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Über dieses Buch

Vermögensbildung ist der „Elefant im Raum“ bei den drängendsten, gesellschaftspolitischen Debatten: Ob es um Ungleichheit, Demographie und Altersvorsorge, Strukturwandel, Robotisierung, Populismus, ja selbst das Corona-Virus geht, überall kann Vermögensbildung dazu beitragen, Herausforderungen zu lösen, Wohlstand zu steigern und den Souverän (die Bürgerinnen und Bürger unseres Staates) zu stärken. Trotz dieser Aktualität findet eine gezielte Politik zur Förderung von Vermögensbildung kaum statt. Genau hier setzt dieses Buch an: Es liefert Hinweise und Empfehlungen für eine umfassende Politik der Vermögensbildung und verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz. Vermögensbildung muss Kapitalanlage ebenso wie Mitarbeiterbeteiligung, Wohneigentum ebenso wie die Förderung des Unternehmertums, Altersvorsorge ebenso wie finanzielle Bildung umfassen. Zudem muss der Zugang zu Kapital erleichtert werden.Die Autorinnen und Autoren des Buches sind profilierte Forscher, Praktiker und Politiker, die über reichhaltige Erfahrungen in Wirtschaft, Politik, Staatswissenschaften und Vermögensbildung verfügen. Sie alle eint der Wunsch, durch eine gezielte Förderung des Vermögensaufbaus, „Wohlstand für alle“ in einer Zeit großer Veränderungen für breite Bevölkerungsschichten zu ermöglichen und durch finanzielle Unabhängigkeit deren Souveränität zu stärken.Ein Teil des Bucherlöses geht an das Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland e.V.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Eigentum stärken – Vermögen bilden

Frontmatter

Kapitel 1. Vermögensbildung fördern – den Souverän stärken. Die verfassungsrechtliche Sicht

Zusammenfassung
Eigentum und seine verfassungsrechtliche Gewährleistung dienen seit jeher der freien Persönlichkeitsentfaltung und schaffen eine Sphäre, in welcher individuelle Freiheit vor dem Zugriff anderer und nicht zuletzt des Staates geschützt ist. Aus Art. 14 des Grundgesetzes lässt sich zwar kein originärer Leistungsanspruch des Bürgers auf die Verschaffung von Eigentum herleiten, zu beachten bleibt jedoch, dass Vermögensgüter in der Hand von Privatpersonen Grundrechtsvoraussetzung sind, da sonst der Schutz des Art. 14 GG leerliefe. Die aktive Förderung der privaten Vermögensbildung ist damit eine Frage verfassungspolitischer Klugheit, aber auch wichtiges Ziel und Verfassungsauftrag für die staatliche Eigentumspolitik, um die Bürger bei der Vermögensbildung vonseiten des Staates zu unterstützen, ihnen hierdurch die ökonomische Grundlage der Freiheitsentfaltung zu ermöglichen und die Stellung des Bürgers als Souverän zu stärken. Eine solche Förderung beugt gesellschaftlichen Spannungen vor und dient der Erhaltung und Stabilisierung der demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland.
Hans-Jürgen Papier

Kapitel 2. Eigentum, Vermögensbildung und Wohlstandsschaffung – ethische Aspekte aus desr Tradition der christlichen Soziallehre

Zusammenfassung
Die für die katholische Soziallehre charakteristische positive Beurteilung der Vermögensbildung unter allen gesellschaftlichen Schichten gründet in der traditionellen christlichen Befürwortung des privaten Eigentums und der damit verbundenen Eigenverantwortung. Die Begründungen haben sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt, wobei das Lehrschreiben „Rerum novarum“ Leos XIII. von 1891 eine Zäsur bedeutet. Denn es sieht – im Rückgriff auf John Locke – das durch Arbeit geschaffene Privateigentum als das Mittel, damit die von Gott für die gesamte Menschheit geschaffenen Güter allen zugutekommen. Das Privateigentum besitzt deshalb seinem Wesen gemäß eine soziale Funktion. Die Anreize zur Vermögensbildung zwecks Absicherung der wichtigsten Lebensrisiken, wie sie in der Folge das kirchliche Lehramt forderte, werden durch den modernen Sozialstaat abgeschwächt, da er diese Funktion weitgehend selbst übernimmt und damit eine zukunftsvergessene Konsummentalität fördert. Die Bürger geraten so in eine neuartige Abhängigkeit vom Staat, sie werden zum „sozialen Untertan“ (Ludwig Erhard). Vom Standpunkt einer christlichen Soziallehre her betrachtet, die das Subsidiaritätsprinzip hochhält, muss es darum gehen, Eigentum und Vermögensbildung nicht durch Fehlanreize zu behindern oder zu unterminieren.
Martin Rhonheimer

Kapitel 3. Kapitalismus für alle statt Staatskapitalismus

Zusammenfassung
Dieser Beitrag beleuchtet die aktuelle, politische Debatte um die Einführung von Staatsfonds in Deutschland. Der Fokus liegt dabei auf Fonds zum Kapitalaufbau, etwa für die Altersvorsorge. Mittels aktueller Daten wird dargelegt, wie schnell es dabei zu einer Machtkonzentration kommen kann, die dem Staatskapitalismus Vorschub leistet.
Hans-Jörg Naumer

Kapitel 4. Eigentum – wozu? Analyse und Perspektiven aus der Sicht Ludwig Erhards

Zusammenfassung
In Ludwig Erhards Bild vom selbstbestimmten Bürger spielt Eigentum eine zentrale Rolle, weil es eine soziale Funktion hat. Eigentum dient der Absicherung von Risiken. Ohne diese Sicherung würde der Anreiz für Unternehmer und Arbeitnehmer, am Markt teilzunehmen, sinken. Da durch Eigentum eine Zuordnung von wirtschaftlichen Handlungen möglich ist und damit Haftung durchgesetzt werden kann, erzeugt es zugleich die Fähigkeit zur Verantwortung. Der Wille zur Eigenverantwortung bremst den Leviathan, also den allmächtigen Staat. Deshalb hat der Staat Interesse, ökonomische Selbstständigkeit zu begrenzen. Da der Mensch risikoscheu ist und versucht, negative Risiken auf andere abzuwälzen, gibt das dem Staat die Macht, als Risikoträger seine Bürger abzusichern und von sich abhängig zu machen. Somit ist Eigentum Voraussetzung für freie Bürger. Ludwig Erhard griff die Forderung, Arbeitnehmer am Produktivvermögen zu beteiligen, mehrfach auf und meinte vor allem die Sparer, wenn er an die Eigentumsbildung über Aktien und Wertpapiere nachdachte. Heute scheint Vermögensbildung nicht nur als Maßnahme der Eigentumsbildung, sondern auch zur Stärkung der politischen Robustheit eines Staats wichtiger denn je.
Ulrich Blum

Kapitel 5. Der Liberalismus braucht ein Update

Vermögensbildung als Antwort auf Populismus und sozioökonomische Ungleichgewichte?
Zusammenfassung
Populistische Positionen sind in den vergangenen Jahren in den politischen Debatten der liberalen westlichen Demokratien kontinuierlich prominenter geworden und scheinen bei immer mehr Wählerinnen und Wählern auf fruchtbaren Boden zu fallen. Liberale Gesellschaften haben dem Populismus derzeit wenig entgegenzusetzen; sie bieten sogar gute Voraussetzungen für dessen Entfaltung, gerade weil sie offen und liberal sind und daher populistische Ideen nicht aktiv unterdrücken. Hinzu kommt, dass liberales Denken in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft ganz generell unter Druck geraten ist; es gilt eher als Ursache denn als Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Der Liberalismus ist daran nicht ganz unschuldig, da er sich in einem begrenzten Zirkel der Profiteure von Globalisierung und Digitalisierung um sich selbst dreht und zuletzt kaum noch Perspektiven aufgezeigt hat, wie sozioökonomische Ungleichgewichte über alle gesellschaftlichen Gruppen hinweg eingehegt werden können. Ein moderner Liberalismus muss daher institutionelle Defizite an beiden Enden der sozialen Leiter einer Gesellschaft beseitigen: er muss die Konzentration politischer und ökonomischer Macht ebenso verhindern wie eine kompetente Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger am Marktprozess und am politischen Diskurs ermöglichen. Das vorliegende Kapitel analysiert vor diesem Hintergrund, inwieweit die Vermögensbildung einen Beitrag leisten kann, um dieses Ziel zu erreichen.
Tim Krieger

Kapitel 6. Freiheit, Sicherheit, Eigentum

Zusammenfassung
Wir leben in einer Periode rasanter Veränderung. Die globale Arbeitsteilung wandelt sich, traditionelle Industriezweige geraten unter wachsenden Druck. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt von Grund auf. Überkommende Berufe verschwinden, neue entstehen. Die ökologische Transformation der Industriegesellschaft verstärkt diesen Umbruch. Gerade in dieser Phase des rapiden Wandels bedingen Freiheit, Sicherheit und Eigentum einander. „Eigentum für alle“ ist die konsequente Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft und ein Grundpfeiler der liberalen Demokratie.
Ralf Fücks

Kapitel 7. Politik der Vermögensbildung in Deutschland – eine Bestandsaufnahme

Zusammenfassung
Die Vermögensbildungspolitik in der Bundesrepublik Deutschland reicht zurück bis in die 1950er Jahre. Die Begründungskontexte sind seither gleich geblieben: Der Anteil der Bevölkerung am Produktivkapital der Wirtschaft ist zu gering und muss aus gesamtwirtschaftlichen und vermögenspolitischen Erwägungen erhöht werden. Die zunächst debattierte Mitarbeiterbeteiligung ist in den späten 1950er Jahren durch eine Vermögensbildungspolitik ersetzt worden; Ansätze der Mitarbeiterbeteiligung wurden eher stiefmütterlich behandelt. Im Ergebnis ist die Vermögensverteilung in Deutschland heute relativ ungleich, und auch der Besitz des Produktivkapitals ist hoch konzentriert. Ursache hierfür sind einerseits allzu zögerliche Schritte des Gesetzgebers, aber auch kulturell bedingte Vorbehalte gegen einen Ausbau der Mitarbeiterbeteiligung.
Matthias Zimmer

Kapitel 8. Kapital- trifft Anlagenotstand: Vermögensbildung als Querschnittsaufgabe der Politik

Zusammenfassung
Nur langsam befreien wir uns von der Macht des Virus, da steht bereits fest, dass Deutschland nach der Pandemie vor alten wie vor neuen Problemen stehen wird: Das „Methusalem-Komplott“ läuft ab wie ein Uhrwerk, verschärft durch die persistente Negativzinsphase, die Ungleichheitsdebatte dürfte an Fahrt gewinnen, digitale und ökologische Transformation bedürfen (öffentlicher) Investitionen und es gilt die Pandemie-Resilienz zu stärken. Anlage- trifft auf Kapitalnotstand. Vermögensbildung wird zur Querschnittsaufgabe der Politik.
Hans-Jörg Naumer

Lösungen: Vermögensbildung – ganzheitlich

Frontmatter

Kapitel 9. Das Vermögen der Deutschen und ihr Sparverhalten im internationalen Vergleich

Zusammenfassung
Privates Geldvermögen ist ein entscheidendes Instrument zur Erreichung gesellschaftlicher Ziele. Es ist in Deutschland jedoch eher unterentwickelt: Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland seit Jahren auf einem enttäuschenden 19. Platz. An den Sparanstrengungen liegt dies sicherlich nicht, in kaum einem anderen Land wird mehr gespart als in Deutschland. Die deutschen Sparer nutzen aber kaum die Kapitalmärkte, entsprechend niedrig sind die Wertsteigerungen im Portfolio – trotz boomender Aktienmärkte. Dies hat auch Folgen für den Konsum, der niedriger ausfällt, da fehlende Rendite durch zusätzliche Ersparnisse aus Erwerbseinkommen kompensiert wird. In den Lockdowns des Pandemie-Jahres 2020 zeichnet sich ein neuerliches Interesse an Kapitalmarktprodukten ab – ob daraus jedoch eine neue Aktienkultur entsteht, darf (noch) bezweifelt werden. Dabei führt an einem geänderten Sparverhalten mit einer stärkeren Risiko- und Renditeorientierung kein Weg vorbei, will Deutschland die anstehende „grüne“ Transformation erfolgreich gestalten.
Arne Holzhausen

Kapitel 10. Eine Bestandsaufnahme der Sparfähigkeit in Deutschland: Wer kann was zurücklegen und wie viel?

Zusammenfassung
Dieses Kapitel liefert eine Analyse der Sparfähigkeit deutscher Haushalte auf Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS). Dabei wird sowohl auf die Entwicklung in den letzten Jahren sowie auf Unterschiede zwischen verschiedenen Einkommensgruppen eingegangen. Insgesamt zeigt sich, dass die Sparfähigkeit deutscher Haushalte im Durchschnitt zwar sehr hoch ist, Haushalte in der unteren Hälfte der Einkommensverteilung aber nur eingeschränkt sparfähig sind und kaum Rücklagen bilden. Basierend auf diesen Ergebnissen werden mögliche Wege zu einer Stärkung der Vermögensbildung aufgezeigt.
Andreas Peichl, Paul Schüle

Kapitel 11. „Wer nichts weiß, muss alles glauben“ – Finanzielle Bildung als Beitrag zur Mündigkeit

Zusammenfassung
Finanzielle Bildung ist nicht nur eine Spezialbildung für Finanzmarktakteure, Bankmitarbeiter oder Anlageberater, sie ist für jeden und jede relevant, um das Leben bewältigen und die Welt verstehen zu können. Auch diejenigen, die die Finanzwelt kritisieren wollen, sollten sie zuvor verstanden haben. Kurz gesagt: Eine Grundausstattung an finanzieller Bildung gehört heute zur Allgemeinbildung. Im vorliegenden Beitrag wird die finanzielle Bildung als Teil ökonomischer Bildung über den Mündigkeitsbegriff legitimiert und in einem weit gefassten Ansatz rollenspezifisch ausdifferenziert. Ausgehend davon werden Ansatzpunkte in der schulischen Bildung identifiziert, die zur Verbesserung der finanziellen Bildung beitragen können.
Dirk Loerwald

Kapitel 12. Eine tägliche Portion Finanzbildung – ein Praxisbericht

Zusammenfassung
Bürger*innen in Ihrer Entscheidungsfähigkeit zu stärken, ist das Anliegen des „boerse vor acht“ Teams. Bürger*innen zu helfen, mündiger bei einem Thema zu werden, das alle betrifft und das in Deutschland wenig Begeisterung auslöst, ist dabei eine Mammutaufgabe. Aber eine gesellschaftliche äußerst bedeutsame. Dieser Werkstattbericht erläutert das „boerse vor acht“-Prinzip und wie aus einer Börsensendung binnen kurzer Zeit eine Sendung vor allem aus der Börse wurde.
Markus Gürne

Kapitel 13. Wohneigentum und Vermögensbildung: Aufgaben für die Sozial- und Regionalpolitik

Zusammenfassung
Dieser Beitrag gibt einen Überblick über den Sachstand des Wohneigentums in Deutschland, dessen Bedeutung bei Vermögensbildung und Ungleichheit, zeigt Wege auf, wie die Wohneigentumsquote erhöht werden kann, und bindet die Förderung von Wohneigentum in die Regionalpolitik ein.
Michael Voigtländer, Pekka Sagner

Kapitel 14. Schneller, ökologischer, preiswerter – ein 8-Punkte-Sofortprogramm zur Förderung privaten Wohneigentums

Zusammenfassung
Ziel des vorliegenden Textes ist es, sich kritisch mit dem Thema Wohnimmobilien als Vermögenswert – konkreter: der Förderung privaten Wohneigentums – auseinanderzusetzen. Dabei ist es zunächst wichtig, den Ist-Zustand zu beleuchten. Hier habe ich mich vorrangig auf die aktuelle Bedeutung von Wohnimmobilien bei der Vermögensbildung, die Eigentümerstruktur, die Merkmale des deutschen Wohnungsmarktes und die Unterschiede von Eigentümern und Mietern konzentriert. Zudem geht es um mögliche Hindernisse bei der Eigentumsbildung. Die Beleuchtung dieser Aspekte bildet die Grundlage für ein 8-Punkte-Sofortprogramm zur Förderung privaten Wohneigentums, welches dabei helfen könnte, die zugrunde liegenden Prozesse zu beschleunigen, ökologische Aspekte zu berücksichtigen und die Finanzierung zu erleichtern.
Kai H. Warnecke

Kapitel 15. Wohneigentum durch Mietkauf: ein Baustein zum nachhaltigen Vermögensaufbau

Zusammenfassung
Wohnraum wird in weiten Teilen Deutschlands, in erster Linie in Städten und Ballungsräumen, immer teurer. Die günstigen Zinsen lassen den Immobilienerwerb zwar auf den ersten Blick erschwinglich erscheinen. Viele Haushalte mit geringen oder mittleren Einkommen konnten allerdings der Immobilienmarktentwicklung nicht hinterher sparen und in ausreichendem Maße Eigenkapital aufbauen, um selbst Immobilienbesitzer zu werden. Das Problem des fehlenden Eigenkapitals kann durch das hier vorgeschlagene Mietkaufmodell gelöst werden. Die Mietkäufer profitieren von stabilen Mietkaufraten und können so nachhaltig privates Vermögen aufbauen. Da die im Modell vorgesehenen staatlichen Investitionen mittelfristig in Form von Rückzahlungen der MietkäuferInnen an den Staat wieder zurückfließen, kann dieses zum Bau weiterer Wohnungen eingesetzt werden. Das Mietkaufmodell stellt damit ein nachhaltiges Instrument zur Steigerung der Quote selbstnutzender Immobilienbesitzer und des Vermögensaufbaus dar.
Markus M. Grabka, Peter Gründling

Kapitel 16. Kapitalanlage im Niedrigzinsumfeld

Zusammenfassung
Seit dem Höhepunkt der Weltfinanzkrise Ende 2008/ Anfang 2009 sind die Preise der wichtigsten Assetklassen weltweit beflügelt durch eine extrem expansive Geldpolitik deutlich gestiegen. An der generellen Ausrichtung der Geldpolitik wird sich in den nächsten Jahren wenig ändern. Dies bedeutet aber nicht, dass wir auch in der kommenden Dekade in den Finanzmärkten vergleichbare Returns wie in den letzten zehn Jahren erwarten sollten. Hohe Bewertungen von Staatsanleihen und von U.S. Aktien sowie das zunehmende Risiko steigender Inflationsraten deuten auf eher unterdurchschnittliche inflationsadjustierte Returns hin, allerdings mit deutlicher Differenzierung je nach Region und Assetklasse. Um im andauernden Niedrigzinsumfeld positive reale Erträge zu erzielen, kommen Anleger nicht umhin in Aktienmärkte mit moderater Bewertung zu investieren.
Stefan Hofrichter

Kapitel 17. Chancen und Risiken der kapitalgedeckten Alterssicherung

Zusammenfassung
Alter ist ein finanzielles Risiko. Wie die unterschiedlichen Alterssicherungssysteme dazu beitragen, dieses Risiko zu reduzieren und welche Rolle die Kapitaldeckung dabei spielt, das zeigt dieser Beitrag. Dafür wird auch das Ausmaß der Anlegerrisiken in der Akkumulationsphase mittels unterschiedlicher Ansparstrategien, basierend auf historischen Daten, analysiert. Eine besondere Rolle kommt dabei risikobasierten Anlagestrategien, wie Lebenszyklusfonds, bei.
Raimond Maurer

Kapitel 18. Aktieninvestments per Tarifvertrag?

Zusammenfassung
Mit niedrigen Zinsen lassen sich keine substanziellen zusätzlichen Alterseinkommen mehr erwirtschaften, wie sie heute dringend notwendig für Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sind. Sie für Vorsorge in Produktivvermögen zu gewinnen, die nachhaltige Renditen erwirtschaften können, kann am sinnvollsten die zweite Säule unseres Rentensystems, die Betriebsrente, leisten. Der Gesetzgeber hat mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz und dem Sozialpartnermodell mit reiner Beitragszusage hierfür längst den richtigen Weg geebnet. Anders als die Diskussion manchmal vermuten ließe, braucht es keine neuen Formen, sondern in diesem tarifpolitischen Feld Praxis, um eine sozialpolitisch robuste Alterssicherung wie eine win–win-Situation für die Tarifvertragsparteien zu organisieren.
Heribert Karch

Kapitel 19. Vermögensbildung und Altersvorsorge mit Aktien

Zusammenfassung
Aktien bieten langfristig attraktive Erträge. Sie sind damit gerade im anhaltenden Niedrigzinsumfeld alternativlos, wenn es darum geht, Ersparnisse effektiv zu vermehren. Das spricht sich offensichtlich herum, hat sich doch im Jahr 2020 die Zahl der Aktionäre in Deutschland deutlich erhöht. Gerade die jüngere Generation hat zunehmend eine Affinität zur Aktienanlage entwickelt. Umso wichtiger ist es, dass die Politik diesen Trend unterstützt und mit wirksamen vermögenspolitischen Maßnahmen flankiert. Ziel muss es sein, dass noch mehr Bürger in Deutschland von den Ertragsvorteilen der Aktienanlage profitieren. Ansatzpunkte der Vermögenspolitik sind die Altersvorsorge, die Mitarbeiteraktie und der steuerliche Rahmen. Das Rad muss hier nicht neu erfunden werden; vielmehr können wir von anderen Ländern lernen.
Norbert Kuhn

Kapitel 20. #FinanceForFuture durch Aktives Management

Zusammenfassung
Demografie, Digitalisierung und Klimawandel verändern die Welt rasant. Das anhaltende Niedrig-/Negativzinsumfeld führt zum Anlagenotstand. Dabei ist die Rendite der entscheidende Treiber für den langfristigen Vermögensaufbau. Dieser Beitrag untersucht die wichtigsten Herausforderungen für Asset Manager, wenn es darum geht, für jeden Geldbeutel nicht nur mehr Rendite zu erzielen, sondern die Welt zum Besseren zu verändern. Es geht um #FinanceForFuture.
Tobias C. Pross

Kapitel 21. Vorsteuerrendite, Nachsteuerrendite oder: Was vom Ertrag noch übrigbleibt

Zusammenfassung
Wie bei kaum einer anderen Investition fragen Kleinanleger, geübte Investoren und auch solche, die für das Alter vorsorgen wollen, wie sich ihre private Kapitalanlage steuerlich auswirkt. Muss ich den Gewinn versteuern oder kann ich einen möglichen Verlust steuerlich geltend machen? Kann ich damit Steuern sparen? Oftmals hat man als Steuerberater den Eindruck, die steuerliche Behandlung der Kapitalanlage stehe bei den Anlegern im Vordergrund. Das geht sogar so weit, dass z. B. die Kapitalanlage unabhängig von der aktuellen Rendite länger gehalten wird, nur um das Anlageergebnis ggfs. steuerfrei vereinnahmen zu können. Angesichts der im internationalen Vergleich in Deutschland grundsätzlich hohen Einkommensteuern und der steuerlichen Belastung von Kapitalerträgen ist dieses Verhalten der Kapitalanleger durchaus nachvollziehbar. Wie berechtigt die Frage nach den steuerlichen Folgen von Kapitalanlagen ist, soll in diesem Beitrag überblicksmäßig aufgezeigt werden. Die nachfolgenden Ausführungen können eine steuerliche Analyse im Einzelfall wegen der persönlichen steuerlichen Verhältnisse des einzelnen Anlegers nicht ersetzen. Dennoch sollen sie geeignet sein, dem Kapitalanleger aufzuzeigen, welche grundsätzlichen steuerlichen Überlegungen bei Eingehen des Investments, während der Haltedauer und beim Desinvestment angestellt werden sollten, damit das Investment erfolgreich ist, d. h. damit noch etwas vom Ertrag übrigbleibt. Gleichzeitig soll dieser Beitrag auch einen kritischen Blick auf die Besteuerung der privaten Kapitalanlage vor dem Hintergrund des Vermögensaufbaus werfen.
Hans-Jürgen A. Feyerabend

Kapitel 22. Investieren für eine bessere Welt – ESG-Faktoren als integraler Bestandteil des Investmentprozesses

Zusammenfassung
Investieren für eine bessere Welt – das ist kein Wunschdenken, sondern heute bereits Anspruch und Realität. Dabei ist die Umsetzung als Teil des aktiven Managements immer wieder eine Herausforderung. Die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in die Fundamentalanalyse erleichtert den Prozess. Das erfordert aber immer wieder Entscheidungen, die vor dem Hintergrund nachhaltigen Investierens manchmal nicht eindeutig zu lösen sind. Dieser Praxisbericht aus dem Fondsmanagement zeigt, wie das „Investieren für eine bessere Welt“ gelingen kann.
Christoph Berger

Kapitel 23. Venture Capital – Kapital für Innovationen und Wachstum in der Industrie 4.0

Zusammenfassung
Über die vergangenen 30 Jahre hinweg hat sich Venture Capital als ein wichtiger Bestandteil auf dem Finanzierungsmarkt für junge innovative Unternehmen etabliert. Unternehmen wie Apple, Alphabet/Google, Microsoft oder Amazon wurden auf Ihrem Erfolgsweg mit Venture Capital unterstützt. Diese Investitionen verhalfen neuen Technologien zum Durchbruch, komplette Industrien wandelten sich durch diese Entwicklungen und zu guter Letzt veränderten die technischen Errungenschaften auch die Lebensweise der Menschen.
Ulrike Hinrichs

Kapitel 24. Die neuen Entrepreneure: Startup-Kapital durch Mitarbeiterkapitalbeteiligung

Zusammenfassung
Es lohnt sich der Frage nachzugehen, wie wir Innovationen finanzieren können, welche Rolle Startups spielen und wie wir die Menschen nicht nur als Konsumenten an den Innovationen teilhaben lassen, sondern sie zu Eigentümern des Erfolges machen. Deutschland hat beständig Unternehmen hervorgebracht, die weltweit erfolgreich waren. Jetzt müssen wir die Grundlagen für die kommende Generation schaffen. Der Beitrag beschäftigt sich mit den Anforderungen an ein modernes Ökosystem für Gründer. Ein erfolgreiches Startup zeichnet sich durch innovative Entrepreneure, durch mutige Investoren sowie durch hochqualifizierte Mitarbeiter aus. Die Rahmenbedingungen in Deutschland sind dabei auf allen Ebenen verbesserungswürdig. Wir müssen wieder die Begeisterung für das Unternehmertum wecken, unnötige Bürokratie abschaffen, unseren Startups mehr Wachstumskapital bereitstellen und die nicht wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen bei der Mitarbeiterkapitalbeteiligung verbessern.
Bettina Stark-Watzinger

Kapitel 25. Die Brücke zwischen Kapital und Arbeit bauen: Die Mitarbeiterkapitalbeteiligung und was in Deutschland zu tun bleibt

Zusammenfassung
Die Brücke zur Überwindung des Interessengegensatzes zwischen Kapital und Arbeit hat zwei Stützpfeiler: Die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Unternehmen und die Teilhabe der Beschäftigten am Produktivkapital. Der technologische Wandel hat seit Beginn der Industrialisierung immer neue Anforderungen an die Organisation der Zusammenarbeit in den Unternehmen hervorgebracht, die die ehemals untergeordnete Stellung des Faktors Arbeit zunehmend aufwertet. Im Hinblick auf mehr Mitarbeiterkapitalbeteiligung und Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand gibt es demgegenüber noch erheblichen Handlungsbedarf – bei den Unternehmen, den Sozialpartnern und der Politik.
Heinrich Beyer

Kapitel 26. Wohlstand durch Genossenschaften mit Purpose, Values und Impact

Zusammenfassung
Auf der Suche nach einer neuen und nachhaltigen Wirtschaft werden Genossenschaften neu entdeckt. Dafür gibt es gute Gründe: Genossenschaften tragen mit „Purpose“, „Values“ und „Impact“ zur Nachhaltigkeit und zum Wohlstand bei. Sie sind das Modell für nachhaltiges Wirtschaften. Deshalb sind Genossenschaften voll im Trend und cooler denn je. Sie sind Zukunftsgestalter. In dem Artikel werden Genossenschaften frisch und innovativ erklärt. Aus der Perspektive von Kapitalanlage und Vermögensbildung werden Genossenschaften als „Alternative Investments“ beschrieben. Ihr Beitrag zu Wohlstand, Vermögen und Einkommen wird im Artikel erläutert. Um die Stärken und Potenziale von Genossenschaften noch mehr nutzen zu können, wird aufgezeigt, dass verstärkte Investitionen in neue und etablierte Genossenschaften sinnvoll sind.
André Dörfler

Kapitel 27. Wohlstand steigern, Ungleichheit verringern, Souveränität stärken – ein 25-Punkteplan für eine Politik zur Vermögensbildung

Zusammenfassung
Wohlstand für alle ist möglich – durch eine umfassende Politik zur Vermögensbildung, auch in Zeiten von Negativrenditen. Benötigt wird eine umfassende Agenda, die an allen Aspekten der Vermögensbildung ansetzt. Dieser Punkteplan zeigt, wie sich Wohlstand steigern, Ungleichheit verringern und der Souverän durch Vermögensbildung stärken lässt.
Hans-Jörg Naumer
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