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09.10.2020 | Recruiting | Gastbeitrag | Onlineartikel

Unternehmen suchen im Recruiting externe Unterstützung

Autor:
Martin Krill
4 Min. Lesedauer

Die Corona-Pandemie beeinflusst auch das Recruiting, zeigt der Deutsche Rekrutierungs Index DRI 2020 der Hager Unternehmensberatung. So setzen Firmen dabei verstärkt auf externe Unterstützung. Die Studie skizziert zudem, wie die Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr aussieht.

Starkes Wachstum der Digitalbranche und fehlende Fachkräfte über alle Bereiche hinweg – das waren die Kerntrends am Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr, die sich auch im Deutschen Rekrutierungs Index DRI® 2019 widerspiegelten. In diesem Jahr wird die Weltwirtschaft vor allem von der anhaltenden Corona-Krise beeinflusst. Während die einen von der Krise profitieren, haben die anderen seit der Lockdown-Phase mit massiven Umsatzeinbrüchen zu kämpfen oder fürchten um ihre Existenz.

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Um zu ermitteln, welchen Einfluss die weltweite Pandemie bislang auf das Rekrutierungsverhalten der Unternehmen in Deutschland genommen hat und wie sich dies im laufenden Geschäftsjahr weiterentwickeln wird, hat die auf Executive Search spezialisierte Hager Unternehmensberatung im Rahmen des Deutschen Rekrutierungs Index DRI® 2020 von Ende Mai bis Anfang August dieses Jahres rund 3.000 Personen – Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und Personalverantwortliche – in deutschen Unternehmen befragt. Ein Großteil der teilnehmenden Firmen ist im Bereich Digital & Technology (71,4 Prozent) tätig, knapp ein Viertel im Sektor Professional Services (23,8 Prozent), gefolgt von Industrial (14,3 Prozent) und Financial Services (14,3 Prozent) sowie Consumer Industries (4,8 Prozent). Rund jedes vierte Unternehmen, das teilgenommen hat, beschäftigt mehr als 10.000 Mitarbeiter.

Mehr erfolgreiche Besetzungen als im Vorjahr

Während 2019 noch 40,9 Prozent der Unternehmensvertreter angaben, fast alle Vakanzen besetzt zu haben, sind es 2020 sogar 47,6 Prozent. Von diesen konnten etwas mehr als ein Drittel (40 Prozent) die vakanten Stellen eigenständig besetzen, wohingegen knapp zwei Drittel (60 Prozent) externe Unterstützung, etwa durch Personalberatungen, hinzugezogen haben. Die Gründe, warum Vakanzen nicht erfolgreich besetzt werden konnten, lassen sich im Wesentlichen auf den Fachkräftemangel zurückführen.

Personalbedarf trotz Krise vielfach gleichgeblieben

Viele Unternehmen haben ihre Beschäftigten in den vergangenen Wochen und Monaten in Kurzarbeit geschickt. Tatsächlich gibt in der aktuellen Umfrage jedoch nur gut jeder Zehnte (9,5 Prozent) an, in Kurzarbeit zu sein. Bei fast der Hälfte (47,6 Prozent) der teilnehmenden Firmen hat die Corona-Krise keinen Einfluss auf den Personalbedarf, bei knapp einem Viertel (23,8 Prozent) ist er gesunken und bei 14,3 Prozent der Befragten sogar gestiegen. Zu Entlassungen kam es nur bei wenigen Firmen (4,8 Prozent).

Trotz Krise planen viele Unternehmen Neueinstellungen

Während 2019 etwas weniger als die Hälfte der Befragten (43,2 Prozent) anführte, die Zahl der Neueinstellungen erhöhen zu wollen, zeigt die Auswertung 2020, dass aktuell knapp über die Hälfte (52,4 Prozent) planen, neue Mitarbeiter einzustellen. Die Zahl der geplanten Neueinstellungen schwankt dabei in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße.

Unter den Firmen, deren Personalbedarf zuletzt coronabedingt gesunken war, plant dennoch über ein Drittel (40 Prozent) für die kommenden Quartale die Einstellung neuer Beschäftigter. Ein gestiegener Personalbedarf während der Hochphase der Krise geht bei allen Umfrageteilnehmern mit geplanten Neueinstellungen einher. Ist der Bedarf gleichgeblieben, sind es immerhin über die Hälfte der Unternehmen (60 Prozent), die vor haben, die Zahl ihrer Beschäftigten zu erhöhen.

Streichung von Positionen nur bei wenigen der Fall

Von den Befragten gab etwas weniger als die Hälfte (47,6 Prozent) an, dass sie in den nächsten Monaten weniger Personal einstellen werden. Als Gründe hierfür nannten die Unternehmen das schwierige wirtschaftliche Umfeld sowie die stark gesunkene Nachfrage, weshalb der aktuelle und prognostizierte Bedarf aus eigenen Ressourcen abgedeckt werde. Insbesondere Akteure im internationalen Umfeld sehen die Corona-Krise als noch nicht überwunden und sind daher zurückhaltend bei Neueinstellungen.

Nur jeder zehnte Befragte plant für das kommende Quartal die Streichung von Positionen. Bei der großen Mehrheit (90 Prozent) ist dies hingegen kein Thema. Wenn Stellen gestrichen werden, bewegt sich dies bei keinem über die Marke von zehn Prozent.

Fazit: Zwar ist die Corona-Krise nach wie vor am Arbeitsmarkt zu spüren, doch das Ergebnis des Deutschen Rekrutierungs Indexes 2020 lässt für die Zukunft hoffen. Denn über die Hälfte der befragten Unternehmen plant für die nächste Zeit Neueinstellungen. Fach- und Führungskräfte mit genügend Erfahrung sind in Zeiten der Krise unverzichtbar für Unternehmen. Doch der Fachkräftemangel erschwert nach wie vor die Suche nach den besten Köpfen. Daher setzen Unternehmen bei der Personalbeschaffung und Auswahl von Top-Kandidaten immer mehr auf externe Unterstützung.

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