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Über dieses Buch

Priska Sprenger untersucht Prozesse bei der strukturierenden Mengenwahrnehmung und strukturnutzenden Anzahlbestimmung von Kindern im Elementarbereich. Sie führt dazu eine Interventionsstudie im Pre-, Post-, Follow-up-Design mit 95 Kindern durch und entwickelt ein Auswertungsverfahren auf Basis einer Datentriangulation. Analysiert wird, welchen Mehrwert Eye-Tracking bieten kann, um Einblicke in den nicht sichtbaren Prozess der Mengenwahrnehmung zu gewinnen sowie welche Strukturen Kinder wahrnehmen und wie sie diese zur Anzahlbestimmung nutzen. Außerdem wird untersucht, ob eine Strukturwahrnehmung und -nutzung auf eine spielerische Art und Weise gefördert werden kann. Die Ergebnisse der Studie bieten Anknüpfungspunkte für die Gestaltung der frühen mathematischen Bildung und für weitere Forschung, sowohl im vorschulischen als auch im schulischen Bereich.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Über Beobachtetes nachdenken, Interpretationen ableiten, wiederholtes Durchdenken, Interpretationen verändern und anpassen – ein solch zirkulärer Prozess des Reflektierens und (sich selbst) immer wieder Überprüfens hat mich schon immer fasziniert. Das Zitat von Humboldt greift die Idee eines solchen Kreislaufs auf und insbesondere die Unterscheidung „des Denkenden von dem Gedachten“ drückt in poetischen Worten aus, was nicht nur in der qualitativen Forschung von Bedeutung ist: Das Unterscheiden zwischen einer subjektiven Person (dem Denkenden) und dem, was diese Person interpretiert (dem Gedachten) und dass das eine nicht unabhängig von dem anderen stehen kann. Einen Forschungsprozess möglichst transparent darzustellen und zu gestalten, so dass eben diese Unterscheidung nachvollziehbar dargestellt ist, war für mich eine Motivation und Herausforderung zugleich.
Priska Sprenger

Kapitel 2. Strukturierende Mengenwahrnehmung und strukturnutzende Anzahlbestimmung

Zusammenfassung
Strukturierungsprozesse sind eine wichtige Grundlage, um erfolgreich Rechnen zu lernen. In zahlreichen Modellen zur Zahlbegriffsentwicklung sowie zur Entwicklung arithmetischer Konzepte sind das Wahrnehmen und Nutzen von Strukturen wesentliche Aspekte (z. B. Baroody, Lai & Mix, 2006; Lüken, 2012a, 2012b; Mulligan et al., 2013; Mulligan & Mitchelmore, 2018). Aus diesem Grund wird in diesem Kapitel der Fokus auf eine strukturierende Mengenwahrnehmung und eine strukturnutzende Anzahlbestimmung gelegt sowie diese beiden Prozesse in ihren unterschiedlichen Facetten beleuchtet.
Priska Sprenger

Kapitel 3. Visuelle Wahrnehmung und visuelle Aufmerksamkeit

Zusammenfassung
Der Begriff der Wahrnehmung wurde in dem theoretischen Modell zur Mengenwahrnehmung und Anzahlbestimmung (vgl. Abb. 2.​3, Abschn. 2.​3) bereits verwendet, ohne dessen Hintergründe näher zu beleuchten. Aus diesem Grund soll an dieser Stelle die Wahrnehmung aus kognitionspsychologischer Sicht betrachtet werden. Ein Ziel dabei ist es, Anknüpfungspunkte zwischen Kognitionspsychologie und Mathematikdidaktik aufzuzeigen.
Priska Sprenger

Kapitel 4. Forschungsfragen

Zusammenfassung
Zahlreiche Studien belegen, dass eine strukturierende Mengenwahrnehmung und eine strukturnutzende Anzahlbestimmung eine wichtige Grundlage für erfolgreiches Rechnen darstellen (vgl. Kap. 2). Dass der Anzahlerfassung die beiden Prozesse der Wahrnehmung und der Bestimmung zugrunde liegen, basiert auf theoretischen Überlegungen (vgl. Abschn. 2.​3) und wird in der vorliegenden Studie angenommen. Insbesondere Aussagen zur Wahrnehmung treffen zu können ist herausfordernd, da der Wahrnehmungsprozess mental erfolgt und nicht direkt beobachtbar ist (vgl. Abschn. 3.​1).
Priska Sprenger

Kapitel 5. Methodologische Überlegungen

Zusammenfassung
Ob ein qualitatives Interview eine adäquate Methode zur Untersuchung von Wahrnehmungs- und Bestimmungsprozessen bei fünfjährigen Kindern sein kann, wird zunächst kritisch diskutiert. Um Einblicke insbesondere in den Wahrnehmungsprozess zu erhalten, liegt es nahe, Eye-Tracking als Erhebungsinstrument zu nutzen. Um im weiteren Verlauf dieser Arbeit die erste Forschungsfrage beantworten zu können, die nach dem Beitrag von Eye-Tracking Daten für ebensolche Einblicke in die Wahrnehmung fragt, werden zunächst einige theoretische Überlegungen angestellt.
Priska Sprenger

Kapitel 6. Gütekriterien qualitativer Forschung

Zusammenfassung
Immer wieder wird dahingehend Kritik geübt, dass die klassischen Gütekriterien Validität, Reliabilität und Objektivität nicht ohne weiteres auf die qualitative Forschung übertragen werden können (Döring & Bortz, 2016, S. 107; Fuhs, 2007, S. 17; Kuckartz, 2016, S. 203; Mayring, 2015, S. 125; Mayring, 2016, S. 140; Steinke, 1999, S. 206). Qualitative Interviews sind beispielsweise immer kontextabhängig und werden kaum identisch sein, wenn die Interviews an mehreren Erhebungszeitpunkten wiederholt werden (Helfferich, 2011, S. 155). Demnach kann qualitative Forschung nach den klassischen Gütekriterien standardisierter Verfahren weder objektiv noch reliabel sein.
Priska Sprenger

Kapitel 7. Studiendesign

Zusammenfassung
In den folgenden Abschnitten wird die vorliegende Studie näher beschrieben. Der zeitliche Ablauf, die Stichprobe, das Setting sowie der Interviewablauf stellen wichtige Informationen zur Durchführung des qualitativen Interviews dar. Einblicke in die durchgeführte Intervention werden gegeben, sowie ein Überblick über die der Hauptstudie vorangegangenen Pilotstudie.
Priska Sprenger

Kapitel 8. Auswertungen

Zusammenfassung
Die vorliegende Studie wird in der qualitativen Forschung verortet (vgl. Kap. 6). In den folgenden Abschnitten wird im Sinne der intersubjektiven Nachvollziehbarkeit (vgl. Steinke, 1999, S. 207) beziehungsweise einer möglichst exakten Verfahrensdokumentation (vgl. Mayring, 2016, S. 145) differenziert dargelegt, wie die qualitativen Analysen durchgeführt wurden. An ausgewählten Stellen werden quantitative Verfahren genutzt, um Aussagen über den Wahrnehmungs- und Bestimmungsprozess zu gewinnen (vgl. Abschn. 9.​3.​4).
Priska Sprenger

Kapitel 9. Ergebnisse

Zusammenfassung
Im Folgenden werden die Ergebnisse zur Beantwortung der drei Forschungsfragen ausgeführt (vgl. Kap. 4). Die erste Forschungsfrage „Welchen Beitrag kann Eye-Tracking leisten, um Einblicke in die Wahrnehmungs- und Bestimmungsprozesse von Kindern im letzten Kindergartenjahr bei der Anzahlerfassung zu erhalten?“, wird in Abschnitt 9.1 beantwortet. Es folgt Abschnitt 9.2, bei dem die zweite Forschungsfrage „Welche Strukturen nehmen Kinder im Vorschulalter wahr und wie nutzen sie diese Strukturen, um die Anzahl zu bestimmen?“ im Fokus steht.
Priska Sprenger

Kapitel 10. Zusammenfassende Darstellung des Forschungsprojektes

Zusammenfassung
Zahlreiche Studien belegen, dass Strukturierungsprozesse bei der Anzahlerfassung eine wichtige Grundlage für den Erwerb arithmetischer Fähigkeiten (vgl. Abschn. 2.​4.​1) und somit für ein erfolgreiches Rechnenlernen in der Grundschule darstellen (vgl. Abschn. 2.​4.​2). Die Relevanz von Strukturierungsprozessen legt demnach die Notwendigkeit dar, diese bereits im Kindergarten gezielt zu fördern. In der vorliegenden Studie wird zwischen einer strukturierenden Mengenwahrnehmung und einer strukturnutzenden Anzahlbestimmung unterschieden.
Priska Sprenger

Kapitel 11. Kritische Reflexion der Studie und Fazit

Zusammenfassung
Im Folgenden werden ausgewählte Aspekte der Studie kritisch reflektiert, um Limitationen der Studie aufzuzeigen (vgl. Limitationen als qualitatives Gütekriterium in Kap. 6). Zum einen wird dazu auf die Stärken und Schwierigkeiten in Zusammenhang mit Eye-Tracking fokussiert und zum anderen auf die Spezifika der Studie im Allgemeinen eingegangen.
Priska Sprenger

Kapitel 12. Implikationen für Forschung und Praxis

Zusammenfassung
In der vorliegenden Studie wurden Prozesse bei der strukturierenden Mengenwahrnehmung und der strukturnutzenden Anzahlbestimmung bei Kindern im letzten Kindergartenjahr untersucht. Aus den in Kapitel 9 dargestellten Ergebnissen lassen sich Implikationen ableiten, welche zum einen die Relevanz der Studie für die Forschung und zum anderen Anknüpfungspunkte in der Praxis verdeutlichen (vgl. Relevanz als Gütekriterium qualitativer Forschung in Steinke, 1999 sowie Kap. 6). In den folgenden Ausführungen wird jeweils zunächst ein Ergebnis der Studie aufgegriffen und daraus weiterführende Fragestellungen im Hinblick auf Forschung und Praxis abgeleitet Am Ende des Kapitels werden weitere sich ergebende Implikationen beschrieben, die sich aus dem Kontext der Studie ableiten lassen.
Priska Sprenger

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