Skip to main content
main-content

03.08.2018 | Interne Kommunikation | Im Fokus | Onlineartikel

Old-School-Kommunikation schreckt Nachwuchskräfte ab

Autor:
Annette Speck

Die Jugend hat wenig übrig für dröge Textabhandlungen. Informationen mit visuellen Elementen kommen bei jungen Mitarbeitern viel besser an – und steigern die Produktivität. Die Generation Youtube steht besonders auf Videos.

Junge Menschen, die sich in kleinen und mittelständischen Firmen oder deutschen Ämtern bewerben, sind bisweilen erschüttert über den Mief, der ihnen bereits aus den Jobanforderungen entgegenweht. Etwa, wenn ein "versierter Umgang mit moderner Bürokommunikation wie etwa Telefax" oder "Stenografiekenntnisse" erwünscht sind. Digital Natives, die mit PC, Internet und Videospielen groß wurden, Uni-Vorlesungen im MOOC-Format (Massive Open Online Course) kennen, schneller tippen als sie mit der Hand schreiben und jede Menge Apps und Softwaretools nutzen, fühlen sich hier ins letzte Jahrhundert zurückversetzt. Allerdings ohne jeden Retro- oder Vintage-Charme.

Dazu passen die Ergebnisse einer Studie des amerikanischen Software-Unternehmens Tech Smith. Demnach attestieren 44 Prozent der befragten Millennials ihrer Firma veraltete Kommunikationsmethoden. Im Fazit warnen die Studienautoren davor, dass ein altbackener Kommunikationsstil negativen Einfluss auf das Engagement und die Produktivität der Mitarbeiter hat. 

Empfehlung der Redaktion

2017 | Buch

Visuelle Kommunikation

Wahrnehmung - Perspektive - Gestaltung

Dieser Band der "Bibliothek der Mediengestaltung" behandelt die Anwendung der Kommunikationsmodelle und Gesetzmäßigkeiten der visuellen Wahrnehmung auf die zwei- und dreidimensionale perspektivische Flächengestaltung sowie auf die Farbgestaltung.


Besseres Verständnis durch Bildelemente

Die zweiteilige Untersuchung, die auf einer Umfrage (4.500 Büroangestellte in sechs Ländern / Dezember 2017) und einer Laborstudie mit 125 Büroangestellten (Januar 2018) basiert, belegt: Menschen verstehen und befolgen Anleitungen besser, wenn visuelle Elemente enthalten sind. Dies gilt erst recht bei komplexen Themen.

So sagten 58 Prozent der Befragten, dass sie Informationen länger in Erinnerung behalten, wenn diese visuell kommuniziert wurden. Und 54 Prozent können sich mehr vom visuellen Inhalt merken als vom reinen Text. Die Laborstudie bestätigt dies. Sie zeigt nämlich, dass zwei Drittel der Teilnehmer bessere Ergebnisse liefern, wenn Arbeitsaufgaben nicht nur in reiner Textform vorliegen, sondern als Text mit Bildern, wie etwa Screenshots, oder in einem Video erläutert werden:  Die Informationen werden schneller verstanden, die Mitarbeiter sind motivierter und machen weniger Fehler beim Bearbeiten der Aufgaben. 

Videos für E-Learning oder Arbeitsanweisungen

Robert Strzebkowski und Jürgen Lohr, die sich ausführlich mit dem Thema "Digital-Video im Entertainment und Event-Bereich" befassen, und hierbei ausdrücklich Business- und Wissens-Events einbeziehen, unterstreichen ebenfalls die Bedeutung des Bewegtbildmediums. "Zunehmend wird Video in interaktiver Form als Anleitungs-, Assistenzmedium sowie Dokumentations- und 'Wissens'-Werkzeug auch im industriellen Bereich zur 'Konservierung' von handlungsorientierten, prozeduralen Fertigkeiten der Mitarbeiter eingesetzt" schreiben die Springer-Autoren auf Seite 67 des Buchs "Veranstaltungen 4.0".

Strzebkowski und Lohr verweisen etwa auf den Einsatz von Digital-Video im Bereich E-Learning. Hier sind aufgezeichnete Tutorials oder Livestreams in Webinaren mittlerweile recht verbreitet. Zudem eigne sich Video "hervorragend, um Arbeitsvorgänge, Funktionsabläufe oder räumliche Situationen zu dokumentieren und zu präsentieren. Insbesondere Arbeits- und Funktionsabläufe können unterstützend sowohl in der Ausbildung als auch zur fachgerechten Erledigung von Service- und Montagearbeiten genutzt werden." (Seite 74)

Lebendiger und persönlicher kommunizieren

Darüber hinaus setzen insbesondere große Unternehmen mit vielen Standorten verstärkt auf (Live-)Videoübertragungen. Etwa für Informationen von Branchenmessen oder wenn die Geschäftsleitung wichtige Mitteilungen an die Belegschaft "persönlich" überbringen will. Ein prominentes Beispiel hierfür ist der Hard- und Softwarekonzern Apple. Mitarbeiter wie auch die Öffentlichkeit weltweit fiebern regelmäßig den Livestreams zu neuen Entwicklungen entgegen, da diese aus Geheimhaltungsgründen im Vorfeld nur einem ausgesuchten Kreis bekannt sind.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Digital Video im Entertainment- und Event-Bereich

Von Bühnenprojektion über Livestreaming zu Augmented Reality
Quelle:
Veranstaltungen 4.0

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

Stellmach & BröckersBBL | Bernsau BrockdorffMaturus Finance GmbHPlutahww hermann wienberg wilhelm

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Künstliche Intelligenz und der Faktor Arbeit - Implikationen für Unternehmen und Wirtschaftspolitik

Künstliche Intelligenz und ihre Auswirkung auf den Faktor Arbeit ist zum Modethema in der wirtschaftswissenschaftlichen Politikberatung avanciert. Studien, die alarmistisch die baldige Verdrängung eines Großteils konventioneller Jobprofile beschwören, leiden jedoch unter fragwürdiger Datenqualität und Methodik. Die Unternehmensperspektive zeigt, dass der Wandel der Arbeitswelt durch künstliche Intelligenz weitaus langsamer und weniger disruptiv ablaufen wird. Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise