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15.08.2019 | Innovationsmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Das Erfolgsgeheimnis der Hidden Champions

Autor:
Michaela Paefgen-Laß

Sie sind hochspezialisiert, ihrer Nische eng verbunden und wenig prominent: Hidden Champions. Jetzt zeigt eine Studie, was die heimlichen Weltmarktführer so erfolgreich macht.

"Hidden Champions erwirtschaften in der Regel einen Jahresumsatz von maximal drei Milliarden Euro und sind der allgemeinen Öffentlichkeit nicht bekannt", schreibt Springer-Autor Christian Hilz im Buchkapitel "Strategisches Management und Hidden Champions". Zu ihnen zählen der Bonner Orgelbauer Klais genau so wie der Spezialist für Bühnenvorhänge Gerriets, vor allem aber 400 spezialisierte Maschinenbauer und rund 200 Unternehmen der Elektrotechnik. Sie alle bieten Spezialleistungen an, die auf dem Weltmarkt unerreicht sind. 

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Plötzlich Hidden Champion? Erklärungsansätze für die Internationalisierung mittelständischer Weltmarktführer

Hidden Champions sind ein besonders reizvolles Untersuchungsobjekt, stellen sie doch viele etablierte Planungsansätze und renommierte Strategiekonzeptionen in Frage oder setzen diese oft in stark modifizierter Weise ein.


Unbekannte Markführer: profitabler und produktiver

In Deutschland gab es im Jahr 2016 nach Angaben des Mannheimer Leibnitz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung(ZEW) rund 1.800 Hidden Champions. Sie beliefern Kunden rund um den Globus mit eng an den jeweiligen Bedürfnissen ausgerichteter Premium-Technologie. Für die Studie "The Distinct Features of Hidden Champions in Germany: A Dynamic Capabilities View" hat das ZEW Daten der Hidden Champions aus den Jahren 2006 bis 2016 anderen Mittelständlern gegenübergestellt und dabei herausgefunden, was die Meister der Nische besser machen. Denn aus dem Vergleich gehen sie als die klaren Gewinner hervor. Ihre Gewinnspannen sind um zwei Prozent höher, ihre Produktivität sogar um 29 Prozent.

Als Hidden Champion definiert die ZEW-Studie Unternehmen mit weniger als 10.000 Beschäftigten, die vorwiegend Erlöse im Ausland erwirtschaften und einen Weltmarktanteil von einem bis zehn Prozent aufweisen. Zudem liegt ihr Umsatzwachstum mindestens zehn Prozent über dem Branchendurchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Gründe für den Erfolg sind:

  • offene Innovationsprozesse
  • die Produktentwicklung wird nicht aus der Hand gegeben
  • enge Kundenbildung
  • innovative Technologie wird auf die spezifischen Kundenbedürfnisse zugeschnitten
  • strategisches Investment in Forschung und Entwicklung
  • gezielte Anwerbung und Weiterbildung von Fachpersonal
  • fünf Prozent mehr Beschäftigte mit Hochschulabschlüssen
  • höhere Weiterbildungsaufwendungen pro Mitarbeiter und Jahr (+140 Euro)

Heimliche Gewinner setzen auf Talente

"Hidden Champions beanspruchen ganz selbstverständlich, ihren Markt zu führen", schreibt Springer-Autor Hermann Simon über die "Innovative Speerspitze der Globalisierung" (Seite 7). Dazu pflegen sie organisatorisch und führungsmäßig eine eigene Kultur, die Wert darauf legt, dass die Unternehmensstrategie akzeptiert und verstanden wird, Silos aufgebrochen sind und Innovation Chefsache ist. Budgets spielen dagegen eine untergeordnete Rolle: "Viel wichtiger ist die Qualität von Personen und Teams, die innovative Ideen kreieren und umsetzen" (Seite 17).   

Weitere Erfolgsfaktoren von Hidden Champions

In keinem anderen Land der Welt gibt es übrigens mehr Hidden Champions als in Deutschland. Was sie sonst noch erfolgreich macht, fasst Christian Hilz zusammen. Hidden Champions kennen ihre Kunden besser als der Wettbewerb, machen nur das, was sie besser als alle anderen können, wissen noch vor den Kunden, was als nächstes benötigt wird und schlagen oft unorthodoxe Wege ein. Sie wissen: "Die internen Kompetenzen sind die Voraussetzung für die Eroberung des Marktes beziehungsweise für die Ausweitung des bestehenden Marktanteils." Den Kern bildet allerdings eine starke Führung mit ambitionierten, aber dennoch erreichbaren Zielen (Seite 581 ff.).

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