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08.01.2019 | Bankstrategie | Kolumne | Onlineartikel

"Banken werden sich radikal ändern"

Autor:
Thomas Feiler

Die Bankenbranche steht vor großen Herausforderungen, denn Technologien, aber auch das Verhalten der Kunden ändern sich rasant. In seiner Kolumne sucht Thomas Feiler nach Lösungen.

Es ist unmöglich zu wissen, wie Banken in zehn Jahren aussehen werden. Die Frage, ob sie so wie heute alle noch existieren, ist daher berechtigt. Bei einer Umfrage bei einer Podiumsdiskussion auf der vergangenen Sibos, der von SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) organisierten und weltweit größten Messe der Finanzdienstleistungsbranche, zeigten sich viele Teilnehmer skeptisch. Mehr als die Hälfte erwartet, dass nur etwa 40 bis 60 Prozent aller Banken die technologischen und sozialen Entwicklungen überleben werden. Nur rund ein Viertel der Befragten glaubt, dass 80 Prozent der Banken in zehn Jahren noch existieren werden. Das Ergebnis zeigt deutlich, dass disruptive neue Technologien, Innovationen und Veränderungen im Kundenverhalten erhebliche Auswirkungen auf die Zukunft der Banken haben.

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Banken werden agiler und innovativer

Banken werden sich radikal ändern, wobei es derzeit noch viele Spekulationen darüber gibt, wie diese Veränderung genau aussehen wird. Doch sie werden immer schneller, verbessern ihr Front- und Backend und werden insgesamt agiler. Auch die Zusammenarbeit von Banken und Fintechs wächst kontinuierlich. Kurz gesagt: Banken müssen innovativ sein, manchmal aus eigener Initiative, manchmal gezwungen durch Regulierungen wie SEPA oder PSD2. Die Einhaltung von Vorschriften ist nicht mehr das vorrangige Ziel. Zukünftig nachhaltiger zu handeln wird noch wichtiger. Solange Banken mit der Zeit agil werden, können sie sich immer noch in verschiedene Richtungen bewegen.

Banken werden zukünftig wahrscheinlich unterschiedliche Lösungen für ihre Entwicklung entwerfen müssen. Denn auch wenn es nicht immer so aussieht, sind die Märkte, in denen sie tätig sind, ganz unterschiedlich. So hat Mark Buitenhek, Head of Transaction Services bei der niederländischen ING, auf der Sibos auf die wichtigen kulturellen und weiteren Unterschiede hingewiesen. "Es wird manchmal angenommen, dass wir in der Finanzdienstleistungsbranche alle dasselbe tun. Das ist nicht wahr. Wenn Sie einmal genauer hinsehen, werden Sie auch innerhalb Europas große Unterschiede feststellen können. Ein Beispiel: Die Mittelmeerländer zahlen immer noch viel mit Bargeld, während die Nordischen Länder bereits fast vollständig digitalisiert sind", so Buitenhek.

Kundenzufriedenheit ist der Erfolgsschlüssel

Banken können zukünftig unterschiedliche Wege einschlagen: Ein Institut kann sich entweder darauf konzentrieren, kostengünstige Infrastrukturen bereitzustellen, mit denen andere ihre Zahlungslösungen verbinden können. Es kann sich auch auf die Bereitstellung erstklassiger Zahlungsprodukte fokussieren oder seinen Schwerpunkt auf das Kundenerlebnis legen. Der Schlüsselbegriff lautet hier: Kundenzufriedenheit.

Banken sollten zudem erkennen, dass sie andere Dinge ermöglichen können. Kunden wollen keine Hypothek oder Kreditkarte kaufen, sie wollen eigentlich ein Haus erwerben oder einfach und schnell Lebensmittel im Supermarkt bezahlen. Disruptive Innovationen, die von Fintech- und Bigtech-Unternehmen entwickelt werden, sind daher voll auf den Kunden und seine Bedürfnisse ausgerichtet. Bekannte internationale Beispiele sind We Chat Pay, Apple Pay und Ali Pay. Diese schnellen, einfachen und sicheren Zahlungslösungen, die keine endlosen Registrierungsverfahren erfordern, stellen eine Bedrohung für klassische Geldhäuser dar, die oftmals nicht fähig sind, sich weiterzuentwickeln. Doch sind es gerade diese Arten von Innovationen, die Banken hin zu einem kundenorientierten Ansatz bewegen sollten.

Auf der anderen Seite wird die Idee, dass Banken die einzige Einstiegsplattform für die finanziellen Bedürfnisse ihrer Kunden sind, nicht von allen befürwortet. Es wird auch die Meinung im Markt vertreten, dass die Menschen gewohnt sind, verschiedene Dienstleistungen von verschiedenen Parteien zu kaufen.

Banken müssen Talente für sich gewinnen 

Als weitere Herausforderung für die Zukunftsfähigkeit von Banken wird die Gewinnung guter Mitarbeiter gesehen, vor allem auf dem derzeit angespannten Arbeitsmarkt. Bei der Auswahl wird laut Branchenexperten in Zukunft nicht mehr nur auf die Erfahrung in der Bankenwelt geachtet, sondern verstärkt auch auf Eigenschaften wie Leidenschaft, Agilität und ein Verständnis für die Kultur.

Unter diesem Aspekt müssen nicht nur Banken, sondern auch die Mitarbeiter agil sein. Es ist wichtig, auf die Erwartungen der Kunden eingehen zu können. Gerade in Zeiten, in denen sich diese Erwartungen schneller als je zuvor verändern. Denn wie bereits erwähnt: Kundenzufriedenheit ist entscheidend.

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