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28.03.2024 | Personalentwicklung | Im Fokus | Online-Artikel

Deutsche HR-Experten sind digital- und ESG-orientiert

verfasst von: Annette Speck

2:30 Min. Lesedauer

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Fast Dreiviertel aller Firmen weltweit beklagen Personalengpässe. Daher sind HR-Strategien das Top-Zukunftsthema von Human Resources Managern. Der deutsche Markt hat bei dem Thema aber seine Eigenheiten, so eine Studie.

Kaum ein Thema treibt Human-Resources-Verantwortliche so um, wie der weit verbreitete Fachkräftemangel. Dies zeigt auch die globale Studie "Creating People Advantage 2023" der Boston Consulting Group und der World Federation of People Management Associations (WFPMA). An der Befragung nahmen im Sommer 2023 rund 6.900 Beschäftigte auf Managementebene in 102 Märkten teil, davon 210 aus Deutschland. Die Befragten gaben Auskunft zu 32 Personalmanagement-Themen und ordneten sie nach ihrer künftigen Bedeutung sowie den derzeitigen Fähigkeiten ihres Unternehmens ein.

International unterschiedliche Gewichtung

Der Untersuchung zufolge halten die befragten Managerinnen und Manager die Themen "Personal- und HR-Strategie", "Führungsverhalten und -entwicklung" sowie "Engagement und Wohlbefinden der Mitarbeiter" für diejenigen, mit denen sich Unternehmen am dringendsten befassen müssen. Auf den letzten drei Plätzen stehen die Themen "HR-Shared-Services", "Restrukturierungsmanagement" und "Digitale HR-Lösungen".

Die Studie belegt zudem einige Unterschiede zwischen dem deutschen Markt und den weltweiten Ergebnissen. So werden hierzulande beispielsweise digitale HR-Lösungen, Nachhaltigkeit/ESG und HR-IT-Architektur als weitaus wichtiger eingeschätzt als im internationalen Durchschnitt. Ein Grund dafür dürfte die unterschiedliche Situation der Gesamtwirtschaft und der Betriebe in den einzelnen Ländern sein.

Nicht im Jetzt verharren

Die Analyse bestätigt bekannte, aber auch einige weniger bekannte Probleme, die das Personalmanagement dringend angehen muss:

Talentlücken. Viele Unternehmen haben nicht alle Fachkräfte, die sie brauchen. Talentengpässe sind die größte geschäftliche Herausforderung für 72 Prozent der befragten Unternehmen.

Verschobene Aufmerksamkeit. Unternehmen können offenbar besser kurzfristig auf externe Ereignisse wie etwa den Ukraine-Krieg reagieren, als sich vorausschauend auf Prioritäten des Personalmanagements zu fokussieren, die für den Erfolg in der Zukunft entscheidend sind. Zudem sind die Befragten bei Themen, die während der Pandemie entscheidend waren (wie Gesundheit/Sicherheit, flexiblere Arbeitsmodelle, Richtlinienmanagement) weiterhin stark involviert, obwohl diese inzwischen geringere Priorität haben.

Digitalisierung rückständig. Die Digitalisierung ist und bleibt ein enorm wichtiger Bereich für Personalmanager. Doch bei den digitalen Fähigkeiten (einschließlich HR-IT-Architektur, Betrieb und Cloud-Software) hinken viele Unternehmen hinterher - was diesem Thema erst recht höhere Priorität verleiht.

Allgemeine Kernprioritäten. Obwohl jedes Unternehmen geschäftsspezifische Fähigkeiten aufbauen muss, kommt keines umhin, die strategische Personalplanung, Talentakquise, Fortbildung und Umschulung, Digitalisierung sowie ein begleitendes Veränderungsmanagement und Führungsverhalten zu priorisieren.

KI auf dem Vormarsch. Die große Mehrheit der Unternehmen befindet sich noch in den frühesten Stadien der Einführung von Künstlicher Intelligenz. Jedoch sehen diejenigen, die schon begonnen haben, KI-basierte Lösungen zu implementieren, enorme Vorteile in einer Reihe von Anwendungsfällen im Personalmanagement.

Fast alles dreht sich um neue Technologien

Ausgehend von diesen Befunden liefert die Studie diese Handlungsempfehlungen:

  • Organisationen sollten digitale Technologien für eine bessere Talentakquise nutzen.
  • Investieren in die Weiterbildung und Umschulung der vorhandenen Belegschaft, lohnt sich.
  • Werte durch generative KI sollten erschlossen werden.
  • Changement Management und die Organisationsentwicklung in den Fokus rücken.
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