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14.05.2019 | Mobilitätskonzepte | Infografik | Onlineartikel

Pkw-Verzicht fällt trotz Klima-Sorgen schwer

Autor:
Christiane Köllner

Die Deutschen machen sich Sorgen um das Klima, während sie zugleich weiter Auto fahren, zeigt eine neue Studie. So lange der öffentliche Nahverkehr nicht besser ausgebaut wird, fällt der Pkw-Verzicht schwer. 

Die Sorge über Klimaveränderungen wächst: Der Mehrheit der Deutschen (61 Prozent) bereitet der Klimawandel große Sorgen. 43 Prozent zählen ihn zu den größten Risiken für die globale Stabilität. 51 Prozent der Bevölkerung denken, dass alle Beteiligten mehr für den Klimaschutz tun sollten. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage des Instituts für Demoskopie (IfD) Allensbach im Auftrag von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften. Befragt wurden in Deutschland 1.301 Personen im Alter ab 16 Jahren zu ihren Mobilitätsbedürfnissen und -mustern. 

Die Mehrheit der Befragten sieht Emissionen aus dem Verkehrssektor als starke Belastung für das Klima und ist überzeugt, dass mithilfe der richtigen Maßnahmen die Klimabelastungen im Bereich der Mobilität reduziert werden können – vorn liegen hier der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und neue Antriebstechnologien. Nur jeder Vierte glaubt jedoch daran, dass Maßnahmen im Verkehrssektor die Klimabelastung insgesamt deutlich senken könnten. Als größte Probleme der heutigen Mobilität sehen die Befragten vor allem Staus (82 Prozent), überlastete Innenstädte (77 Prozent), Luftverschmutzung (64 Prozent) und Lärm (62 Prozent).

Änderung des eigenen Mobilitätsmusters notwendig

Drei Viertel der Bevölkerung wünschen sich dabei eine Veränderung ihrer eigenen Mobilitätsmuster. Sie wollen kostengünstiger, unabhängiger und flexibler ans Ziel kommen, mehr Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen, weniger Auto fahren, umweltschonender oder generell weniger unterwegs sein. Ein Pkw-Verzicht auf dem Land und in kleineren bis mittleren Städten fällt dort aber besonders schwer. Die Mehrheit (60 Prozent) der Bevölkerung, insbesondere auf dem Land (79 Prozent), hält es für schwer oder überhaupt nicht möglich, weniger Auto zu fahren, ohne sich dadurch erheblich einschränken zu müssen. Allerdings ist knapp die Hälfte der Deutschen (46 Prozent) davon überzeugt, dass im Bereich Mobilität und Verkehr ein grundsätzliches Umdenken notwendig sei.

Maßnahmen, die eine Mehrheit der Befragten als besonders wichtig für die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur ansehen, konzentrieren sich auf die Instandhaltung, den Ausbau und die Optimierung der bestehenden Infrastruktur und weniger auf neue Mobilitätsangebote, denen sie derzeit teils skeptisch gegenüberstehen. In den nächsten zehn Jahren erwartet die Bevölkerung einen Ausbau des ÖPNV, eine Verflüssigung des Verkehrs durch Vernetzung und eine Zunahme der Elektromobilität. Zudem werden steigende Kosten für Mobilität und Einschränkungen durch staatliche Vorgaben befürchtet.

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