Skip to main content
main-content

27.04.2021 | Verwaltungsmanagement | Interview | Onlineartikel

"Im agilen Umfeld sind Coaching und Zuhören gefragt"

Autor:
Anja Schüür-Langkau
3 Min. Lesedauer

Die Corona-Pandemie hat den Themen New Work, Homeoffice und virtuelle Führung einen starken Schub gegeben. Welche Kompetenzen moderne Führungskräfte heute benötigen, erläutert Dr. Julia Borggräfe, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Interview. 

Um das Corona-Ansteckungsrisiko zu verringern, haben viele Organisationen ihre Beschäftigten ins Homeoffice geschickt. Wie hat der Wechsel in Ihrem Ministerium geklappt?

Julia Borggräfe: Wir sind 2020 sehr früh ins Homeoffice gegangen. Da wir schon zuvor über digitale Arbeitsstrukturen und eine entsprechende Dienstvereinbarung verfügten, hat der Wechsel relativ problemlos geklappt. Derzeit arbeiten 80 bis 90 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BMAS von zu Hause aus, bis auf wenige Ausnahmen wie Fahrerinnen und Fahrer, Sicherheitspersonal sowie Technikerinnen und Techniker.

Wie hat sich die Zusammenarbeit in den Teams verändert?

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Teams, bei denen die Zusammenarbeit schon analog gut funktioniert hat, auch virtuell gut zusammenarbeiten. Entscheidend dabei ist das Thema Führung. Für Führungskräfte ist es wichtig, dass sie auch virtuell mitbekommen, was im Team und bei den einzelnen Leuten los ist. Überall dort, wo etablierte Team- und Führungsstrukturen vorhanden sind, funktioniert die Zusammenarbeit auch im virtuellen Raum. Unabhängig vom Thema Homeoffice wird unter dem Stichwort "New Work" die Anpassung von Arbeitsorganisation und Führung an die digitale Welt diskutiert.

Empfehlung der Redaktion

01.04.2021 | Titel | Ausgabe 4/2021

"Im agilen Umfeld sind Coaching und Zuhören gefragt"

Die Corona-Pandemie hat den Themen New Work, Homeoffice und virtuelle Führung einen starken Schub gegeben. Welche Kompetenzen moderne Führungskräfte heute benötigen, erläutert Dr. Julia Borggräfe, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Arbeit …

Wie schätzen Sie die Situation in der Verwaltung insgesamt ein?

Die Erfahrungen im Rahmen unserer Initiative INQA und weiterer Projekte wie Agil.komm in Kooperation mit der Kommunalen Gemeinschafsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) zeigen, dass sich etwa ein Drittel der Verwaltungen intensiv mit New Work, agilem Arbeiten und moderner Führung beschäftigt. Ein weiteres Drittel wartet ab und ein Drittel steht diesen Themen noch skeptisch gegenüber. Klar ist aber, dass zunächst die Voraussetzungen für digitales Arbeiten geschaffen werden müssen. Ohne digitale Prozesse, beispielsweise die E-Akte und eine entsprechende Hardware, ist mobiles beziehungsweise digitales Arbeiten nicht möglich. Um die Verwaltung krisenresilienter zu machen, braucht es daher sowohl technische Ausstattung und digitale Prozesse als auch digitale Kompetenzen.

Wie fit sind Verwaltungen inzwischen beim Thema virtuelle Führung?

Auch hier lassen sich nicht alle Verwaltungen über einen Kamm scheren. Die Bandbreite ist groß. Führungskräfte sollten sich immer die Frage stellen, aus welcher Haltung heraus sie Führung betreiben. Denn Führung ist kein Selbstzweck, sondern dazu da, das bestmögliche Umfeld für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für eine gute Arbeitsperformance und -zufriedenheit zu schaffen. Jede Führungskraft muss sich daher fragen, welcher Führungsstil angemessen ist und zugleich den Zweck der Verwaltung erfüllt – zum einen in Richtung der Bürgerinnen und Bürger, zum anderen in Richtung der Beschäftigten. Dabei gilt es, auch lieb gewonnene Grundsätze über Bord zu werfen. Ein hierarchischer Führungsstil, bei dem die Führungskraft nach dem Topdown-Prinzip Entscheidungen trifft und die Beschäftigten diese ausführen, ist mit einem agilen Arbeitsumfeld nicht vereinbar. Es braucht also Führungskräfte, die in der Lage sind, ihr eigenes Führungsverhalten zu reflektieren. Das ist für jemanden, der hierarchisch sozialisiert ist, oft schwierig. Deswegen sollte Führungskräften entsprechende Unterstützung, zum Beispiel durch Coaching, angeboten werden.

Das vollständige Interview mit mit Dr. Julia Borggräfe können Sie in der innovativen Verwaltung,  Ausgabe 4/21, lesen. 

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

Bildnachweise