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Zahlungsverkehr

weitere Buchkapitel

Kapitel 2. Die Projektbeteiligten und Ihre Aufgaben

Keine Projektsteuerung ohne Team. Ein Bau-Projekt hat viele Akteure und Beteiligte. Diese reichen vom Bauherrn bzw. Auftraggeber bis zum Nachunternehmer. Um alle Beteiligten zu koordinieren sind die Aufgabenfelder zu definieren und zu bestimmen. Doch bevor gebaut werden kann, ist die Planung zu erstellen. Mit den beteiligten Fachplanern ist eine Rollenklärung durchzuführen und die Aufgaben sind abzustecken. Hier ist Teamarbeit gefragt, die Sie als Projektmanager anleiten.

Dipl.-Ing. Sven Schirmer

Kapitel 1. Kundenorientierung und Positionierung

Fast kein Unternehmen, unabhängig von der Branchenzugehörigkeit, kann sich heute der Notwendigkeit der Anpassung an veränderte Markt- und Umweltsituationen entziehen. Im Vergleich zu in der Vergangenheit eher kontinuierlichen Entwicklungen gibt es heute gravierende Veränderungen, die sich in viel kürzerer Zeit bedrohlich und manchmal sogar existenzgefährdend auf das Unternehmen auswirken. Maßgeblich für derartige Strukturbrüche sind extern – wie Abbildung 1 zeigt – ein hoher, auch internationaler Wettbewerbsdruck mit der gleichzeitigen Forderung nach mehr Kundennutzen und Service-Excellence, insbesondere auch durch neue Technologien der Digitalisierung.

Armin Töpfer

Kapitel 14. Vom smarten Berater zur smarten Maschine

Künstliche Intelligenz in der Finanzbranche

Die Zukunft der Finanzbranche ist digital. Der Wandel lässt sich nicht auf eine Erweiterung bestehender Strukturen reduzieren, sondern die Branche wird sich in ihren Grundfesten verändern. Waren die bisherigen Innovationen bereits mit erheblichen Umwälzungen verbunden, so stellen Digitalisierung und künstliche Intelligenz das klassische Bankensystem insgesamt infrage. Aus Regulierungsdruck, Niedrigzinspolitik, FinTechs und der Veränderung der Lebensgewohnheiten der Menschen entsteht ein Kostendruck, der auf den Instituten lastet. FinTechs übernehmen Elemente des klassischen Bankengeschäfts. Der Zahlungsverkehr findet bereits neben Banken statt und die Möglichkeiten, sich Wagniskapital abseits klassischer Bankkredite zu beschaffen, werden größer. Das Anlagegeschäft rückt in den Fokus der jungen digitalen Unternehmen. Diese Entwicklung wird eine Beschleunigung erfahren, wenn sich die künstliche Intelligenz als Technologie durchsetzt. Für die Institute ist es dann eine Existenzfrage, sich organisatorisch anzupassen.

Sven Lauterjung

4. Theorie derWirtschaftspolitik

Für den Studenten in den ersten Semestern ist es manchmal schwierig, den Begriff der „Wirtschaftspolitik“ von der „Theorie der Wirtschaftspolitik“ abzugrenzen. Dies ist im Grunde genommen aber gar nicht so schwer: Die von uns beobachtete, erfahrene, erduldete, bisweilen sogar erlittene Wirtschaftspolitik, als Teil der allgemeinen Politik, ist das Erfahrungsobjekt eines jeden Wirtschaftssubjektes.

Paul Engelkamp, Friedrich L. Sell, Beate Sauer

3. Makroökonomie

Wie oben bereits dargelegt, bildet die Makroökonomie neben der Mikroökonomie das zweite große Hauptgebiet der Wirtschaftstheorie. Während die Mikroökonomie – wie wir in den vorangegangenen Abschnitten gesehen haben – am einzelwirtschaftlichen Verhalten, also am Verhalten der einzelnen Haushalte und Unternehmungen, ansetzt und auf dieser Grundlage die Koordination der individuellen Entscheidungen am Markt untersucht, stehen bei der makroökonomischen Analyse volkswirtschaftliche Aggregate im Vordergrund. Volkswirtschaftliche Aggregate sind Zusammenfassungen von Einzel- oder Teilgrößen.

Paul Engelkamp, Friedrich L. Sell, Beate Sauer

Kapitel 3. Aufgabenbereiche von IT-Systemen in der Logistik

In Abb. 2.3 wurden die typische IT-Systeme dargestellt, welche in den Bereichen Logistik und Materialfluss eingesetzt werden. Die verschiedenen zum Einsatz kommenden Systeme sind auf den jeweiligen Einsatzzweck und Aufgabenbereich spezialisiert und werden häufig von Anbietern geliefert, welche über das spezielle Know-How verfügen, welches für die Entwicklung dieser Systeme erforderlich ist. Gerade im Hinblick auf automatisierte Förder- und Lagersysteme werden auch IT-Systeme, welche diesen automatisierten Anlagen zugeordnet sind, durch den Anlagenlieferanten mit entwickelt und geliefert.

Wolfgang Albrecht

6. Pacioli, Luca

* um 1445 in Borgo San Sepolcro/Toskana (Italien), † 1517 ebd. ∎ führender Mathematiker der Zeit ∎ Franziskanermönch ∎ Publizist (nicht Erfinder!) der ersten geschlossenen Darstellung der doppelten Buchführung ∎ „der einflussreichste Abbacist des 15. Jahrhunderts“ (Franci/Rigatelli) ∎ „Schlüsselfigur in der Entwicklung der Mathematik während der Renaissance in Italien“ (Wußing) ∎ „einer der stärksten Geister der Renaissance“ (Löffelholz) ∎ „Galionsfigur des Rechnungswesens“ (Gulluscio) ∎ „the central author in the history of accounting“ (Soll)

Lars Wächter

51. Schmidt, Fritz

* 13.03.1882 in Wahrenbrück (Halle), † 01.02.1950 in Oberursel (Frankfurt a. M.) ∎ einer der „Gründerväter“ der deutschen Betriebswirtschaftslehre ∎ Begründer der organischen Bilanztheorie

Lars Wächter

82. Glossar

Das Glossar enthält rund 120 ökonomische Fachbegriffe, die im Zusammenhang stehen mit den im vorliegenden Buch behandelten Ökonomen.

Lars Wächter

45. Hellauer, Josef

* 01.06.1871 in Wien, † 03.12.1956 in Frankfurt a.M. ∎ deutscher Handelswissenschaftler ∎ einer der Gründerväter der Betriebswirtschaftslehre und insbesondere der betrieblichen Außenhandelslehre ∎ Professor in Berlin und Frankfurt a. M. ∎ „Erforscher des Welthandels“ (Strejcek) ∎ „Schöpfer der Verkehrslehre“ (Henzler)

Lars Wächter

Geldpolitik

Mit der Einführung des Euro ging die Aufgabe der Währungssicherung von der Deutschen Bundesbank auf das Eurosystem über, das aus der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt und den Zentralbanken der Länder besteht, die den Euro als gemeinsame Währung eingeführt haben. Das vorrangige Ziel des Eurosystems ist nach dem Maastrichter Vertrag, die Preisstabilität zu gewährleisten. Soweit es ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität möglich ist, unterstützt das Eurosystem die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Gemeinschaft. Das Eurosystem ist auf das Hauptziel der Geldwertstabilität verpflichtet.

Wolfgang Grundmann, Corinna Heinrichs, Marion Leuenroth

6. Ökonomie als Wissenschaft

In diesem Kapitel werden zunächst frühe Belege ökonomischer Erkenntnisgewinnung und Belehrung aus der Zeit der griechischen Antike vorgestellt (Abschn. 6.1). Die überlieferten Texte offenbaren Anfänge einer Wirtschaftswissenschaft, die bis zur modernen Wirtschaftstheorie und zu Neuen Ökonomiken führen. Anschließend werden einzel- und gesamtwirtschaftliche Aus- und Umformungen zu vorklassischen und klassischen sowie modernen Ökonomiken in den Grundzügen skizziert (Abschn. 6.2 und 6.3). Abschließend wird auf sogenannte Neue Ökonomiken hingewiesen, mit denen der Anspruch erhoben wird, die herrschenden Grundkonzeptionen Mikroökonomik und Makroökonomik teils zu ergänzen und teils sogar abzulösen (Abschn. 6.4). Die in den neuen Konzeptionen dargelegte konstruktive Kritik an der Mikro- und Makroökonomik, darunter die Vernachlässigung der Wertschöpfung durch Haushaltsproduktion und der Einbettung der Wirtschaft in die natürliche Umwelt, führt zu der Frage nach der Zukunft der Ökonomik.

Michael-Burkhard Piorkowsky

Kapitel 8. Physische Distribution

Die physische Distribution befasst sich mit der Gestaltung der externen Transportprozesse. Zu diesen externen Transportprozessen gehören die Transporte vom Lieferanten zum Kunden, die Transporte zwischen verschiedenen Werken oder Lagerhäusern und die Transporte zwischen Werk und Lagerhäusern. Für die Lösung dieser Transportaufgabe werden unterschiedliche Transportketten aufgebaut, die ein- oder mehrgliedrig gestaltet werden können.

Rainer Lasch

Kapitel 9. Telematik im Straßengüterverkehr

Durch die Nutzung neuer Informations- und Kommunikationssysteme sowie Leittechnologien im Verkehr soll der Güterverkehr effektiv, effizient und möglichst umweltschonend gestaltet werden. Mit der Güterverkehrstelematik werden intelligente technische Lösungen zur Bewältigung des hohen Güterverkehrsaufkommens zur Verfügung gestellt, sodass sie eine wichtige Voraussetzung für ein integriertes Güterverkehrssystem darstellt, mit dem auch unterschiedliche Verkehrsträger stärker vernetzt werden können. Da mit der Verkehrstelematik die vorhandene Verkehrsinfrastruktur optimal genutzt, die Verkehre effizienter, ökologischer und sicherer durchgeführt werden können, stellt sie einen wichtigen Baustein bei der Anwendung verkehrspolitischer Instrumente dar.

Rainer Lasch

4. Angebot

Dieses Kapitel analysiert, wie Gesundheitsdienstleistungen erstellt und zu welchen Preisen sie angeboten werden. Es handelt sich folglich überwiegend um betriebswirtschaftliche Aspekte der Gesundheitsökonomik. Die meisten Lehrbücher vermeiden es, betriebs- und volkswirtschaftliche Aspekte gemeinsam zu behandeln. Dies liegt zum einen an der traditionellen Trennung dieser Fächer in der akademischen Lehre, zum anderen aber auch daran, dass sich die meisten Lehrbücher der Gesundheitsökonomik an Studierende des Hauptstudiums der Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre richten, die bereits die Grundlagen des jeweils anderen Faches verpflichtend studiert haben. Für Mediziner, Gesundheitswissenschaftler oder Pflegekräfte ohne Grundkenntnisse dieser Fächer ist es absolut notwendig, auch die betriebswirtschaftlichen Grundlagen der Leistungserstellung im Betrieb zu analysieren. Hierzu dient dieses Kapitel.

Steffen Fleßa, Wolfgang Greiner

Kapitel 10. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank

Im Folgenden wollen wir uns mit der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) beschäftigen, deren oberstes Ziel die Preisniveaustabilität ist. Die hierbei erlernten Kenntnisse werden es Ihnen erlauben, sich eine eigene Meinung über die Entwicklung der Geldmarktzinsen, der Inflationsrate und der Probleme der Europäischen Währungsunion zu bilden.

Prof. Dr. Christian A. Conrad

Chapter 12. Ihr Bonus-Track: ein Blick in die Geschichte und doch voraus

Die beiden Anhänge dienen zur Vertiefung der historischen Betrachtung der Entwicklungen.

Prof. Dr. Klemens Skibicki

Bauwirtschaftslehre – Grundlagen

Die Bauwirtschaftslehre als spezielle Betriebswirtschaftslehre ist Grundlage des wirtschaftlichen Handelns der am Planen, Bauen und Betreiben von Bauten und Anlagen Beteiligten. Lange sehr stark auf die Technik fokussiert, werden heute professionell ausgerichtete bauwirtschaftliche Funktionen und Prozesse als entscheidende Erfolgsfaktoren in den Unternehmen akzeptiert und angenommen. Zunächst werden die Grundbegriffe der Volkswirtschaftslehre und der Betriebswirtschaftslehre erläutert. Dazu zählen Begriffe wie Markt, Angebot und Nachfrage, Kosten, Rentabilität, Konjunktur und Tarifrecht. In der Unternehmensrechnung sowie der Kosten-, Leistungs- und Ergebnisrechnung werden die Grundlagen zur Erfassung, Darstellung, Auswertung und Überwachung aller Geld- und Güterströme in (Bau-)Unternehmen vermittelt. Im Kapitel Unternehmensfinanzierung werden schließlich die Ziele und Einflussfaktoren der Finanzierung eines Unternehmens sowie alternative Finanzierungsformen dargestellt.

Claus Jürgen Diederichs, Alexander Malkwitz, Ayosha Aghazadeh

6. Organisationsstruktur: Verteilung von Macht und Verantwortung

Stellen Sie sich vor, Sie haben in Ihrem Projekt lauter hochmotivierte Persönlichkeiten, die klar gesteckte Ziele vor Augen haben. Eine effektive Zusammenarbeit kommt jedoch nicht zustande. In den gemeinsamen Besprechungen hört niemand auf den anderen. Keiner schaut über den eigenen Zielhorizont hinaus. Keiner profitiert vom Wissen und den Fähigkeiten seiner Kollegen. Jeder versucht nur seine eigenen Vorstellungen über Ziele und Projektablauf durchzusetzen. Jeder beansprucht Ihre Zeit und Aufmerksamkeit für sich alleine. Gleiches gilt für Projektressourcen. Am Ende stehen Sie vor einem großen Haufen glanzvoller Einzelleistungen, die nicht zusammenpassen.Wenn Sie versuchen, jeden Tag aufs Neue die Alleingänger einzufangen und auf einen gemeinsamen Pfad zurückzuführen, werden sie über kurz oder lang daran erschöpfen. Damit das nicht geschieht, braucht Ihr Projekt eine Organisationsstruktur, in der die Mitarbeitenden von selbst zusammenfinden und ihre Zusammenarbeit gestalten.

Christoph Lüttge

5. Idealtypischer Ablauf einer Sonderprüfung

Der zeitliche Ablauf einer Sonderprüfung kann je nach Prüfer, Inhalt und auch je nach Intensität abweichen. Trotzdem finden sich die einzelnen, in Abb. 5.1 dargestellten Phasen in jeder und die zeitliche Verteilung in den meisten Sonderprüfungen. Nach einer Darstellung der typischen Prozessschritte einer Sonderprüfung zu Beginn dieses Kapitels werden in den Kapiteln 5.5. bis 5.7. häufige Prüfungsschwerpunkte aus den Bereichen MaRisk, Geldwäscheprävention und IT dargestellt, ehe in Kapitel 5.8. ausgewählte MaRisk-Fokusbereiche umfassender behandelt werden.

Christian Glaser

Die Stiftung als Fundraising-Instrument

Steuerbegünstigte Stiftungen nehmen für Spenden sammelnde Organisationen eine zunehmend wichtigere Rolle im Fundraising ein; insbesondere Verbundstiftungsmodelle bieten über vielfältige (finanzielle) Beteiligungsmöglichkeiten hier große Chancen. Über Spenden, Zustiftungen, Stiftungsfonds, die Verwaltung von Treuhandstiftungen bzw. die Geschäftsbesorgung für rechtsfähige Stiftungen, Stifterdarlehen und Sponsoring können Privatpersonen und Unternehmen motiviert werden, kleinere und größere Beträge in die Verbundstiftung einzubringen und so die Ziele der gemeinnützigen Organisation langfristig zu fördern. Es empfiehlt sich, hierbei strategisch vorzugehen, ein Konzept zu entwickeln und dieses Angebot potenziellen Interessenten proaktiv zu kommunizieren. Die besonderen steuerlichen Vorteile für Stiftungen bieten zusätzliche Argumente bei der Gewinnung potenzieller Förderer.

Christoph Mecking

Forschung und theoretische Rahmung

In Forschungspublikationen dient der Literaturbericht dazu, einen angemessenen (d.h. selektiven statt vollständigen) Auszug (digest) aus der für das zu behandelnde Thema relevanten bereits vorliegenden Fachliteratur vorzulegen, mit dem Ziel, dadurch die zu untersuchende Fragestellung zu untermauern (Yegidis & Weinbach, 2005, S. 47). Bei der Dissertation – egal ob in monographischem oder kumulativem Format erstellt und vorgelegt – muss sich diese glaubhaft-machende Funktion naturgemäß verstärken, nicht zuletzt da die Dissertation nicht bloß interessante, nützliche Einblicke ins ein gegebenes Thema zu vermitteln, sondern ebenfalls doktorale Kompetenz zu demonstrieren hat.

Jacob Kornbeck

Kapitel 8. Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht

Dieser Beitrag zeigt in einer praktischen Ausrichtung mit anschaulichen Beispielen, wie Erwerbe von Todes wegen nach dem ErbStG besteuert werden. Dabei sieht sich das Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht gegenwärtig in einer zweifach schwierigen Lage. Einerseits müssen die Regelungen des Erbschaftsteuerrechts grundgesetzkonform ausgestaltet sein, während in der Vergangenheit das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber mehrfach zu Reformen veranlasst hat, so etwa mit Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 17.12.2014 (ZEV 2015, S. 19 ff.). Auch bei der jetzt geltenden Gesetzeslage gibt es Zweifel, ob die Vorschriften nicht erneut gleichheitswidrig einzelne Erwerbe begünstigen. Diese Zweifel veranlassen den Bundesfinanzhof beispielsweise zu einer restriktiven Auslegung der Verschonungsvorschriften zum Familienheim. Auf der anderen Seite prüft weiterhin der Europäische Gerichtshof einzelne Vorschriften des ErbStG auf ihre Vereinbarkeit mit den Grundfreiheiten, insbesondere mit der Kapital- und Zahlungsverkehrsfreiheit. Deutschland hält ungeachtet der bestehenden Schwierigkeiten an der Erbschaftsteuer fest. Drei der Verfassungsrichter des Ersten Senats des BVerfG haben in ihrer abweichenden Meinung zum Urteil vom 17.12.2014 vertreten, dass die Erbschaftsteuer ein Instrument des Sozialstaats ist, um zu verhindern, dass Reichtum in der Folge der Generationen in den Händen weniger kumuliert und allein aufgrund von Herkunft oder persönlicher Verbundenheit unverhältnismäßig anwächst. Das verpflichte den Gesetzgeber, für einen Ausgleich der sozialen Gegensätze und damit für eine gerechte Sozialordnung zu sorgen.Ausgehend von der Interessenlage bei Erbschaft und Schenkung vermittelt der vorliegende Beitrag zunächst die Grundlagen der Erbschaftsbesteuerung, um dann die jeweils geltenden Besonderheiten anhand der aktuellen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zu vertiefen. Weil das ErbStG dem Grundsatz der Maßgeblichkeit des bürgerlichen Rechts folgt, gehen den steuerlichen Ausführungen einleitende Erläuterungen zur Zivilrechtslage voraus.

Jan Bruns

Kapitel 5. Auswirkung der Blockchain auf Geschäftsmodelle und Ökosysteme

Auf Grundlage der Architektur und Funktionsweise der Blockchain stellt diese Technologie viele bestehende Konzepte infrage. Begriffe wie Geld, Eigentum, Regierung oder Souveränität können mittels Blockchain auf innovative Weise neu definiert werden. In vielen Bereichen wird Blockchain als neue, digitale Form der Demokratie bezeichnet, da Entscheidungen basisdemokratisch erfolgen. Gleichzeitig wird Blockchain oftmals als Cutting Edge Technologie gesehen, die nahezu jede Branche verändern kann. In diesem Kapitel werden mögliche Auswirkungen der Blockchain-Technologie auf bestehende Geschäftsmodelle sowie Ökosysteme zusammenfassend betrachtet sowie potenzielle Entwicklungen aufgezeigt.

Nicklas T. Urban

Kapitel 3. Informations- und Kommunikationstechnologien als Enabler

Die Disziplin der IT-gestützten Logistik umfasst inzwischen eine Vielfalt an Methoden und Tools, die je nach zugrunde liegender Logistikdefinition in ihrem Umfang deutlich schwanken können. Werden Beschaffung, Produktion, Distributionslogistik, die gesamte Lagerlogistik sowie Funktionsbereiche, wie sie beispielsweise die Instandhaltungslogistik darstellen unter das Grundverständnis einer mittels Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) unterstützten logistischen Prozesskette subsumiert (vgl. vorliegendes Lehrbuch), dann ist die Bandbreite an vorhandenen Lösungsansätzen sehr groß. Dennoch greifen die einzelnen Anwendungen auf eine zumeist standardisierte technologische Basis zurück, um z. B. Transporte zu lokalisieren, Waren zu identifizieren oder um auf elektronischem Wege Daten auszutauschen.

Iris Hausladen

5. Neue Ansätze im internationalen Firmenkundengeschäft

Neue Ansätze im internationalen Firmenkundengeschäft erfordern auch einen Blick in Richtung Kundennutzen und Kundenwünsche. Der Einstieg in Kap. 5 zeigt auf, dass Banken ihr Beratungskonzept verändern müssen. Die Unternehmen erwarten nicht nur ein Angebot an klassischen Produkten und Dienstleistungen, sondern auch, dass die Bank als Ratgeber im internationalen Geschäft fungieren sollte. Hierzu bedarf es umfangreicher Kompetenzen seitens der Firmenkundenbetreuer (individuelle Handlungskompetenz) und die Beachtung der Ziele in der Kundenbetreuung. Im weiteren Verlauf gibt das Kapitel einen kurzen Überblick über das Leistungsangebot der führenden Universalbanken und Kreditinstitute mit ihren Verbundpartnern. Im letzten Abschnitt wird dann Bezug genommen auf ein neues CRM-System im Auslandsgeschäft, wobei zunächst die Instrumente vorgestellt werden, danach erfolgen organisatorische Hinweise bis zu den notwendigen Schritten einer Implementierung der Systeme.

Henning Kehr, Jörg Michael Gummersbach

2. Rahmenbedingungen im internationalen Firmenkundengeschäft

Zunächst werden in diesem Kapitel die Tendenzen der Globalisierung in all ihren Facetten aufgezeigt. Insbesondere wird ein Blick auf die Zukunftsmärkte geworfen, als auch eine Aussage darüber getroffen, wie die aktuelle Lage vor dem Hintergrund der weltweiten Handelskonflikte aussieht. Spannend sind hierzu die Ergebnisse verschiedener Umfragen und Prognosen der IHK-Unternehmensumfrage Going International 2018, 2019 und 2020. Es erfolgt eine Bewertung der Globalisierung für die Zukunft. Im weiteren Verlauf der Untersuchung befasst sich das Kapitel mit den Firmenkunden der Bank als solche, wie die Kreditinstitute ihre Kunden sehen und vor welchen Herausforderungen diese im internationalen Geschäft stehen. Ebenso erfolgt eine Einordnung und Bewertung der Banken und Wettbewerber im internationalen Firmenkundengeschäft und deren Marktanteile. Abschließend wird darauf eingegangen, wo letztendlich die strategischen Ziele einer Kundenbindung liegen sollten. Dabei ist die Qualität der Bankleistung von entscheidender Bedeutung.

Henning Kehr, Jörg Michael Gummersbach

„Wo viel Licht ist, ist starker Schatten“ – Die zwei Seiten der Automatisierung und Personalisierung von Dienstleistungen

Der Beitrag beschäftigt sich mit den Vorteilen („Licht“) und Nachteilen („Schatten“) der Automatisierung und Personalisierung von Dienstleistungen. Zwar werden beide Bereiche in der Wissenschaft und Praxis häufig gemeinsam behandelt, jedoch werden sie hier getrennt thematisiert, um die Bereiche differenzierter behandeln zu können. Für die Automatisierung und Personalisierung von Dienstleistungen werden jeweils die begrifflichen Grundlagen geschaffen, die Treiber für die zukünftige Entwicklung adressiert, die vielfältigen Einsatzfelder thematisiert, die Vor- und Nachteile explizit herausgearbeitet und schließlich verschiedene Forschungsfragen benannt. Der Beitrag schließt mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick auf automatisierte Dienstleistungen als Zukunftsdisziplin des Dienstleistungsmanagements.

Manfred Bruhn

Kapitel 17. Dienstleistungsmarketing

Lernziele Der Leser kennt die konstitutiven Merkmale, durch die Dienstleistungen geprägt sind. Der Leser kennt zentrale Ansätze zur Typologisierung von Dienstleistungen. Der Leser kennt die wichtigsten Ansätze zur Konzeptualisierung von Dienstleistungsqualität. Der Leser überblickt das Spektrum der Ansätze zur Messung der Dienstleistungsqualität auf der Basis unterschiedlicher Datenquellen sowie wichtige Methoden zur vertiefenden Analyse der Dienstleistungsqualität. Der Leser kennt zentrale Ansatzpunkte zur Beeinflussung der Dienstleistungsqualität. Der Leser versteht die wechselseitige Beziehung zwischen Dienstleistungsmerkmalen und marketingstrategischen Entscheidungen von Dienstleistungsanbietern. Der Leser überblickt die wichtigsten Auswirkungen der Dienstleistungsmerkmale auf die Gestaltung der klassischen Komponenten des Marketingmix. Der Leser versteht die Notwendigkeit einer Erweiterung des klassischen Marketingmix im Hinblick auf Dienstleistungen und kennt die wesentlichen Zielsetzungen im Rahmen des erweiterten Marketingmix.

Christian Homburg

Kapitel 1. Einführung mit typischen Anwendungen

Ein herausragendes Charakteristikum der vernetzten Welt ist der Austausch von immensen Datenmengen unterschiedlichster Art mit hoher Geschwindigkeit zwischen den im Netz agierenden Teilnehmern. Dieses Phänomen wird in prägnanter Weise mit den Stichworten Big DataBig Data bzw. Smart DataSmart Data bezeichnet, wobei das Adjektiv „smart“ auf das intelligente Umgehen mit der Datenmenge hinweist. Zur Bewältigung einer solchen Datenflut werden neben den erforderlichen Hardwaretechnologien neuartige Softwaretechnologien aus den Bereichen Datenbanken und Data AnalyticsDataAnalytics (Datenanalyse) eingesetzt. Herkömmliche Datenbanken genügen nicht den Anforderungen einer dynamischen vernetzten Welt, man benötigt eine Software, die dauerhaft läuft und auf Signale der Umwelt reagiert. Es müssen nahezu in Echtzeit Korrelationen zwischen aktuellen Geschehnissen festgestellt werden, um möglichst schnell geeignete Reaktionen in Gang zu setzen.

Ulrich Hedtstück

Kapitel 3. Organisations- und Entscheidungsstrukturen in der Sparkassen-Finanzgruppe

Die Sparkassen-Finanzgruppe als Verbund öffentlich-rechtlicher Kreditinstitute repräsentiert neben den Großbanken und der genossenschaftlichen Bankengruppe ein Element innerhalb der sog. Drei-Säulen-Struktur des deutschen Bankenwesens.

Robert Conrad

Kapitel 5. Leistungserstellung in den Westfälisch-Lippischen Sparkassen

Der Leistungserstellungsprozess in den kommunalen Sparkassen bildet die Grundlage für das Geschäft in der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Analysen der Entwicklungen des Leistungserstellungsprozesses der westfälisch-lippischen Institute im Betrachtungszeitraum stellt die Voraussetzung dar, um Muster zu identifizieren, künftige Entwicklungen zu prognostizieren und Handlungsempfehlungen ableiten zu können. Anders als in Konzernstrukturen sind die Sparkasse als Organisationen in kommunaler Trägerschaft nicht bloße Vertriebseinheiten, sondern rechtliche autonome Einheiten, die ihre Organisationsstruktur und ihren Leistungserstellungsprozess entsprechend der regulatorischen Anforderungen und des öffentlichen Auftrags ausgestalten.

Robert Conrad

Sozialpolitik und soziale Lage

Sozialpolitik reagiert auf soziale Risiken und Probleme. Diese betreffen im Verlauf des Lebens jeden Menschen. In modernen, hoch differenzierten und arbeitsteiligen Gesellschaften sind jedoch die Möglichkeiten begrenzt, die Probleme aus eigener Kraft zu lösen.

Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck

Ausländischer Zahlungsverkehr

SEPA (Single Euro Payments Area) ist ein einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum, in dem alle Zahlungen wie inländische Zahlungen behandelt werden. Mit SEPA wird nicht mehr – wie derzeit - zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen unterschieden.

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

Aktuelle Eurobeträge, Freigrenzen und Freibeträge

Meldung an die Erbschaftsteuerstelle im Todesfall eines Kontoinhabers

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

Zahlungsformen

Einzahlung und Auszahlung am Geldautomaten

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

Anlage auf Konten

Termineinlagen sind Bankeinlagen mit dem Ziel der kurzfristigen Vermögensanlage. Diese werden auf besonderen Termingeldkonten für einen befristeten Zeitraum (i. d. R. 1 bis 6 Monate) festgelegt und stehen daher für den bargeldlosen Zahlungsverkehr nicht zur Verfügung. Während des Anlagezeitraums kann über das Guthaben nicht verfügt werden. Die Zinsen werden bei Fälligkeit bezahlt.

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

Kapitel 13. Dienstleistungsmarketing

Der Leser kennt die konstitutiven Merkmale, durch die Dienstleistungen geprägt sind. Der Leser kennt zentrale Ansätze zur Typologisierung von Dienstleistungen. Der Leser versteht die wechselseitige Beziehung zwischen Dienstleistungsmerkmalen und marketingstrategischen Entscheidungen von Dienstleistungsanbietern. Der Leser überblickt die wichtigsten Auswirkungen der Dienstleistungsmerkmale auf die Gestaltung der Komponenten des Marketingmix.

Christian Homburg

6. Technisches Recht zur Apparate- und Anlagentechnik

Bereits bei der Planung verfahrenstechnischer Anlagen und beim Inverkehrbringen technischer Produkte sind eine Vielzahl gesetzlicher Bestimmungen und umfangreiche technische Regelwerke zu beachten. Diese betreffen u. a. die Arbeitssicherheit, den Umweltschutz und die Unbedenklichkeit der Produkte. Viele technische Anlagen bedürfen in Deutschland einer Anzeige oder Anmeldung durch den Betreiber bei einer dafür zuständigen Behörde. Es sind Mindeststandards einzuhalten, die wiederum eine Voraussetzung für eine Bau- bzw. Betriebsgenehmigung sind. Die Erfüllung der Anforderungen wird im Genehmigungsverfahren geprüft. Der Betriebsgenehmigung geht eine Antragstellung voraus, die zahlreiche wiederkehrende Prüfungen bzw. Abnahmen zur Folge haben kann. Die Grundlage hierfür bildet in Deutschland das Technische Recht. In Kap. 6 werden die Strukturen des Technischen Rechts ausführlich erläutert, das mehr und mehr durch geltende Regelungen innerhalb der EU bestimmt wird. Es werden die wichtigsten europäischen Richtlinien, die den Anlagenbau betreffen, vorgestellt und insbesondere die Druckgeräterichtlinie im Detail erklärt.

Siegfried Ripperger, Kai Nikolaus

Digitale Prozessstrecken

Schon als Kind dachte ich: „Wenn ich groß bin, möchte ich was mit Zahlungsarten machen.“ Das stimmt nicht ganz – allerdings habe ich mich schon immer für neue Technik, neue Technologien interessiert. Mein Lebenslauf ist wenig geradlinig: Nach der Schule habe ich mich an der Uni eingeschrieben, mein Studium später aber abgebrochen. Darauf folgte ein Auslandsaufenthalt, erst in Südspanien, dann in Asien. Als ich zurückkehrte nach Deutschland, hatte ich keine Ahnung, was ich machen wollte.

Miriam Wohlfarth

Demokratisierung der Geldanlage

Verpasst wäre zu viel gesagt, aber die Flexibilität und Freiheit, die PayPal den Menschen in Sachen Zahlungsverkehr ermöglicht hat, hätte ich gern mit auf den Weg gebracht. Doch auch die Themen, die wir umsetzen, sind spannend und bieten den Menschen ganz konkreten Nutzen. So sind aufgrund der Niedrigzinssituation jetzt und zukünftig viele Anleger auf der Suche nach einer Alternative zu Spar-, Tagesgeld- oder vergleichbaren Konten.

Karl Matthäus Schmidt

Digitale Marktinfrastruktur

„Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen“ besagt ein altes chinesisches Sprichwort. In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung und Innovation erscheint das Errichten von Mauern nicht sonderlich ratsam. Neueste Entwicklungen müssen erkannt, verstanden und, sofern sie die eigenen Geschäftsabläufe verbessern, auch um- und eingesetzt werden. Dies gilt insbesondere für den Zahlungsverkehr, der seit nunmehr 20 Jahren mein Hauptbetätigungsfeld ist.

Dirk Bullmann

Bezahlinfrastruktur

Ich komme ganz klassisch aus dem Bankenwesen, aber das Thema Payment hat mich schon lange vor meiner eigentlichen Tätigkeit in diesem Bereich umgetrieben. Als ich von 2004 bis 2006 in New York gelebt habe, war dort schon damals im Prinzip kein Bargeld notwendig. Fast überall war es möglich, mit der Karte zu bezahlen.

Marc-Alexander Christ

Datennutzung im Banking

Mein Einstieg in den Finanzdienstleistungs- und Bankensektor war zurückliegend betrachtet ein Zufall. Nach meinem VWL-Studium in Köln und dem anschließenden MBA in Los Angeles stieg ich 1996 in das Management Consulting bei McKinsey ein. Ein besonderes Banking-Interesse hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht, sondern verfolgte das Ziel, möglichst viele verschiedene und spannende Unternehmen kennenzulernen.

Thomas Grosse

Kapitel 5. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank

Nachdem Sie in der Neoklassik die ersten grundsätzlichen geldtheoretischen Zusammenhänge und auch das Thema Inflation kennengelernt haben, wollen wir uns im Folgenden als praktische Anwendung mit der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) beschäftigen, deren oberstes Ziel die Preisniveaustabilität ist. Die hierbei erlernten Kenntnisse werden es Ihnen erlauben, sich eine eigene Meinung über die Entwicklung der Geldmarktzinsen zu bilden.

Christian A. Conrad

Strategien des Auslandsmarkteintritts

Hat sich ein Unternehmen dafür entschieden, auf einem Auslandsmarkt aktiv zu werden, so hat es die Wahl zwischen einem breiten Spektrum an Alternativen, welche von einfachen indirekten Exporten bis hin zur Errichtung eigener Tochtergesellschaften reichen können. Die einzelnen Formen des Markteintritts lassen sich dabei in die Hauptstrategien Exporte, Lizenzverträge und Direktinvestitionen unterscheiden. Neben dem sachlichen Aspekt der Markteintrittsform muss ein Unternehmen im Rahmen der Markteintrittsstrategie auch über das Timing des Markteintritts befinden.

Ralph Berndt, Claudia Fantapié Altobelli, Matthias Sander

6. Der nächste Hype?

Disruptiv! Neu! Besser! Adjektive, die im Zusammenhang mit Blockchain-Technologie genannt werden, gibt es unendlich viele. Sie beschreiben häufig einen Hype, und Blockchain-Technologie hat im Laufe ihrer kurzen Existenz schon einige Hypes gesehen. Nachfolgend werden die unterschiedlichen Token-Modelle beschrieben, die zu unterschiedlichen Zwecken einsetzbar sind. Es werden die Initial-Offering-Modelle dargestellt, die neben der Ausgabe der jeweils entsprechenden Tokens zur Kapitalallokation genutzt werden.

Katarina Adam

5. Tschüss, Einzel-App – willkommen, Plattform-Ökosystem: Die Grundlage der digitalen Revolution

Expert∗innen gehen davon aus, dass sich die großen, westlichen, digitalen Tech-Firmen wie Amazon, Apple, Google und Facebook weiterentwickeln werden – von Einzelanwendungen zu sogenannten Plattform-Ökosystemen. Ein wesentliches Ergebnis dieser Veränderung wird das Anbieten einer übergangsfreien Customer Journey für Nutzer∗innen sein. Das beinhaltet neue Möglichkeiten auch für das Marketing. Diese Entwicklung ist in den großen digitalen Tech-Firmen in China schon weiter fortgeschritten. Dieses Kapitel fasst zusammen, wie die digitale Transformation in der Wirtschaft Chinas gerade vonstattengeht. Es liefert eine Definition der digitalen plattformbasierten Ökosysteme und gibt einen kurzen Überblick über Größe und Angebotsumfang der wichtigsten Plattformanbieter Google, Apple, Facebook und Amazon (GAFA) sowie Baidu, Alibaba und Tencent (BAT). Es vergleicht die Leistungen der westlichen (GAFA) mit denjenigen der chinesischen plattformbasierten Ökosysteme (BAT). Es zeigt, warum die Einführung von BezahlApps der Wachstumsschub für Plattform-Ecosysteme ist. Heiko Anemüller von ING Bank berichtet über seine Beobachtungen dazu in China. Ergänzend legt das Kapitel dar, wie eine typische, lückenlose Customer Journey gegenwärtig in China aussieht und wie demgegenüber eine typische westliche Customer Journey abläuft. Es erklärt ferner, warum eine lückenlose Customer Journey für beide, sowohl für die Konsument∗innen als auch für Marken, von Vorteil ist. Matti Antila zeigt im Interview auf, welche Auswirkungen diese digitale Revolution auf das Leben der Menschen und Unternehmen hat und warum Plattform-Ökosysteme die Unternehmensform der Zukunft sein werden.

Claudia Bünte

Kapitel 12. Sicherungsfazilitäten im Außenhandel

In diesem Kapitel werden die Risikoproblematik sowie die Möglichkeiten der Risikobesicherung im Außenhandel behandelt. Der Schwerpunkt dieses Kapitels liegt in der Betrachtung der Sicherungsfazilitäten im Außenhandel. Diese ermöglichen einen Geschäftsabschluss auch dann noch, wenn keine adäquate Liefer- oder Zahlungsbedingung vereinbart werden konnte. Zu den in diesem Kapitel behandelten Sicherungsfazilitäten zählen die staatliche und private Ausfuhrkreditversicherung, die internationalen Garantien sowie die Patronatserklärungen.

Clemens Büter

Kapitel 11. Währung und Wechselkurssicherung im Außenhandel

Außenhandelsgeschäfte werden nicht nur in heimischer Währung sondern auch in Fremdwährung abgeschlossen. In diesem Kapitel werden zunächst die Formen der Wechselkursnotierungen sowie die Währungsumrechnung behandelt. Aufbauend auf dem Devisenmarktmodell werden verschiedene Komponenten des Wechselkursrisikos unterschieden. Der Schwerpunkt dieses Kapitels liegt in der Darstellung der Wechselkurssicherungsinstrumente, wobei zwischen unternehmensinternen und unternehmensexternen Sicherungsinstrumenten unterschieden wird. Neben den traditionellen Devisentermingeschäften werden auch Devisenoptionsgeschäfte sowie sonstige Formen der Wechselkurssicherung behandelt.

Clemens Büter

Kapitel 9. Zahlungsbedingungen im Außenhandel

Durch die Vereinbarung einer Zahlungsbedingung im Außenhandel werden Risiken und Finanzlasten zwischen Exporteur und Importeur aufgeteilt. Im Unterschied zum Binnenhandel gibt es im Außenhandel dokumentäre Zahlungsbedingungen unter Beteiligung von Banken im In- und Ausland. In diesem Kapitel werden die Besonderheiten der dokumentären Zahlungsbedingungen insbesondere des Dokumentenakkreditivs (Letter of Credit) und seiner Ausprägungsformen behandelt. Vorgestellt wird ferner die Bank Payment Obligation (BPO). Die BPO ist eine neue Zahlungsbedingung im Außenhandel. Sie soll die Vorteile des Dokumentenakkreditivs mit der Schnelligkeit des elektronischen Datenabgleichs verbinden.

Clemens Büter

Kapitel 8. Dokumente im Außenhandel

Dokumente sind ein integraler Bestandteil der Geschäftsabwicklung im Außenhandel. In diesem Kapitel werden die Funktionen sowie der Rechtscharakter von Außenhandelsdokumenten vorgestellt. Darauf aufbauend werden die wichtigsten Außenhandelsdokumente in ihrer Bedeutung für die Außenhandelsabwicklung beschrieben. Dargestellt werden Transportdokumente, Lagerdokumente, Versicherungsdokumente sowie Handels- und Zolldokumente.

Clemens Büter

Komplementärwährungen und monetäre Werkzeuge als soziale Innovation

Viele soziale und ökologische Innovationen scheitern oft an Renditezwängen. Etliche Ökonomen sprechen dem Geld einen neutralen Charakter zu. Dies entspringt der Vorstellung, Geld sei ein Ding, auf das der Mensch nur begrenzt Einfluss habe. Ein Blick in die historische Entwicklung des Geldwesens lässt an dieser Theorie starke Zweifel aufkommen: Geld entsteht bereits in der Antike, jedoch spätestens in der Neuzeit durch Kollektive, die ausgehend von bestimmten Zielen und Normen einen abstrakten Wert- und Rechenmaßstab festlegen und mittels eines Zahlungssystems verwirklichen. Mit dieser Perspektive eröffnet sich das Geld selbst als eine formbare Institution. Die Handlungsspielräume werden einerseits durch die Zusätzlichkeit einer Währung stark erweitert, andererseits aber auch durch Regeln und Normen begrenzt. An Beispielen von Regionalwährungen in Wörgl, im Chiemgau und auf Sardinien werden unterschiedliche Umweltbedingungen betrachtet und die Zielrichtung und Lösungsansätze der jeweiligen Währungsinitiativen vorgestellt. Das neu geschaffene „Geld“ wirkt dabei wie ein Bindemittel, das die Beteiligten dynamisch und dauerhaft zu Kooperationen anregt. Welchen Beitrag leisten solche alternativen Währungen im Hinblick auf globale Herausforderungen wie demographischer Wandel, Klimaerwärmung und soziale Ungleichheit? Sind sie vielleicht sogar Wegbereiter eines grundlegenden Transformationsprozesses im Geldwesen?

Christian Gelleri

14. Die Zahlungsabwicklung bei internationalen Geschäften

In diesem Kapitel werden die wichtigsten Zahlungsbedingungen für die internationale Geschäftstätigkeit vorgestellt. Neben den auch bei Inlandsgeschäften üblichen nicht-dokumentären Zahlungskonditionen (Vorauszahlung, Anzahlung und Zahlung auf Ziel) haben im grenzüberschreitenden Geschäft vor allem auch dokumentäre Zahlungsmöglichkeiten Relevanz, bei welchen Kreditinstitute spezielle Vermittlungs- und Garantiefunktionen übernehmen. Im Fokus steht dabei insbesondere die konkrete Abwicklung von Dokumentenakkreditiv und Dokumenteninkasso. Zudem werden Überlegungen zur Auswahl der geeigneten Zahlungsbedingungen und deren jeweilige typische Anwendungsgebiete präsentiert. Den Abschluss des Kapitels bildet eine Übersicht weiterer Instrumente des internationalen Zahlungsverkehrs, zu denen insbesondere die Auslandsüberweisung mit den Systemen SWIFT für weltweite Transfers und SEPA im europäischen Raum, aber auch Scheckzahlungen zählen.

Tamara Tschreppl, Valentin Novak

Kapitel 3. Institutioneller Aufbau der öffentlichen Verwaltung in Deutschland

am Ende dieses Kapitels sollten Sie wissen, was man unter öffentlichen Aufgaben versteht, wie veränderbar diese sind und in welchem Zusammenhang sie mit dem Ausmaß der jeweiligen Staatstätigkeit stehen, die öffentliche Aufgabenverteilung und den Verwaltungsaufbau im föderalen Bundesstaat Deutschland kennen, die Besonderheiten öffentlicher Personalwirtschaft und der öffentlichen Finanzversorgung verstehen sowie verschiedene Mechanismen der Kontrolle des Verwaltungshandelns überblicken.

Jörg Bogumil, Werner Jann

Kapitel 3. Optimierung in sechs Stufen – nicht nur in einer Krise

Ursachenverständnis und Maßnahmen zur Optimierung gehen Hand in Hand. Ausgangspunkt sind sechs Fragen, die zu den entsprechenden Optimierungsbereichen überleiten. Sie führen zu „Best Practice im Vertrieb“ für jede wie auch immer veranlasste Vertriebsoptimierung, von der Strategieanpassung, über Steuerung und Prozessoptimierung bis hin zur nachhaltigen Umsetzung identifizierter Verbesserungspotenziale.

Peter Klesse

Kapitel 11. Zahlungsverbot und Innenhaftung

Nach Eintritt von Zahlungsunfähigkeit (Kap. 7) oder Überschuldung (Kap. 8) dürfen Organvertreter keine weiteren Verringerungen des Gesellschaftsvermögens zulassen. Kommt es trotzdem zu Vermögensabflüssen, ist der Geschäftsführer oder Vorstand zur Erstattung aus seinem Privatvermögen verpflichtet. Obwohl die Haftung wegen verbotener Zahlungen umstritten ist, kommt sie in der Praxis häufig vor und stellt das größte zivilrechtliche Haftungsrisiko in der Unternehmenskrise dar.

Dr. Christoph Poertzgen

5. Das digitale Technologierad der nächsten Generation

Um ihr Geschäftsmodell weiterhin erfolgreich zu betreiben, benötigen Unternehmen deutlich ausgeprägtere Technologiekompetenzen als seit in den vergangenen 20 Jahren. Noch nie gab es so viele unterschiedliche, miteinander kombierbare Technologien und damit ein so schwer zu durchschauendes, branchenumwälzendes Feld wie heute. Für die Chefetage birgt diese rasch voranschreitende Entwicklung von Technologien Chancen und Risiken zugleich. Als Business Technologies verstandene Technologien werden zum sicheren Wachstumsmotor, wenn sie bei richtigem Einsatz Effizienzreserven ausschöpfen, Unternehmen zum besseren „Kundenversteher“ befähigen und Innovationen ermöglichen. Sie werden zur Bedrohung, wenn sie sich in der eigenen Branche schneller als erwartet ausbreiten und den Wettbewerbs- und Anpassungsdruck erhöhen. Im Transformationskontext sprechen wir insbesondere von 20 Zukunftstechnologien, bei denen eine als Supertechnologie im Zentrum vor allen anderen steht: Künstliche Intelligenz. Die universell integrierbare Supertechnologie kann jede andere Technologie in ihrer Leistungsfähgikeit verbessern und ökonomisch veredeln. Damit wird KI zum größten Effizienz- und Innovationstreiber des digitalen Zeitalters. Im hier vorgestellten Technologierad der nächsten Generation werden alle 20 Technologien in einem Modell zusammengeführt. Aufgeteilt in Basis-, Schlüssel- und Schrittmachertechnologien umspannen sie einen ganzheitlich aufgefächerten Bezugsrahmen, der Unternehmen zur Verfügung steht, um eine robuste und zukunftsfähige Marktsituation zu entwickeln. Wenden Unternehmen KI und weitere Technologien richtig an, sind sie dem Wettbewerb weit voraus, begeistern ihre Kunden, steigern ihren Unternehmenwert und ihre Profitabilität und können kontinuierlich in weitere Technologien, Wettbewerbsvorteile und Innovationen investieren.

Michael Wolan

Kapitel 21. S

Begriffe zu Internet, Cyber- und IT-Sicherheit mit Anfangsbuchstaben S

Ron Porath

Kapitel 18. P

Begriffe zu Internet, Cyber- und IT-Sicherheit mit Anfangsbuchstaben P

Ron Porath

2. Vom Silodenken zum vernetzten Arbeiten: Wie Sie Silos in Ihrem Unternehmen erkennen und erfolgreich gegensteuern

Um zu erkennen, in welcher vernetzten und kulturellen Verfassung sich Ihre Organisation befindet, ist eine Status-quo-Bewertung ratsam. In den letzten Jahren fünf Jahren hat sich deutlich gezeigt, dass eine Spreizung stattfand: Unternehmen, die sich organisational deutlich weiterentwickelten und Banken oder auch Finanzdienstleister, die an alten Strukturen festhielten und Veränderungen zu langsam oder gar nicht umsetzten.In Zeiten von PSD2, erodierender Profitabilität und zunehmendem Kostendruck müssen sich Banken und Sparkassen neu orientieren. Dabei stellt sich die Frage, wie sich in Zeiten von verändertem Kundenverhalten und neuen Technologien die Wertschöpfung 4.0 realisieren lässt. Neben strategischen Aspekten sind die kulturellen Rahmenbedingungen einer Organisation entscheidend: Profitiert das Kreditinstitut von vernetzten Strukturen, um den Wandel aktiv und dynamisch voranzutreiben und um zukunftsorientierte Wertschöpfungsstrategien umzusetzen?In diesem Kontext hat der Leser die Chance, anhand einer detaillierten Silo-Analyse den bankindividuellen Status zu bewerten. Anschließend folgen konkrete Handlungsvorschläge, die sich sowohl auf Organisations- als auch auf Führungs- und Teamebene erstrecken.

Corinna Pommerening

4. Evolutionstheorie: Ableitungen für die Zukunft des Finanzsektors

Das Unternehmen für die Zukunft fit zu machen und für das Jahr 2030 wettbewerbsfähig aufzustellen, bedeutet vor allem, sich heute mit den Chancen von morgen zu beschäftigen. Frühzeitig Trends verstehen und Technologien für das eigene Unternehmen adaptieren, sind essenzielle Anforderungen an die Managementebene. Aber nicht nur für Führungskräfte ist es hilfreich, sich rechtzeitig Know-how anzueignen, sondern auch für jeden Mitarbeiter ohne Führungsaufgabe kann es eine Chance zur persönlichen Weiterentwicklung sein. Im Kampf um das Überleben, so beschreibt Charles Darwin den Anpassungsprozess der Arten an die Umwelt, zählen Schnelligkeit und Wandlungsfähigkeit.In den Kontext von Unternehmen übertragen bedeutet es: Wie schnell erkennen Organisationen, dass es sich zum einen bei dieser Ausgangssituation um einen notwendigen Mutationsprozess handelt und zum anderen, dass dieser Wettbewerb sogar die Existenz bedrohen kann – im Sinne einer natürlichen Selektion.Viele Jahre ging es den etablierten Banken und Sparkassen so gut, dass sie sich zu sicher fühlten und der Wettbewerbssituation nur geringe Aufmerksamkeit schenkten. Aufgrund von unzureichendem Technologieverständnis, zu starker Innenperspektive und fehlender Verantwortlichkeit wurden wesentliche Facetten des Wandels vernachlässigt.Ausgewählte und renommierte Experten wagen in Gastbeiträgen den Blick in die Zukunft des Finanzsektors und geben in den nachfolgenden Interviews ihre Sicht der Dinge preis.

Corinna Pommerening

Kapitel 18. Die Produktionsphase

Es können Wochen vergehen, bis eine Idee als fertiger Film das Licht der Kino- oder Fernsehwelt erblickt. Ist eine Idee einmal verabschiedet, muss es meistens sehr schnell gehen. Schalttermine sind gebucht oder Event- und Messetermine verlangen nun die sofortige Umsetzung.

Albert Heiser

1. Bleibt das Banking auch in Zukunft Ihr Geschäft?

Die Digitalisierung hat die Finanzbranche erfasst. Europas Bankenlandschaft ist im Wandel und insbesondere der deutsche Finanzsektor erfährt derzeit massive Veränderungen. Neben klassischen Wettbewerbern werden FinTechs und vor allem die BigTechs bzw. die sogenannten GAFAs, die als multinationale Technologieunternehmen seit Jahren ihre digitalen Ökosysteme aufgebaut und etabliert haben, zur neuen und bedrohlichen Konkurrenz.In Zukunft wird es darum gehen, die regulatorischen Anforderungen in Verbindung mit dem eigenen Geschäftsmodell strategisch zu überdenken und für die Zukunft entsprechend angepasst neu zu definieren. All das wird zu einer Verschiebung in der Wertschöpfungskette führen. Erlösmodelle werden in Zukunft nicht mehr dieselben sein. Mit den neuen Systemen wird es im Finanzsektor auch darum gehen, wer die interessantesten, besten Schnittstellen sowie den größten Mehrwert für den Kunden bietet. Und wer sich als Finanzunternehmen der alten Schule im Sinne des „Open Bankings“ zu einem Teil eines digitalen Ökosystems entwickeln will, kann und wird. In dieser veränderten Marktsituation müssen kundenfokussierte Ideen schnell entwickelt und erfolgreich realisiert werden, um die Schnittstelle zum Kunden nicht an die Konkurrenz zu verlieren.Komplexitätsfaktoren, wie das seit Jahren andauernde Niedrigzinsniveau, regulatorische Rahmenbedingen oder auch wirtschaftliche und politische Parameter verschärfen die Ausgangssituation im Bankenumfeld. Ausgewählte Effekte hierzu werden in diesem Kapitel erläutert.

Corinna Pommerening

Kapitel 11. Digital Computing – Einsatz smarter Technologien in der digitalen Organisation

Die digitale Organisation ist nicht ohne Technologie denkbar. Ganz gleich, ob eine digitale Organisation neu entsteht oder im Rahmen einer Transformation überführt wird, das Beherrschen digitaler Technologien ist ein entscheidender Gestaltungsbereich digitaler Organisationen. Erfolgreiche Unternehmen im digitalen Zeitalter sind in der Lage, sowohl für Produkte und Dienstleistungen als auch für die eigene Verwaltung passgenaue technische Lösungen einzusetzen und in Kundenwert bzw. eine höhere Effizienz zu übersetzen. In diesem Kapitel wird abschließend ein kurzer Überblick über die wichtigsten technologischen Bereiche digitaler Organisation gegeben. Zudem wird kurz aufgezeigt, warum es eine logische Verbindung zwischen technologischem Fortschritt und Wohlstand gibt.

Kai Reinhardt

Kapitel 1. Einleitung

Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung sowie auch Internationalisierung werden traditionelle Zahlungsmittel und Investitionsmöglichkeiten immer stärker infrage gestellt. Es wird zunehmend von der (R)Evolution des Finanzmarkts gesprochen. Zentral ist hierbei die Entwicklung von neuen virtuellen Währungen, insbesondere den Kryptowährungen. Korrespondierend dazu ist der Gesetzgeber gefordert, sich dieser Thematik anzunehmen.

Anna Izzo-Wagner, Lea Maria Siering

Finanzstandort Deutschland – Berufsperspektiven in der Finanzwirtschaft

Der Finanzstandort Deutschland hat sich parallel zur Volkswirtschaft in Deutschland entwickelt. Die zyklischen Schwankungen und Strukturprobleme der Realwirtschaft finden ihren Widerhall in der Finanzwirtschaft. Die aktuell zu beobachtenden strukturellen Verwerfungen in den verschiedenen Branchen sind auch in der Finanzbranche festzustellen mit den erheblichen Auswirkungen auf die Bestimmung der Geschäftsfelder, auf die Organisation der Abläufe sowie letztendlich auf die Beschäftigung. Trotz aller aktuellen Herausforderungen hat der Finanzstandort Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit bewiesen und ist unter Berücksichtigung der gesamten Infrastruktur gut aufgestellt. Er eröffnet engagierten und leistungsorientierten Beschäftigten in der Finanzbranche langfristig verlässliche berufliche Perspektiven. Dies setzt jedoch eine hohe Lernbereitschaft, intellektuelle Flexibilität, praktisches Engagement und sprachliche Kompetenzen voraus.

Ernst Fahling

Mit Fachwissen und Neugier zum Erfolg

Daniel Schnicker ist heute als Head of Group Treasury bei der Douglas Gruppe tätig und verantwortet dort alle liquiditätsrelevanten Aufgaben und Bankbeziehungen. Zu seiner heutigen Position ist er vor allem durch sein Interesse an aktuellen Themen und Entwicklungen in der Finanzbranche, sowie seiner Freude an abwechslungsreichen Themengebieten im Treasury gelangt. Er rät Berufseinsteigern, viele Fragen zu stellen, früh Verantwortung zu übernehmen, dabei auch Fehler in Kauf zu nehmen und sich ständig zu hinterfragen.

Daniel Schnicker

Kapitel 6. Dienstleistungsmarketing

Als Dienstleistungsmarketing bezeichnet man die umfassende Konzeption des Planens und Handelns, bei der – ausgehend von systematisch gewonnenen Informationen – alle Aktivitäten des Dienstleistungsbetriebes konsequent auf die gegenwärtigen und zukünftigen Erfordernisse der relevanten Märkte ausgerichtet werden, in dem Bestreben, die Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen und gleichzeitig die betrieblichen Ziele zu erreichen

Sabine Haller, Christian Wissing

19. Externe Dienstleister

Schon vor Beginn Ihrer eigentlichen unternehmerischen Tätigkeit müssen Sie als Gründer mit externen Dienstleistern zusammenarbeiten. Ohne die Unterstützung eines Rechtsanwalts und eines Steuerberaters lässt sich kaum die notarielle Gründung eines Unternehmens vorbereiten. Aufgrund der Vielzahl von Anbietern und der Intransparenz in einigen Branchen ist es für einen jungen Unternehmer eine große Herausforderung den passenden Dienstleister zu finden. In Kap. 19 berichtet der Autor aus über 25 Jahren Praxis von seinen Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Dienstleistern und Beratern.

Christian Demant

3. Strategische, kulturelle und organisatorische Rahmenbedingungen für Führung

Deutsche Finanzinstitute hinken im Vergleich zu anderen Branchen hinterher, wenn es um die Entwicklung und Einbindung innovativer Technologien geht. Vor allem erfolgsverwöhnten Unternehmen fällt es schwer, den Hebel in Richtung Veränderungen des Geschäftsmodells zügig und wirksam umzulegen.Führungskräfte agieren hierbei in der Bank/Sparkasse gemeinsam als Vorreiter∗innen und Vorbilder. Ihre Grundhaltung und ihr Verhalten beeinflussten nachhaltig die Einstellungen und Verhalten ihrer Mitarbeiter∗innen. Diese wiederum prägen ihre Unternehmensumwelt und -strukturen und deren Kultur.Veränderungen, wie der zunehmende Einsatz Künstlicher Intelligenz, verändern die Organisationsformen der Zukunft grundlegend. Agile Arbeitsformen und von Selbstverantwortung geprägte Rollenmodelle gewinnen an Bedeutung, Führung erfährt eine veränderte Rollenbeschreibung und wird teilweise losgelöst von Personen durch selbstverantwortliche Teams übernommen.Ob und wie konsequent sich ein Finanzinstitut evolutionär weiterentwickelt, hängt in erster Linie von der Denkhaltung und Entwicklungsbereitschaft der Geschäftsführung ab. Mittels einer Beidhändigkeit von Exploitation und Exploration sind Unternehmen agiler, anpassungsfähiger und dadurch besser für den digitalen Wandel gewappnet.

Alfred Burkhart

7. Erkenntnisse und Ausblick

Die technologische Entwicklung schreitet unaufhaltsam voran, es entstehen neue Anforderungen, denen der Public Sector hinterherläuft. Autonome Systeme, Big Data und KI werden noch weit stärker auf der öffentlichen Agenda auftauchen und die Anspruchsniveaus der Stakeholder hinaufsetzen. Immer mehr Digital Natives erhöhen als Kunden oder Mitarbeiter der Verwaltung den Druck zu innovativen Lösungen noch zusätzlich. Der Public Sector wird sich bemühen müssen, die digitale Transformation intensiv voranzutreiben, um sich selbst zu erneuern und als moderne Organisation die Unternehmen und Bürger durch digitale Services zu unterstützen. Veränderungsbedarf gibt es aber nicht nur im Public Sector, denn zeitgleich sind die Back-Offices der Unternehmen umfassend betroffen. Es gibt vergleichbare Herausforderungen, denn auch dort existieren noch alte File-Systeme und Fachanwendungen, die erst abgelöst werden müssen, bevor eine innovative Prozessintegration umgesetzt werden kann. Die nächsten Abschnitte beinhalten Prinzipien und Vorschläge zur Bewältigung der Herausforderungen.

Hans Werner Streicher

Kapitel 4. Dänemark

Im EU-Mitgliedsland Dänemark lebten Stand 2019 5,8 Millionen Menschen. Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2018 2,32 Milliarden Dänische Kronen (311 Mio. Euro) und 407.088 Dänische Kronen (54.544 Euro) pro Kopf (Worldometers, 2019, Trading Economics, 2019).

Fred Steinmetz, Lennart Ante, Marc von Meduna

Kapitel 5. Deutschland

Die Ziele der Regulierung von Glücksspielen sind im Staatsvertrag zum Glücksspielwesen in Deutschland (kurz: Glücksspielstaatsvertrag bzw. GlüStV) festgehalten. Diese sind gleichrangig zu betrachten und lauten im Einzelnen.

Ingo Fiedler, Fred Steinmetz, Marc von Meduna

Kapitel 14. Erkenntnisse zu Rechtsdurchsetzung und Vollzug

Eindeutig formuliertes Ziel aller Glücksspielregulierung – sei sie liberal oder restriktiv – ist die Verhinderung eines unlizenzierten Angebotes. Im Folgenden werden verschiedene Ansätze durch Rechtsdurchsetzung und Verhinderung eines nicht lizenzierten Angebots dargelegt, die Erfahrungen aus den verschiedenen Ländern mit diesen Ansätzen zusammengetragen und diskutiert, sowie Empfehlungen zu effektiver Rechtsdurchsetzung und Vollzug gegeben.

Ingo Fiedler, Fred Steinmetz

Kapitel 3. Sozioökonomische Evaluierungsindikatoren

Eine exakte Messung aller sozioökonomischen Folgen von Glücksspielen und deren Regulierung, idealerweise ausgedrückt in einer leicht vergleichbaren quantitativen Größe, ist extrem aufwändig (Fiedler, 2016) und praktisch nicht möglich im Rahmen einer vergleichenden Analyse verschiedener Länder. Zielführend ist es stattdessen, sich auf den Vergleich sozioökonomischer Indikatoren zu konzentrieren, die zum einen leicht(er) zu erheben sind und auch problemlos miteinander verglichen werden können. Zur Beurteilung des Erfolgs verschiedener Regulierungsmaßnahmen ist es zudem möglich, diese Indikatoren hinsichtlich der Ziele der jeweiligen Gesetzgeber und Aufsichten zu gewichten.

Ingo Fiedler

Kapitel 2. Strukturierung von Aufgaben

Spätestens dann, wenn es in einem Unternehmen eine neue Aufgabe zu bewältigen gilt – sei es, dass eine neue Produktlinie aufgebaut oder ein neuer Auslandsmarkt erschlossen werden soll –, tritt die Kernfrage jeder Organisationsgestaltung, nämlich wie die Aufgabe bewältigt und mit den anderen Aufgaben verknüpft werden soll, auf die Agenda organisatorischer Entscheidungen. Häufig – beileibe aber nicht immer – gibt man der Antwort auf diese Frage einen offiziellen Charakter, indem die Geschäftsleitung zu ihrer Erfüllung gedachte Regeln entwickelt, autorisiert und ihre Erfüllung zur Pflicht macht. Im ersten Kapitel war bereits dargelegt worden, dass in diesen Fällen eine formale Organisationsstruktur geschaffen oder eben die bestehende modifiziert wird. In vielen anderen Fällen entwickeln aber auch die Organisationsmitglieder selbst Verfahrensweisen, die ihnen zur Bewältigung der neuen Aufgaben angemessen erscheinen, meist vor dem Hintergrund ihrer in der Vergangenheit erworbenen Erfahrungen. Solche inkremental entwickelten Verfahrensweisen haben in der Unternehmenspraxis durchaus eine hohe Bedeutung, eine genauere Darstellung erfolgt in Kapitel 5. Dieses zweite Kapitel ist primär der formalen Organisationsgestaltung gewidmet.

Georg Schreyögg, Daniel Geiger

Kapitel 2. Digitalisierung verstehen

Nachdem sich Kap. 1 zunächst mit der aktuellen Lage und allgemeinen Herausforderungen der Digitalisierung auseinandergesetzt hat, soll in diesem Kapitel ein Vorschlag gemacht werden, wie man die Digitalisierung letztendlich in ihrer Gesamtheit verstehen kann. Da stellt sich natürlich zunächst die Frage: um was geht es eigentlich bei der Digitalisierung? Man könnte sagen, in erster Linie geht es um die gewinnbringende Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologie – allem voran des Internets. Jedoch geht es auch um eine digitale Transformation, also den dahinter liegenden Wandel in der Gesellschaft, in den Unternehmen, und für jeden einzelnen. Diese Transformation vollzieht sich in den im jeweiligen Zusammenhang erfolgversprechenden Arbeitsweisen und Unternehmenskulturen. Es geht also auch, wie bereits angedeutet, um einen Kulturwandel. Dieses Kapitel widmet sich der Erklärung bzw. Abgrenzung dieser einzelnen Themen und macht letztlich klar, dass die Digitalisierung – bei allen verschiedenen Definitionen, die heute im Raum stehen – nicht ausschließlich eine technologische Herausforderung darstellt.

Thomas Mohr

3. Cyber Crisis Response

Ziel und Zweck der unmittelbaren Reaktion auf Cyber-Krisen ist, die (negativen) Auswirkungen eines adversen Ereignisses schnell und effizient einzudämmen sowie im Idealfall als Chance für (positive) Veränderungen zu nutzen. Dazu müssen wir schnell, mutig und umsichtig zugleich sein. Unter dem Druck einer Krise, d. h. den Erwartungshaltungen und kritischen Augen unserer zahlreichen Stakeholder, bleibt nicht viel Raum für Fehler. Daher müssen wir aus dem Chaos die wirklich wesentlichen Problemstellungen herausfiltern und systematisch angehen – und zwar unverzüglich. Dazu brauchen wir mehrere Prozesse: Alarmierung, Eskalation und Information; Initialisierung der Krisenbewältigung; Krisenbewältigung auf strategischer Ebene; Krisenkommunikation; Notbetrieb der kritischen Geschäftsprozesse; Reaktion auf IT-technischer Ebene (Incident Response, Disaster Recovery). Diese Prozesse laufen teils innerhalb einzelner Ebenen (strategisch, taktisch, operativ), teils über sie hinweg. Daher besteht eine weitere Herausforderung darin, für die Kohärenz der Krisenbewältigung über alle Ebenen hinweg zu sorgen. Obendrein sollten wir uns mit grundsätzlich denkbaren Strategien für unterschiedliche Problemstellungen vertraut machen. Die Problemstellungen reichen vom Öffentlichwerden vertraulicher Informationen bis zu Erpressungen mit gestohlenen, manipulierten oder verschlüsselten Datensätzen.

Holger Kaschner

4. Cyber Crisis Preparation

Ziel und Zweck vorbereitender Maßnahmen ist die Effizienz der Krisenbewältigung zu steigern. Sämtliche Lösungen erst unter dem unmittelbaren Druck einer Krise entwickeln zu müssen ist im besten Fall unnötig kompliziert, im schlechtesten sogar unmöglich. Daher bietet sich an, dass wir verschiedene Vorbereitungsmaßnahmen treffen: organisatorische, infrastrukturelle, logistische und technische. Die Notfall- und Krisenorganisation besteht (mindestens) aus einem Krisenstab, der die strategische Ebene verkörpert, und Notfallteams für die taktisch-operative Ebene. Sie profitiert von diversen Hilfsmitteln, wie beispielsweise einem Krisenhandbuch und Notfallplänen, speziellen Räumlichkeiten und Templates, aber auch technische Lösungen wie Alarmierungstools, Intrusion Detection Systeme (IDS) oder Security Information and Event Management Tools (SIEM-Tools). Insbesondere für die Krisenkommunikation sollten wir Vorkehrungen treffen. Elementar ist, dass wir die Mitglieder der Notfall- und Krisenorganisation angemessen auf ihre Aufgaben bei der Krisenbewältigung vorbereiten. Weitere Aspekte der Vorbereitung auf Cyber-Krisen sind die Identifikation der kritischen Ressourcen. Für deren Ausfall und Wiederanlauf sollten wir Pläne erstellen. Die Wirksamkeit der Pläne sowie der restlichen Vorbereitungsmaßnahmen sollten wir durch geeignete Testformate und Audits überprüfen. Damit nicht genug: Obendrein können wir eine entsprechende Cyberpolice abschließen und uns so gegen Cyberrisiken versichern.

Holger Kaschner

3. Selbstverständnis des Mutterunternehmens

Die Zinsentwicklung führt zu einer deutlichen Verschiebung von Anlagegeldern aus dem Anleihemarkt in Richtung von Aktienanlagen und in Richtung direkter Unternehmensbeteiligungen. Entsprechend konkurrieren viele Konzern-Mutterunternehmen und Beteiligungsgesellschaften mit ihren verfügbaren Geldmitteln, dem „dry powder“, um wenige zum Verkauf stehende mittelständische Unternehmen. Das Selbstverständnis des Mutterunternehmens ist eine Quelle für eine positive Differenzierung.Die Formulierung eines Selbstverständnisses des Mutterunternehmens ist die Grundlage für die Ausgestaltung des Beteiligungsmanagements. Dies umfasst die wesentlichen Aufgaben, die seitens der Holding- oder Beteiligungsgesellschaft wahrgenommen werden sollen. Mit den Aufgaben verbunden ist eine Zuordnung entsprechender Ressourcen. Das vorliegende Kapitel präsentiert einen Gestaltungsrahmen für die Formulierung des Selbstverständnisses von Mutterunternehmen. Darüber hinaus stehen die Motive für den Erwerb und das Halten von Beteiligungen, ausgewählte Typologien von Mutterunternehmen sowie eine neue Mission-Eigentümer-Matrix der realen Ausprägungen von Mutterunternehmen im Fokus. Das Kapitel umfasst auch eine quantitative Analyse der Beteiligungsstrukturen der DAX-30-Konzerne. Darüber hinaus enthält das Kapitel rund 30 Fallbeispiele, die Einblicke in die Praxis gewähren.

Klaus-Michael Ahrend

Terrorismus und die Nutzung des Internet

Das Internet bietet neben den vielen positiven Aspekten auch einen großen Raum für kriminelle Aktivitäten. Die Nutzung hat in den letzten Jahren stark zugenommen und damit auch die Möglichkeiten für kriminelle oder für die Verbreitung extremistischer Ideologien. Der vorliegende Beitrag befasst sich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten der Nutzung des Internet für illegale Aktivitäten. Hierbei werden Finanzierungsmöglichkeiten ebenso in Betracht gezogen, wie auch die Möglichkeit über das Internet Personen zu radikalisieren. Der Prozess der Radikalisierung ist oft mit Verschwörungstheorien verknüpft, die im Internet auf vielfältige Weise zu finden sind. Diese sind auch Teil der Propaganda, mit der extremistische Organisationen versuchen, neue Anhänger zu finden. Auch finden sich für die bereits Überzeugten Anleitungen und Hinweise für weitere Aktionen. In der Zukunft wird auch das Internet of Things weitere Möglichkeiten der Aktivität extremistischer oder krimineller Organisationen bieten.

Holger Nitsch

11. Finanz- und Fiskalpolitik

Der chinesische Finanzmarkt, die Finanzregularien und die Bedeutung des Finanzmarktes für die Kommunistische Partei Chinas sowie die Auswirkungen der chinesischen Finanzpolitik auf den globalen Finanzmarkt werden aufgezeigt. Dazu werden zunächst die allgemeine Finanz- und Fiskalpolitik dargestellt sowie die Steuerstruktur und die Stellung formeller Banken innerhalb des Finanzsystems erläutert. Des Weiteren werden die Immobilienblase und der wachsende Schattenbanksektor thematisiert. Im Kontrast zu traditionellen Finanzinstitutionen werden anschließend der Fin-Tech-Markt und Crowdfunding als Innovations- und Technologiepotenzial der VR China vorgestellt. Diese Passagen zeigen auf, welche Elemente dazu beigetragen haben, China in diesen Bereichen zum Marktführer werden zu lassen. Es wird versucht, die Frage zu beantworten, inwieweit der Finanzmarkt in China gefestigt ist und welche Risiken bestehen.

Barbara Darimont, Paul Gebel, Alyssia Reißler

Das Abo-Model – der Game Changer im Automotive?

Flatrates und Abonnements (Abos, engl. subscriptions) sind in sämtlichen Branchen en vogue. Neben den traditionellen Anwendungen bei Zeitungen und Fitnessstudios erfreuen sich digitale Formate wie Netflix oder Spotify insbesondere bei jüngeren Konsumenten großer Beliebtheit. Flexibilität und ein hoher Grad an Freiheit das Angebot nach individuellen Wünschen anzupassen, verändern oder kündigen zu können, bilden die zentralen Vorteile für Kunden.

Matthias Achim Teichert, Sebastian E. Knöchel, Jan D. Lüken

Kapitel 2. Voice-Marketing – Ziele, Inhalte, Lösungskonzepte

Die zusätzliche Aufgabe, die Marketing-Manager heute, aber stärker noch morgen lösen müssen, lautet Voice-Marketing. In Anlehnung an klassische Definitionen von Marketing kann das Voice-Marketing beschrieben werden als Planung, Implementierung und Kontrolle aller auf die aktuellen und potenziellen Märkte ausgerichteten Unternehmensaktivitäten, die sich die gesprochene Sprache und/oder Voice-Engines als Kommunikations-, Verkaufs- und Distributionskanal zunutze machen, um langfristig profitable Kundenbeziehungen aufzubauen, zu erhalten und weiterzuentwickeln. Darüber hinaus geht es um die Frage, wie Voice-Applikationen auch in bestehende Produkte und Dienstleistungen integriert werden können, um die Customer-Experience weiter zu verbessern.

Ralf T. Kreutzer, Darius Seyed Vousoghi

6. Kurze wirtschaftliche Erholung unter Hitler (1933–1939)

Im Januar 1933 wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt. Seinem Kabinett gehörten nationalsozialistische und nationalkonservative Minister verschiedener Couleur an. Am 17. März 1933 berief Hitler Hjalmar Schacht zum Präsidenten der Reichsbank. Hitlers Ernennung zum Reichskanzler ging sicher zu einem Großteil auf seinen propagandistischen Ansatz sowie sein rhetorisches Talent zurück, das er dabei zur Schau stellte. Er ging systematisch auf Distanz zur „alten“ Politik und den zugehörigen Parteien der Mitte. Für den desolaten Zustand, in dem sich Deutschland befand, machte Hitler immer wieder diese Parteien verantwortlich. Gleichzeitig hatte er es auf die Bolschewisten, die Juden, die sogenannten „Plutokraten“, die marxistischen Sozialdemokraten und die Gewinner des (Ersten) Weltkriegs abgesehen. Die hatten das deutsche Volk ins Elend gestürzt. Ein radikaler Kurswechsel musste her. Die Massenarbeitslosigkeit sollte durch eine Politik zur Ankurbelung der Wirtschaft beseitigt werden. In der Außenpolitik ging es um die Wiederherstellung Deutschlands als anerkannte Großmacht. Das Unrecht der Friedensregelungen musste rückgängig gemacht werden. In Bezug auf die politische Umsetzung dieses Kurswechsels machte Hitler nur vage Andeutungen. Laut Schacht besaß die NSDAP kein ausgearbeitetes Wirtschaftsprogramm. Sorge bereitete ihm das nicht. Schacht verfolgte eine Doppelstrategie. Zu eindeutige Aussagen im Kampf um die politische Macht würden für Kritik sorgen. Mit Blick auf die Wahlen war es attraktiver, mit Diffamierungen und Versprechen auf das Volk einzuwirken und dabei auf die Abneigungen und Unsicherheiten der Wähler einzugehen. Schacht überlegte auch, dass er – wenn er mit einem Kabinett Hitler wieder in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten würde – Handlungsspielraum für die Ausgestaltung eigener Auffassungen bekäme. Seiner Einschätzung nach lag das im Bereich des Möglichen. Seine Kritik an der von den Vorgängerregierungen und vom letzten Reichsbankpräsidenten Luther geführten Deflationspolitik war bekannt. Auch mit der Überzeugung, dass es ein Kabinett Hitler geben müsste, hatte er nicht hinter dem Berg gehalten. Seine Argumentation war offensichtlich ganz einfach. Stand der NSDAP die Regierungsgewalt nicht zu? Immerhin war sie bei den Wahlen erfolgreich. Wäre eine Koalition aus NSDAP und Nationalkonservativen nicht das beste Mittel, um die bolschewistische Gefahr abzuwehren? Wäre eine solche Koalition nicht auch der beste Garant dafür, Hitler und seine Verbündeten von radikalen Umbrüchen der Wirtschaftsordnung zum Nachteil der Privatwirtschaft abzuhalten?

Arie van der Hek

5. Die große Wirtschaftskrise (1930–1933)

Nachdem Schacht die Reichsbank verlassen hatte, setzte die Zeit des Niedergangs der Weimarer Republik ein. Ihren Abschluss fand diese Entwicklung unter den beiden Kabinetten des Zentrumpolitikers Brüning (30. März 1930 bis 30. Mai 1932), dem national-konservativen Kabinett von Papen (2. Juni 1932 bis 3. Dezember 1932) sowie dem Kabinett von Schleicher (3. Dezember 1932 bis 30. Januar 1933). Die politischen Verhältnisse waren durch eine immer stärkere Polarisierung gekennzeichnet. An den Wahlurnen legte Hitlers NSDAP mit einer einzigen Unterbrechung kontinuierlich zu. Dem stand die starke KPD gegenüber, während die Parteien der Mitte an Boden verloren. Die drei genannten Regierungen sahen sich angesichts dessen gezwungen, von der verfassungsrechtlichen Möglichkeit Gebrauch zu machen und mit Notverordnungen zu regieren. Der Reichstag billigte dieses Vorgehen und demonstrierte damit die eigene Machtlosigkeit. Hier zeigte sich die mangelnde Zukunftsfähigkeit der jungen demokratischen Weimarer Republik. Der einstmals so fortschrittliche Demokrat Hjalmar Schacht hatte inzwischen seinen Glauben an eine demokratisch verfasste parlamentarische Republik verloren. Er schlug sich auf die Seite der National-Konservativen, die zum autokratisch regierten alten Deutschland zurückkehren wollten. Seine Broschüre aus dem Jahr 1930 mit dem vielsagenden Titel „Nicht reden, handeln! Deutschland, nimm dein Schicksal selbst in die Hand!“ zeugte davon. Sie war voller national-konservativer Rhetorik. So besitze das deutsche Volk den Fleiß und das Pflichtbewusstsein, um aus eigener Kraft zu Wohlstand zu gelangen. Was fehle, sei die Führung, mit der sich diese Eigenschaften Geltung verschaffen könnten. Das Volk könnte sich unter geeigneter Führung von den ausländischen Einmischungsversuchen, die die eigene Bewegungsfreiheit einschränkten, befreien. Die Stärke von Deutschlands Erholung liege im Volk und seinem Staat. Und unter diesem Gesichtspunkt sei auch eine Zusammenarbeit mit anderen zu betrachten.

Arie van der Hek

7. Schachts Kommentare zur Geldpolitik der Nachkriegszeit

Hjalmar Schacht war ab 1944 in verschiedenen Konzentrationslagern inhaftiert und gelangte schließlich in das Lager Niederdorf in Südtirol. Dort, im abgelegenen Pustertal, geriet er schließlich in die Hände der amerikanischen Streitkräfte. Schnell musste er feststellen, dass es sich nicht um seine Befreiung handelte. Vielmehr hatte er sich vor dem Kriegsverbrechertribunal in Nürnberg zu verantworten. Ihm wurden Verschwörung mit Hitler gegen den internationalen Frieden und die Sicherheit bzw. Teilnahme an der Kriegsvorbereitung zur Last gelegt. Am 1. Oktober 1946 wurde er freigesprochen. In Württemberg kam er für kurze Zeit wieder mit seiner Familie zusammen. Dann nahmen ihn die deutschen Behörden fest. Im Rahmen der Entnazifizierung wurde er vor eine Spruchkammer gestellt, die über eine Beteiligung an Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie an Kriegsvorbereitungen zu befinden hatte. Schließlich wurde er zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt. Das Berufungsverfahren brachte zwar keinen Freispruch, führte aber im September 1948 zu seiner Freilassung. Von Württemberg zog er nun nach Niedersachsen. In einem weiteren Berufungsurteil folgte am 13. September 1950 ein endgültiger Freispruch. Er wäre nicht Hjalmar Schacht gewesen, wenn er nun für den Rest seines Lebens geschwiegen hätte. Seine Vergangenheit verfolgte ihn. 1948 erschien sein Buch „Abrechnung mit Hitler“. Darin äußert er Bedauern über die Geschehnisse und bietet Erklärungen für sein offenkundiges Unvermögen, rechtzeitig zu erkennen, mit wem er es in der Person Hitlers und dessen Gefolgschaft zu tun hatte. An die Stelle dieses Unvermögens tritt jetzt eine harte Verurteilung.

Arie van der Hek

2. Ende der Hyperinflation

Hjalmar Schacht wird 1923 mit einer Position betraut, die ihn in die Lage versetzt, seine Auffassungen zur Wirtschafts- und Geldpolitik in der Praxis umzusetzen. Die Reichsregierung hat ihn im November 1923 zunächst zum Kommissar für Geldpolitik und anschließend im Dezember 1923 zum Präsidenten der Reichsbank ernannt. In seinem Buch Die Stabilisierung der Mark von 1927 beschreibt er seine Politik bis etwa Ende 1926. Im gleichen Jahr erscheint seine Broschüre Eigene oder geborgte Währung, in der er ganz konkret auf die Grundsätze eingeht, auf denen seine Auffassungen zur Geldpolitik beruhen. Im Jahr 1966 blickt er mit seinem Buch Magie des Geldes. Schwund und Bestand der Mark auf sein Berufsleben zurück. Darin wird natürlich auch dieser Zeitraum besprochen.

Arie van der Hek

4. Außenpolitik, Handel, Geld und Kapital

In welchem Kräftefeld musste die Reichsregierung agieren, als sie eine Neuverhandlung des Dawes-Abkommens anstrebte? Das Rheinland sowie ein einzelner Stützpunkt am rechten Rheinufer waren noch besetzt. Das Ruhrgebiet war inzwischen geräumt. Die Gründe, die Frankreich und Belgien seinerzeit zur Besetzung des Ruhrgebiets veranlassten, waren nur allzu gut bekannt. Deutschland sollte zur Lieferung von Waren und zur Leistung von Zahlungen gezwungen werden. Beide Länder bestanden weiterhin auf Zwangsmitteln, damit Deutschland seine Verpflichtungen erfüllte. Was das Problem noch komplizierter gestaltete, war die von Frankreich und Großbritannien vorgenommene Verknüpfung zwischen den Reparationszahlungen und den interalliierten Kriegsschulden. Beide Länder wollten die Reparationszahlungen zur Kriegsschuldentilgung verwenden.

Arie van der Hek

Unsere Sparkassen im Dienst der Bürgerinnen und Bürger

„Die Sparkassen dienen dem Gemeinwohl“: Diese Handlungsmaxime leitet die Sparkassen mit ihrem nachhaltigen, auf die Menschen und die regionale Wirtschaft ausgerichteten Geschäftsmodell. Seit mehr als 200 Jahren stehen unsere Sparkassen für das, was heute unter dem Begriff „Nachhaltigkeit“ zusammengefasst wird. Drei wichtige Ausprägungen der Gemeinwohlorientierung und Nachhaltigkeitsidee der Sparkassen werden in diesem Beitrag beleuchtet: 1. Die Bürgerdividende. Wer Kunde oder Kundin einer Sparkasse ist, der investiert in seine Heimat. Rund 120 Mio. EUR Stiftungskapital und 21,4 Mio. EUR für gesellschaftliches Engagement haben die Sparkassen in Rheinland-Pfalz im Jahr 2018 an die Menschen und Kommunen in ihren Geschäftsgebieten zurückgegeben. 2. Die Digitalisierung. Das Kundenverhalten in der digitalen Welt hat sich rasant verändert, ebenso die Kundenerwartungen an digitalen Dienstleistungen. Deshalb sind die Sparkassen ihren Kundinnen und Kunden auf allen Kommunikationswegen nah, ob online oder offline. 3. Die Teilhabe. Es gehört im Rahmen des öffentlichen Auftrags zum Selbstverständnis der Sparkassen, ihre Dienstleistungen und Filialen barrierefrei zu gestalten. Davon profitieren alle.

Beate Läsch-Weber

8. Schöne neue Steuerberatung

Der Steuerberatungsmarkt wird sich durch Digitalisierung, Globalisierung und die Skalierbarkeit von Leistungen erheblich verändern – mit der Konsequenz einer Halbierung der Praxen in den nächsten Jahren. Um auf dem Markt bestehen zu können, ist es erforderlich, interdisziplinäre Mitarbeiterteams zu beschäftigen, die innovative Dienstleistungen für die Kunden von morgen entwickeln. Schwerpunkte werden Implementierung, Überwachung und Outsourcing hochautomatisierter Prozesse sein. Gleichzeitig gilt es, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein und die lebenslange Qualifizierung der Mitarbeiter sicherzustellen – die Halbwertzeit eines Dienstleistungsangebots wird sich sehr stark reduzieren. Andererseits bieten diese Veränderungen für zukunftsorientierte Steuerberaterpraxen herausragende Chancen, um durch Innovationen zu wachsen, wenn sie einen ihrer wichtigsten Wettbewerbsvorteile nutzen: Das Vertrauen ihrer Kunden.

Mischa Müller, Nicolai Müller

10. Die Zukunft der Banken – Wie neue Geschäftsmodelle Banken grundlegend verändern

Dieser Beitrag setzt sich mit den Herausforderungen der Digitalisierung und veränderten Wettbewerbsbedingungen und Geschäftsmodellen für den Bankensektor auseinander. Der Fokus liegt auf der Erläuterung aktueller Entwicklungen und deren Auswirkungen auf das Betriebsmodell der Banken, insbesondere in den Bereichen Organisation, Prozesse, Personal und IT. Technologische Trends wie Plattformökonomie und Automatisierung sowie neue Wettbewerber zwingen bestehende Banken zur Innovation ihrer Geschäftsmodelle. Hier kristallisieren sich vier Modelle heraus, wie Banken auch in Zukunft relevant bleiben können: Die Bank als Plattformanbieter, die Bank als Anbieter von Speziallösungen, die Bank als Technologie-Anbieter und die Bank als ‚Trusted Advisor‘. Die Implikation dieser strategischen Alternativen auf die Dimensionen Organisation, Prozesse, IT-Infrastruktur und Personal werden erläutert.

Georg Knöpfle, Fedi El Arbi, Dirk Stein, Eric Frère

7. Die Finanzen im Verein

In Kap. 7 schauen wir uns das Finanzsystem im Verein an. Ein wichtiges Instrument der Vereinsführung ist das Finanzmanagement. Die Finanzen oder das Finanzsystem ist ein sensibles Feld. Leider geht heute nichts mehr ohne Geld. Daher ist es absolut wichtig, die notwendige Sorgfalt walten zu lassen. Lieber einmal mehr hingesehen, als einmal zu wenig. Lieber pingelig sein und Kollegen nerven, als Stress mit dem Finanzamt bekommen. Warum eigentlich? Ein gutes FinanzmanagementFinanzmanagement dient der Absicherung der operativen Arbeit, der Liquidität und der Gemeinnützigkeit. Es verhindert ein unbeabsichtigtes Abrutschen in die Steuerpflicht. Transparenz und Aktualität in den Finanzen schafft Vertrauen für jeden Vereinsvorstand.

Falk Golinsky

Die neue Realität des Bankgeschäfts

Beginnen möchte ich mit einem Glückwunsch an die Veranstalter, denn es ist eine große Leistung, eine Veranstaltungsreihe über nun 19 Jahre erfolgreich zu halten und immer wieder aufs Neue spannende Themen zu identifizieren. Auf der anderen Seite machen es die deutsche Kreditwirtschaft sowie die deutschen und europäischen Aufseher den Organisatoren einfach, immer wieder neue Themen zu finden. Bei Kreditinstituten passiert immer wieder etwas, werden neue Strategien entwickelt, und wenn einmal nichts passieren sollte, dann liefern die verschiedenen Aufsichtsbehörden neue Impulse für Veränderungen.

Herbert Hans Grüntker

5. Ausbildungsdurchführung

Grundlage für die Ausbildungsdurchführung sind der Ausbildungsrahmenplan, der eine Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Vermittlung der beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten darstellt und in der Ausbildungsordnung festgelegt ist, sowie aber auch der jeweilige Lehrplan der begleitenden berufsschulischen Ausbildung, um die Ausbildungsinhalte im dualen System und damit in Gesundheitsbetrieb und Schule möglichst gut aufeinander abstimmen zu können. Die darauf aufbauenden betrieblichen Ausbildungspläne stellen eine Konkretisierung bzw. Umsetzung der Ausbildungsrahmenpläne in die gesundheitsbetriebliche Praxis dar. Die Abschlussprüfung hat den Zweck festzustellen, ob die Auszubildenden die berufliche Handlungsfähigkeit erworben haben, wobei die jeweilige Ausbildungsordnung zugrunde zu legen ist. Sie sollen in der Prüfung nachweisen, dass sie die erforderlichen beruflichen Fertigkeiten beherrschen, die notwendigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen und mit dem im Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung wesentlichen Lehrstoff vertraut sind.

Andreas Frodl

1. Ausbildungsgrundlagen

Medizinische Versorgungszentren, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Pflegeeinrichtungen, heilpraktische Einrichtungen, Krankenhäuser etc. sind Gesundheitseinrichtungen mit nahezu allen betrieblichen Merkmalen. Sie sind oft zugleich gesundheitsbetriebliche Ausbildungseinrichtungen, die umfangreiche rechtliche Grundlagen, wie beispielsweise das Berufsbildungsrecht, den Jugendarbeitsschutz, die berufsbezogenen Ausbildungsordnungen sowie Themen der Jugend- und Auszubildendenvertretung oder der Ausbildungsfinanzierung bei den Krankenhäusern berücksichtigen müssen. Auch im Gesundheitswesen spielt das Duale Ausbildungssystem bei der beruflichen Ausbildung eine wesentliche Rolle. Die ärztliche und zahnärztliche Ausbildung weist hierzu Unterschiede und Besonderheiten auf.

Andreas Frodl

Digitale Steuerung von Entscheidungsprozessen Was können und müssen Banken im Kundengeschäft besser machen?

Eine intelligente Steuerung des Entscheidungsprozesses ist heute für nahezu jedes Unternehmen unverzichtbar. Die Digitalisierung prägt die Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen und greift zunehmend in den Alltag ein. Eine immer wichtigere Rolle spielt hier das Internet.

Michael Visse

Podiumsdiskussion „Innovationspodium“

Die Podiumsdiskussion stand unter dem Titel „Innovationspodium“. Zu Beginn stellte Herr Prof. Dr. Bernd Rolfes die Teilnehmer der Diskussion vor. Markus Dauber ist Vorsitzender des Vorstandes der Volksbank in der Ortenau eG, Dr. Michael Düpmann ist Mitglied des Vorstandes der VR-Bank Rhein-Neckar eG, Ralf Fleischer ist Vorsitzender des Vorstandes der Stadtsparkasse München und Dr. Jörn Stöppel ist Vorstandsvertreter der Sparkasse Münsterland Ost.

Markus Dauber, Michael Düpmann, Ralf Fleischer, Jörn Stöppel

Digitalisierung in der Sparkassen-Finanzgruppe – Fokus der Finanz Informatik

In den letzten 20 Jahren vollzog sich ein teilweise durch die Digitalisierung begründeter Wandel innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe. Durch die heterogene Aufstellung der einzelnen Sparkassen bzw. Verbundpartner der Gruppe bestand in der Vergangenheit eine immense Koordinierungsherausforderung. Die jeweiligen Verbundpartner verfügten über eigene am Markt ausgerichtete und heterogen aufgestellte IT-Systeme, Infrastrukturen sowie Vertriebsphilosophien.

Franz-Theo Brockhoff

1. Grundlagen

In diesem Kapitel lernen Sie eine Reihe grundlegender Begriffe kennen, die für das Verständnis der Entwicklung von verteilten Anwendungen wichtig sind. Welche Arten von verteilten Anwendungen im Buch behandelt werden, ist genauso ein Thema wie Konzepte von Software-Architekturen und Kommunikationsmodelle. Das Spring Framework zur Realisierung von verteilten Anwendungen wird überblicksartig erläutert. Dabei werden die vorgestellten Konzepte in das Spring Framework eingeordnet.

Wolfgang Golubski

Kapitel 1: Kreative Zerstörung – die digitale Revolution und die Folgen

Moderne und effiziente Strukturen haben sich in vielen Organisationen und Unternehmen noch nicht durchgesetzt. Die häufig noch anzutreffende Anweisungshierarchie führt gerade in Zeiten der Digitalisierung zu Überforderung und Demotivation bei allen Beteiligten: Topmanagern, Mittelmanagern und Mitarbeitern. Warum? Die digitale Revolution wälzt Wirtschaft und Gesellschaft vollständig um – ähnlich wie es die erste und zweite industrielle Revolution getan haben. Wir befinden uns mitten in diesem Umbruchprozess. Die Märkte sind dauerhaft instabil, Geschäftsmodelle ganzer Branchen und vieler Unternehmen brechen weg, neue entstehen. Innovationen zu entwickeln wird zur Schlüsselaufgabe. All das erfordert neue Organisationstrukturen in Unternehmen. Die Antwort lautet: Laterales Management. In lateralen Organisationen wird auf Augenhöhe geführt und gearbeitet.

Roland Geschwill, Martina Nieswandt

Kapitel 4: Eine kurze Geschichte erfolgreicher lateraler Organisationen

Laterales Management setzt auf das Prinzip Selbstverantwortung. Dahinter steht die Idee, dass Menschen in Unternehmen motivierter arbeiten, wenn sie Verantwortung übernehmen und selbst Entscheidungen treffen können. Tom Peters und Bob Waterman beschreiben in den Spitzenleistungen acht hervorstechende Eigenschaften von Spitzenunternehmen. Eine heißt: Produktivität durch Menschen. Tom Peters berichtet über einen Mitarbeiter bei General Motors, der nach 16 Jahren entlassen worden war und mit dem nie ernsthaft darüber gesprochen worden sei, wie er seine Arbeit besser machen könne. Es war eine der Grundbotschaften der Spitzenleistungen, dass Menschen über Potenziale verfügen, die sie in Organisationen einbringen möchten. Tom Peters forschte über selbstverantwortliche Strukturen in Europa und in Japan, da er von diesen Ideen begeistert war.

Roland Geschwill, Martina Nieswandt

Kapitel 5: Laterales Management im 21. Jahrhundert

Das Kapitel zeigt anschaulich und konkret, wie Laterales Management in einem Unternehmen eingeführt werden kann, in welchen Schritten sich der Prozess vom klassisch-hierarchischen zum Lateralen Management am besten bewerkstelligen lässt, und wie man den Erfolg messen kann. Wir stellen folgende Leitfragen: Was können Unternehmen tun, um kulturell die Herausforderungen der digitalen Ökonomie zu bewältigen? Was bedeuten diese Veränderungen für die Menschen? Was bedeuten diese Veränderungen für die Manager? Zum Schluss stellen wir die Big Five des klassischen Managements den Prinzipien des Lateralen Managements gegenüber und werden so die Vorteile des neuen Konzepts in Zeiten der Digitalisierung noch einmal deutlich machen.

Roland Geschwill, Martina Nieswandt

10. Globalisierung – Ein neues altes Phänomen

„Wir leben im Zeitalter der Globalisierung! Die Welt ist zusammengerückt und eng verflochten. Wirtschaft, Politik, Kultur – alles spielt sich im internationalen Kontext ab.“ So könnte ein römischer Senator seine Grundsatzrede begonnen haben. Denn Globalisierung ist so alt wie die Menschheit. Handel, Völkerwanderungen und Kriege haben schon immer für einen regen Austausch zwischen den Kulturen gesorgt. So verkauften die Römer nicht nur Oliven in den Orient und bekamen dafür Gewürze, sogar blonde Haare aus dem Norden waren eine Zeit lang der letzte Schrei.

Fabian Dittrich

Digitales Geld und virtuelles Geld

Die Begriffe des digitalen und des virtuellen Geldes werden nicht selten beliebig austauschbar gebraucht. Darin jedoch verliert sich ihre durch und durch spezifische Bedeutung. Dieser Beitrag betont die wesenhafte Virtualität des Geldes und setzt sie so in Abgrenzung zu seiner moderneren Digitalisierung. Geld wird so geradezu zu einem Paradebeispiel für das Virtuelle, und seine Digitalisierung lässt sich klarer mit dem von ihm besessenen Körper in Zusammenhang lesen. Der antizipierte Verlust dieses Körpers im Zuge dieses Prozesses wiederum wirft Fragen zur Akzeptanzsicherung des digitalen virtuellen Geldes auf, die hier ebenfalls diskutiert werden sollen.

Sarah Wisbar

Einleitung

Virtualität hat im 21. Jahrhundert eine Normalisierung in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen erfahren. War das Virtuelle noch bis zum Ende des 20. Jahrhunderts von euphorischen bis apokalyptischen Reaktionen um den Menschen im Cyberspace begleitet, hat es inzwischen Eingang in zahlreiche standardisierte Praktiken gefunden. Seien es Museen, Laboratorien oder chirurgische Eingriffe – in all diesen Facetten wird das Virtuelle als ein Teil unserer Lebenswelt eingebettet. Virtuelle Welten setzen damit Handlungsverbindlichkeiten, die zuvor allein in Kategorien wie „Natur“ oder „Sozial“ eingefordert wurden. Der Artikel argumentiert folglich, dass eine Dichotomie von real und virtuell heute nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Stattdessen treten anwendungsspezifische Variationen und Graduierungen dieser Leitunterscheidung ein, denen das „Handbuch Virtualität“ in gesellschaftlichen Bereichen wie Arbeit, Gesundheit oder Wissenschaft nachgeht.

Dawid Kasprowicz, Stefan Rieger

Kapitel 3. Stärken-Schwächen-Analyse der Blockchain-Ansätze

In diesem Kapitel erfolgt die Beurteilung des Public- und des Private-Blockchain-Ansatzes im Rahmen einer Stärken-Schwächen-Analyse. Diese Untersuchung gliedert sich dabei in fünf aufeinanderfolgende Abschnitte. Im ersten Abschnitt erfolgt eine kurze Vorbetrachtung. Hierbei wird auf Basis unterschiedlicher Möglichkeiten zur Systematisierung von Blockchain-Typen eine Abgrenzung zwischen dem Private- und dem Public-Blockchain-Ansatz vorgenommen.

Victor Rutz

§ 5 Wirtschafts- und Währungspolitik

Die industrielle Revolution in Deutschland war stark geprägt durch den Wirtschaftsliberalismus in England, dem Ausgangspunkt der Lehren eines Adam Smith (1723–1790) und eines David Ricardo (1772–1823). Der Beginn der rechtlichen Gestaltung der Wirtschaftspolitik bzw. nach der damaligen Terminologie der Wirtschaftslenkung kann in den Staatseingriffen des 19. Jahrhunderts gesehen werden. Diese wurden entgegen den liberalen herrschenden Vorstellungen von Staat und Gesellschaft wegen der sozialen Spannungen in Folge der wachsenden Industrialisierung notwendig. Der fortschrittlich freiheitliche Deutsche Zollverein von 1834 war ein Niederschlag dieses Denkens. Erst nach der Reichsgründung erfuhren das Postulat der Freiheit der Wirtschaft vom Staat und der Glaube an die Selbstregulierung der Wirtschaft eine entscheidende Schwächung. Verstärkte Auslandskonkurrenz, nationalwirtschaftliche Rivalitäten und der Druck des Großgrundbesitzes zwangen Reichskanzler Bismarck 1876 zur Aufgabe seiner liberalen Handelspolitik. Zunehmend setzten sich staatswirtschaftliche Tendenzen durch: Post und Bahn, Telegraf und Telefon, umfangreiche land- und forstwirtschaftliche Domänen und zahlreiche Bergwerke waren in der Hand des Staates. Über die Hälfte seiner Einnahmen kamen aus eigenen Wirtschaftsbetrieben. Den Umbruch vom Liberalismus zu einem gemäßigten Staatsinterventionismus verdeutlicht die Gewerbeordnung von 1869 (→ § 9 Rn. 1). Sie bekennt sich zum Prinzip der Gewerbefreiheit, behält aber gleichzeitig dem Staat Eingriffs- und Aufsichtsbefugnisse vor. Die Rechtswissenschaft des 19. Jahrhunderts blieb trotz mancher Ansätze hinter der theoretischen Bewältigung des Interventionismus durch die Nationalökonomie zurück. Auf der Basis der durch einen siegreichen Liberalismus geschaffenen Rechte erkannte die Opposition aus wirtschafts- und sozialpolitischen Erwägungen die Lenkungsproblematik. Adolph Wagner stellte in seiner „Grundlegung der politischen Ökonomie“ aus dem Jahr 1892 die Grundfrage, wie Freiheitssphäre und Eigentum beschaffen sein müssen, um den Bedingungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenlebens zu genügen. Insgesamt gesehen gab es in Deutschland bis 1914 bemerkenswerte Ansätze für eine rechtlich eingehegte Wirtschaftspolitik. Die Sorgen der gesamten Volkswirtschaft um sozial benachteiligte Gruppen und um den Missbrauch wirtschaftlicher Macht fanden im Zeitalter des Liberalismus durchaus ihren juristischen Niederschlag.

Reiner Schmidt

§ 3 Grundlagen des Internationalen Wirtschaftsrechts

Das Öffentliche Wirtschaftsrecht kann heute ohne seine internationalen Bezüge nicht mehr gedacht werden. Im Zeitalter der Globalisierung sind die Handels- und Dienstleistungsströme weltumspannend, Fragen nach dem Schutz des geistigen Eigentums stellen sich ebenso häufig wie die nach Garantien für stabile Währungen. Daneben wächst auch die Bedeutung der rechtlichen Absicherungen von Investitionen ausländischer Unternehmen. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass das Internationale Wirtschaftsrecht in den letzten Jahren in Wissenschaft und Praxis immense Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. So sind etwa die angestrebten Handelsabkommen zwischen der EU und den USA (Transatlantic Trade and Investment Partnership, TTIP) bzw. zwischen der EU und Kanada (Comprehensive Economic and Trade Agreement, CETA) seit geraumer Zeit Gegenstand kontroverser Diskussionen. Während CETA mittlerweile vorläufige Anwendung gefunden hat, wurden die Verhandlungen zu TTIP vorerst auf Eis gelegt. Aktuell ist – wenn überhaupt – nur noch ein TTIP Light-Abkommen vorstellbar, in dem lediglich neue Regelungen zu Zöllen getroffen werden könnten. Darüber hinaus wird seit Jahren die Verhängung von Wirtschaftssanktionen durch die USA und die EU gegenüber verschiedenen Staaten wie z. B. Russland, die entsprechenden ökonomischen Folgen und der damit verbundene außenpolitische Impetus kontrovers diskutiert. Das Internationale Wirtschaftsrecht spielt so in der öffentlichen Wahrnehmung eine enorme Rolle.

Jörg Philipp Terhechte

Kapitel 8. H

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 9. I

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 6. F

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 7. G

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 3. C

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 2. B

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 4. D

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 5. E

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 1. A

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 3. M

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 10. T

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 5. O

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 12. V

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 1. K

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 6. P

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 11. U

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 16. Z

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 8. R

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 13. W

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 2. L

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 9. S

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 1. Digitale Transformation: Digitalisierungsdilemma und Vertrauenskrise

Es ist erst etwas über 30 Jahre her, dass die Architekten des Internet allen Menschen in identischer und kostengünstiger Form einen Zugang zu Wissen schaffen wollten. Dies nahm den Charakter einer Revolution an, da die bis 1989 geltende zentrale Regulierung, Organisation und die Geschäftsmodelle der Telekommunikationsanbieter weltweit überwunden werden mussten, um die damals präventiven Kosten der Kommunikation auf den heutigen Stand zu reduzieren. Die zweite Stufe der Revolution wurde durch das WWW „gezündet“, das aufbauend auf zwei wenig beachteten Änderungen der Ende-zu-Ende Adressierung zum einen das Universalitätsprinzip bei den Anwendungen modifizierte und zum zweiten mit Cookies die Zustandslosigkeit der Internetkommunikation überwand und damit die Voraussetzungen zum Schutz der Anwendungen und zu den Big Data legte. Heute hat Google mit dem Betriebssystem „Android“ einen direkten Zugang zu Milliarden von Mobilfunknutzern und nutzt diesen durch die „Wissensmaschine“, um zusammen mit sieben weiteren Plattformen eine bislang so nicht gekannte informationelle Überlegenheit zu erreichen. Diese Strategie kann als Landnahme bezeichnet werden, wie durch die Studien zur Entwicklung von Google und dem Cambridge-Analytica Skandal, sowie bei Airbnb, Uber und Nest exemplarisch gezeigt wird. Die Verschiebung der Grenze zwischen Menschen und Maschinen offenbart eine Vertrauenskrise in die legitimierten Institutionen, die als das Digitalisierungsdilemma bezeichnet wird. Die Informationsmacht der Plattformen wird durch die Kartellverfahren der EU bislang vergeblich angegangen, ebenso wie sich die DSGVO für die Innovationsverantwortung oft eher schädlich als hilfreich zeigt.

Günter Müller

Kapitel 2. Begrenzung der Informationsmacht

Die Informationsmacht wird durch die Innovationen und die Daten erzeugt und könnte durch die Interoperationen und die Protektion, z. B. die DSGVO, begrenzt werden. Waren es in der industriellen Zeit vor allem inkrementelle Verbesserungen von Produkten, so streben digitale Innovationen nach einer maximalen Erweiterung ihres Netzwerkes durch das informationelle Eindringen in einen Markt, die Informatisierung der Prozesse und die nachfolgende Reorganisation der betroffenen Unternehmen. Fallstudien zu NEST, Motorola und General Electric sowie Android-Auto zeigen die Stufen der Informatisierung, der Vernetzung, das Überschreiten von Branchengrenzen und damit den Zwang zur Entwicklung übergeordneter Geschäftsmodelle am Beispiel von vier Branchen – u. a. der Automobilindustrie – als Folge von informationeller Überlegenheit der Netzwerktore. Eine der schärfsten Waffen zur Begrenzung von Marktmacht ist das Kartell- oder Wettbewerbsrecht. Die insgesamt beschränkten Ergebnisse der Klagen der EU gegen Google und Facebook zeigen, dass das Kartellrecht neue Instrumente zur Kontrolle der Informationsmacht braucht, gewissermaßen als digitales Pendant einer wettbewerbsschädlichen industriellen Marktmacht. Trotz hoher Strafen für sogenannte „Wenn-dann-Geschäfte“ ist die Informationsmacht und Wettbewerbsfähigkeit von Google und Facebook durch die EU nicht geschwächt worden. Die DSGVO ist eine sich selbst beschränkende weithin passive Regulierung. Sie konzentriert sich auf die Datenpreisgabe mit nachfolgender Geheimhaltung und vorausgehender informierter Zustimmung, lässt den Datenempfang aber außer Acht. Damit verstärkt sie das Digitalisierungsdilemma und schützt weder Daten noch Menschen in wirksamem Umfang. Ein Paradigmenwechsel des Datenschutzes wäre die Normierung einer Rechtfertigungspflicht verbunden mit der Transparenz der Daten als Regeldienst für die Netzwerktore und zur Stärkung der Datensubjekte damit Daten z. B. „geteilt“ genutzt werden können ohne sie „aufzuteilen“.

Günter Müller

Kapitel 8. Digitale Geschäftsmodelle und asymmetrische Information in der Finanzierung von Unternehmen

Digitale Geschäftsmodelle zeichnen sich oft durch die spezifische Nutzung von proprietären Daten oder Algorithmen aus. Wettbewerbsvorteile von Firmen mit digitalen Geschäftsmodellen sind dann charakterisiert durch Merkmale von erfolgsrelevanter Information und Aspekten von deren Offenlegung − oder bewusst gewählter Intransparenz − die intrinsisch zu asymmetrischer Information führen. Management und Personal der Firma kennen die Erfolgsaussichten und die relevanten Risikofaktoren dann besser als mögliche Kapitalgeber.

Thomas Wenger

Kapitel 6. Auswirkungen der Digitalisierung im Rechnungswesen – ein Überblick

Die Literatur hat in den letzten Jahren einen breiten Diskurs zur Digitalisierung im Rechnungswesen eröffnet. Während die erste Digitalisierungswelle noch grundlegende Digitalisierungsprozesse umfasste, betrifft die zweite Digitalisierungswelle das Unternehmen in seiner Gesamtheit und geht weit über eine digitale Datenverarbeitung hinaus. Digitalisierung reicht daher von der Anwendung grundlegender digitaler Technologien zur Unterstützung von Geschäftsprozessen über Automatisierung betrieblicher Prozesse bis hin zu einer umfassenden digitalen Transformation des gesamten Unternehmens.

Anne Najderek

Kapitel 1. Langfristige Vermögensplanung zur Absicherung Ihrer Ziele

In „Geldanlage und Steuer 2020“ werden die wichtigsten Anlagemöglichkeiten mit ihren Chancen und Risiken, ihrer Rentabilität sowie ihren steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten dargestellt und Zusammenhänge aufgezeigt. Hierbei bietet die wachsende Angebotsvielfalt unzählige Möglichkeiten der Geldanlage. Dabei sind auch die Risiken wie Zinsänderungsrisiken, Wechselkursrisiken oder Aktienkursrisiken zu berücksichtigen, denn sie können besonders in Niedrigzinsphasen wie seit dem Jahr 2010 die ohnehin geringen Erträge aufzehren oder gar zu negativen Ergebnissen führen.

Philipp Karl Maximilian Lindmayer, Hans-Ulrich Dietz

Kapitel 2. Kurz- und mittelfristige Geldanlage

In diesem Kapitel werden die klassischen kurz- und mittelfristigen Formen der Geldanlage wie die Anlage auf Konten, das Bausparen und die staatlichen Fördermöglichkeiten sowie die jeweiligen steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Einlagensicherung.

Philipp Karl Maximilian Lindmayer, Hans-Ulrich Dietz

Kapitel 8. Nichts dem Finanzamt schenken – Steuervorteile kennen und nutzen

Um Geld und Erbschaftsteuer optimal arbeiten zu lassen, um legale steuerminimierende Gestaltungen zu nutzen und um planen zu können, ist steuerliches Grundwissen bares Geld wert. Unter diesem Blickwinkel sind für den Anleger besonders Kenntnisse der Einkommensteuer sowie der Stromsteuer und der Schenkungsteuer unabdingbar.

Philipp Karl Maximilian Lindmayer, Hans-Ulrich Dietz

1. Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre

Volkswirtschaftslehre beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen Aktivitäten von privaten Personen, Unternehmen dem Staat in einem Wirtschaftsraum und deren Zusammenwirken.

Michael Siegert

Kapitel 3. Langfristige Geldanlage: Aktien, Anleihen und weitere Anlagemöglichkeiten

In diesem Kapitel werden langfristige Kapitalanlagen vorgestellt, bei denen die Ermittlung des Risikos und die Dauer der Investition eine entscheidende Rolle spielen und die in der Verzinsung widergespiegelt werden. Der Zins macht damit als Ausdruck des bewerteten Risikos und der Zeit Anlagemöglichkeiten vergleichbarer.

Philipp Karl Maximilian Lindmayer, Hans-Ulrich Dietz

Kapitel 1. Einleitung

Die elektronische Datenverarbeitung hat in den letzten sechs Jahrzehnten eine atemberaubende Entwicklung durchgemacht. Sie wurde ermöglicht durch neue Erkenntnisse in der Hardwaretechnologie, die Miniaturisierung der Bauteile, die Erhöhung der Rechengeschwindigkeit und der Speicherkapazität, die Parallelisierung von Verarbeitungsabläufen und nicht zuletzt die enorm sinkenden Kosten. Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde z.B. der Preis für ein Bit Halbleiterspeicher mit etwa 0.50 Euro (damals noch 1.- DM) angegeben.

Alfred Nischwitz, Max Fischer, Peter Haberäcker, Gudrun Socher

2. MaRisk und BAIT im Detail

Die Anforderungen des KWG werden mit zwei Rundschreiben der deutschen Aufsicht BaFin in Bezug auf die IT der Banken konkretisiert und präzisiert. Die MaRisk geben die Mindestanforderungen für das Risikomanagement vor. Darin enthalten sind bereits Regelungen z. B. zu Auslagerungen. Detaillierter sind die BAIT, die sich ausschließlich auf die IT bezieht. In dem Kapitel werden die relevanten Passagen aus den MaRisk, sowie alle Kapitel der BAIT vorgestellt. Auf das in 09/2018 hinzugefügte Kapitel der BAIT wird ebenso eingegangen. Es werden Unklarheiten der BAIT dargestellt, wie auch der Handlungsbedarf, der sich mit den BAIT ergibt. Neben den beiden Rundschreiben wird an dieser Stelle auch auf weitere Vorgaben eingegangen, die zu berücksichtigen sind.

Tomislav Maksimovic, Holger Biernat

6. Rollen und Handelnde im Rahmen von BAIT

BAIT, wie auch MaRisk sind prinzipienorientiert. Daher gibt es für die Institute die Möglichkeit, die Anforderungen situationsgerecht umzusetzen. Für diese Umsetzung, aber auch später für den daran anschließenden Normalbetrieb muss es verschiedene Personen geben, die diese Aufgaben erfüllen. Beide Rundschreiben fordern eine ganze Reihe von Rollen und Stellen vor. Das Kapitel stellt alle genannten Personen und Institutionen vor.

Tomislav Maksimovic, Holger Biernat

Kapitel 1. Das Konto

Beim Konto handelt es sich um eine kontenartig geführte Rechnung eines Bankkunden, die auf der Grundlage eines Kontokorrentvertrages gemäß den §§ 355 bis 357 Handelsgesetzbuch oder auf der Grundlage eines Darlehensvertrages im Sinne der §§ 488 ff. BGB von einem Kreditinstitut geführt wird. Das Bankkonto kann kreditorisch oder debitorisch geführt werden.

Wolfgang Grundmann, Corinna Heinrichs

Kapitel 3. Geldanlage auf Konten

Sichteinlagen sind Einlagen, für die eine Laufzeit oder Kündigungsfrist nicht vereinbart ist. Zu den Sichteinlagen zählen auch Verbindlichkeiten mit einer vereinbarten Laufzeit von weniger als einem Monat (sogenannte terminierte Tagesgelder) bzw. einer Kündigungsfrist von unter einem Monat.

Wolfgang Grundmann, Corinna Heinrichs

Kapitel 1. Das Konto

Beim Konto handelt es sich um eine kontenartig geführte Rechnung eines Bankkunden, die auf der Grundlage eines Kontokorrentvertrages gemäß den §§ 355 bis 357 Handelsgesetzbuch oder auf der Grundlage eines Darlehensvertrages im Sinne der §§ 488 ff. BGB von einem Kreditinstitut geführt wird. Das Bankkonto kann kreditorisch oder debitorisch geführt werden. Wird das Bankkonto debitorisch geführt, handelt es sich um ein Darlehenskonto nach § 488 BGB. Wird das Bankkonto kreditorisch geführt, besitzt der Kunde als Inhaber des Bankkontos eine Forderung gegenüber dem Kreditinstitut.

Wolfgang Grundmann, Corinna Heinrichs

Kapitel 2. Zahlungsformen

Zahlungsformen setzen sich aus Barzahlungen, halbbaren Zahlungen und bargeldlosen Zahlungen zusammen. Bar bezahlt wird überwiegend beim Kauf von Waren des täglichen Bedarfs und entsprechenden Dienstleistungen. Halbbare Zahlungen werden geleistet, wenn z. B. der Zahlungsempfänger kein Bankkonto unterhält.

Wolfgang Grundmann, Corinna Heinrichs

Kapitel 3. Geldanlage auf Konten

Sichteinlagen sind Einlagen, für die eine Laufzeit oder Kündigungsfrist nicht vereinbart ist. Zu den Sichteinlagen zählen auch Verbindlichkeiten mit einer vereinbarten Laufzeit von weniger als einem Monat (sogenannte terminierte Tagesgelder) bzw. einer Kündigungsfrist von unter einem Monat.

Wolfgang Grundmann, Corinna Heinrichs

Kapitel 10. Mehrseitige Märkte

Zweiseitiger Markt, indirekte Netzeffekte, asymmetrische Preisgestaltung, Multi-/Singlehoming, Werbe-/Rezipientenmarkt, soziale Netzwerke.

Reiner Clement, Dirk Schreiber, Paul Bossauer, Christina Pakusch

Kapitel 2. Finanzsystem und Finanzierung

In Deutschland und weltweit wachsen Finanzmärkte in rasantem Tempo; es „sterben“ Zweigstellen; das Onlinebanking blüht und führt zur Neugründung von spezialisierten Finanzinstitutionen; Kapitalmärkte gewinnen im Vergleich mit den dominierenden Kreditinstituten an Bedeutung; die großen deutschen Finanzinstitutionen erwirtschaften Teile ihrer Wertschöpfung im Ausland und befinden sich zu großen Anteilen in ausländischem Besitz.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 22. Geldpolitik in den Finanzkrisen

Die globale Finanzkrise der Jahre 2008/2009 war in Umfang und Folgen die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit der Weltwirtschaftskrise der frühen 1930er-Jahre. Deutschland etwa erlebte den Zusammenbruch mehrerer großer Banken, erlitt 2009 mit einem Rückgang des BIP um 5 v. H. einen einmalig schweren Wirtschaftseinbruch und die Wirtschaftspolitik sah sich zu drastischen Rettungsmaßnahmen genötigt. Während sich in den Folgejahren die wirtschaftliche Entwicklung in vielen Ländern wieder zu stabilisieren begann, kam es ab dem Jahr 2010 zu einer weiteren, eher regionalen Finanzkrise. Diese Krise des Euroraums entwickelte sich zu einer Staatschulden- und Bankenkrise mit großen wirtschaftlichen Problemen in den betroffenen Ländern. Im Sommer 2015 stand schließlich sogar der Austritt Griechenlands aus der Europäischen Währungsunion auf der wirtschaftspolitischen Agenda.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 8. Theorie der Banken

In Kap. 1 und 2 haben wir bereits die makroökonomischen Funktionen von Finanzintermediären im Allgemeinen und Banken im Besonderen kennen gelernt. In diesem Abschnitt widmen wir uns primär der mikroökonomischen Begründung der Existenz von Finanzinstituten. Wir suchen also nach überzeugenden Antworten auf die Frage: Warum gibt es Banken?

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 3. Zentralbanken und Europäische Zentralbank

Das Projekt einer Europäischen Währungsunion war das wohl ehrgeizigste wirtschaftspolitische Vorhaben in Europa während der 80er- und 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Eine Währungsunion erfordert den Verzicht auf nationalstaatliche Gestaltung der Geldpolitik. In kaum einem Land fiel dieser Verzicht schwerer als in Deutschland.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 10. Regulierung des Finanzsektors

Die im Jahr 2007 ausgebrochene Finanzkrise hat fast zum Kollaps des weltweiten Finanz- und Wirtschaftssystems geführt. Es hat etliche Jahre gedauert, bis sich Finanzinstitutionen und Volkswirtschaften wieder vollständig erholt haben, obwohl die Leitzinsen der Zentralbanken zum Jahresanfang 2018 immer noch extrem niedrig liegen. Eine breit akzeptierte Lehre dieser Krise ist die Einsicht, dass der Finanzsektor einer strikteren Regulierung bedarf und dass diese bis in die Krise hinein ungenügend war.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 15. Geldpolitische Instrumente

Geldpolitische Instrumente scheinen zunächst ein wenig aufregendes Randgebiet der Geldpolitik zu sein. Tatsächlich jedoch unterliegt das Instrumentarium mindestens so starken Änderungen wie die geldpolitische Strategie.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 4. Geldschöpfung im Finanzsektor

Geld ist ein ganz besonderes Finanzaktivum, das im Laufe der Geschichte immer wieder andere Formen angenommen hat. Heute bezahlen Menschen zunehmend weniger mit Bargeld und benutzen stattdessen Schecks, Kreditkarten oder Geldkarten. Es darf auch spekuliert werden, ob Geld in Zukunft vielleicht als cybercash vorwiegend im Internet zirkuliert und damit viele hergebrachte Institutionen zu Anpassungen zwingen wird.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

6. Bedrohung von Finanzdienstleistern durch FinTechs

Kryptowährungen, die Blockchain-Technologie sowie verschiedene Neuerungen im Bereich der geltenden Richtlinien für Finanzdienstleister haben eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle und Unternehmen, sogenannte FinTechs, hervorgebracht. Ziel dieses Kapitels ist es, FinTechs hinsichtlich der Bedrohung für etablierte Finanzdienstleister zu analysieren. Aus der Literatur werden zu diesem Zweck Bewertungskriterien abgeleitet, die anhand eines festgelegten Bewertungsschemas auf die Ausprägungen von insgesamt 38 FinTechs angewendet werden. Die Ausprägungen der einzelnen Kriterien und des ermittelten Gesamtwerts lassen eine Bewertung der FinTechs hinsichtlich des potenziellen Risikos auf etablierte Finanzdienstleister zu. Die Ergebnisse zeigen, dass das größte Bedrohungspotenzial von der Kryptowährung Bitcoin und der Blockchain-Technologie ausgeht.

Sebastian Reinig, Katharina Ebner, Stefan Smolnik

6. Lösungsansätze für kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum

Grundsätzlich verfolgen kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum vier unterscheidbare, aber stark interdependente Strategien. Zum einen versuchen sie, den Nachteil der Ländlichkeit durch bessere Zugänglichkeit zu reduzieren. Weiterhin unternehmen sie Anstrengungen, den Nachteil höherer Fallkosten durch Kostensenkung aufzuwiegen. Das Problem geringer Erlöse im Vergleich zu den eigenen Kosten adressieren sie durch eine gezielte Planung des eigenen Leistungsportfolios. In allen Dimensionen dient die Kooperation der Verbesserung der eigenen Wettbewerbsposition bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Versorgungsauftrags.

Steffen Fleßa

4. Umfeld moderner Banksteuerung

Die Banksteuerung ist beeinflusst durch externe Faktoren (Regulatorik im Bereich quantitativer und qualitativer, IT, neue Produkte und Risiken der Gegenwart) wie auch interne Risiken. Ein Mittel der systematischen Behandlung kann eine Risk-Map sein, womit all diese externen Faktoren erfasst, und bewertet werden. Bankinterne Risiken können dagegen anhand von Frühwarnindikatoren erkannt und behandelt werden.

Holger Biernat

5. Start und Ziel: das Erstellen der Strategiepapiere

Strategien, formuliert in Strategiepapieren sind kein Selbstzweck, sondern sind die Darstellung der Ziele und Visionen, um diese in der Realwelt umsetzbar zu machen. So abstrakt die Strategie am Ende sein mag, die Strategiefindung selbst ist kein losgelöstes Vorgehen, sondern sie muss verschiedene Nebenbedingungen berücksichtigen. Der Startpunkt ist eine ehrliche Selbstanalyse, die Teil des Strategiezyklus ist mit Elementen wie der Formulierung von Prämissen, der Erstellung, der Kommunikation aber auch der Kontrolle. Unvorhersehbare Entwicklungen können dabei eine Anpassung innerhalb des Jahres notwendig machen. Die Überwachung kann anhand von Kennzahlen erfolgen, so lassen sich neben den regulatorischen Vorgaben auch interne Kennzahlen, Limite und Begrenzungen formulieren. Deren Abgleich gegen die tatsächliche Entwicklung setzt eine entsprechende Möglichkeit der Überwachung voraus, so müssen die Daten dazu entsprechend strukturiert und verlässlich bereitgestellt werden.

Holger Biernat

Kapitel 2. Die Blockchain-Technologie

In diesem Kapitel wird ein Überblick über das Ecosystem Distributed-Ledger-Technologie dargestellt. Ziel ist es, ein Verständnis über die neue Technologie zu vermitteln und einen möglichst breiten Überblick über die unterschiedlichsten Technologien und Verfahren zu liefern. Dabei wird als Struktur ein Ordnungsrahmen, gegliedert nach vier Ebenen der Distributed-Ledger-Technologie, herangezogen. Auf der ersten Ebene werden die wichtigsten Prinzipen der Distributed-Ledger-Technologie dargestellt. Darauf aufbauend werden in Ebene zwei Blockchain, Tangle und Hashgraph als Ausprägungen der DLT erläutert. In Ebene drei werden die wichtigsten Applikationen, Smart Contracts und dezentrale autonome Organisationen dargestellt. Als Abschluss wird jeweils eine DLT-Implementierung für öffentliche und private DLTs erläutert.

Sigurd Schacht

11. Wertschöpfungs- und Lieferketten am Beispiel der New Silk Road

Fast eine Billion US$ sollen in die von China initiierte New Silk Road Initiative investiert werden. Eine Entwicklungshilfeinitiative in logistische Infrastruktur, die Unternehmen weltweit zu einer Erweiterung der Produktions- und Vertriebsstandorte verhelfen soll. Um die vielfältigen Waren-, Geld- und Informationsströme entlang der entstehenden komplexen Liefernetzwerke effizient abzubilden, bedarf es mehr als der heute etablierten Systeme. Die Blockchain Technologie bietet in diesem Zusammenhang hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten und Potenziale, um die mit besagtem Megaprojekt einhergehenden Herausforderungen zu bewältigen. Es bietet sich aufgrund der Fortschritte im Bereich der Industrie 4.0 in den vergangenen Jahren an, den Einsatz der Blockchain Technologie nicht nur in der Logistik, sondern als Basis zur Integration von Liefer- und Wertschöpfungstätigkeiten zu erforschen, um eine holistische Supply Chain, bestehend aus Produktion und Logistik, entlang der New Silk Road zu erschaffen – die New Silk Road 4.0.

Steffen C. Eickemeyer, Christoph Lattemann, Tilo Halaszovich, Jan Busch

7. Besteuerung und Bilanzierung von Blockchain & Fintech Unternehmen

Wenige Themen wurden in der Vergangenheit ähnlich intensiv sowie kontrovers diskutiert, wie Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie.

Matthias Langer

7. Blockchain im Bankensektor – Chancen, Herausforderungen, Handlungsempfehlungen und Vorgehensmodell

Aktuell wird in diversen Branchen der Einsatz der Blockchain-Technologie diskutiert, erprobt und evaluiert. Insbesondere im Bankensektor zeigt sich ein enormes Potenzial, das durch den Einsatz der Blockchain-Technologie erschlossen werden kann. Um Praxisakteure beim Einsatz der Blockchain-Technologie zu unterstützen, wird in diesem Beitrag zunächst eine Übersicht über mögliche Einsatzbereiche der Blockchain im Bankensektor präsentiert. Außerdem werden Chancen und Herausforderungen, die mit der Blockchain-Technologie im Bankensektor verbunden sind, zusammengefasst und diskutiert. Darauf aufbauend werden Handlungsempfehlungen ausgesprochen und ein Vorgehensmodell vorgestellt, das für die Einführung der Blockchain-Technologie in Banken genutzt werden kann, um (IT-)Entscheidern zu unterstützen.

Jan Heinrich Beinke, Stefan Tönnissen, Julia Samuel, Frank Teuteberg

4. Der richtige Marketing-Mix für Online-Spendenaktionen

Fundraising kann als Erscheinungsform von Marketing eingeordnet werden. Denn sowohl bei Fundraising als auch bei Marketing geht es um die „systematische Gestaltung von Austauschbeziehungen“ (Urselmann 2018, S. 10). Während auch eine Einordnung als Beschaffungsmarketing denkbar ist, schlägt Urselmann (2018, S. 10 ff.) vor, Fundraising als Absatzmarketing zu betrachten. Dabei wird ein immaterielles Spendenprodukt angeboten, mit dessen Erträgen die benötigten Ressourcen auf (kommerziellen) Beschaffungsmärkten eingeholt werden können.

Sonja Harken, Martin Hodsman

Kapitel 17. Rechtliche Möglichkeiten eines Ausscheidens aus dem Euro und die Rückübertragung der Währungssouveränität

Im Rahmen der Staatsschuldenkrise verschiedener Euro-Mitglieder ist die Möglichkeit eines Austritts einzelner Länder oder gar eines Zerfalls der Eurozone nicht ausgeschlossen. Ein Austritt bedarf allerdings der gründlichen Planung und Vorbereitung. Entgegen der Vermutung, lediglich die Schaffung einer Währungsunion benötige Koordination, ist ein Konsens zwischen den Mitgliedsländern unbedingt notwendig, will man Probleme für die neue Währung und Konflikte mit der Rest-Union vermeiden (Scott 1998, S. 221, 225).

Dirk Meyer

Kapitel 2. Die Politik der Alternativlosigkeit: Wie es dazu kam und warum ein Wechsel angeraten ist

„Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“. Dieser Satz aus der Regierungserklärung Angela Merkels vom 19. März 2010 wurde zum Leitspruch für die „Euro-Rettung“ von Beginn an. Doch nicht die Stabilität des Kreises der Mitglieder der Europäischen Währungsunion (EWU), sondern die Stabilität der Euro-Währung (Art. 127 Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, AEUV) sowie das Verbot der monetären Staatsfinanzierung (Art. 123 AEUV) und das Bail-out-Verbot (Art. 125 AEUV) sind die vertragliche Grundlage.

Dirk Meyer

Kapitel 20. Griechenlands Austritt aus dem Euro: Ein Ablaufszenario

Griechenland und die Eurogruppe haben drei Hilfspakete geschnürt (2010, 2012, 2015) und zusammen durchgeführt, ohne dass sich die Schuldentragfähigkeit verbessert hätte und das Land jetzt nachhaltig auf eine selbstbestimmte Zukunft „auf eigenen Füßen“ zusteuern würde. Da die Voraussetzungen für ein neues Hilfsprogramm EU-vertraglich 2015 nicht vorlagen, wäre ein Zahlungsausfall Griechenlands spätestens Ende Juni 2015 erfolgt. Den deutschen Steuerzahler hätten die (gescheiterten) Rettungshilfen bis dahin zwischen 62 und 93 Mrd. EUR gekostet. Ad hoc hätte Griechenland den “Geuro” als Notgeld regierungsseitig herausgeben können. Eine erfolgversprechendere Alternative wäre allerdings ein einvernehmlicher, mit dem EU-Recht vereinbarer Austritt aus dem Euro in Kombination mit der Emission einer vermögensfundierten Neä Drachmä gewesen.

Dirk Meyer

Kapitel 24. Gemeinschaftswährung mit Kaufkraftgarantie auf Kapitalbasis: Das Konzept eines Kapitalfundierten Hart-Euro

Der Inflationsschutz für langfristige Verträge (Löhne, Mieten) sowie speziell Kapitalanlagen (Spareinlagen, Anleihen) ist seit alters her Gegenstand politischer und gesellschaftlicher Diskussionen gerade unter dem Aspekt der als ungerecht empfundenen Umverteilungseffekte. Die Besonderheit eines Kapitalfundierten Hart-Euro (KHE) bestehen in seiner konstanten Kaufkraft (Inflationsschutz) sowie seiner Kapitalfundierung (Werthaltigkeit). Es ist der Versuch, die historische Idee des kompensierten Golddollars auf die Europäische Währungsunion (EWU) zu übertragen. Die Kapitalfundierung durch den verbindlich vorgeschriebenen Erwerb von Anteilen am Produktivkapital (Aktien) durch die emittierende Notenbank verleiht dem KHE Warengeldcharakter.

Dirk Meyer

Kapitel 10. Italienische Bankenrettung: EU-Abwicklungsrichtlinie und ein “italienischer Weg”

Ein negativer Einlagenzins der europäischen Zentralbank (EZB), eine extrem niedrige Zinsmarge zwischen Einlagen- und Kreditgeschäft, der wachsende Regulierungsdruck und ein hoher Investitionsbedarf in die IT-Technik: Die europäischen Banken stehen schweren Zeiten gegenüber. Bei zahlreichen mediterranen Geschäftshäusern kommen eine Klientelpolitik, eine strukturelle Schwäche der kreditnehmenden Unternehmen, eine auch deshalb riskante Kreditvergabe, mangelhafte interne Kontrollen sowie unzureichende externe Prüfungen der nationalen Aufsichtsbehörden hinzu. Generell führt der dort von heimischen Finanzinstituten gehaltene relativ hohe Anteil an Staatsschuldtiteln zu einer unheilvollen Verbindung, die die Staatsschuldenkrise mit der Bankenkrise verschmelzen lässt. Der neu errichtete Bankenabwicklungsmechanismus gibt eine “Haftungskaskade” vor, die durch eine Gläubigerbeteiligung (Bail-in) letzendlich den Steuerzahler vor einer Inanspruchnahme schützen soll. Allerdings findet über den Europäischen Bankenabwicklungsfonds eine neue Vergemeinschaftung von Hilfen und Haftung statt.

Dirk Meyer

Kapitel 12. ANFA: Euro-Geldschöpfung durch die Mitgliedstaaten

Die Mitgliedschaft in der Europäischen Währungsunion (EWU) kennzeichnet einen Automatismus. Dabei übertragen die Mitgliedstaaten ihre Währungssouveränität auf die Europäische Union (EU). Für die EWU besteht eine zentrale geld- und währungspolitische Zuständigkeit in Form des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB), das durch das Beschlussorgan der Europäischen Zentralbank (EZB) für die einheitliche Geldpolitik zuständig ist. ELA-Notkredite, ANFA und die TARGET2-Salden ermöglichen den NZBen jedoch die Ausgabe von nationalem Zusatzgeld, das unter anderem der monetären (Zwischen-)Finanzierung von Krisenstaaten und/oder der Unterstützung insolventer Banken dient. Darüber hinaus finanziert es Kapitalflucht und gewährt einen subventionierten Kreditzugang für Importe. Anhand ausgewählter Krisensituationen wird gezeigt, das der EZB-Rat seine Kontrollfunktion nicht wahrgenommen hat und teilweise wissentlich gegen den AEUV, die EZB-Satzung sowie interne Vorgaben verstoßen hat.

Dirk Meyer

Kapitel 8. Das neue Geldwäschegesetz: Ein erneuter Vorstoß zur Bargeldbeschränkung

Bargeld hat in Deutschland trotz verschiedener elektronischer Zahlungsmedien (Kredit-/Geldkarte) immer noch eine bedeutende Funktion. Die Umsetzung der Vierten EU-Geldwäscherichtlinie in deutsches Recht hat zu einem stark veränderten Geldwäche-Gesetz (GwG) geführt. Damit verbunden sind eine erhebliche Ausweitung der Regulierungen und eine de facto Beschränkung des Bargeldverkehrs. Inbesondere Kreditinstitute, aber auch bargeldintensive Dienstleister und Händler werden zukünftig erhebliche Prüfauflagen erfüllen müssen. Es findet ein weiterer Schritt in die Richtung “gläserner Bürger” statt.

Dirk Meyer

Kapitel 10. Was sonst noch wichtig ist

Über die klassische Finanzmathematik hinausgehende Fragestellungen werden erörtert.

Bernd Luderer

Kapitel 19. Man soll das Pferd nicht beim Schwanze aufzäumen

Es sind nicht nur Betriebswirtschaftler, die von Spruchweisheiten profitieren können. Auch Volkswirtschaftler finden hier wichtige Hinweise für richtiges Handeln. Für Unternehmenskonzepte, Werbung und oder eben auch Geldpolitik ist das folgende Sprichwort hilfreich. Gerade die „Macher“ sollten immer noch einmal nachdenken, wo vorn sein könnte.

Holm Landrock

D

In Erfüllung des Verfassungsauftrags aus Artikel 88 GG durch das „Gesetz über die Deutsche Bundesbank” (Bundesbankgesetz [BBankG]) vom 26.7.1957 errichtete Währungs- und Notenbank der Bundesrepublik Deutschland. Die Bundesbank entstand durch Verschmelzung der früheren Landeszentralbanken und der Berliner Zentralbank mit der Bank deutscher Länder (§ 1 S. 2 BBankG). Ihr Sitz ist in Frankfurt am Main.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

G

Begriff: vornehmlich für Sammler bestimmte Geldzeichen, die aus Anlass bedeutsamer Jahrestage oder Ereignisse geprägt werden. In einigen Staaten gibt es Gedenkmünzen auch aus Edelmetall, Gold oder Platin.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Z

Im Zahlungsverkehr verwendete Gegenstände, die zur Tilgung von Geldschulden geeignet sind. Alle Staaten kennen bestimmte gesetzliche Zahlungsmittel, nämlich Banknoten und Münzen, für die Rechtsvorschriften einen Annahmezwang des Geldschuldgläubigers vorsehen. Akzeptiert er dieses Geld nicht, so kommt er in Gläubigerverzug.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

A

Von der Deutschen Bundesbank aufgrund gesetzlicher Ermächtigung (§ 1 des Gesetzes über die Ausprägung einer 1-DM-Goldmünze und die Errichtung der Stiftung Geld und Währung vom 27.12.2000, BGBl. I S. 2045) im Jahr 2001 emittierte und – auch durch die Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH (früher: Bundeswertpapierverwaltung) – in Verkehr gebrachte Münze in Gold mit einem Nennwert von 1 DM ,,zum Gedenken an die Deutsche Mark“; dabei sollte ein Teil des von der Bundesbank als Währungsreserve gehaltenen Goldes eingesetzt werden. Die 1-DM-Goldmünze war bis Ende 2001 gesetzliches Zahlungsmittel. Seither kann sie bei der Bundesbank zum Nennwert zum festgelegten Umrechnungskurs in Euro-Banknoten oder Münzen umgetauscht werden.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

B

Im Gegensatz zum Bail-out tragen bei einem Bail-in die Geldgeber einer Institution deren Verlust mit. Durch die Zahlungsunfähigkeit eines Staates verlieren dessen Gläubiger Teile ihrer Ansprüche oder geben diese auf. In Bezug auf Banken wird in den Vorschriften der BRRD in den Artikeln 43-55 das Instrument des Bail-in zur Abwicklung von Kreditinstituten eingeführt.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

V

Begriff: Kennzahl beziehungsweise darauf gestützte Methode zur Quantifizierung insbesondere der Markt- und Preisrisiken von Kassaoder derivativen (Finanz-)Instrumenten sowie Adressausfallrisiken bei Kreditinstrumenten. Aktuell stellt der Value-at-Risk die wesentliche Grundlage für die Erfassung, Steuerung, Prognose und Kontrolle dieser finanziellen Risiken in Bank- wie Nichtbank-Unternehmen dar. Hierbei wird das Risiko als Wahrscheinlichkeit eines Verlusts, also die negative Abweichung vom Erwartungswert definiert (down side risk).

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

K

Kapitalerhaltungspolster, capital conservation buffer; nach den Bestimmungen von Basel III ist die Einführung eines Kapitalerhaltungspuffers vorgesehen. Eine entsprechende Verpflichtung findet sich auf EU-Ebene in Artikel 129 CRR. In Deutschland ist der Kapitalerhaltungspuffer in § 10c KWG geregelt.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Z

Auftrag, den ein Zahler seinem Zahlungsdienstleister zur Ausführung eines Zahlungsvorgangs entweder unmittelbar oder mittelbar über einen Zahlungsauslösedienstleister oder den Zahlungsempfänger erteilt (§ 675f IV 2 BGB), regelmäßig die Erklärung des Zahlungsdienstenutzers an sein kontoführendes Kreditinstitut, dass ein bestimmter Zahlungsvorgang im Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA), bei Auslandsüberweisungen auch außerhalb des SEPA-Systems, ausgeführt werden soll. Der Zahlungsauftrag wird wirksam, wenn er der kontoführenden Bank zugegangen ist (§ 675n I BGB).

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

C

Als Capital Requirements Directive IV (CRD IV) wird die „Richtlinie 2013/36/EU vom 26. Juni 2013 über den Zugang zur Tätigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen, zur Änderung der Richtlinie 2002/87/EG und zur Aufhebung der Richtlinien 2006/48/EG und 2006/49/EG“ bezeichnet, durch die die Bankenrichtlinien 2006/48/EG und 2006/49/EG ersetzt wurden. Sie ist am 17.7.2013 in Kraft getreten und musste von den Mitgliedstaaten bis zum 31.12.2013 in nationales Recht transformiert werden. In Deutschland wurde die CRD IV durch das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2013/36/EU über den Zugang zur Tätigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen und zur Anpassung des Aufsichtsrechts an die Verordnung (EU) Nr. 575/2013 über die Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen (CRD IV-Umsetzungsgesetz) vom 28.8.2013 umgesetzt.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

1. Einführung

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird für Banken und Sparkassen der Begriff „Kreditinstitute“ verwendet. Diese sind die Schaltstellen des modernen Wirtschaftslebens. Ohne Kreditinstitute wäre es nicht denkbar, wie die Geldströme abgewickelt und wie die zum Funktionieren der Wirtschaft erforderlichen Kredite besorgt werden könnten. Im Rahmen dieser Aufgabe sind der Sparer und der Anleger wichtige Glieder. Sie stellen einerseits ihr Geldvermögen für das Funktionieren des Wirtschaftsverkehrs zur Verfügung und erhalten andererseits dafür ein Entgelt. Für die Kreditinstitute ergeben sich daraus Rechte und Pflichten gegenüber diesem Personenkreis.

Ulrich Stache

15. Versicherungsleistungen

Lebensversicherungsprämien enthalten Sparanteile, die von den Versicherungsgesellschaften verzinslich angelegt werden. Früher wurden die den Versicherungsnehmern gutgebrachten Zinsen mangels einer entsprechenden Besteuerungsvorschrift nicht zur Einkommensbesteuerung herangezogen. Durch die Steuerfreiheit sollte die eigenverantwortliche Vorsorge gefördert werden. Diese Begünstigung schien aber dem Gesetzgeber bei Lebensversicherungen nicht mehr gerechtfertigt, bei denen der Vorsorgezweck nicht im Vordergrund steht und bei denen sich ohne nennenswertes Risiko ein beachtlicher Vermögenszuwachs erzielen lässt. Dabei hat der Gesetzgeber auch berücksichtigt, dass vergleichbare Bausparzinsen versteuert werden müssen.

Ulrich Stache

10. Digitale Lösungen für Informations- und Logistikdienste von Vor-Ort-Apotheken

Vor-Ort-Apotheken stehen vielerorts unter einem starken Wettbewerbsdruck. Vor allem verschärfen andere Vor-Ort-Apotheken und Online-Apotheken, die auf aggressive Niedrigpreise setzen, den Wettbewerb. Neben dem Preis als Wettbewerbsinstrument, gibt es andere Ansätze für Vor-Ort-Apotheken, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Ein Ansatz ist, eigene Leistungen an Dienstleister zu übertragen, die Online-Plattformen betreiben. Deren Leistungen können darin bestehen, (1) die Bestellungen zwischen den Kunden und den Apotheken zu koordinieren, also Informationen zu vermitteln, oder (2) die Logistik für die Apotheken zu vermitteln. Durch die Vermittlung von Informationen über die Online-Plattform kann die einzelne Apotheke ihre Sichtbarkeit erhöhen, neue Kunden gewinnen und die Abläufe in und mit der Apotheke beschleunigen. Sichtbar wird auf diese Weise, dass die Vor-Ort-Apotheken durchaus in der Lage sein können, mit ihren Botendiensten die Ware schneller auszuliefern als Online-Apotheken (Versandhandel, Versandapotheken) auf dem Postweg. Die Vermittlung von Logistikdienstleistungen über die Online-Plattformen ist dann von Vorteil für die Vor-Ort-Apotheke, wenn die Waren dadurch die Kunden schneller erreichen als durch den Botendienst der Apotheke, etwa bei zeitlichen Engpässen.

Hendrik Schröder, Semra Ersöz

3. Kalkulation weiterer Ergebniskomponenten

Das Kapitel behandelt Ergebniskomponenten, die neben dem reinen Zinsergebnis für Banken relevant sind. Hierunter fällt zunächst das Provisionsergebnis, welches aufgrund verschiedener Treiber (z. B. Verbriefung) in der Gesamtsicht immer bedeutender für die Kreditwirtschaft wird. Das Barwertkonzept ist hierfür ähnlich vorzugswürdig, aber auch problembehaftet (Zuordnungsfrage) wie im Zinsbereich. Das Risikoergebnis umfasst insbesondere das mit dem Kreditgeschäft und mithin dem Zinsergebnis eng verbundene Kreditrisiko. Auch unter den Verfahren zur Quantifizierung von (in den Zins einzurechnenden) Risikoprämien empfehlen sich marktorientierte Ansätze. Die Ermittlung von Produktivitätsergebnissen (im Betriebsbereich) leidet gerade in Banken unter den Problemen von Gemeinkosten(schlüsselung) und Fixkosten(variabilisierung). Die sogenannte Prozessorientierte Standard-Einzelkosten-Rechnung (PSEK) bietet einen Ausweg aus dem bestehenden Dilemma. Abschließend sind auch die gewünschte Gewinnmarge des Instituts bzw. seine Eigenkapitalkosten bei der Ergebniskalkulation zu berücksichtigen. Hierfür kann in marktorientierter Vorgehensweise auf die Renditeerwartungen der Eigenkapitalgeber zurückgegriffen werden.

Andreas Horsch, Daniel Kaltofen

3. Teil Haftung und Strafbarkeit

Betrachtet der Geschäftsführer seinen persönlichen Status, so sind es häufig drei Fragen, die ihn immer wieder beschäftigen:

Rocco Jula

1 Teil Der organschaftliche Status des GmbH-Geschäftsführers

Jede GmbH benötigt einen Geschäftsführer, um handlungsfähig zu sein. Der Geschäftsführer ist das Leitungsorgan der Gesellschaft. Er muss von den Gesellschaftern sorgfältig ausgesucht und überwacht werden. Zahlreiche Krisen und Insolvenzen sind auf das Missmanagement von Geschäftsführern zurückzuführen. Der Geschäftsführer sollte selbst kritisch prüfen, ob er für die Position sämtliche Qualifikationen aufweist bzw. ob er sich dieselben aneignen oder über Dritte beschaffen kann. Es liegt auf der Hand, dass der Manager die erforderlichen Führungsqualitäten besitzen sollte. Er hat nicht nur die fachlichen Qualifikationen mitzubringen, sondern auch eine Leitungspersönlichkeit zu sein. Hierzu gehören ein entsprechendes Durchsetzungsvermögen sowie die Fähigkeit, die Mitarbeiter zu motivieren. Neben den betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Geschäftsführeramt stellt auch das Recht Anforderungen an einen Geschäftsführer. Die rechtlichen Vorgaben begrenzen den Gestaltungsspielraum des Geschäftsführers. Ihm werden zahlreiche Pflichten aufgebürdet, aber auch Rechte eingeräumt. Die den Geschäftsführer betreffenden Rechtsfragen sind Gegenstand dieser Abhandlung.

Rocco Jula

8. Blockchain-Technologie

Soweit öffentlich bekannt, beginnt die Geschichte des Bitcoins und der Blockchain am 1. November 2008. Ein Pseudonym namens Satoshi Nakamoto veröffentlichte in einem Whitepaper mit dem Titel „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ das Konstrukt des Peer-to-Peer-Electronic-Cash-Systems Bitcoin und sandte dieses an eine Kryptografie-Mailing-List. Die Identität von Satoshi Nakamoto bleibt bis heute ungeklärt.

Michaela Hönig

23. Bewegung in der Bankenbranche: FinTechs als Disruptoren und Hoffnungsträger

Die Digitalisierung bewegt seit einigen Jahren die Bankenbranche. Während Banken ihre Prozesse automatisieren und vereinzelt digitale Angebote präsentieren, rückt ein neuer Wettbewerber in den Fokus: FinTechs. Die jungen und technologieaffinen Start-ups sind angetreten, die Branche zu revolutionieren und mischen selbige damit auf. Zunächst muss betrachtet werden, was unter einem FinTech zu verstehen ist, um darauf aufbauend ausgewählte Segmente und deutsche FinTechs vorzustellen. Basierend auf der Performance einzelner Segmente werden das disruptive Potenzial, aber auch die positiven Effekte der Aktivitäten von FinTechs beschrieben.

Stefan Mesch, Christiane Jonietz, Anja Peters

22. Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in Banken und Sparkassen

Das Banking unterliegt neben der anhaltenden Niedrigzinssituation und den steigenden regulatorischen Anforderungen einem wesentlichen Einfluss durch die stark zunehmende Digitalisierung in allen Geschäftsbereichen. Zwar ist diese schon seit der Einführung des Computers für Kreditinstitute von Bedeutung, mit der rasanten Geschwindigkeit, in der neue Technologien entwickelt werden, steigt jedoch auch der Einfluss der Digitalisierung auf das Bankgeschäft. In der Folge zeigen sich veränderte Verhaltensweisen und Anforderungen von Kunden, denen neue Wettbewerber wie z. B. FinTechs mit innovativen Angeboten begegnen. Banken müssen deshalb eine Anpassung ihres Produktangebots in Betracht ziehen und unter Umständen den Zugang zu weiteren Lieferanten suchen. Sie sehen sich damit einer Vielzahl an Herausforderungen ausgesetzt, dürfen dabei allerdings die innewohnenden Chancen zur Intensivierung der Kundenbeziehung mithilfe der Digitalisierung nicht übersehen.

Christiane Jonietz, Stefan Mesch, Anja Peters

1. Insight Silicon Valley – Faktoren zur erfolgreichen Transformation

Das Silicon Valley, als Wiege von Innovation und Fortschritt, hat auch im Zeitalter der Digitalen Transformation nichts von seiner Anziehungskraft und Vorreiterrolle verloren. Nach der digitalen Revolution im Rahmen der Ausbreitung der Computer, und dem wortwörtlich zu nehmenden Begriff des Silicon Valley als innovativstem Mekka für Chiphersteller, wird auch die Digitale Transformation wegweisend von hier aus voran getrieben. Software als der neue Rohstoff, Erfolg durch den Focus auf den Menschen und seine Bedürfnisse, Nachhaltigkeit als Postulat nachfolgender Konsumentengenerationen: der Alltag der Menschen im Silicon Valley ist weitgehend digital geprägt. Die Unternehmen, die sich der Digitalen Transformation entziehen, geraten ins Hintertreffen. Die Unternehmen, sie sie vollziehen, können wertvolle Hinweise über ihre Erkenntnisse auf dem Weg dorthin liefern.

Gisela Qasim

10. Überprüfung der Zuständigkeit des Schiedsgerichts

Die Zuständigkeit des Schiedsgerichts kann von den staatlichen Gerichten überprüft werden, wofür drei verschiedene Verfahrensarten zur Verfügung stehen. Daneben entscheidet auch das Schiedsgericht selbst über seine Zuständigkeit. Dieses Kapitel behandelt die Verfahrensarten vor den staatlichen Gerichten und vor dem Schiedsgericht sowie ihre Beziehungen zueinander.

Prof. Dr. Wolfram Buchwitz

Kapitel 10. Interaktionsarbeit in Dienstleistungen

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Interaktionsarbeit im Dienstleistungserstellungsprozess, der eine immer wichtigere Rolle für das Wertempfinden des Kunden im Zuge der Personalisierung zukommt. Es wird zunächst die Interaktionsarbeit aus der Perspektive des Arbeitssystems betrachtet und von den anderen Phasen im Leistungserbringungsprozess abgegrenzt. Im Anschluss werden Ansätze zur Gestaltung von Interaktionsarbeit diskutiert und dabei insbesondere auf digitale Service Encounter eingegangen. Zum Abschluss des Kapitels wird der Einfluss neuer technologischer Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz (KI) auf die Interaktionsarbeit anhand einiger ausgewählter Beispiele diskutiert.

Prof. Dr. Jan Marco Leimeister

1. Einführung

Die Themen Unternehmensfinanzierung und Unternehmensförderung gehören in unterschiedlichen Ausprägungen zum Repertoire einer aktiven Wirtschaftsförderung. Obgleich die thematische Beschäftigung mit diesen Bereichen, beispielsweise in Abhängigkeit von der strategischen und organisatorischen Ausrichtung, den jeweiligen Ausbildungs- und Beschäftigungsschwerpunkten der Kontrollorgane, Leitungen und Belegschaften von Wirtschaftsförderungseinrichtungen, der Erwartungshaltung ihrer Kunden, der thematischen Fokussierung anderer Wirtschaftsberatungseinrichtungen in der jeweiligen Region sowie der örtlichen Wirtschafts- und Beschäftigungsstruktur im Einzelfall sehr verschieden sein kann, sind Unternehmensfinanzierung und Unternehmensförderung aus dem Alltag von Wirtschaftsförderungen nicht wegzudenken.

Philip Pongratz, Matthias Vogelgesang

Kapitel 4. Finanzierung

Die Finanzierung eines Unternehmens ist in jeder Unternehmensphase von Bedeutung. Ein Unternehmen kann ohne eine solide finanzielle Basis weder gegründet noch geführt und weiterentwickelt werden. Die Finanzierung hat maßgeblichen Einfluss auf viele Entscheidungen im Unternehmen. Im engeren Sinne umfasst der Begriff Finanzierung alle Maßnahmen, die der Bereitstellung von Kapital dienen. Es wird dabei zwischen Eigen- und Fremdkapital unterschieden. Das Eigenkapital stammt von den Eigentümern (z. B. Aktionären) des Unternehmens und das Fremdkapital von außenstehenden Dritten (z. B. Banken). Im übertragenen Sinne ist die Hauptaufgabe der Finanzierung, in das Unternehmen hineinfließende Zahlungsströme mit aus dem Unternehmen herausfließenden Zahlungsströmen auszugleichen. Die Aufrechterhaltung einer ständigen Zahlungsfähigkeit ist dabei das Hauptziel.

Eric Frère, Alexander Zureck

Kapitel 12. Liquiditätsmanagement

Zeitgemäße Anforderungen an die Unternehmenssteuerung umfassen eine professionelle, einheitliche und zeitnahe Handhabung der Finanz- und Liquiditätsplanung mit regelmäßigen Soll-Ist-Vergleichen unter der Reduzierung externer Finanzierung und erweiterter Liquiditätsgenerierung. Unternehmen benötigen eine Liquiditätsplanung, um fällige Auszahlungen tätigen zu können. Die Liquidität muss kontinuierlich kontrolliert werden, um Maßnahmen zur Liquiditätsverbesserung einleiten zu können.Es werden die Begriffe Cash und Cash-Management erläutert. Eine zu hohe Liquidität führt zu einer geringen Rentabilität, da Geld nicht zinsoptimal angelegt wurde. Eine hohe Liquidität führt zu einer hohen Sicherheit, da eine sofortige Zahlungsfähigkeit besteht. In der Gründungsphase wird fehlendes Cash-Management oft zum großen Problem, wenn ein Unternehmen keine Liquiditätsrisiken kalkuliert hat und seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Fehlende Liquidität ist der häufigste Insolvenzgrund.

Volker Lombeck

16. Chancen und Herausforderungen der Blockchain am Fallbeispiel der Zeitarbeit

Nahezu alle Unternehmen sehen sich aktuell mit den Herausforderungen der Digitalisierung konfrontiert. Insbesondere die Blockchain-Technologie erfährt dabei große Aufmerksamkeit. Der Blockchain-Technologie wird attestiert bestehende Geschäftsmodelle (bspw. im Finanzsektor) massiv verändern zu können. In diesem Beitrag wird anhand der Zeitarbeitsbranche das Disruptionspotenzial der Blockchain-Technologie dargestellt, in dem zunächst der aktuelle Prozess der Arbeitnehmerüberlassung erfasst sowie dargestellt und darauf aufbauend ein schematischer Soll-Prozess für die beteiligten Akteure entwickelt und präsentiert wird. Des Weiteren werden die Implikationen eines Blockchain-basierten Systems aus sozialer, ökonomischer, rechtlicher und ethischer Perspektive analysiert und die Veränderungen für die Branche dargestellt. Die Analyse zeigt, dass die Einführung eines Blockchain-basierten Systems in der Zeitarbeit Vorteile wie bspw. höhere Transparenz sowie eine höhere Automatisierung durch Smart Contracts für Unternehmen bieten kann, jedoch Herausforderungen in Bereichen wie bspw. Technologieakzeptanz sowie Datenschutz noch zu adressieren sind.

Jan Heinrich Beinke, Stefan Tönnissen, Frank Teuteberg

Harmonie durch Kontrolle? Chinas Sozialkreditsystem

Das beispiellose Wirtschaftswachstums der vergangenen 40 Jahre hat seine Spuren hinterlassen und stellt die Volksrepublik vor komplexe Aufgaben. Neben verheerenden ökologischen Schattenseiten konnten wichtige strukturelle Aspekte des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens dem Tempo nicht standhalten. Darüber hinaus brachte der „amerikanische Traum“ den Hunger nach Status, schürte Ungleichheit und Rücksichtslosigkeit in der Bevölkerung, mit folgenreichen gesellschaftlichen Fehlentwicklungen. Um auf Erfolgskurs zu bleiben und die Stabilität des Landes zu wahren, besinnt sich die chinesische Regierung mit ihrer Vision einer harmonischen Gesellschaft zurück auf alte, konfuzianische Werte. Ein Sozialkreditsystem soll die Vertrauens- und Aufrichtigkeitskultur fördern und alle gesellschaftlichen Akteure über Anreiz- und Lenkungsmechanismen zu ökologischem und sozialem Verhalten motivieren. Mit Chinas wirtschaftlichen Aufstieg geht eine signifikante wirtschaftliche wie geopolitische Machtverlagerung einher. Zeigt die Volksrepublik angesichts der globalen ökonomischen, ökologischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit neue Wege auf?

Madeleine Genzsch
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