der Technologieunternehmen am Neuen Markt und an der Nasdaq erreichten damals abenteuerliche Niveaus, während vieler Anleger für die Aktien etablierter Firmen mit soliden Bilanzen und günstiger Bewertung nur ein müdes Lächeln übrig hatten. Wer damals gegen den Strom schwamm und auf Substanz setzte, handelte jedoch genau richtig. 

"Wenn die Geschichte ein Leitfaden für die Zukunft sein kann, sollte uns diese extreme Bewertungslücke daran erinnern, dass niedrige Bewertungen bei einer soliden Entwicklung der zugrunde liegenden Fundamentaldaten traditionell eine starke Quelle für zukünftige Renditen sind", betont Claus Vorm, stellvertretender Leiter des Multi Assets Teams von Nordea Asset Management. Und dies sei "normalerweise eine gute Anlagegelegenheit."
 

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