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17.11.2021 | Ladeinfrastruktur | Im Fokus | Onlineartikel

Ein Drittel der E-Auto-Ladevorgänge ist fehlerhaft

Autor:
Sven Eisenkrämer
3 Min. Lesedauer

In einem Feldversuch haben die Redaktionen von springerprofessional.de und ATZelektronik die Zuverlässigkeit und die Leistungsfähigkeit von öffentlicher Ladeinfrastruktur untersucht. Das Ergebnis ist keine gute Werbung für Elektromobilität.

Wie steht es um die öffentliche Ladeinfrastruktur in Deutschland? Die Anzahl der Ladepunkte für batterieelektrische Fahrzeuge hierzulande wächst weiter. Der Bundesnetzagentur sind allein im ersten Halbjahr 2021 4.677 neue Normalladepunkte (bis 22 kW Leistung) und 814 neue Schnellladepunkte (über 22 kW) gemeldet worden. Zum 1. Oktober 2021 waren es mit 41.239 Normal- und 6.845 Schnelladepunkten noch mal über 2.000 (normal) und 245 (schnell) mehr geworden. Und die Errichtung geht munter weiter, vor allem entlang der Autobahnen und an Knotenpunkten werden derzeit diverse neue Ladestationen errichtet.

Die reine Anzahl wächst also mit dem Bedarf. Doch wie die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Ladepunkte zu bewerten ist, das wollten die Redaktionen von springerprofessional.de und dem Automobilelektronik-Fachmagazin ATZelektronik herausfinden und haben dazu im Sommer 2021 einen Feldversuch gestartet und bis zum Herbst ausgewertet.

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01.11.2021 | Spezial | Ausgabe 11/2021

Feldversuch: Hohe Ladeleistung, viele Fehler

Elektromobilität soll die Zukunft sein, ein Baustein dazu ist die Ladeinfrastruktur. Nur wenn diese mindestens ausreichende Verfügbarkeit und Leistung bietet, ist ein Laden von Millionen von E-Fahrzeugen künftig möglich. Wie weit der Weg dorthin noch ist, zeigt ein aktueller Test zur Leistungsfähigkeit öffentlicher Ladepunkte von ATZelektronik und springerprofessional.de.

In der neuesten Ausgabe der ATZelektronik 11/2021 werden die Ergebnisse des Versuchs im Detail vorgestellt. In 90 reproduzierbaren aber alltagsnahen Ladevorgängen wurden Ladepunkte zum Laden eines batterieelektrischen Porsche Taycan genutzt und periodisch die anliegende Ladeleistung und andere Werte rund um die Ladung dokumentiert. Dazu wurden Standards für die Messungen entwickelt und wann immer technisch möglich ein Analyse-Tool von Juice Technology zur Messung eingesetzt.

Hohe Leistung, hohe Fehlerquote

Die Auswertung zeigt über alle Ladungen hinweg zwar eine hohe Zuverlässigkeit der Ladeleistung, aber auch eine Fehlerquote von 33 %. Die meisten Ladepunkte erreichten dabei die entweder angegebene oder durch die Fahrzeugtechnik begrenzte maximal mögliche Ladeleistung, sofern die Ladung fehlerfrei durchgeführt werden konnte.  

Bei den Wechselstrom-(AC-)Ladepunkten mit bis zu 22 kW Leistung war der häufigste Fehler, dass sich die Ladung erst gar nicht starten ließ, weder mit einer von drei verfügbaren RFID-Ladekarten noch per Smartphone-App. Andere aufgetretene Fehler waren plötzliches Abfallen der Ladeleistung bis zu einem Wert von <1 kW, Kommunikationsprobleme der Infrastruktur mit dem Fahrzeug oder auch komplett abgeschaltete Ladepunkte.

Bei der Fehleranfälligkeit besser abgeschnitten haben Gleichstrom-(DC-)Ladepunkte und davon am besten die HPC-Ladestationen (High Power Charger >100 kW). Unter allen DC-Ladungen gab es jedoch immer noch eine Fehlerquote in Höhe von 20 %. Die meisten Fehler entfielen wiederum darauf, dass Ladevorgänge nicht gestartet werden konnten oder sofort nach dem Start abbrachen und die Ladestation in einen Fehlermodus schaltete und sich nicht mehr aktivieren ließ. Zweithäufigster Fehler war eine erheblich geringere Ladeleistung als angegeben beziehungsweise zu erwarten: beispielsweise maximal <20 kW statt 75 kW oder maximal <100 kW statt der maximal möglichen Taycan-Ladeleistung von gemessenen 265 kW.

Fazit des Versuchs

Besonders die Fehlerquote, aber auch andere während des Tests aufgetretene Probleme wie die noch mangelnde Verfügbarkeit von Ladestationen vor allem in Innenstädten bestätigen herrschende Vorurteile: Das Laden von Elektrofahrzeugen wird noch zu häufig verhindert oder erschwert.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag mit allen Erkenntnissen, der genauen Erklärung der Versuchsmethodik sowie dem Kommentar zur Ladeinfrastruktur von springerprofessional.de-Chefredakteur Sven Eisenkrämer in der ATZelektronik 11/2021 – auch digital in der Fachbibliothek von springerprofessional.de


Transparenzhinweis: Den Redaktionen von ATZ/MTZ und springerprofessional.de wurde zur Durchführung des Feldversuchs ein Fahrzeug von Porsche entgeltfrei zur Verfügung gestellt. Den Redaktionen ist zudem ein Charging-Test-Kit von Juice Technology kostenfrei für Ladetests überlassen worden. Die Redaktionen führen ihre Tests und Bewertungen grundsätzlich unabhängig durch, eine kostenfreie Überlassung zu Testzwecken beeinflusst nicht die Beurteilung. 

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