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Vermögensbildungspolitik

Wohlstand steigern - Ungleichheit verringern - Souveränität stärken

  • 2021
  • Buch

Über dieses Buch

Vermögensbildung ist der „Elefant im Raum“ bei den drängendsten, gesellschaftspolitischen Debatten: Ob es um Ungleichheit, Demographie und Altersvorsorge, Strukturwandel, Robotisierung, Populismus, ja selbst das Corona-Virus geht, überall kann Vermögensbildung dazu beitragen, Herausforderungen zu lösen, Wohlstand zu steigern und den Souverän (die Bürgerinnen und Bürger unseres Staates) zu stärken. Trotz dieser Aktualität findet eine gezielte Politik zur Förderung von Vermögensbildung kaum statt. Genau hier setzt dieses Buch an: Es liefert Hinweise und Empfehlungen für eine umfassende Politik der Vermögensbildung und verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz. Vermögensbildung muss Kapitalanlage ebenso wie Mitarbeiterbeteiligung, Wohneigentum ebenso wie die Förderung des Unternehmertums, Altersvorsorge ebenso wie finanzielle Bildung umfassen. Zudem muss der Zugang zu Kapital erleichtert werden.Die Autorinnen und Autoren des Buches sind profilierte Forscher, Praktiker und Politiker, die über reichhaltige Erfahrungen in Wirtschaft, Politik, Staatswissenschaften und Vermögensbildung verfügen. Sie alle eint der Wunsch, durch eine gezielte Förderung des Vermögensaufbaus, „Wohlstand für alle“ in einer Zeit großer Veränderungen für breite Bevölkerungsschichten zu ermöglichen und durch finanzielle Unabhängigkeit deren Souveränität zu stärken.Ein Teil des Bucherlöses geht an das Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland e.V.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Eigentum stärken – Vermögen bilden

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 1. Vermögensbildung fördern – den Souverän stärken. Die verfassungsrechtliche Sicht

      Hans-Jürgen Papier
      Das Kapitel untersucht die verfassungsrechtliche Bedeutung der Vermögensbildung und die Rolle des Eigentums als Grundlage für Freiheit und Unabhängigkeit. Es wird die weite Definition des Eigentumsbegriffs im Grundgesetz erläutert, der über den des Bürgerlichen Gesetzbuches hinausgeht und alle vermögenswerten Rechtspositionen erfasst. Die Eigentumsgarantie des Art. 14 GG schützt das private Interesse des Eigentümers und die damit verbundene Freiheit vor staatlichen Eingriffen. Das Kapitel beleuchtet auch die Abwehrdimension des Eigentumsgrundrechts, die den Vermögensstamm vor staatlichen Angriffen schützt, sowie die Frage nach einer möglichen Leistungsdimension, die dem Bürger Leistungsansprüche gegen den Staat zusprechen könnte. Es wird diskutiert, ob und wie der Staat die Vermögensbildung fördern sollte, um die soziale und wirtschaftliche Unabhängigkeit der Bürger zu stärken. Konkrete Maßnahmen wie die soziale Wohnraumförderung und das Vermögensbildungsgesetz werden als Beispiele für staatliche Förderungen genannt. Das Kapitel schließt mit der Betonung der Bedeutung der Eigentumsgarantie für die Wettbewerbs- und Wirtschaftsverfassung und die Notwendigkeit, die Vermögensbildung zu fördern, um gesellschaftliche Spannungen zu vermeiden und die demokratische Grundordnung zu stärken.
    3. Kapitel 2. Eigentum, Vermögensbildung und Wohlstandsschaffung – ethische Aspekte aus desr Tradition der christlichen Soziallehre

      Martin Rhonheimer
      Der Fachbeitrag untersucht die ethischen Aspekte der christlichen Soziallehre im Kontext von Privateigentum, Vermögensbildung und Wohlstandsschaffung. Es wird die Entwicklung der christlichen Soziallehre von den frühen christlichen Gemeinden bis zur modernen katholischen Soziallehre dargestellt. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung des Privateigentums und der Vermögensbildung für die Sicherung des Daseins und die Förderung der Freiheit. Die Rolle des Privateigentums wird durch die Perspektiven von Thomas von Aquin und der Sozialenzyklika 'Rerum Novarum' beleuchtet. Der Beitrag analysiert auch die historischen und theologischen Grundlagen der kapitalistischen Wirtschaftstheorie und die modernen Herausforderungen der Vermögensbildung im Kontext von Staatsüberschuldung und inflationärer Geldpolitik. Die christliche Soziallehre wird als ein wichtiger ethischer Rahmen für die Förderung von Wohlstand und sozialer Gerechtigkeit hervorgehoben.
    4. Kapitel 3. Kapitalismus für alle statt Staatskapitalismus

      Hans-Jörg Naumer
      Das Kapitel beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Staatsfonds in der öffentlichen Debatte und deren vielfältige Ziele, darunter die Abwendung von Negativzinsen, die Beteiligung der Bürger an wirtschaftlichen Erträgen und die Verbesserung der Altersvorsorge. Es untersucht die Motivation und Dotation dieser Fonds, wobei besonders die Rolle von Schulden und Steuern im Fokus steht. Die Eigentumsverhältnisse und mögliche politische Einflussnahme auf die Fonds werden kritisch hinterfragt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Risiken und Chancen der Kapitaldeckung durch Staatsfonds und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Wirtschaft. Die Analyse zeigt, dass die Einführung von Staatsfonds sowohl Vorteile als auch potenzielle Gefahren birgt, insbesondere im Hinblick auf die Machtverhältnisse und die Unabhängigkeit der Bürger.
    5. Kapitel 4. Eigentum – wozu? Analyse und Perspektiven aus der Sicht Ludwig Erhards

      Ulrich Blum
      Das Kapitel untersucht die zentrale Rolle des Eigentums in der Sozialen Marktwirtschaft aus der Perspektive Ludwig Erhards. Es analysiert, wie Eigentum in der ordnungsökonomischen Ideenwelt von Erhard eine soziale Funktion erfüllt und wie es zur Absicherung risikobereiter Akteure beiträgt. Besonders beleuchtet wird der Übergang von Mobilien- zu Immobilieneigentum und die damit verbundene Regulierung durch Eigentumsrechte. Die soziale Qualität des Eigentums wird durch seine Fähigkeit zur Verantwortung und Haftung betont, was es zu einem zentralen Element der marktwirtschaftlichen Ordnung macht. Zudem wird die Bedeutung des Eigentums für die Eigenverantwortung und Unabhängigkeit des Bürgers hervorgehoben, was im Kontext der Eigentumsbildung und der Funktion des Staates diskutiert wird. Die Analyse zeigt, wie Eigentum nicht nur ökonomische, sondern auch staatsphilosophische und naturrechtliche Bedeutung hat. Besonders interessant ist die Kritik an autoritären Systemen und die Betonung der liberalen Gesellschaft, die auf Eigentümerunternehmern basiert. Der Text schließt mit einer Warnung vor der Gefahr der Begrenzung von Risiko durch den Ordnungsrahmen und den negativen Einfluss auf Unternehmer. Insgesamt bietet das Kapitel eine umfassende und tiefgehende Analyse der Rolle des Eigentums in der Sozialen Marktwirtschaft und seiner Bedeutung für die Gesellschaft.
    6. Kapitel 5. Der Liberalismus braucht ein Update

      Vermögensbildung als Antwort auf Populismus und sozioökonomische Ungleichgewichte? Tim Krieger
      Der Beitrag beleuchtet die aktuellen Herausforderungen des Liberalismus durch den Aufstieg des Populismus und sozioökonomische Ungleichgewichte. Es wird argumentiert, dass der Liberalismus durch seine eigene Dominanz und mangelnde Innovation in die Krise geraten ist. Der Autor analysiert strukturelle Veränderungen wie Globalisierung, Digitalisierung und Migration als Ursachen für den Zulauf zum Populismus. Besonders interessant ist die Diskussion über die Rolle der Vermögensbildung als mögliche Lösung zur Stärkung des Liberalismus. Der Text plädiert für eine Rückkehr zu den Kernprinzipien des Liberalismus und die Notwendigkeit, sozioökonomische Ungleichheiten zu adressieren, um die Legitimität des liberalen Gesellschaftsmodells zu erhalten.
    7. Kapitel 6. Freiheit, Sicherheit, Eigentum

      Ralf Fücks
      Der Beitrag untersucht den Übergang von der Klassengesellschaft zur Eigentümergesellschaft und die damit verbundenen Herausforderungen. Es wird die zunehmende Polarisierung zwischen Gewinnern und Verlierern des Strukturwandels beleuchtet, die durch die rapide Veränderung der Wirtschaftsstruktur verursacht wird. Der Text betont die Bedeutung von Eigentum als Risikopuffer und Quelle der Unabhängigkeit. Es wird diskutiert, wie Bildung, öffentliche Institutionen und private Eigentum zur Stabilität und Chancengleichheit beitragen können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der ungleichen Vermögensverteilung und den politischen und sozialen Implikationen dieser Ungleichheit. Der Beitrag plädiert für eine aktive Vermögenspolitik, die mehr Bürger zu ökonomischen Teilhabern macht, um die Akzeptanz einer liberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung zu stärken.
    8. Kapitel 7. Politik der Vermögensbildung in Deutschland – eine Bestandsaufnahme

      Matthias Zimmer
      Das Kapitel untersucht die Vermögensbildungspolitik in Deutschland, beginnend mit den frühen Jahren der Bundesrepublik. Es beschreibt die politischen Ziele der ersten Bundesregierung, wie den Lastenausgleich und die Förderung der Sozialen Marktwirtschaft. Ludwig Erhards Idee vom 'Wohlstand für alle' wird detailliert beleuchtet, wobei die Bedeutung von Wachstum, Vollbeschäftigung und Preisstabilität hervorgehoben wird. Die Einführung des ersten Vermögensbildungsgesetzes im Jahr 1961 und die folgenden Gesetze zur Förderung der Vermögensbildung werden analysiert, wobei die Herausforderungen und begrenzten Erfolge bei der Umsetzung dieser Maßnahmen kritisch betrachtet werden. Das Kapitel endet mit einer Reflexion über die aktuellen Herausforderungen und die Notwendigkeit, institutionelle Rahmenbedingungen für Mitarbeiterkapitalbeteiligungen zu verbessern, um eine gerechtere Vermögensverteilung zu erreichen.
    9. Kapitel 8. Kapital- trifft Anlagenotstand: Vermögensbildung als Querschnittsaufgabe der Politik

      Hans-Jörg Naumer
      Das Kapitel untersucht den Anlagenotstand der Bürger in Deutschland, der durch eine ungünstige Anlagestruktur gekennzeichnet ist. Nur ein kleiner Teil des Geldvermögens ist in rentierlichen Anlagen wie Aktien investiert, während ein Großteil in niedrig oder gar nicht rentierlichen Anleihen oder auf Bankkonten liegt. Diese Anlagestruktur behindert den Vermögensaufbau, der für die Altersvorsorge und den Erwerb von Wohneigentum dringend benötigt wird. Die Corona-Krise hat die Renditeumfelder weiter verschlechtert, da die Zentralbanken ihre expansive Geldpolitik verstärkt haben. Der Staat sieht sich gleichzeitig einem Kapitalnotstand gegenüber, der höhere Steuern und staatliche Investitionen erfordert. Die Debatte um die Ungleichheit und die Verteilungspolitik gewinnt an Momentum, und es wird diskutiert, wie die Vermögensbildung gefördert werden kann. Innovative Ansätze wie die Beteiligung an Infrastrukturinvestitionen und die Förderung der Regionen könnten sowohl die Vermögensbildung als auch die Pandemie-Resilienz stärken. Das Kapitel zeigt auf, wie private Investoren und öffentliche Projekte zusammenarbeiten können, um nachhaltige und rentable Lösungen zu finden.
  3. Lösungen: Vermögensbildung – ganzheitlich

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 9. Das Vermögen der Deutschen und ihr Sparverhalten im internationalen Vergleich

      Arne Holzhausen
      Der Fachtext untersucht das Vermögen der Deutschen und ihr Sparverhalten im internationalen Vergleich. Trotz eines hohen privaten Geldvermögens rangiert Deutschland im globalen Ranking nur auf Platz 19, was auf ein eher enttäuschendes Abschneiden hinweist. Die Ursachen für die durchschnittliche Entwicklung des Geldvermögens werden auf das konservative Sparverhalten der deutschen Haushalte zurückgeführt, die stark auf risikoarme Anlagen wie Bankeinlagen setzen. Die geringe Partizipation an Kapitalmarktinstrumenten führt zu niedrigen Vermögensrenditen und beeinflusst auch das Konsumverhalten. Der Beitrag analysiert die Auswirkungen dieser Sparstrategie auf die Wirtschaft und Gesellschaft und diskutiert mögliche Wege, das Sparverhalten zu diversifizieren, um langfristige Sparziele zu erreichen.
    3. Kapitel 10. Eine Bestandsaufnahme der Sparfähigkeit in Deutschland: Wer kann was zurücklegen und wie viel?

      Andreas Peichl, Paul Schüle
      Der Beitrag untersucht die Sparfähigkeit deutscher Haushalte und deren Bedeutung für die Vermögensbildung. Es wird gezeigt, dass die durchschnittliche Sparfähigkeit hoch ist, aber es erhebliche Unterschiede entlang der Einkommensverteilung gibt. Während Haushalte in der oberen Einkommenshälfte erfolgreich Vermögen bilden, haben Haushalte in der unteren Hälfte oft kaum die Möglichkeit zu sparen. Die Analyse basiert auf Daten der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) und zeigt, dass die Sparfähigkeit und Spartätigkeit in den letzten Jahren gestiegen sind, jedoch nicht gleichmäßig über alle Einkommensgruppen verteilt sind. Besondere Herausforderungen bestehen für Haushalte mit geringem Einkommen, die oft gezwungen sind, Vermögen abzubauen. Der Beitrag hebt hervor, dass die Politik differenzierte Ansätze entwickeln muss, um die Vermögensbildung in der Mitte der Gesellschaft zu fördern und die Heterogenität in der Sparfähigkeit zu adressieren.
    4. Kapitel 11. „Wer nichts weiß, muss alles glauben“ – Finanzielle Bildung als Beitrag zur Mündigkeit

      Dirk Loerwald
      Das Kapitel untersucht die Bedeutung der finanziellen Bildung als integralen Bestandteil der Allgemeinbildung. Es wird hervorgehoben, dass finanzielle Kompetenzen nicht nur für spezialisierte Berufe, sondern für jeden Bürger von Bedeutung sind. Die Relevanz wird durch internationale Studien und die PISA-Finanzbildungs-Assessments untermauert. Besonders betont wird die Notwendigkeit, finanzielle Bildung in der Schule zu verankern, um Jugendliche auf ökonomische Herausforderungen vorzubereiten. Zudem wird die soziale Verantwortung und Mündigkeit als Ziel der finanziellen Bildung hervorgehoben, um in modernen Gesellschaften selbstbestimmt und verantwortungsvoll handeln zu können.
    5. Kapitel 12. Eine tägliche Portion Finanzbildung – ein Praxisbericht

      Markus Gürne
      Der Beitrag beleuchtet die Bedeutung von Finanzbildung und die Herausforderungen, wirtschaftliche Zusammenhänge für ein breites Publikum verständlich zu machen. Die ARD spielt eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung von Finanzinformationen, insbesondere durch die Sendung 'boerse vor acht'. Diese Sendung hat es sich zur Aufgabe gemacht, komplexe wirtschaftliche Themen in einfache und nachvollziehbare Sprache zu übersetzen. Dabei wird nicht nur auf die Börse und Finanzmärkte eingegangen, sondern auch auf die Auswirkungen von Wirtschaft und Finanzen auf das tägliche Leben der Bürger. Die Sendung hat in den letzten Jahren eine steigende Reichweite und Akzeptanz erfahren, insbesondere bei jüngeren Zielgruppen. Die ARD-Finanzredaktion hat sich darüber hinaus auf die Zusammenführung verschiedener Redaktionen konzentriert, um Finanzbildung auf allen Kanälen zu fördern. Ein besonderer Fokus liegt auf der Nachhaltigkeit und der Rolle von Finanzen bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Der Beitrag hebt hervor, dass Finanzbildung ein öffentliches Gut ist, das gesellschaftlich nötig und ein Verbündeter des Klimaschutzes ist. Die Corona-Pandemie hat die Bedeutung von Wirtschaft und Finanzen weiter verstärkt und die Nachfrage nach verständlichen Informationen erhöht. Die ARD wird diesem Bedarf durch umfassende und verständliche Berichterstattung gerecht.
    6. Kapitel 13. Wohneigentum und Vermögensbildung: Aufgaben für die Sozial- und Regionalpolitik

      Michael Voigtländer, Pekka Sagner
      Das Kapitel untersucht die Bedeutung der Wohneigentumsbildung für die soziale Ungleichheit und die regionale Entwicklung in Deutschland. Es wird die Stagnation der Wohneigentumsquote analysiert und auf die Ungleichheit zwischen Mietern und Eigentümern eingegangen. Besondere Aufmerksamkeit wird den Herausforderungen junger Haushalte geschenkt, die trotz günstiger Finanzierungsbedingungen kaum Wohneigentum erwerben. Der Beitrag schlägt praktische Maßnahmen vor, um den Zugang zu Wohneigentum zu erleichtern, wie die Senkung der Eigenkapitalanforderungen und der Erwerbsnebenkosten. Zudem wird die Rolle von Wohneigentum in der regionalen Politik beleuchtet und dessen Potenzial zur Bindung junger Menschen in strukturschwachen Regionen hervorgehoben. Die Analyse zeigt, dass eine ausgewogene Wohnungspolitik nicht nur soziale Ungleichheit mindern, sondern auch die wirtschaftliche Aktivität in ländlichen Gebieten fördern kann.
    7. Kapitel 14. Schneller, ökologischer, preiswerter – ein 8-Punkte-Sofortprogramm zur Förderung privaten Wohneigentums

      Kai H. Warnecke
      Das Kapitel untersucht die Bedeutung von Wohnimmobilien für die Vermögensbildung in Deutschland und stellt fest, dass Wohnimmobilien einen erheblichen Teil des Vermögens privater Haushalte ausmachen. Es wird analysiert, wer in Deutschland im Eigentum lebt und welche Vermögensunterschiede zwischen Mietern und Eigentümern bestehen. Die Eigentümerquote in Deutschland liegt bei rund 46,5 %, was im europäischen Vergleich niedrig ist. Der Text beleuchtet auch die Hindernisse der Vermögensbildung durch Wohneigentum und bestehende staatliche Fördermaßnahmen. Abschließend wird ein 8-Punkte-Sofortprogramm vorgestellt, das Maßnahmen zur Reduzierung der Baukosten, Senkung der Bodenpreise und Optimierung der Genehmigungsverfahren umfasst, um die Vermögensbildung durch Immobilienerwerb zu erleichtern.
    8. Kapitel 15. Wohneigentum durch Mietkauf: ein Baustein zum nachhaltigen Vermögensaufbau

      Markus M. Grabka, Peter Gründling
      Das Kapitel thematisiert die Herausforderungen des Immobilienerwerbs in Deutschland, insbesondere das fehlende Eigenkapital als zentrale Barriere. Es wird die historische Entwicklung und die aktuellen Marktbedingungen beleuchtet, die zu einer geringen Eigentümerquote führen. Ein vorgestelltes Mietkaufmodell soll diese Barriere überwinden, indem der Staat in Vorleistung tritt und potenziellen Käufern ermöglicht, den Kaufpreis sukzessive zu bezahlen. Das Modell wird durch eine Beispielrechnung veranschaulicht und die Vorteile und Herausforderungen des Ansatzes diskutiert. Abschließend wird das Mietkaufmodell mit dem Baukindergeld verglichen und dessen Vorteile hervorgehoben.
    9. Kapitel 16. Kapitalanlage im Niedrigzinsumfeld

      Stefan Hofrichter
      Das Kapitel 'Kapitalanlage im Niedrigzinsumfeld' untersucht die Auswirkungen der extrem lockeren Geldpolitik seit der globalen Finanzkrise auf die Finanzmärkte. Seit der Krise von 2007-09 sind Aktienmärkte weltweit gestiegen, während Anleiherenditen auf historische Tiefstände gefallen sind. Die Zentralbanken haben die Leitzinsen auf nahezu null gesenkt und massive Ankaufprogramme gestartet, was zu einer Explosion der Zentralbankbilanzen geführt hat. Die Erwartung ist, dass diese Politik in den kommenden Jahren fortgesetzt wird, was zu niedrigen Zinsen und möglicherweise niedrigen Returns für Anleihen und Aktien führen könnte. Der Text hinterfragt diese Annahmen und untersucht historische Vergleiche, um Rückschlüsse für die Zukunft zu ziehen. Besonders interessant ist die Analyse der Erwartungen für die kommenden Jahre und die möglichen Implikationen für Investoren.
    10. Kapitel 17. Chancen und Risiken der kapitalgedeckten Alterssicherung

      Raimond Maurer
      Das Kapitel beleuchtet die Chancen und Risiken der kapitalgedeckten Alterssicherung im Rahmen der Sozialen Marktwirtschaft. Es analysiert die finanziellen und demografischen Herausforderungen, die mit dem Alter verbundenen Risiken und die Rolle der Kapitaldeckung in verschiedenen Alterssicherungssystemen. Besondere Aufmerksamkeit wird den Risiken wie dem Langlebigkeitsrisiko, dem Inflationsrisiko und den Anlagerisiken geschenkt. Der Text untersucht auch die Möglichkeiten der Risikobewältigung durch Diversifikation und die Vorteile von Lebenszyklusfonds. Die Analyse zeigt, wie die Kapitaldeckung die Belastungen späterer Generationen reduzieren kann und welche Rolle sie in der betrieblichen und privaten Alterssicherung spielt. Der Fachtext bietet eine umfassende und tiefgehende Betrachtung der Thematik und hebt sich durch seine detaillierte Darstellung der verschiedenen Risikokategorien und deren Bewältigungsmöglichkeiten hervor.
    11. Kapitel 18. Aktieninvestments per Tarifvertrag?

      Heribert Karch
      Das Kapitel untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen von Aktieninvestments per Tarifvertrag im deutschen Rentensystem. Es wird die aktuelle Situation der deutschen Rentenpolitik beleuchtet, die durch eine stagnierende Rentenpolitik und eine unzureichende Altersvorsorge gekennzeichnet ist. Der Text analysiert die Vorteile und Nachteile der bestehenden Rentensysteme und diskutiert innovative Ansätze wie die reine Beitragszusage (rBZ) und die Rolle von Tarifverträgen in der Altersvorsorge. Es wird auch die Notwendigkeit einer nachhaltigen und generationengerechten Reform der Rentenpolitik betont und die Herausforderungen bei der Umsetzung dieser Reformen untersucht. Der Fokus liegt auf der Verbesserung der Altersversorgung für alle Bürger und der Schaffung eines robusten und fairen Rentensystems.
    12. Kapitel 19. Vermögensbildung und Altersvorsorge mit Aktien

      Norbert Kuhn
      Der Beitrag untersucht die Vorteile von Aktien für die Vermögensbildung und Altersvorsorge, insbesondere in Zeiten niedriger Zinsen. Es werden empirische Daten präsentiert, die die langfristigen Ertragsvorteile von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen belegen. Die Aktionärszahlen in Deutschland zeigen einen positiven Trend, insbesondere bei jüngeren Anlegern. Der Text diskutiert politische Maßnahmen, wie die Einführung eines Opt-Out-Systems für die Altersvorsorge und die Förderung von Mitarbeiteraktien, um die Aktienkultur in Deutschland zu stärken. Zudem wird die Notwendigkeit einer verbesserten steuerlichen Rahmenbedingungen für Aktienanlagen hervorgehoben, um die Attraktivität der Aktienanlage zu erhöhen.
    13. Kapitel 20. #FinanceForFuture durch Aktives Management

      Tobias C. Pross
      Das Kapitel untersucht die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für Asset Manager, insbesondere im Hinblick auf die demografische Entwicklung, die Digitalisierung und den Bedarf an nachhaltigen Anlagelösungen. Es wird die Notwendigkeit aktiven Managements und der Diversifikation von Anlageklassen betont, um in einem Niedrig-/Negativzinsumfeld renditeträchtige Anlagelösungen zu finden. Die Integration von ESG-Kriterien wird als zentraler Bestandteil der Investitionsentscheidungen hervorgehoben, um sowohl finanzielle Ziele als auch gesellschaftliche Verantwortung zu erfüllen. Der Beitrag bietet praktische Lösungsansätze und Strategien, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden und gleichzeitig den Wohlstand und die Nachhaltigkeit zu fördern.
    14. Kapitel 21. Vorsteuerrendite, Nachsteuerrendite oder: Was vom Ertrag noch übrigbleibt

      Hans-Jürgen A. Feyerabend
      Das Kapitel behandelt die Besteuerung von Kapitalanlagen in Deutschland und die Unterschiede zwischen Vorsteuer- und Nachsteuerrendite. Es wird erläutert, wie verschiedene Kapitalerträge besteuert werden und welche steuerlichen Rahmenbedingungen für private Kapitalanlagen gelten. Dabei werden sowohl die Abgeltungsteuer als auch die tarifliche Einkommensteuer berücksichtigt. Besondere Aufmerksamkeit wird den steuerlichen Regelungen für Verluste aus Kapitalanlagen geschenkt, insbesondere bei privaten Veräußerungsgeschäften und Termingeschäften. Anhand von praktischen Beispielen wird die steuerliche Belastung von Kapitalerträgen verdeutlicht und die Auswirkungen auf die private Kapitalanlage und Altersvorsorge analysiert. Der Text schließt mit einer kritischen Würdigung des bestehenden Systems und einem Plädoyer für eine Steuerreform, die den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge fördert.
    15. Kapitel 22. Investieren für eine bessere Welt – ESG-Faktoren als integraler Bestandteil des Investmentprozesses

      Christoph Berger
      Der Fachbeitrag beleuchtet die zentrale Rolle von ESG-Faktoren im modernen Investmentprozess. Es wird dargelegt, wie Investoren durch gezielte Investitionen in nachhaltige Projekte und Unternehmen nicht nur finanzielle, sondern auch ökologische und soziale Ziele erreichen können. Ein besonderer Fokus liegt auf den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN und den regulatorischen Anforderungen, die den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft fördern. Der Beitrag bietet praktische Einblicke in die ESG-Analyse und die Herausforderungen bei der Integration von Nachhaltigkeitskriterien in den Investmentprozess. Zudem werden innovative Lösungen und Technologien vorgestellt, die dazu beitragen, die ökologischen und sozialen Auswirkungen des wirtschaftlichen Handelns zu minimieren.
    16. Kapitel 23. Venture Capital – Kapital für Innovationen und Wachstum in der Industrie 4.0

      Ulrike Hinrichs
      Das Kapitel untersucht die Rolle von Venture Capital als entscheidender Finanzierungsquelle für innovative Unternehmen im Zeitalter der Industrie 4.0. Es beleuchtet die Bedeutung von Wagniskapital für die Entwicklung und Etablierung junger, technologieorientierter Firmen und die damit verbundenen wirtschaftlichen Chancen. Besonders hervorgehoben wird die Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für Venture Capital in Deutschland zu verbessern, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft zu stärken. Der Beitrag analysiert die aktuelle Marktlage und die staatlichen Initiativen, wie den 'Zukunftsfonds', die darauf abzielen, mehr privates Kapital in den Wagniskapitalmarkt zu bringen. Die Auswirkungen von Venture Capital auf die Wirtschaft und die Gesellschaft werden ebenfalls beleuchtet, wobei der Fokus auf die Schaffung neuer Märkte, Arbeitsplätze und die Förderung von Innovationen liegt. Das Kapitel schließt mit einem Plädoyer für die Schaffung eines nachhaltigen Start-up-Ökosystems in Deutschland, das die Zukunftsfähigkeit des Landes sichern soll.
    17. Kapitel 24. Die neuen Entrepreneure: Startup-Kapital durch Mitarbeiterkapitalbeteiligung

      Bettina Stark-Watzinger
      Das Kapitel behandelt die Rolle von Mitarbeiterkapitalbeteiligung als Schlüssel zur Förderung von Startups und zur Stärkung der Innovationsfähigkeit Deutschlands. Es wird die Bedeutung der Sozialen Marktwirtschaft für den wirtschaftlichen Erfolg hervorgehoben und die Notwendigkeit betont, die Rahmenbedingungen für Startups zu verbessern. Besondere Aufmerksamkeit wird der steuerlichen und gesellschaftsrechtlichen Situation von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen geschenkt, die oft als kompliziert und unattraktiv empfunden werden. Der Text schlägt konkrete Maßnahmen vor, um die Attraktivität von Mitarbeiterkapitalbeteiligung zu erhöhen und mehr Talente nach Deutschland zu locken. Zudem wird die Bedeutung von Mitarbeiterbeteiligung für die langfristige Bindung und Motivation von Mitarbeitern in Startups hervorgehoben. Der Text zielt darauf ab, politische Entscheidungsträger zu ermutigen, zukunftsweisende Reformen umzusetzen, um das Startup-Ökosystem in Deutschland zu stärken und die Innovationsfähigkeit des Landes zu erhöhen.
    18. Kapitel 25. Die Brücke zwischen Kapital und Arbeit bauen: Die Mitarbeiterkapitalbeteiligung und was in Deutschland zu tun bleibt

      Heinrich Beyer
      Das Kapitel untersucht die historischen und ökonomischen Hintergründe der Mitarbeiterkapitalbeteiligung in Deutschland. Es beleuchtet die Kluft zwischen Kapital und Arbeit und die Versuche, diese durch partizipative Managementformen zu überwinden. Besondere Aufmerksamkeit wird der Rolle der Mitarbeiterbeteiligung im Kontext von Industrie 4.0 und Digitalisierung geschenkt. Der Text analysiert die aktuellen Herausforderungen und Potenziale der Mitarbeiterkapitalbeteiligung und bietet praktische Empfehlungen zur Förderung der Beteiligung in deutschen Unternehmen. Dabei werden auch steuerliche und rechtliche Rahmenbedingungen thematisiert, die die Verbreitung der Mitarbeiterbeteiligung beeinflussen. Der Fachtext schließt mit einem Fazit zur Bedeutung der Mitarbeiterbeteiligung für die Zukunft der Arbeitswelt und der Sozialen Marktwirtschaft.
    19. Kapitel 26. Wohlstand durch Genossenschaften mit Purpose, Values und Impact

      André Dörfler
      Der Beitrag beleuchtet die Bedeutung von Genossenschaften im Kontext von Wohlstand und Nachhaltigkeit. Genossenschaften, die vor über 175 Jahren gegründet wurden, spielen eine zentrale Rolle in der Lösung gesellschaftlicher Probleme und tragen maßgeblich zum Gemeinwohl bei. Mit ihrem Fokus auf Purpose, Values und Impact sind sie ein Modell für nachhaltiges Wirtschaften. Der Text zeigt anhand von Beispielen aus Deutschland, wie Genossenschaften in verschiedenen Sektoren wie Energie, Wohnungswirtschaft und Finanzen zur Nachhaltigkeit beitragen. Besonders hervorgehoben wird die Rolle von Genossenschaften bei der Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele und der europäischen Nachhaltigkeitsstrategie. Der Beitrag betont auch die Stabilität und Werteorientierung von Genossenschaften, die sie zu einer attraktiven Alternative für nachhaltige Investitionen machen. Insgesamt wird die Genossenschaft als eine zukunftsweisende Organisationsform dargestellt, die sowohl wirtschaftlichen als auch gesellschaftlichen Mehrwert schafft.
    20. Kapitel 27. Wohlstand steigern, Ungleichheit verringern, Souveränität stärken – ein 25-Punkteplan für eine Politik zur Vermögensbildung

      Hans-Jörg Naumer
      Dieser Fachbeitrag stellt einen umfassenden 25-Punkte-Plan zur Förderung der Vermögensbildung vor. In Zeiten von Negativrenditen und steigender Ungleichheit werden konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, um die Beteiligung am Sachkapital zu fördern und den Zugang zu Kapital zu erleichtern. Dabei werden Aspekte wie die Verringerung von Abzügen für die gesetzliche Rentenversicherung, die Erhöhung der Wahlfreiheit bei Kapitalanlagen und die Reduktion von Auflagen für die Anlageberatung diskutiert. Zudem wird die Bedeutung der ökonomischen Bildung und der Mitarbeiterkapitalbeteiligung hervorgehoben. Weitere Themen sind die steuerliche Behandlung von Aktien und Dividenden, die Förderung von Start-Ups und die Unterstützung von Wohneigentum. Der Beitrag zeigt auf, wie durch gezielte politische Maßnahmen Wohlstand gesteigert, Ungleichheit verringert und die Souveränität der Bürger gestärkt werden kann.
Titel
Vermögensbildungspolitik
Herausgegeben von
Hans-Jörg Naumer
Copyright-Jahr
2021
Electronic ISBN
978-3-658-34057-5
Print ISBN
978-3-658-34056-8
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-34057-5

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