Zum Inhalt

Gegenwart und Zukunft sozialer Dienstleistungsarbeit

Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Sozialwirtschaft

  • 2021
  • Buch

Über dieses Buch

Der Band skizziert und diskutiert den digitalen Wandel in der Sozialwirtschaft. Internationale Beiträge aus der Praxis und Wissenschaft Sozialer Arbeit sowie dem Gesundheits- und Pflegebereich beschreiben, wie digitale Technologien den Alltag von Beschäftigten und deren Klient*innen prägen (werden). Enorme Chancen und gleichzeitig erhebliche Risiken dieses Wandels werden dabei debattiert, etwa mit Blick auf die Arbeitswelten, Professionen, soziale Teilhabe und daraus abzuleitende ethische Implikationen.

Den Leser*innen bieten sich Praxiseinblicke, wissenschaftliche Analysen, Handlungsempfehlungen und Reflexionspotentiale, um soziale Dienstleistungsarbeit im Heute und Morgen (mit) zu gestalten.

Inhaltsverzeichnis

Nächste
  • current Page 1
  • 2
  1. Frontmatter

  2. Den digitalen Wandel in der Sozialwirtschaft gestalten

    Carolin Freier
    Zusammenfassung
    Beschäftigte der Sozialen Arbeit, Gesundheit und Pflege stehen vor Chancen und gleichzeitig Risiken des digitalen Wandels. Technologien in diesen personenbezogenen sozialen Dienstleistungen bringen spezielle Spannungsfelder mit sich, wie etwa soziale Teilhabe und auch Spaltung. Um die Chancen für die Sozialwirtschaft fruchtbar zu machen, sollten daher Beschäftigte wie Adressat*innen systematisch in die Technik-Entwicklungen einbezogen werden, um sowohl Professionskriterien als auch ethischen Implikationen den nötigen Stellenwert zu geben. Diesen Ideen widmet sich der Beitrag und führt inhaltlich in den vorliegenden Band ein.
  3. Arbeitswelt sozialer Dienstleistungen im Wandel

    1. Frontmatter

    2. Gestaltung von Interaktionsarbeit und professionellem Handeln bei personenbezogener Dienstleistungsarbeit zwischen (digitalisierter) Formalisierung und Selbstorganisation

      Marc Jungtäubl
      Zusammenfassung
      Soziale Dienstleistungen sind personenbezogen, d. h. Arbeit an und mit Menschen – Interaktionsarbeit. Für gute Arbeit und zum Umgang mit Offenheit und Unplanbarkeit in Dienstleistungsprozessen bedarf es Spielräumen zur Selbstbestimmung und Selbstorganisation, die durch moderne Formalisierungsprozesse (Ökonomisierung, Digitalisierung) gefährdet werden. Zur Bewältigung dieser Problematik werden Gestaltungsempfehlungen präsentiert, die sich u. a. an von Selbstorganisation gekennzeichneten modernen Arbeits- und Organisationsmethoden, den agilen Methoden, orientieren.
    3. Akzeptanz und Nutzung digitaler Technologien in der Sozialen Arbeit

      Anna-Lena Schönauer, Katrin Schneiders, Fabian Hoose
      Zusammenfassung
      Basierend auf einer deutschlandweiten quantitativen Befragung wird im Beitrag der Stand und die Akzeptanz der Digitalisierung in der Sozialen Arbeit dargestellt. Es zeigt sich, dass der Einsatz digitaler Technologien verbreiteter ist als häufig angenommen wird. Er wird von Beschäftigten überwiegend als positiv eingeschätzt. Insbesondere für die Koordination und Organisation von Arbeit sowie als Unterstützung bei anfallenden Dokumentationsaufgaben werden digitale Technologien als arbeitserleichternd wahrgenommen. Digitale Technologien könnten dazu beitragen, von den Beschäftigten wahrgenommene Veränderungen der Arbeit im Sozialsektor abzufedern.
    4. Divergierende Perspektiven: Disziplinäre Deutungsmuster in der digitalen Gestaltung für Handlungsfelder der Sozialen Arbeit

      Annemarie Matthies
      Zusammenfassung
      Im wissenschaftlichen Diskurs erscheinen partizipative Entwicklungsprojekte, die die im Feld Sozialer Arbeit bestehenden Bedarfe unter Einbeziehung aller Akteure berücksichtigen, als Norm. Unter dem Radar der Wissenschaft wird jedoch die Repräsentanz von Nutzungsbedarfen zwischen pädagogischen Fachkräften und IT in Digitalisierungsprojekten von Fall zu Fall ausgehandelt. Dabei entstehende Divergenzen im Blick darauf, was ein nutzerorientiertes Tool definiert, stellt dieser Beitrag am Fall eines Digitalisierungsprojekts im Übergangssystem vor. Gründe hierfür rekonstruiert er mit Blick auf die bereits in der Ausbildung von Sozialarbeiter*innen und IT-Entwickler*innen divergierende Perspektive auf Digitalisierung.
    5. Vermessene Expert*innen. Nebenwirkungen staatlicher Steuerung im Bildungs- und Sozialbereich

      Kathrin Jehle, Marc E. Zimmermann, Karin Büchel, Barbara Bonhage
      Zusammenfassung
      Verwaltungen steuern auch im Sozial- und Bildungsbereich immer häufiger durch Kennzahlen. Da diese die Realität nur unterkomplex abbilden und sich meist an messbaren, sprich finanziellen Aspekten orientieren, kann es zu nicht-intendierten Effekten in der Leistungserbringung kommen. Anhand zweier exemplarischer Falldarstellungen zeigt das Forscherteam auf, dass pädagogische Werthaltungen durch ökonomische Überlegungen verdrängt werden.
  4. Soziale Arbeit

    1. Frontmatter

    2. Digitalisierung im Studium der Sozialen Arbeit: Bildung in der digitalen Transformation

      Martin Nugel
      Zusammenfassung
      Angesichts der durch die Corona-Pandemie vorangetriebenen Digitalisierung des Studiums der Sozialen Arbeit wird im vorliegenden Beitrag nach den Herausforderungen für den Bildungsauftrag der Hochschulen für angewandte Wissenschaften gefragt. Hierbei werden drei Rahmenbedingungen näher beschrieben: 1) Die digitale Transformation der Gesellschaft hat für die Adressat*innen der Sozialen Arbeit mitunter gravierende Folgen. 2) Das Substituierbarkeitspotenzial der Profession Sozialen Arbeit durch digitale Technologie ist vergleichsweise gering. 3) Auf die Digitalisierung bezogene Kompetenzen sind bei Studierenden generell eher gering ausgeprägt. Diese Befunde bedingen mehrere grundlegende Perspektivenwechsel, die auf die Notwendigkeit einer mehrperspektivischen und intensivierten Bildung in der digitalen Transformation im Hochschulkontext verweisen.
    3. Wie ist Soziale Arbeit als Ermöglichungsprofession zu verstehen und wie wird insbesondere Psychosoziale Beratung durch virtuelle Lehre vermittelbar?

      Jan V. Wirth
      Zusammenfassung
      Mithilfe empirischer Forschung und wissensbasierter Erfahrungen als Studiendekan eines virtuellen Fernstudienganges im Bereich „Psychosoziale Beratung in Sozialer Arbeit“ M.A. an einer staatlich anerkannten privaten Hochschule werden Chancen wie Herausforderungen für die virtuelle Lehre und das Studium Sozialer Arbeit skizziert und fünf Merkmale virtueller Lehrveranstaltungen zusammengetragen, deren Beachtung dazu beitragen, die gesteckten Ausbildungsziele zu erreichen und die Qualität der Lehre mit Blick auf die berufliche Praxis sozialer Dienstleistungsarbeit weiterzuentwickeln.
    4. Onlineberatung – Herausforderung an fachliche Kompetenzen und Organisationsstrukturen

      Richard Reindl, Emily Engelhardt
      Zusammenfassung
      Im Zuge der digitalen Transformation verändert sich kommunikatives soziales Handeln. Mediatisierte Alltagswelten erfordern von den Akteur*innen Sozialer Arbeit neue Zugänge zur Lebenswelt der Adressat*innen. Am Beispiel der Onlineberatung werden notwendige und reflexive Kompetenzen sowie organisationale Bedingungen beschrieben, die für eine internetbasierte Beratung respektive Soziale Arbeit erforderlich sind. Eine lebensweltorientierte soziale Onlineberatung kann neben einer größeren Flexibilität für Beratungsfachkräfte insbesondere für Ratsuchende zu einer zeitnahen und individualisierten Hilfeleistung führen, die ihre Autonomie stärkt – vorausgesetzt die Möglichkeiten der Onlineberatung werden fachlich kompetent und organisatorisch netzwerkorientiert genutzt.
    5. Schwer auffindbare Beratungsangebote in der psychosozialen Onlineberatung

      Sigrid Zauter, Robert Lehmann
      Zusammenfassung
      Onlineberatung kann für Ratsuchende in schwierigen Lebenssituationen eine große Entlastung und Unterstützung darstellen. Das Matching jedoch zwischen qualitativ hochwertigen Onlineberatungs-Angeboten und Menschen, die im Internet nach Hilfe suchen, ist verbesserungswürdig. Neben der Beleuchtung von Angebot und Nachfrage, liegt der Schwerpunkt des Artikels auf der Auffindbarkeit dieser Beratungsmöglichkeiten. Aus der detaillierten Sicht auf drei exemplarische wissenschaftliche Untersuchungen werden mögliche Werbestrategien für eine deutlichere Sichtbarkeit entwickelt.
    6. Digitale Transaktionen in der sozialen Dienstleistungsarbeit – Potential und Herausforderungen der Blockchain-Technologie für das Sozialwesen

      Marc E. Zimmermann, Tim Weingärtner
      Zusammenfassung
      Der Beitrag stützt sich auf eine interdisziplinäre Forschungsarbeit der Hochschule Luzern. Mithilfe einer Fallstudie wurden sowohl die technische Umsetzung als auch der mögliche Nutzen der Blockchain-Technologie untersucht. Die Resultate dieser Fallstudie dienten als Anhaltspunkt für weitergehende Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen für den Sozialbereich.
    7. Wie kann die Digitalisierung die Wirkungsorientierung in der Sozialen Arbeit voranbringen?

      Sebastian Ottmann
      Zusammenfassung
      Neben der Herausforderung der Digitalisierung wird in den letzten Jahren innerhalb der Sozialen Arbeit vermehrt auch die Frage nach der Wirksamkeit der Angebote und Maßnahmen gestellt. Im Rahmen des Beitrages sollen beide Zukunftsthemen verbunden werden und in Denkanstößen dargestellt werden, wie die Digitalisierung die Wirkungsorientierung in der Sozialen Arbeit voranbringen kann.
    8. Die Computerunterstützte Analyse Sozialwissenschaftlicher Texte – Ergebnisse des Forschungsprojekts „Casotex“

      Robert Lehmann, Jens Albrecht, Sigrid Zauter
      Zusammenfassung
      Ein Datensatz aus mehreren deutschsprachigen Onlineberatungsforen wurde mit verschiedenen maschinellen Lernverfahren untersucht. Dabei können unüberwachte Lernverfahren nur in Bezug auf die linguistische Gestaltung der Beiträge relevante Ergebnisse zeigen. Überwachte maschinelle Lernverfahren zeigen ein sehr großes Potenzial zur Klassifikation von Textstellen analog zur qualitativen Inhaltsanalyse. Damit eignen sich maschinelle Lernverfahren prinzipiell für die qualitative Analyse großer Textmengen, wie sie z. B. in der Onlineberatung vorliegen.
  5. (Sozial-)Pädagogische Methoden und digitale Medien

    1. Frontmatter

    2. „Schreib’ ich da eigentlich wirklich mit jemandem…?“

      Chancen und Grenzen von Online-Trainings mit Jugendlichen Daniel Speer, Andreas Prokop
      Zusammenfassung
      Anhand eines von Drudel 11 e. V. entwickelten digitalen Trainings zum Abbau von Gewalt und Hass beleuchtet der Beitrag grundlegende Gestaltungsprinzipien wie Interaktivität, Multimedialität und Gamification. Insbesondere geht es dabei um die Frage, welche Rolle dem Beziehungsaspekt bei der pädagogischen Arbeit im digitalen Raum zukommt. Neben konzeptionellen Überlegungen auf der Basis von zentralen Forschungsergebnissen zu Online-Interventionen bündelt der Beitrag Praxiserfahrungen aus einer fünfjährigen Entwicklungs- und Erprobungsphase.
    3. Online-Beratung Jugendlicher in Japan

      K.-Ulrike Nennstiel
      Zusammenfassung
      Im Jahr 2016 bot das Zentrum für Geschlechtergleichstellung der Stadt Sapporo erstmals Chat-Beratung an. Der Beitrag analysiert die Bedeutung dieses Projektes vor dem Hintergrund der bisherigen Entwicklung der Online-Beratung in Japan und des Alltags Jugendlicher aus beratungsmethodischer und genderspezifischer Perspektive. Er schließt mit einer kurzen Skizze hervorstechender Ähnlichkeiten und Unterschiede im Vergleich zur deutschen Online-Beratung.
    4. Spielerisch Motivation verstärken – Gamification in Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit

      Benjamin Löhner
      Zusammenfassung
      Gamification meint den Einsatz von analogen oder digitalen Spiel-Design-Elementen in spielfremden Umgebungen. Ziel des Prinzips ist es, den Spieltrieb der Nutzer*innen zu aktivieren, um sie für bestimmte Aktivitäten oder Verhaltensweisen zu motivieren. Es existieren keine One-Size-Fits-All-Lösungen für alle Nutzer*innengruppen, Kontexte und motivationalen Probleme. Gamification in der Sozialen Arbeit muss deshalb ein funktionierendes Arrangement zueinander passender Spiel-Design-Elemente bieten und gleichzeitig die personellen sowie kontextuellen Faktoren in den unterschiedlichen Handlungsfeldern berücksichtigen.
    5. Politische Sozialisation online: Wie gehen Jugendliche mit rechtsextremen Social-Media-Inhalten um?

      André Dörfer
      Zusammenfassung
      Digitalisierung bietet nicht nur die Chance, soziale Dienstleistungen durch Zuhilfenahme von Technik weiterzuentwickeln, sondern birgt Risiken, mit denen die Soziale Arbeit konfrontiert ist. Die qualitative Interviewstudie beleuchtet den Umgang Jugendlicher mit rechtsextremen Social-Media-Inhalten. Angesichts der Allgegenwärtigkeit sozialer Medien sind diese Erkenntnisse nicht nur für die politische Bildung von Bedeutung. Vielmehr können Fachkräfte in der gesamten Jugendarbeit aufgrund entsprechender Inhalte mit der Herausforderung konfrontiert sein, ihrer ethischen Verantwortung gerecht zu werden.
    6. Retweeten genügt? Queer_Feministische Interventionen Sozialer Arbeit auf Twitter

      Anna Kasten
      Zusammenfassung
      Zunehmende Digitalisierung schafft neue Möglichkeiten für die Entwicklung queer_feministischer Interventionen Sozialer Arbeit, die sich als zielgerichtetes, begründetes und theoriegeleitetes Eingreifen in die Vergeschlechtlichungs- und Sexualisierungsprozesse darstellen. Die in diesen Einrichtungen tätigen Sozialarbeitenden nehmen sich der digitalen Welt an, in dem sie z. B. Social-Media wie Facebook, Instagram oder Twitter als Kommunikationsplattformen nutzen. Im Beitrag wird auf Twitterbeiträge und -aktivitäten exemplarisch ausgewählter sozialer Organisationen eingegangen. Die Twitteraktivitäten lassen sich als digitale Interventionen der Makrosozialarbeit verstehen, da die Interventionen über den Einzelfall hinausgehen, eine (Twitter)öffentlichkeit erreichen und sich in die Diskurse einmischen. Im Rahmen des Beitrags werden die Spannungsfelder –Makrosozialarbeit 2.0, queer_feministische sozialarbeiterische Interventionen, Twitter als Wirkungsbereich Sozialer Arbeit diskutiert, die die weitere methodologische Vorgehensweise in der empirischen Studie „Gendersensible Interventionen von Sozialarbeitenden im Netz“ strukturieren.
Nächste
  • current Page 1
  • 2
Titel
Gegenwart und Zukunft sozialer Dienstleistungsarbeit
Herausgegeben von
Prof. Dr. Carolin Freier
Prof. Dr. Joachim König
Prof. Dr. Arne Manzeschke
Prof. Dr. Barbara Städtler-Mach
Copyright-Jahr
2021
Electronic ISBN
978-3-658-32556-5
Print ISBN
978-3-658-32555-8
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-32556-5

Informationen zur Barrierefreiheit für dieses Buch folgen in Kürze. Wir arbeiten daran, sie so schnell wie möglich verfügbar zu machen. Vielen Dank für Ihre Geduld.

    Bildnachweise
    Schmalkalden/© Schmalkalden, NTT Data/© NTT Data, Verlagsgruppe Beltz/© Verlagsgruppe Beltz, EGYM Wellpass GmbH/© EGYM Wellpass GmbH, rku.it GmbH/© rku.it GmbH, zfm/© zfm, ibo Software GmbH/© ibo Software GmbH, Sovero/© Sovero, Axians Infoma GmbH/© Axians Infoma GmbH, genua GmbH/© genua GmbH, Prosoz Herten GmbH/© Prosoz Herten GmbH, Stormshield/© Stormshield, MACH AG/© MACH AG, OEDIV KG/© OEDIV KG, Rundstedt & Partner GmbH/© Rundstedt & Partner GmbH, Doxee AT GmbH/© Doxee AT GmbH , Governikus GmbH & Co. KG/© Governikus GmbH & Co. KG