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25.01.2018 | Marketingstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Wie gut sind Gütesiegel?

Autor:
Johanna Leitherer

Online-Shopper messen Gütesiegeln eine ebenso große Bedeutung bei wie Kundenbewertungen. Das ergab eine aktuelle Studie. Der blinde Eifer um Auszeichnungen kann allerdings nach hinten losgehen und an der Glaubwürdigkeit der Marke kratzen.

Gütesiegel haben in den letzten Jahren an Ansehen gewonnen und liegen für 41 Prozent der Konsumenten mit Kundenbewertungen gleich auf. Mittlerweile suchen 45 Prozent in einem nicht bekannten Online-Shop gezielt nach Qualitätsauszeichnungen, bevor sie einen Kauf tätigen. Trägt der Webstore ein Gütesiegel, fühlen sich knapp zwei Drittel der Online-Shopper sicherer, fand die Beratungsfirma Elaboratum New Commerce Consulting in ihrem "Shopsiegel Monitor 2017" heraus.

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Awards, Preise und Gütesiegel

Wie Auszeichnungen als Marketinginstrument wirken können, steht im Fokus dieses Kapitels. Allerdings sollten Unternehmer bei der Auswahl eines Gütesiegels mit Bedacht vorgehen, denn die Wahl des falschen Labels kann das Markenimage nachhaltig beschädigen. Die Bewertungskriterien können Markenmanager selbst erarbeiten, aber auch der Markt bietet Bewertungshilfen an.


Wer ein Gütesiegel erfinden und streuen darf, ist in Deutschland gesetzlich nicht geregelt. So kursieren inzwischen Tausende Siegel der unterschiedlichsten Urheber auf dem Markt. Die Siegel-Willkür geht sogar so weit, dass sich Unternehmen in der Vergangenheit selbst mit einer frei erfundenen Auszeichnung profiliert haben. Auch die Prüfsiegel einiger Verbände und Institutionen unterliegen keinen strengen Anforderungskriterien und gelten daher mehr als Marketing-Werkzeug zur Image-Aufpolierung. Von Schummeleien wie diesen ist dringend abzuraten. Denn erfahren Kunden von den unlauteren Methoden, sind die Tage des Online-Shops mit großer Wahrscheinlichkeit gezählt.

Gütesiegel passend zur Markenvision

Betreiber von Online-Shops sollten daher wohl überlegt vorgehen, bevor sie sich eine Auszeichnung auf die Fahne schreiben. Fordert der Anbieter eines Awards oder Gütesiegels kaum oder keine Beweise ein, die die Qualität des Online-Shops attestieren, ist große Vorsicht geboten. Welche Siegel einen vertrauenswürdigen Ruf genießen, lässt sich auf www.siegelklarheit.de nachvollziehen, einer Initiative der Bundesregierung. 

Neben der Seriosität spielt auch der inhaltliche Schwerpunkt des Prüfzeichens eine große Rolle im E-Commerce. Denn Siegel bringen immer einen programmatischen Schwerpunkt mit sich, der dem damit ausgezeichneten Unternehmen eine gewisse Bringschuld auferlegt. Mode-Händler etwa, die sich mit einer Auszeichnung zu fair produzierter Kleidung schmücken, müssen dieser Linie konsequent treu bleiben, um nicht an Glaubwürdigkeit zu verlieren. "Grundsätzlich muss eine angestrebte Auszeichnung zu Markenvision und -fokus passen", empfehlen daher die Springer-Autoren Sascha Kugler und Henrik von Janda-Eble im Buchkapitel "Awards, Preise und Gütesiegel" (Seite 139).

Gute Siegel bieten Service an

Wer die Qual der Wahl scheut, greift am besten zu einem bewährten Prüfsiegel eines großen Anbieters wie zum Beispiel "Trusted Shops". Etwas mehr als die Hälfte aller deutschen Online-Shops haben das Siegel bereits erworben und damit die Kaufwahrscheinlichkeit ihrer Kunden um knapp 70 Prozent erhöht, so ein Ergebnis des Shopsiegel-Monitors. Webstores können sich bei Trusted Shops um eine Lizenz bewerben, indem sie bestimmte Anforderungskriterien in puncto Bonität, Sicherheitstechnik, Preistransparenz, Informationspflichten, Kundenservice und Datenschutz erfüllen. Doch damit nicht genug: "Kunden können sich bei Problemen mit diesen Händlern online, per E-Mail oder per Telefon an das Trusted-Shops-Service-Center wenden und haben damit einen zusätzlichen Ansprechpartner für den Notfall", erklärt Springer-Autor Professor Ralf T. Kreutzer im Buchkapitel "E-Commerce" (Seite 553). 

"Ein vergleichbares Konzept liegt dem Gütesiegel EHI Geprüfter Online-Shop zugrunde. In dieses ist ein Kundenbewertungssystem integriert, das parallel zur jährlichen Prüfung durch das EHI Retail Institute ein kontinuierliches Monitoring der Kundenmeinungen durchführt", so Kreutzer weiter (Seite 554). Diese Verbindung von Gütesiegel und Kundenbewertungen kommt bei 63 Prozent der Online-Shopper gut an, wie der Shopsiegel-Monitor zeigt. Auch die Auszeichnungen von Tüv, E-Privacy und SSL stiften laut dem Springer-Autor Vertrauen im E-Commerce.

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