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04.07.2018 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Umweltaspekte in das Controlling integrieren

Autor:
Sylvia Meier

Controlling wird mit Kennzahlen und nüchternen Fakten verbunden, selten jedoch mit dem Thema Umwelt. Eine Studie legt jedoch offen, wie wichtig es ist, Umweltaspekte mit dem Controlling zu verzahnen.

Experten erwarten, dass gerade ökologische Entwicklungen in naher Zukunft für Unternehmen zur Herausforderung werden können, wie beispielsweise Naturkatastrophen, extreme Wetterereignisse und Anpassungen an den Klimawandel. Erst in den vergangenen Monaten Mai und Juni haben starke Regenfälle und Unwetter in Deutschland für Überschwemmungen und eingestürzte Dächer gesorgt und hohe finanzielle Schäden verursacht. In vielen Bundesländern reagierte die Finanzverwaltung und versuchte durch steuerliche Entlastungen die Betroffenen zu unterstützen. Auch durch verheerende Stürme wurden in der Vergangenheit immer wieder Gebäude zerstört. Und es wird damit gerechnet, dass sich solche Szenarien wiederholen werden. Was bedeuten solche Umweltfaktoren für Unternehmen?

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2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

Umweltcontrolling und Umweltleistung

Für die kontinuierliche Verbesserung der betrieblichen Umweltsituation muss im Rahmen des Umweltcontrollings ein Umweltinformationssystem Unterstützung bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen des Umweltprogramms bieten.

                                    

DasThema Nachhaltigkeit ist dabei von großer Bedeutung. In vielen Firmen ist es deshalb heute selbstverständlich, auch entsprechende Aspekte fest im Wertesystem des Unternehmens zu verankern. Péter Horváth stellt in seinem Buchkapitel "Green Controlling – Umweltorientierung in der Unternehmenssteuerung" auf Seite 612 fest: "Eingebettet in die Diskussion zu Corporate Social Responsibility (CSR) geht es heute in den meisten Unternehmen nicht mehr allein um die reagierende Einhaltung von Nachhaltigkeitsnormen, sondern um die aktive Entwicklung von nachhaltigkeitsbasierten Unternehmensstrategien."

Umweltkennzahlen sind Teil der Strategie

In dem Beitrag "Mehr Umwelt ins Controlling" stellen Edeltraud Günther, Thomas Günther und Jan Endrikat die Ergebnisse einer Studie vor und stellen fest, dass Unternehmen die Notwendigkeit von Nachhaltigkeits- und Umweltthemen bereits erkannt haben und Umweltmanagement sowohl aus einer strategischen Perspektive als auch aus der Perspektive des Risikomanagements als wichtig erachten. Problematisch ist allerdings, dass obwohl die Unternehmensführung den hohen Stellenwert der Thematik erkennt, dieser Fakt aber in der Belegschaft häufig nicht ankommt. 

Es werden zwar vielfach Umweltkennzahlen ermittelt – an den Stellenwert ökonomischer Kennzahlen reichen sie jedoch kaum heran. Die Autoren verdeutlichen (Seite 36): "Zwar sind in vielen Unternehmen umweltbezogene Werte im Leitbild verankert, auffallend ist jedoch, dass diese von der Belegschaft oft nicht als motivierend wahrgenommen werden." Aus der Sicht der Autoren deutet der vergleichbar geringe Stellenwert von Umweltaspekten darauf hin, dass das Thema nicht ausreichend in das laufende Controlling integriert wird. Es scheint hierauf noch nicht ausreichend vorbereitet zu ein: "Die Studie macht deutlich, dass vielen Controllern zentrale Instrumente des ökologieorientierten Controllings, wie zum Beispiel die Materialflusskostenrechnung, die Umweltbilanzierung oder Life Cycle Assessments, unbekannt oder nur wenig bekannt sind."

Umweltcontrolling im Unternehmen etablieren 

Péter Horváth spricht sich für ein integriertes Umweltcontrolling aus (Seite 619): 

Ein Umweltcontrolling als isolierte Controllingaufgabe darf es u.E. nicht geben. Controlling ist ganzheitlich wahrzunehmen!"

Seiner Definition nach ist unter Umweltcontrolling die spezifische und explizite Einbindung von ökologischen Aspekten in die Unternehmenssteuerung zu verstehen. Horváth verweist darauf, dass im Sinne der "Triple Bottom Line"

  • ökonomische,
  • ökologische und
  • soziale Ziele 

aufeinander abzustimmen sind. Koordinative Aspekte durch das Umweltcontrolling sind laut Horváth

  • die Einbindung des Umweltcontrollings in das Unternehmenscontrolling,
  • die Abstimmung zwischen Umweltmanagement und Umweltcontrolling,
  • die integrative Gestaltung des Controllingprozesses im Sinne der "Triple Bottom Line",
  • die Einbindung von Umweltaspekten in die klassischen Controllinginstrumente,
  • die Einbeziehung auch unternehmensexterner Effekte sowie 
  • der Umstand, dass Umweltmanagement und Controlling voneinander lernen können.

Interessant ist, dass laut Horváth eine Abstimmung zwischen Umweltmanagement und Umweltcontrolling stattfinden soll. Doch hier zeigt das von Edeltraud Günther, Thomas Günther und Jan Endrikat vorgelegte Studienergebnis, dass in vielen Unternehmen das Umweltmanagement und das Controlling als strikt getrennte Bereiche betrachtet werden. Dass es jedoczh auch anders geht, zeigen Beispiele wie Bosch, BASF, die Deutsche Post DHL Group, Puma oder auch SAP. 

Die Autoren sprechen sich dafür aus, Umweltthemen in den Anreizstrukturen zu verankern. Ihrer Ansicht nach sollten Vergütungssysteme sowie Karriereentwicklungsmaßnahmen eine Umweltorientierung des Unternehmens widerspiegeln. Außerdem empfehlen sie die Einrichtung einer "Green Controlling Task Forces", um einen stärkeren Austausch zwischen Umweltexperten und Controllern im Unternehmen zu gewährleisten. Sie schlagen vor: "Letztlich können wechselseitige Weiterbildungen helfen, Controlling-Expertise in das Umweltmanagement zu bringen und umgekehrt Umwelt-Know-how in das Controlling zu integrieren."

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