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05.12.2018 | Zahlungsverkehr | Im Fokus | Onlineartikel

So kommen Spendengelder in Krisenregionen an

Autor:
Jan Kolk

Technologischer Fortschritt ermöglicht heute eine Kommunikation, die vor wenigen Jahren noch undenkbar war. Das gilt aber nicht für Entwicklungs- und Krisenländer. Daher müssen Hilfsorganisationen bei Geldtransaktionen einiges beachten, erklärt Jan Kolk im Gastbeitrag.

Was vielerorts selbstverständlich erscheint, stellt einige Regionen der Welt vor erhebliche Herausforderungen. Entwicklungsländer kämpfen oft darum, den Anschluss an die digitale Welt nicht zu verlieren. Beim grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr wird dieses Gefälle besonders deutlich. Insbesondere globale Hilfsorganisationen, die etwa Gehaltszahlungen, Spendengelder und Projektfinanzierungen über Grenzen hinweg transferieren müssen, sind auf effiziente Lösungen angewiesen. Für einen wirkungsvollen Einsatz von Spendeneinahmen, ist die Gewährleistung eines sicheren und reibungslosen Zahlungsverkehrs maßgeblich. Die Probleme hierbei sind vielfältig, können aber meist gelöst werden.

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Die helfende Hand in Fesseln

Jedes Land hat seine eigenen regulatorischen Anforderungen und arbeitet nach individuellen wirtschafts- und sozialpolitischen Faktoren. Das beeinflusst auch die Wechselkurse und macht grenzüberschreitende Zahlungsprozesse vor allem in Krisenregionen noch komplexer. Die Hilfsorganisationen können oft nicht vorhersagen, wie viel Geld am anderen Ende der Transaktion beim Empfänger ankommt – mit zum Teil fatalen Folgen. Die Unterstützer von privaten Hilfsorganisationen, wie etwa die Welthungerhilfe, müssen sich auf eine vertrauenswürdige Weitervergabe der Spenden verlassen können.

Zudem ist in Krisengebieten eine schnelle und bedarfsorientierte Hilfe wichtig. Die Verfügbarkeit liquider Mittel ist bei Hilfsprogrammen ein entscheidender und kritischer Erfolgsfaktor. Oft dauert es aber Wochen bis die Gelder ihr Ziel erreicht haben. Zudem bleibt der Zahlungsprozess wenig transparent, insbesondere, wenn mehrere Finanzdienstleister beteiligt sind. Ein häufiges Problem ist der Zahlungsnachweis, da die beauftragende Bank und das Empfängerinstitut oft durch mehrere Korrespondenten getrennt sind. Für Nichtregierungsorganisationen (NGOs) ist es daher schwer, finanzielle Hilfsleistungen zu geben – zum Nachteil der Hilfsprojekte und des Vertrauens privater Geldgeber.

Großer Aufwand für Finanzdienstleister

Auch für die involvierten Finanzinstitute ist die Situation schwierig. Strengere und sich weiterentwickelnde Vorschriften erfordern einen erheblichen Zeit- und Ressourcenaufwand. Sie sorgen dafür, dass nur wenige Banken bereit sind, in diesem Bereich tätig zu werden. Zu den größten Herausforderungen bei der Realisierung eines effizienten grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs gehört der fehlende Wettbewerb zwischen den lokalen Banken. Die Dominanz dieser Banken führt dazu, dass wenig kompetitive Devisenkurse angeboten werden. Das bindet hiesigen Finanzinstituten die Hände. Leidtragende sind die Hilfsorgansiationen.

Doch trotz veralteter Bankensysteme und technologischer Verzögerungen senden Finanzinstitute, Hilfs- und Entwicklungsorganisationen und internationale Konzerne regelmäßig Zahlungen, Gehaltsabrechnungen und liefern Gelder in lokalen Währungen an Schwellenländer. Fundierte Kenntnisse des Bankensystems und der Wirtschaft eines bestimmten Landes helfen ihnen dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Zahlungsdienstleister mit lokalen Bank-Partnern helfen

Hierzu gehört unter anderem die Kooperation mit einem globalen Zahlungsdienstleister, der sich auf die Zahlung von Geldern in die Entwicklungsländer spezialisiert hat. Dessen Partnerschaften mit lokalen Korrespondenzbanken erweisen sich als besonders nützlich, da so Zugang zu bestmöglichen Wechselkursen für Zahlungen in einer lokalen Währung gewährt werden kann. Das schafft einen für sie günstigen, lokalen Wettbewerb, von dem sie sonst nicht profitieren würden. Zudem sichert eine gewissenhafte Transaktionsinfrastruktur nicht nur die effektive Verwendung von Spendengeldern, sondern auch deren Fortbestehen – das schafft Transparenz und Vertrauen bei allen Beteiligten.

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