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17.07.2020 | Investmentbanking | Nachricht | Online-Artikel

Corona-Nachbeben lässt Zinserwartung weiter abrutschen

verfasst von: Swantje Francke

2:30 Min. Lesedauer

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Steigende Zinsen sind ein Szenario, an das im Investmentmarkt kaum noch jemand zu hoffen wagt. Die Hoffnungen liegen einer Umfrage zufolge wieder einmal bei Gold und europäischen Aktien.

Nach der ersten, auf den Corona-Crash folgenden Erholungswelle bleibt die Stimmung am Investmentmarkt trübe. Vor allem beim Thema Zinsen rutscht das Sentiment im Citi-Investmentbarometer um 20 Punkte von plus neun auf minus elf Punkte ab, was das Gesamtbarometer im zweiten Quartal 2020 in Mitleidenschaft zieht. Gab es nach dem Allzeit-Tief im dritten Quartal 2019 noch Anzeichen für eine Erholung, sind nun die positiven Zinserwartungen zunichte gemacht.

Auf absehbare Zeit keine steigenden Zinsen

Laut Umfrage rechnen lediglich noch elf Prozent der Umfrageteilnehmer mit steigenden Zinsen, während diesen Optimismus im ersten Quartal des Jahres noch 29 Prozent teilten. Vielmehr glauben nun 65 Prozent der Befragten an eine Seitwärtsbewegung der Zinsen – 21 Prozent mehr als noch im ersten Jahresviertel.

Auf mittlere Frist hin halten dann auch die wenigsten steigende Zinsen in der Eurozone für wahrscheinlich. Während eine Zinserholung nur knapp Prozent für möglich halten, glaubt die Mehrheit der Anleger, nämlich 66 Prozent, an einen anhaltenden Seitwärtstrend der historisch niedrigen Zinsen im kommenden Jahr.

Gold- und Aktienkurse im Aufwind

Hoffnungsträger ist, wie in jeder Krise, das Gold. Die Popularität von physischem Gold verbessert sich in der Umfrage von 24 Punkten im Vorquartal auf 37 Punkte. Erwartungsgemäß schlägt dies auf die Kurserwartungen durch. Mit 54 Prozent gehen mehr als doppelt so viele Befragungsteilnehmer als noch im ersten Quartal davon aus, dass der Preis der Feinunze kurzfristig steigen wird. Auf mittlere Sicht zeigt sich ein nahezu identisches Stimmungsbild bezüglich des Edelmetalls.

Ein weniger deutliches Bild ergibt die Frage nach der vermuteten Entwicklung von Aktien. Auf einen Zeithorizont von drei Monaten betrachtet halten sich Bullen- und Bärenlager hinsichtlich europäischer Aktien in etwa die Waage sowie unverändert zum ersten Quartal des Jahres: Die Bullenquote der Befragten liegt bei ungefähr 30 Prozent, die des Bärenlagers bei 28 Prozent der Anleger. Mit den kommenden zwölf Monaten steigt dann der Optimismus: die Bullenfraktion wächst auf 50 Prozent und glaubt an steigende Notierungen.

Vorsicht trotz Markterholung

Weniger positiv lautet die Investoreneinschätzung für US-Aktien. Gingen im Vorquartal noch ungefähr gleich viele Umfrageteilnehmer von kurzfristig steigenden (32 Prozent) beziehungsweise sinkenden Kursen (35 Prozent) aus, haben sich die beiden Lager nun um zehn Prozentpunkte auseinander bewegt, zugunsten des Lagers derer, die fallende Kurse für wahrscheinlich halten: 28 Prozent (steigend) versus 37 Prozent (fallend).

"Das aktuelle Citi-Investmentbarometer wurde unmittelbar nach beziehungsweise in der Erholungswelle vom Corona-Crash erhoben. Auch wenn die Märkte sich seitdem beispiellos erholt haben, hallt dieses Beben doch in den Umfragewerten nach", kommentiert Dirk Heß, Co-Head EMEA Public Listed Products Sales & Distribution bei Citigroup Global Markets Europe. "Das sieht man auch nicht zuletzt an den Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich des Zinsniveaus und der Krisenwährung Gold. Ob die Marktteilnehmer mit ihrer Vorsicht richtig liegen, wird wohl auch vom Auftreten einer möglichen zweiten Pandemie-Welle abhängen."

Alle tagesaktuellen Beiträge rund um die Corona-Krise finden Sie hier

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