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Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank ist abgesagt

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Die Commerzbank und die Deutsche Bank werden nicht zusammengehen. Beide Geldhäuser geben bekannt, dass eine Fusion nicht im Interesse der jeweiligen Aktionäre sowie anderer Interessengruppen gewesen wäre.

In der deutschen Bankenbranche wird es vorerst keine Fusion zur "Deutschen Commerz" geben.



Eine mögliche Konsolidierung der beiden großen Geldhäuser in der Bundesrepublik hat die Finanzbranche in den vergangenen Wochen in Atem gehalten. Auf erste Gerüchte und Dementis folgten politische Ränkespiele sowie offizielle Gespräche der Bankvorstände. Bald darauf gingen Mitarbeitervertreter auf die Barrikaden. Nun wurde die Fusion offiziell abgesagt.

Risiken und Kosten waren einfach zu hoch

Martin Zielke, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank, kommentierte die Entscheidung in einer Pressemitteilung: "Es war sinnvoll, diese Option einer innerdeutschen Konsolidierung zu prüfen. Für uns war aber von Anfang an klar: Mit einem Zusammenschluss müssten wir höhere und nachhaltigere Renditen für unsere Aktionäre erreichen und die Leistungen für unsere Kunden verbessern können." Auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, die Restrukturierungskosten und die Kapitalanforderungen, die mit einer solchen Integration einhergehen, habe ein Zusammenschluss keinen ausreichenden Mehrwert bieten können. 

Auf die Risiken einer Fusion zwischen Commerzbank und Deutscher Bank weist Tobias Berg, Associate Professor an der Frankfurt School of Finance & Management, im Interview mit dem Bankmagazin hin. "Dauerhaft bestehender Nachteil einer Fusion ist die Zunahme an Komplexität", warnt er in der Mai-Ausgabe. Überdies sei das Management nach einem solchen Zusammenschluss für viele Jahre damit beschäftigt, die Integration auf operativer Ebene umzusetzen. Das ist schon der Deutschen Bank mit der Postbank oder der Commerzbank mit der Dresdner Bank schwergefallen. Stefan Müller, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Wertpapieranalyse fügt im Bankmagazin-Beitrag hinzu: "Banken fusionieren können wir in Deutschland wohl nicht."

Deutsche Bank prüft jetzt ihre Alternativen

Die hohen Risiken und Kosten, die mit einer Großfusion verbunden gewesen wären, nennt auch die Deutsche Bank als Grund für das Scheitern der Fusion. "Nach gründlicher Prüfung ist der Vorstand der Deutschen Bank heute zum Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss mit der Commerzbank keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde", heißt es in einer Ad-hoc-Mitteilung. "Daher haben beide Banken entschieden, die Gespräche nicht fortzusetzen." Die Deutsche Bank werde weiterhin alle Alternativen prüfen, um für ihre Aktionäre langfristig Profitabilität und Renditen zu steigern.

Eine Fusion wäre in der momentanen Situation ökonomisch nicht sinnvoll, meint auch Hans-Walter Peters, Präsident des Bundesverbands der deutschen Banken. "Direkte Auswirkungen auf Kunden und Unternehmen hat die Entscheidung nicht. Die privaten Banken in Deutschland bleiben ein verlässlicher Partner der Wirtschaft“, betont er.

Commerzbank-Chef Zielke bedankte sich bei seinem Vorstandskollegen der Deutschen Bank Christian Sewing und allen Beteiligten für die vertrauensvollen Gespräche in den vergangenen Wochen. Die Commerzbank bleibe bei ihrer Strategie: "Wir werden unser Wachstum gemeinsam mit unseren Kunden vorantreiben und konsequent in die Zukunft investieren."

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    Bildnachweise
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